Dienstag, 31. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (35) - Wie erfolgreich ist die Bayerische Ehrenamtskarte im Landkreis Miltenberg?


Nach langem politischen Streit erst 2015 im Kreistag mit Mehrheit beschlossen: Die Bayerische Ehrenamtskarte endlich auch für engagierte Menschen im Landkreis Miltenberg!

Zum Jahresabschluss ein Dank an die Ehrenamtlichen!

Das bürgerschaftliche Engagement ist kein Zusatz, sondern Grundlage unseres Miteinanders. Die Freiheit ist nicht denkbar ohne die Verantwortung jedes einzelnen von uns, die uns gegebenen Möglichkeiten zu nutzen, seine Talente und Fähigkeiten für unser Miteinander einzubringen - und so erhält die Freiheit erst ihren wirklichen Sinn!

Diese Form der Anerkennung ist mir als Mensch und Landrat sehr wichtig. Deshalb versuche ich, so sehr es meine Verpflichtungen zulassen, vor Ort zu sein, wo Menschen sich engagieren! Darüber hinaus haben wir es seit 2014 erreicht, dass die Anerkennungskultur noch zunimmt.

Wie haben wir das getan?
  • Deutlich größere Unterstützung von THW und BRK, dazu deutlich größere Investitionen in die Grundausstattung der Feuerwehren im überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz
  • Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit bei der Integration durch den Aufbau einer leistungsfähigen Asylsozial- und Flüchtlingsberatung sowie einer Sprachvermittlung im Landkreis Miltenberg
  • Regelmäßige Veranstaltungen für Ehrenamtliche durch die Ehrenamtsstelle im Landratsamt
  • Stärkung der Anerkennung durch den jährlichen Ehrenabend des Landkreises Miltenberg
  • Einführung eines Ehrenpreises des Landrats
  • Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte auch im Landkreis Miltenberg... 
Der Ehrenabend 2019 im Bürgerzentrum Elsenfeld - ehrliche Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements!

2015 wurde politisch der Weg frei gemacht!

Viele können sich noch gut an die Anfänge der Bayerischen Ehrenamtskarte im Landkreis Miltenberg erinnern. Der Kreistag hatte die Einführung 2015 beschlossen. Zuvor lehnte stets eine politische Mehrheit im Kreistag die Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte des Freistaates Bayern für engagierte Menschen im Landkreis Miltenberg ab. Gerade meine Kreistagskollegen Dr. Heinz Linduschka und Dr. Hans-Jürgen Fahn haben nach der Kommunalwahl 2014 nicht geruht, für eine Akzeptanz der Bayerischen Ehrenamtskarte zu sorgen. Nach einer sehr intensiven Diskussion im Kreistag im Dezember 2015 gab es schließlich eine politische Mehrheit - auch ich persönlich habe für diese Form der Anerkennung im Landkreis Miltenberg geworben. Wichtig ist mir auch, dass die gesamte Öffentlichkeit wahrnimmt, wie wichtig das bürgerschaftliche Engagement ist!

Öffentliche Anerkennung ist wichtig!

Es geht nicht nur darum, die Leistung des einzelnen engagierten Menschen anzuerkennen - die Ehrenamtskarte dient auch dazu, dass die gesamte Öffentlichkeit wahrnimmt, dass das bürgerschaftliche Engagement Grundlage unseres Miteinanders ist! Zur Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte schuf der Landkreis zeitlich begrenzt eine Projektstelle, mit der im Jahr 2016 die Einführung der Anerkennung vorbereitet wurde. U.a. ging es darum, ausreichend Akzeptanzstellen zu finden, bei den Menschen zu werben für die Ehrenamtskarte zu schaffen. Im Frühjahr 2015 hatte beim von mir neu initiierten Ehrenabend des Landkreises Miltenberg der leider viel zu früh verstorbene Ehrenamtsbotschafter Markus Sackmann für die stärkerer Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements geworben. Erfolgreich, wie die Mehrheit im Kreistag belegt!

2017 Offizielle Einführung durch Staatssekretär Hintersberger


Bei einer Ehrenveranstaltung im Januar 2017 konnte ich in Anwesenheit des Staatssekretärs Johannes Hintersberger in Collenberg die ersten 65 Karten überreichen.

 



Über 2800 Ehrenamtskarten im Landkreis Miltenberg


Heute sind schon über 2.800 Ehrenamtskarten im Umlauf, in Bayern sind es mittlerweile schon über 150.000. Das ist ein großer Erfolg. Andere Landkreise in Bayern haben, verglichen mit der Einwohnerzahl, prozentual deutlich weniger Karten ausgegeben. Das zeigt auch das riesige ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen, durch das sich der Landkreis Miltenberg auszeichnet.

Anlässlich des Tages des Ehrenamts am 5. Dezember hat Schillikowski eine Bilanz gezogen: Demnach sind von den aktuell 2.805 Karten 1725 in Blau, 1080 in Gold. Die Karteninhaberinnen und -inhaber sind durchschnittlich 46 Jahre alt.

Goldene und blaue Ehrenamtskarte

Die unbegrenzt gültige Karte in Gold bekommen etwa Einsatzkräfte in Hilfsorganisationen, die eine Dienstzeitauszeichnung nach dem Feuerwehr- und Hilfsorganisationen-Ehrenzeichengesetz haben sowie Ehrenamtliche, die nachweislich mindestens 25 Jahre mindesten fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich tätig waren.

Die blaue Karte bekommen Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren die sich freiwillig durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projekten mindestens 250 Stunden jährlich engagieren. Auch Inhaber einer Jugendleitercard und Feuerwehraktive mit abgeschlossener Truppmannausbildung oder mit mindestens abgeschlossenem Basis-Modul der Modularen Truppausbildung sowie Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst mit abgeschlossener Grundausbildung können die Karte beantragen. Freiwilligendienst Leistende in einem Freiwilligen Sozialen Jahr, einem Freiwilligen Ökologischen Jahr oder einem Bundesfreiwilligendienst können sich ebenso darum bewerben. Da diese Karte drei Jahre gültig ist und die ersten Karten nun ablaufen, rät Schillikowski den Inhabern und Inhaberinnen, sich ihre Karte verlängern zu lassen – Formulare dazu, aber auch alle weiteren Informationen, sind im Internet hier erhältlich.

Im Landratsamt ist Nadja Schillikowski, versehen mit einer halben Stelle, Ansprechpartnerin; sie bearbeitet aber nicht nur die Kartenanträge, sondern arbeitet auch ständig an der Erhöhung der Zahl der Akzeptanzpartner im Landkreis. Auch das kommt den Ehrenamtskartenbesitzern zugute, denn viele Firmen bieten attraktive Vergünstigungen beim Einkauf. Zurzeit gibt es 132 Akzeptanzstellen, verweist Schillikowski auf eine bei ihr erhältliche Broschüre, die regelmäßig aktualisiert wird. Neue Akzeptanzpartner können sich jederzeit bei uns melden.

Bayernweite Vergünstigungen 

Was aber so mancher nicht weiß: Auch beim Urlaub in Bayern sollte man die Karte stets dabeihaben, denn der Freistaat gewährt diverse Vergünstigungen etwa beim Besuch staatlicher Einrichtungen wie Museen, Burgen, Schlössern und der Seeschifffahrt – und sogar im Münchner Hofbräuhaus. Sie hat noch einen Tipp für alle, die in Bayern unterwegs sind: Sie sollten sich die kostenlose App „Ehrenamtskarte Bayern“ herunterladen (für Android und iOS), mit der man für jeden Ort im Freistaat Akzeptanzpartner finden kann. Exklusiv für die Karteninhaberinnen und -inhaber verlost der Freistaat darüber hinaus regelmäßig Teilnahmen an exklusiven Veranstaltungen wie etwa zum Sommerfest des Bayerischen Landtags oder dem Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten. Aus dem Landkreis Miltenberg haben schon einige Leute bei Verlosungen gewonnen!
Wie viel die Ehrenamtlichen und Akzeptanzpartner dem Landkreis wert sind, erweist sich aber auch in anderer Form: Beide werden zu Dankeschön-Abenden und/oder Kulturveranstaltungen des Landkreises eingeladen.

Ansprechpartnerin im Landratsamt Miltenberg:

Kontakt: Nadja Schillikowski, Brückenstraße 20 in Miltenberg, Zimmer 7, Telefon: 09371 501-202, E-Mail: nadja.schillikowski@lra-mil.de




Ein Beispiel für das hohe Engagement der Menschen, hier bei der Bildungskonferenz!

Das Seniorennetzwerk ist ein anderes Beispiel für das hohe ehrenamtliche Engagement!

 

Freitag, 27. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (34) - Was leistet die Stiftung Altenhilfe?



Stiftung Altenhilfe: die Lebensqualität erhöhen!


Auch im Jahr 2019 kam die Stiftung Altenhilfe wieder ihrem Zweck nach, die Lebensqualität der Menschen mit Pflegebedarf spürbar zu erhöhen. Ich bin stolz, dass ich als Landrat Verantwortung für diese wertvolle Stiftung, initiiert von meinem Vorgänger Roland Schwing, tragen darf.

Neben den Vorsitz betreue ich u.a. die Seniorenresidenz in Wörth am Main als Pate der Stiftung Altenhilfe. Im Dezember 2019 habe ich die Seniorenresidenz besucht und mir zwei von der Stiftung geförderte Projekte selbst angesehen.

Selbst als Betreuungspate aktiv!


Eine Holzwerkstatt für die handwerklich Begabten! Schon in meiner Zeit als Lehrer und Konrektor der Dr.-Konrad-Wiegand-Volksschule in Wörth habe ich die Partnerschaft der Schule und der Seniorenresidenz betreut, u.a. mit gemeinsamen Handwerksprojekten!

Eine Radtour mit dem Blick zum Fenster über Wörth am Main. Eine gemeinsame Radtour unternehme ich hier mit Frau Kahlert, gebürtig aus Dresden, der Heimatstadt meiner Ehefrau Anne; sowohl meine Frau als auch Frau Kahlert hat es nach dem Mauerfall an den Main verschlagen.


Hier ein Überblick über die Leistungen anhand des Berichts der Stiftung aus dem Herbst 2019:

Förderungen der Stiftung Altenhilfe im Herbst 2019


Das Kuratorium der Stiftung Altenhilfe hat in seiner Herbstsitzung am Montag im Haus Dominic in Elsenfeld 30.839 Euro für stationäre und teilstationäre Einrichtungen der Altenhilfe bewilligt. Rechnet man die Bewilligungen aus der Frühjahrssitzung hinzu, ergibt sich eine Gesamtsumme von fast 86.000 Euro.

  • Das Seniorenwohnstift Erlenbach (Pate Rudi Schreck) wurde mit 603 Euro bedacht, die Hospitalstiftung Amorbach (Pate Peter Schmitt) mit 3.544 Euro – unter anderem soll für 1.349 Euro ein Gartenhaus gekauft werden.
  • Das Haus Maria Regina (Pate Helmut Demel) bekommt 2.921 Euro für die Anschaffung eines mobilen Beschallungssystems für Veranstaltungen. Mit 1.095 Euro bedacht wurde die Rohe’sche Altenheimstiftung Kleinwallstadt (Pate Thomas Köhler), davon sind 895 Euro für ein robustes Festzelt zum Sonnenschutz bei Veranstaltungen im Freien.
  • Die Johanniter Unfallhilfe Miltenberg (stationär, Pate Helmut Demel) bekommt 1.389 Euro.
  • Über 949 Euro darf sich die Seniorenresidenz Wörth (Pate Jens Marco Scherf) freuen,
  • das Haus Theresa in Großwallstadt (Pate Roland Eppig) über 723 Euro und das Pflegezentrum Obernburg (Pate Adolf Zerr) will von den gewährten
  • 1.976 Euro unter anderem ein dreisitziges Sofa mitfinanzieren.
  • Das Elisabethen-Stift Großheubach bekommt 1.379 Euro und
  • das Haus Dominic in Elsenfeld (Pate Manfred Schüßler) wird sich von den bewilligten 7.054 Euro einen Hebelifter mit Badegurt, acht Gartenbänke sowie zwei Gartensitzgruppen kaufen.
  • Das Seniorenzentrum Mömlingen (Pate Karlheinz Brunner) finanziert mit den bewilligten 3.115 Euro unter anderem ein Mitarbeiter-Coaching sowie die musikalische
  • Begleitung für diverse Veranstaltungen. Das Haus Santa Isabella Niedernberg (Pate Roland Eppig) wird von der Stiftung mit 1.111 Euro bedacht,
  • das Haus Santa Luzia in Klingenberg (Pate Rudi Schreck) mit 1.485 Euro.
  • Von den gewährten 2.366 Euro kann sich die Tagesstätte Ursula Wiegand in Erlenbach unter anderem eine Aufstehhilfe für 1.230 Euro kaufen.
  • 1.129 Euro bekommt die BRK-Tagesstätte „Sonnenschein“ in Obernburg (Pate Peter Liefeith).

Auch mehrere ambulante Einrichtungen wurden von der Stiftung bedacht.

  • So bekommt die Franziskus GmbH Caritas Sozialstation Miltenberg/Elsenfeld 2.734 Euro,
  • die Caritas-Sozialstation St. Johannes in Erlenbach 796 Euro, der BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg 1.322 Euro und
  • die Johanniter Unfallhilfe Miltenberg (ambulant) 390 Euro.

Für das Jahr 2020 legte das Kuratorium einen Haushaltsansatz für die voll- und teilstationären Einrichtungen von 110.000 Euro und für die ambulanten Dienste von 20.000 Euro fest.

Einstimmig wurde eine Änderung im Stiftungsbeirat beschlossen. So wurde Dr. Hans-Martin Blättner als Nachfolger von Bernhard Döring als Vertreter des Lions-Clubs Amorbach-Miltenberg in den Beirat der Stiftung berufen.

Über die Stiftung Altenhilfe:

Die Stiftung Altenhilfe, 1992 gegründet, ist eine gemeinsame Initiative der Gemeinden und des Kreises zum Wohl der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger im Landkreis Miltenberg. Ihr Zweck ist es, den alten Menschen im Landkreis die Führung eines würdigen Lebens im Alter zu erleichtern. Dies erfolgt durch finanzielle Förderung der Altenpflegeeinrichtungen und der ambulanten Dienste im Landkreis. Bezuschusst werden Maßnahmen und Gegenstände, die dem Wohl der alten Menschen dienen, die jedoch mangels staatlicher oder sonstiger Zuschüsse ohne Stiftungsmittel nicht realisierbar wären und auch sonst von den Trägern nicht bezahlt würden. Dies sind vor allem Gegenstände und Maßnahmen in den Bereichen Freizeitgestaltung, Erhöhung der Lebensqualität, Gesundheitsförderung über das vorgeschriebene Maß hinaus, Erleichterung der Pflege für alte Menschen und Mitarbeiter, zusätzliche Annehmlichkeiten, Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter zum Zweck der Qualitätssteigerung sowie Begleitung und Schulung pflegender Angehöriger. Bislang hat die Stiftung über 2,5 Millionen Euro für die genannten Zwecke bewilligt. Informationen im Internet: www.stiftungaltenhilfe-mil.de

Für 2020 wurde ein Haushaltsansatz für die voll- und teilstationären Einrichtungen von 110.000 € und für die ambulanten Dienste von 20.000 € beschlossen.

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Landrat vor Ort (30) - im Gespräch mit Staatssekretär Weigert


Zukunftsthema Mobilfunk mal in Retro - Schwarz-Weiß … die guten alten Zeiten!

Gute Mobilfunkversorgung Staatsziel in Bayern


Der zuständige Staatssekretär Roland Weigert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, hat am Donnerstag vor Weihnachten den Landkreis Miltenberg besucht, um sich direkt vor Ort über den aktuellen Stand der Mobilfunkversorgung in den Städten, Märkten und Gemeinden zu erkundigen.

Gute Lebensbedingungen auch in den Landkreisen


Der ehemalige Landrat Roland Weigert  betonte im Gespräch mit mir vor Ort in Eschau, dass es das Ziel sei, nicht nur in Ballungsgebieten, sondern überall im Land ein leistungsfähiges Mobilfunknetz zur Verfügung zu stellen. Mit der im Jahr 2018 gestarteten Mobilfunkinitiative und dem Mobilfunk-Förderprogramm werde der eigenwirtschaftliche Ausbau ergänzt. Als Hemmnis beim Ausbau werde von den Netzbetreibern teilweise lange Genehmigungsverfahren beklagt. Er wolle sich daher vor Ort
über die Situation einen Eindruck verschaffen.

Informationen am Beispiel Eschau - langwierige Prozesse stören


Bei dem Gespräch im Rathaus Eschau informierten Landrat Jens Marco Scherf und Unternehmensbereichsleiter Gerhard Rüth vom Landratsamt Miltenberg den Staatsekretär über die aktuelle Situation des Mobilfunkausbaus im Landkreis. Hingewiesen wurde auf die bürokratischen Hürden in der Abstimmung zwischen Ministerium, Breitbandzentrum und potentiellen Mobilfunkanbietern bei der Suche nach einem geeigneten Mobilfunkstandort. Die langwierigen Genehmigungsverfahren neuer Mobilfunkstandorte sowie die aktuelle Arbeitsauslastung hätten zur Folge, dass potentielle Mobilfunkanbieter, selbst nach erfolgreicher Standortsuche und Bewilligung staatlicher Fördermittel nicht selten erst zwei oder drei Jahren später den Mobilfunkbetrieb aufnehmen können.

Walter Wölfelschneider von der Marktverwaltung Eschau stellte an den Beispielen im Ortsteil Wildensee und im Weiler Wildenstein“, zwei sogenannten „weißen Flecken“ in der gemeindlichen Mobilfunkversorgung, die aktuelle Situation der Mobilfunkversorgung im Markt Eschau dar.

Mobilfunk-Konferenz für Unterfranken im Januar 2020


Staatssekretär Weigert dankte für die umfangreichen Informationen und kündigte für 23. Januar 2020 eine Mobilfunkkonferenz Unterfranken in der Residenz Würzburg an. Ihm sei es wichtig, die Kommunen vor Ort bestens zu unterstützen und zu beraten.

Gesundheitliche Bedenken ernst nehmen


Hier brauchen wir vor Ort in den Landkreisen und Gemeinden die Unterstützung des Freistaates, sowohl beim Schließen von Lücken im Versorgungsnetz als auch in der Diskussion bei Sorgen wegen möglicher Beeinträchtigungen der Gesundheit. Hier sagte mir Roland Weigert die fachliche Unterstützung durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zu.

Dienstag, 24. Dezember 2019

Gesegnete Weihnachten - die Weihnachtsgrüße 2019




Frohe, friedvolle Weihnachten Ihnen und Ihren Familien!

Ich hoffe, Sie finden in diesen Tagen Zeit, …
·       Zeit zum Besinnen.
·       Zeit für das Miteinander.
·       Zeit für das Reden.

In meiner Familie ist es zur Tradition geworden, dass wir alle über diese Tage zusammenkommen. Was uns das ganze Jahr über fehlt, einfach mal Zeit schenken, zusammen sitzen, miteinander reden.

Das miteinander reden ist so wertvoll, und dennoch kommt es das Jahr über oft zu kurz. In der Familie, aber zunehmend auch im gesellschaftlichen Miteinander.

Im vergangenen Jahr habe ich als Landrat oft die positive Wirkung des „Miteinander reden“ erlebt. Mal fanden wir Lösungen im „Miteinander reden“, die wir vorher nicht gesehen hatten. Oft sind im „Miteinander reden“ Projekte entstanden, die keiner alleine sich hätte ausdenken, geschweige denn umsetzen können.

Ich denke beispielsweise an unsere Ausstellung im Landratsamt zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung zurück.

Das ganze Foyer voller Projekte der Menschen im Landkreis Miltenberg – vom TV Trennfurt bis zur Mittelschule Miltenberg, vom JEG Elsenfeld bis zur Theresa-Gerhardinger-Realschule in Amorbach.

Verweilen wir einen Moment bei unseren Kindern und Jugendlichen. Erst jüngst wurden drei Schulen im Landkreis Miltenberg für ihr Engagement für die Umweltbildung ausgezeichnet. Baumpflanzungen und Blühflächen sind nur ein sichtbares Ergebnis engagierter junger Menschen und guter Schulen.

Sollten wir nicht gerade auch an Weihnachten an unsere Verantwortung für die Schöpfung und für unser Miteinander denken?

Ich bin dankbar, dass wir so engagierte Schulen haben – FairTrade-Schulen, Umweltschulen, Schulen gegen Rassismus, und überall erleben wir besonderes Engagement, auch in klassischen Bildungsbereichen wir Mathematik und den Naturwissenschaften.

Und hat die Jugend nicht das Recht, uns darauf hinzuweisen, dass wir unsere Lebensgrundlagen bewahren müssen?

Außerordentliches Engagement ist wichtig für unser Miteinander.
 
Bewiesen wir im Herbst 2018 noch eindrucksvoll mit über 2.000 Menschen in Elsenfeld bei der größten Demonstration aller Zeiten im Landkreis Miltenberg, dass wir für eine vielfältige Demokratie und für ein menschliches Miteinander stehen, …

… so haben wir 2019 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass wir gemeinsam diese Werte auch leben.

Weihnachten ist für mich ein guter Zeitpunkt, innezuhalten und Danke zu sagen. Danke den Menschen in Vereinen und Gruppen, die unsere Werte leben und sich engagiert einsetzen, sei es z. B. für den Gedanken des fairen und regionalen Handels mit neuen FairTrade-Gemeinden in Kleinwallstadt und Elsenfeld über wunderbar fair-regionale Produkte wie die Erlenbacher Spätburgunder-Schokolade und die Premiere des FairFestivals in Mömlingen bis zu unseren Apfelmärkten, ganz groß in Elsenfeld, ganz besonders in Ottorfszell.

Eine Einsatzbereitschaft, die z. B. auch Grundlage des Erfolgs in unserer Gesundheitsregion plus ist.

Die Weichen für eine bessere Pflege und eine bessere ärztliche Versorgung im Landkreis Miltenberg können wir nur im engagierten Miteinander stellen.
Das funktioniert aber nur, wenn wir miteinander reden. Auch und gerade beim Artenschutz wurde es im vergangenen Jahr deutlich: Miteinander streiten ist schnell getan, damit wird aber nichts erreicht.

Ganz anders bei uns im Landkreis Miltenberg:

Am Runden Tisch für Artenvielfalt sitzen Öko-Landwirte und konventionelle Landwirte gemeinsam mit engagierten Menschen aus dem Naturschutz – sie diskutieren miteinander und gestalten gemeinsam; ich freue mich schon auf das erste Landkreis-Brot 2020 von unseren Landwirten und Handwerksbäckern nach Artenschutzkriterien.

Machen Sie mit, wenn wir

·       mit unseren Landwirten,

·       mit unseren regionalen Handwerkern

·       sowie mit dem verantwortungsvollen Einzelhandel im Landkreis Miltenberg

gemeinsam Artenvielfalt, Klimaschutz und Tierschutz stärken:

fair, nachhaltig & regional – einfach genial!  

Gehen wir im kommenden Jahr mit offenen Augen durch unseren Landkreis Miltenberg, sehen wir das engagierte Miteinander

 
·       in unseren Betrieben und Unternehmen ebenso wie in unseren Vereinen und Verbänden,  
 
·       beim Roten Kreuz, der Feuerwehr und dem THW

·       oder in sozialen Initiativen wie dem Cafe Fifty in Obernburg oder dem Cafe-Farbe in Miltenberg bis zum Afrika-Verein in Neunkirchen.

·       Oder erleben wir mit Spessartbund und Odenwaldklub unsere wundervolle Natur in Spessart und Odenwald sowie die

·       vielen künstlerischen, kulturellen und musischen Angebote!

Ohne das „Miteinander reden“ hätten wir in 2019 auch im Kreistag nicht einhellig wichtige Weichen für die Zukunft unseres Landkreises Miltenberg stellen können.

Gerade im Kreistag haben wir bewiesen, dass es gelingen kann:

Intensiv miteinander diskutieren, aber stets an der Sache orientiert bleiben. So konnten wir Projekte wie

·       das Schulbauprogramm 3 mit den Säulen der sportlichen und beruflichen Bildung konzipieren oder

·       die Weichen stellen für die dauerhafte Sicherung des Karl-Ernst-Gymnasiums in Amorbach ebenso wie für

·       das Radwegekonzept für den Landkreis Miltenberg.

Auch die Verkehrs-Entlastung der Menschen in Kirschfurt und für eine bessere Anbindung des Südspessarts gelingt nur, weil wir länder- und partei-übergreifend gut zusammenarbeiten.

Deshalb mein Wunsch für das neue Jahr:

Lassen Sie uns mehr miteinander reden, gerade dann, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Hören wir noch einander zu? Wo immer man hinschaut, erst recht in den Sozialen Medien, wird übereinander geredet, schnell geurteilt, es wird niedergemacht, es wird verunglimpft.

Dieser Lärm der Beschimpfungen lässt uns vieles nicht hören – die leiseren Menschen, die Zwischentöne, die Möglichkeiten, die sich uns bieten.

Hören wir einander zu, nehmen wir einander wahr.

Nur im Miteinander funktioniert die Demokratie. Und wenn wir gemeinsam anpacken, Lösungen entwickeln für Herausforderungen, dann, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, werden wir auch wieder den „Zauber der Freiheit“ spüren, den wir alle vor 30 Jahren an Weihnachten 1989, dem Jahr des Mauerfalls, verspürt haben.

Die Öffnung der Grenzen, der Sieg der Freiheit über die Unterdrückung, der „Fall der Berliner Mauer“, das war kein „Wunder“ – das war das Ergebnis des stetigen Einsatzes von mutigen und hoffnungsvollen Menschen, die an den „Zauber der Freiheit“, an unsere Grundwerte, geglaubt haben.

Und das ist auch der „Zauber unserer Demokratie“: Unsere Demokratie funktioniert, wenn wir einander zuhören, wenn wir gemeinsam anpacken, wenn wir raus gehen aus der Passivität in die Aktivität.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das ist meines Erachtens auch der Zauber der Weihnachtsbotschaft: „Frieden den Menschen auf Erden!

Doch Frieden wird es nicht, weil im Kalender der 24.12. auftaucht. Frieden wird es, wenn wir Menschen an den Frieden glauben, wenn wir aufeinander zugehen, das Gemeinsame im Verschiedenen suchen und gemeinsame Wege finden.

Ich bin dankbar für die vielen Menschen, denen ich begegne, die an unsere Werte glauben und sich für diese einsetzen: für den Frieden in Europa, für die Freiheit und die Demokratie, für das Miteinander in unserer Gesellschaft. Umso deutlicher will ich Ihnen sagen, was ich als Landrat jeden Tag erfahre:

Unsere Demokratie ist stark! Viele Menschen sorgen dafür. Sie sorgen mit Ihrem Engagement dafür.

Aus dem Engagement, das Sie im vergangenen Jahr gezeigt haben, aus diesem Miteinander, schöpfe ich meine Kraft und Zuversicht für das nächste Jahr.

Wir werden viele Herausforderungen bewältigen müssen, aber in einem zuversichtlichen und offenen Miteinander sind wir stark.

Freuen wir uns über Weihnachten und gehen wir zuversichtlich ins neue Jahr.

Gesegnete Weihnachten!

 

Montag, 23. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (33) - Was ergab die erste Klimabilanz für den Landkreis Miltenberg?


Photovoltaik-Ausbau wie auf den Dächern des Landratsamtes und wie hier des Wertstoffhofes in Bürgstadt ist ein Beitrag des Landkreises Miltenberg zur Förderung regenerativer Energien 

Erst jüngst mahnte in einem Leserbrief ein Bürger des Landkreises Miltenberg an, wir sollten jährlich statt nur alle 5 Jahre unsere Klimabilanz aktualisieren. Da dies ein sehr aufwändiger, auch kostenintensiver Vorgang ist, hat sich der Kreistag entschieden, dies nur alle fünf Jahre zu tun.

 

Aber Der Klimaschutz gehört zu den 10 entscheidenden Handlungsfeldern!


Den Klimaschutz und de Sorgen der Menschen nehme ich sehr ernst. Deshalb ist die Frage des Bürgers für mich Anlass, nochmal die Ergebnisse der Evaluierung aus dem Jahr 2017 darzustellen:

Evaluierung der Klimabilanz des Landkreises Miltenberg

Das Integrierte Klimaschutzkonzept des Landkreises Miltenberg


Im Jahre 2010 wurden erstmals umfassend die Energiedaten des Landkreises Miltenberg erfasst. Für das Jahr 2015 wurde eine erste Evaluation vorgenommen, die Fortschritte, aber auch Handlungsbedarfe feststellte:

Starkes Wirtschaftswachstum, relativ stabiler Energieverbrauch


Während das Bruttosozialprodukt im Landkreis Miltenberg von 2009 bis 2015 um etwa 27 Prozent gestiegen ist, erhöhte sich der Energiebedarf der Wirtschaft um lediglich zwölf Prozent, der Ausstoß von Treibhausgasen um nur zwei Prozent. Das ist eine der Kernaussagen der Klimabilanz 2015 des Landkreises Miltenberg.

Die Auswertung vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg stellte unter anderem die Endenergiebilanz des Jahres 2015 vor – aufgeteilt nach den Sektoren Industrie, Verkehr, Privathaushalte sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Demnach wurden im Landkreis im Jahr 2015 4,1 Millionen Gigawattstunden Energie verbraucht, was etwa einem Treibhausgasausstoß von 1,3 Millionen Tonnen entspricht. Den größten Anteil hat die Industrie (43 Prozent), gefolgt von den Haushalten (27 Prozent) und dem Verkehr (21 Prozent). Die Privaten hätten aber sehr viel getan: Ihr Energieverbrauch sank um acht Prozent, der Treibhausgasausstoß um 13 Prozent.

Die Zahlen zum CO2-Ausstoß sowie zum Strom- und Wärmeverbrauch verglich die Klimabilanz mit denen aus anderen Bundesländern und der Bundesrepublik, aber auch mit den benachbarten Gebietskörperschaften Stadt und Landkreis Aschaffenburg. Im Vergleich der Energiebilanz nimmt der Landkreis Aschaffenburg mit 52 Prozent die Spitzenposition ein, gefolgt vom Landkreis Miltenberg (31 Prozent) und der Stadt Aschaffenburg (17 Prozent).
Dass der Ausstoß von Treibhausgasen nur leicht zugenommen habe, obwohl das Bruttosozialprodukt stark gestiegen ist, freut mich leicht. Das ist zwar noch nicht der große Durchbruch, aber es zeigt, dass die Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch möglich ist. Hinter dieser positiven Entwicklung steht auch das werteorientierte Handeln vieler Bürgerinnen und Bürger, die Energie einsparen und regenerative Energien nutzen. Über ein Drittel unseres Stroms stammt aus regenerativen Quellen.

Der Landkreis Miltenberg handelt selbst!


Egal ob es das Nahwärmenetz Miltenberg-Nord ist, der Ökostrom im Landratsamt, das Photovoltaikprogramm für unsere Liegenschaften oder die Umstellung auf E-Mobilität im Landratsamt und vieles mehr, wir versuchen selbst Vorbild zu sein!

Aber eines hat uns die erste Evaluierung gezeigt:

Wir müssen ran an den Verkehr!



Größter Handlungsbedarf: die Mobilität

Was uns nicht erst anhand der Zwischenbilanz deutlich wird: Wir müssen auch an die Mobilität ran, weshalb wir 2016 beschlossen, ein landkreisweites Radwegekonzept zu beschließen.

Landkreisweites Radwegekonzept


Das landkreisweite Radwegekonzept wurde in 2017 und 2018 unter intensiver Beteiligung der Bürger*innen entwickelt und 2019 vom Kreistag verabschiedet. Mit dem Jahr 2020 beginnt nun die Umsetzung.
Mit dem vom Kreistag in Auftrag gegebene und verabschiedete Radwegekonzept, das gerade für Pendler*innen auf Kurzstrecken eine Alternative zum Auto ermöglichen solle, wollen wir die Potenziale des Fahrrads besser nutzen. Die Strecken von Ort zu Ort müssten so gestaltet werden, dass das Fahrradfahren richtig interessant werde. Hier seien die Kommunen gefordert, gemeinsam mit dem Landkreis und dem Staatlichen Bauamt die Situation zu verbessern und bestehende Lücken zu schließen. Insgesamt 58 Millionen Euro umfasst das Radwegekonzept insgesamt, eine Jahrzehnteaufgabe also.
Der Landkreis selbst entwickelt seinen bisherigen Kreisstraßen-Sanierungs-Haushalt weiter zu einem Kreisstraßen-Sanierungs- und Radwegebau-Haushalt.
Noch mehr Informationen zum Radwegekonzept erhalten Sie hier.

Auch ein gutes Angebot - die Radbusse im Odenwald

Besseres Bus- und Bahnangebot

Informationen zum Bus- und Bahnangebot im Landkreis Miltenberg sowie zu den politischen Zielen finden Sie hier.


Ein besseres Bus- und Bahnangebot ist ebenfalls notwendig

Es ergibt sich aus der ersten Zwischenbilanz viel Handlungsbedarf - anpacken können wir es nur gemeinsam! 

Sonntag, 22. Dezember 2019

Gute Wünsche und Gedanken zum Vierten Advent




Das Einzige,
Was die Menschheit zu retten vermag,
Ist Zusammenarbeit,
Und der Weg zur Zusammenarbeit
nimmt im Herzen des Einzelnen
Seinen Anfang.
 
(Bertrand Russell)
 
 
Einen besinnlichen Vierten Advent wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (32) - Wann hat das Landratsamt "zwischen den Jahren" geöffnet?


Nicht so blühend, und an Heilig Abend und Silvester sowie am 27.12. auch nicht geöffnet.


Heilig Abend & Silvester komplett geschlossen

Landratsamt Miltenberg mit allen Dienstgebäuden

Bitte beachten Sie, dass die Dienststellen in Miltenberg und Obernburg am
  • Montag, 24. Dezember (Heilig Abend),
  • Freitag, 27. Dezember und am
  • Montag, 31. Dezember (Silvester)
geschlossen sind. Unsere Abfalleinrichtungen haben abweichend vom allgemeinen Dienstbetrieb des Landratsamtes am Freitag, 27. Dezember, geöffnet.

Für die Einrichtungen der kommunalen Abfallwirtschaft, Deponie Guggenberg, MUS & Grüngutsammelplatz Erlenbach und WSH Süd in Bürgstadt gilt:


Bitte beachten Sie, dass am Dienstag, 24.12.2019, und am Dienstag, 31.12.2019 die Kreismülldeponie Guggenberg, die Müllumladestation Erlenbach, der Grünabfallsammelplatz Erlenbach sowie der Wertstoffhof Süd in Bürgstadt für den Anlieferverkehr geschlossen sind.

Eine genaue Übersicht , wann wir für Sie da sind, erhalten Sie hier.



Mittwoch, 18. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (31) - Wie wichtig ist Ihnen die Beteiligung junger Menschen?


Eine Frage eines Schülers erreichte mich ...

Wie wichtig ist Ihnen die Beteiligung junger Menschen?


... fragte mich Alexander Hornich, 18 Jahre alt und aktuell in der Ausbildung zum Erzieher.
 
Alexander Hornich: "Im Zuge dieser Ausbildung, schreiben wir eine Hausarbeit über ein von uns frei gewähltes Thema. Ich habe mich für „Partizipation von Jugendlichen auf kommunalpolitischer Ebene im Landkreis Miltenberg“ entschieden. Also für die Teilhabe und Mitbestimmung von Jugendlichen. Als Teil dieser Hausarbeit, würde ich gerne Ihnen als Landrat einige Fragen stellen.

Diese wären:

1.Was bedeutet Partizipation von Jugendlichen in der Kommunalpolitik für Sie als Landrat / Welchen Stellenwert hat sie in Ihrer Politik?

Die Partizipation junger Menschen ist für mich aus dreierlei Perspektive sehr wichtig: Erstens ist es für uns gesellschaftlich wichtig, junge Menschen an die Beteiligung in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft heranzuführen, denn nur wer Demokratie praktisch erfährt, nutzt diese später und weiß diese auch zu schützen. Zweitens aus Perspektive des jungen Menschen ist es unabdingbar zur Entwicklung der Persönlichkeit und seiner Chancen, eine Beteiligung und Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben zu erlernen. Die dritte perspektive ist für mich die des Landkreises Miltenberg: Wir sind darauf angewiesen, dass in den kommenden zwei Jahrzehnten viele junge Menschen als Erwachsene und gut ausgebildete Fachkräfte den Landkreis Miltenberg als ihren Ort zum Leben und Arbeiten auswählen. Die Bindungskraft eines Landkreises an junge Menschen (über die Zeit der beruflichen Ausbildung, des Studiums hinaus) wächst umso mehr, je mehr sich bereits Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen und einbringen konnten in das gesellschaftliche Leben im Heimatort. Damit ist die Beteiligung junger Menschen aktive Standort- und Wirtschaftspolitik!

2.Wie ist Ihre Meinung über die aktuelle Partizipation von Jugendlichen im Landkreis Miltenberg?

Da der Landkreis Miltenberg aus 32 Gemeinden besteht, haben wir auch 32 verschiedene Beteiligungskulturen, die in jedem Ort durch die Vereinskultur und durch das politische Klima und Miteinander vor Ort geprägt sind. Der Landkreis Miltenberg hat aufgrund der unter Frage 1 beschriebenen Bedeutung der Beteiligung junger Menschen gemeinsam mit dem Kreisjugendring in den vergangenen Jahren die Initiative ergriffen und sich in zwei Fachforen mit der Frage der Beteiligung junger Menschen auseinandergesetzt. Hierbei ist das „Projekt Zukunft“ entstanden, mit dem Gemeinden sich beispielhaft um eine gelungene Partizipation von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen und erproben können. Wichtig war den Beteiligten an den Fachforen mit dem Kreisjugendring, über eine rein formale Beteiligung zum Beispiel in einem Jugendparlament eine großflächige Aktivierung junger Menschen zu erreichen. Zuletzt hat der Markt Mönchberg dieses Projekt mit seinen Kindern und Jugendlichen gemacht, hieraus ist u.a. ein Jugendtreff mit hauptamtlichen Personal in Mönchberg entstanden.  

3.Wie kann man diese gegebenenfalls verbessern / ergänzen?

Wir alle sind gefordert, im Miteinander, sei es in den Vereinen, in den Schulen oder eben bei politischen Entscheidungen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Institutionell hat der Landkreis Miltenberg in den vergangenen Jahren die Unterstützung des Kreisjugendrings als Vertretung der jungen Menschen deutlich verbessert. Persönlich ist es mir ein Anliegen, bei welcher Gelegenheit auch immer, den direkten Kontakt mit jungen Menschen zu suchen.  Im Dezember habe ich zum Beispiel ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Fridays-for-future-Bewegung Im Landkreis Miltenberg und den Kreistagsfraktionen initiiert.

4.In wie weit werden die Meinungen und Wünsche von Jugendlichen in Entscheidungen auf Landkreisebene berücksichtigt?

Das müssten wir jetzt von Thema zu Thema durchdeklinieren, aber unter dem Strich sehe ich eine große Orientierung an den Interessen junger Menschen. Angefangen von einer besseren Förderung der Jugendarbeit über Einzelthemen wie zum Beispiel die Förderung der Schwimmfähigkeit von Kindern stellen wir im kommenden Jahr 2020 über 1 Million € für die digitale Bildung an den Kreisschulen zur Verfügung. Und obwohl das Schulbauprogramm 2 noch nicht abgeschlossen ist, arbeiten wir schon am Schulbauprogramm 3 mit dem Schwerpunkt Sporthallen und Berufsschulen. Das ist alles wichtig für die jungen Menschen. Aber auch Fragen des Klimaschutzes nehmen die Interessen besonders junger Menschen in den Blick, beispielhaft nenne ich hier die Verwirklichung des Nahwärmenetzes Miltenberg-Nord für die Kreisschulen oder das seit 2019 in Umsetzung befindliche Photovoltaikprogramm des Landratsamtes.

5.Was tuen Sie als Landrat für die Partizipation von Jugendlichen?

Wenn ich alles zusammenfasse, sage ich: Indem ich Kinder und Jugendliche als vollwertige Persönlichkeiten ernst nehme. Das geht aber über das Berücksichtigen der Interessen und den direkten Kontakt hinaus. Das wird zum Beispiel auch sichtbar, dass die Kommunale Abfallwirtschaft des Landkreises Miltenberg in ihrer Öffentlichkeitsarbeit nicht auf eine Medienagentur, sondern auf eine Schülerfirma des JEG Elsenfeld zurückgreift und hier erfolgreich kooperiert.

Dienstag, 17. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (30) - Gibt es den neuen Abfallkalender auch digital?



Der neue Abfallkalender, schön grün, aber halt analog...

Gibt es den Abfallkalender 2020 auch digital?


Natürlich können Sie sich den neuen Abfallkalender in den digitalen Kalender übertragen, gehen Sie einfach auf unsere Homepage und in Kürze haben Sie die Termine in Ihrem Kalender - einfach hier!

Bei Fragen erreichen Sie uns telefonisch unter 08000 412 412

Montag, 16. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (29) - Was bedeuten die Beschlüsse im Stadtrat und Kreistag für das KEG Amorbach?


Für die Menschen in Amorbach ist neben der Abteikirche das KEG mit seiner großen Bildungstradition und seiner guten Qualität identitätsstiftend - gemeinsam finden Stadt Amorbach und Landkreis Miltenberg einen guten Weg für die Zukunft des KEG Amorbach im Landkreis Miltenberg.

Eines vorweg: Egal ob Stadt Amorbach oder Landkreis Miltenberg den Sachaufwand für das Karl-Ernst-Gymnasium tragen, es wird seine herausragende Bildungsarbeit fortsetzen. Dafür steht Bürgermeister Peter Schmitt mit dem Amorbacher Stadtrat gemeinsam mit mir als Landrat und dem Kreistag des Landkreises Miltenberg! 


Es geht "lediglich" um folgende Frage:

Wer trägt den Sachaufwand für das KEG Amorbach?



Wer in Amorbach lebt oder aus einer der umliegenden Orte stammt, der kann mit den drei Buchstaben KEG viel anfangen. KEG steht für das Karl-Ernst-Gymnasium in Amorbach, einer weiterführenden Schule mit einem ganz besonderen Charakter und einer identitätsstiftenden Bedeutung für die Stadt Amorbach, deren Wurzeln bis ins Jahr 734 und die Gründung des Klosters reichen. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Stadt Amorbach die Sachaufwandsträgerschaft für das KEG innegehabt, obwohl per Gesetz die bayerischen Landkreise Träger der Gymnasien sind. 

Ziel: Gute Lösung für das KEG, die Stadt & den Landkreis



Für einen Wechsel der Sachaufwandsträgerschaft zum Landkreis hat nun der Kreisausschuss mit einem einstimmigen Empfehlungsbeschluss vom 9.12.2019 an den Kreistag den Weg frei gemacht. Ebenso der Stadtrat der Stadt Amorbach in seiner Sitzung am 12.12.2019, und am 16.12.2019 nun auch der Kreistag Miltenberg.

Direkt im Anschluss an die Sitzung unterschrieben Bürgermeister Peter Schmitt und ich die Vereinbarung zum Übergang der Sachaufwandsträgerschaft zum 1.1.2021.
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Vorangegangen war ein zweijähriger Prozess zwischen Stadtverwaltung und Landkreisverwaltung, teilweise unter Einbindung der Schule und der Fraktionen von Kreistag und Stadtrat, verantwortet und geleitet gemeinsam von Bürgermeister Peter Schmitt und mir als Landrat des Landkreises Miltenberg.

Im Dezember 2018 begann die entscheidende Phase für den Übergang der Sachaufwandsträgerschaft in enger Abstimmung zwischen Stadt Amorbach und Landkreis Miltenberg. Viel Vertrauen ist gewachsen seitdem!

Einstimmiger Empfehlungsbeschluss an den Kreistag



Dem Kreistag wurde einstimmig die Übernahme der Sachaufwandsträgerschaft für das Amorbacher Karl-Ernst-Gymnasium durch den Landkreis zum 1. Januar 2021 an empfohlen. Damit verbunden ist die Übernahme eines bestehenden Kredits der Stadt Amorbach mit einem jährlichen Schuldendienst von 371.000 Euro bis zum 28. November 2031.


Laut Kreiskämmerer Steffen Krämer seien die Fachleute im vorläufigen Sachwertgutachten der Immobilie zu einem Wert von 9,5 Millionen Euro gekommen, im endgültigen Gutachten zu 8,6 Millionen Euro. Das Gebäude befinde sich in einem baulich guten Zustand, alle Wartungs- und Reparaturarbeiten seien erfolgt und der Instandsetzungsbedarf sei verhältnismäßig gering. In einer Besprechung der Fraktionsvorsitzenden mit Amorbacher Vertretern aus Politik und Verwaltung sei Ende Juli Konsens gewesen, dass das komplette Flurstück einschließlich der Außensportanlage sowie der Turn- und Schwimmhalle auf den Landkreis übergehen soll, zudem soll der Schuldendienst übernommen werden.

 

Freistaat Bayern und Regierung von Unterfranken signalisieren "JA"


 

Von Seiten der Regierung stehe einer Übernahme des Schuldendienstes durch den Landkreis nichts entgegen, informierte der Kämmerer, die sei allerdings eine freiwillige Leistung. Der Kredit würde von der Stadt mit den bestehenden Konditionen auf den Landkreis übertragen. Die Bürgermeister seien in einer Besprechung über den Sachverhalt und das beabsichtigte Vorgehen informiert worden. Nun liege es an den Kreisgremien, den Übergang der Sachaufwandsträgerschaft zu beschließen. Der Vertrag müsse aber noch 2019 abgeschlossen werden, um den Übergang zum 1. Januar 2021 gewährleisten zu können. Vor dem Kreistag entscheidet nun der Stadtrat.

 

Fairer Weg für das KEG zwischen Stadt und Landkreis gefunden



In der Diskussion wurde von mehreren Seiten klargestellt, dass die Stadt Amorbach keinesfalls ein Bittsteller sei, sondern die Übernahme der Sachaufwandsträgerschaft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sei. Auf Nachfrage aus dem Gremium stellte ich unmissverständlich klar, dass es durch die Übernahme der Trägerschaft zu keiner Verzögerung bei der Sanierung der Berufsschule kommen werde. Da die seit Mitte 2019 laufende Planung dieser Arbeiten im Rahmen des Schulbauprogramms III eine Vorlaufzeit von zwei Jahren benötige, werde man zunächst die Sporthallen sanieren.





Zusätzliche Lasten für den Landkreis, aber keine Verzögerung für die Berufsschule Miltenberg-Obernburg im Schulbauprogramm 3


 
Durch die Übernahme wird sich der Schuldenstand von Januar 2021 an um 3,4 Millionen Euro erhöhen, dazu kommen Kosten für den Sachaufwand und Personal wie etwa den Hausmeister. Die Sachkosten von geschätzt bis zu 800.000 Euro jährlich entsprächen in etwa einem halben Prozent Kreisumlage, ergänzte der Kämmerer, dazu komme der Schuldendienst und die Investitionen in die Schulturnhalle. Im Gegenzug entfielen rund 300.000 Euro, die der Landkreis bislang als Gastschulbeitrag an die Stadt Amorbach bezahlt habe.

 

Meine Meinung: Eine gute Lösung für alle Beteiligten


 
Als Landrat stehe ich in der Verantwortung für den gesamten Landkreis und betone, dass wir als Landkreis die Verantwortung für alle Gymnasien im Landkreis Miltenberg tragen, damit auch für das Amorbacher KEG. Da die Stadt Amorbach uns ein top-saniertes Schulhaus übergibt, ist die Übernahme des Schuldendienstes gerechtfertigt.

Ich hoffe nun auf einen breiten Konsens im Stadtrat und Kreistag, so dass die Übergabe zum 1.1.2021 erfolgen kann. Und währenddessen gilt unsere Kraft dem Schulbauprogramm 3 mit der Sanierung bzw. Schaffung von insgesamt zehn Sporthallen-Einheiten an unseren Kreisschulen sowie der Generalsanierung der Berufsschule Miltenberg-Obernburg, Start geplant im Jahr 2022. Parallel dazu läuft die digitale Ausstattung unserer Schulen, zum einen mit dem Glasfaseranschluss an allen Schulen bis Anfang 2021 sowie einer DIGITALEN MILLION im Kreishaushalt 2020.
 

Samstag, 14. Dezember 2019

Gute Wünsche und Gedanken zum Dritten Advent




Gedanken zum dritten Advent

Was wären wir ohne Ereignisse wie Weihnachten, die uns innehalten lassen, die uns nachdenken lassen über das vergangene Jahr, über den Sinn unseres Daseins?

Ich wünsche Ihnen einen - trotz aller Termine, Hatz und Sorgen - einen besinnlichen Sonntag zum 3. Advent und grüße Sie mit vier Zeilen aus einem brasilianischen Lied aus der Amazonas-Region:

Einen besinnlichen 3. Advent an diesem Wochenende wünsche ich mit den Zeilen eines brasilianischen Liedes vom Amazonas:

 

Alles ist miteinander verbunden,
so als wären wir eins.
Alles ist miteinander verbunden
in diesem gemeinsamen Erden-Haus.

Freitag, 13. Dezember 2019

Fragen an den Landrat (28) - Geht die Arbeit der Gesundheitsregion weiter?

 

Geht die Arbeit in der Gesundheitsregion weiter?

 
Im Dezember 2014 fasste der Kreistag des Landkreises Miltenberg einstimmig den Beschluss: Der Landkreis Miltenberg will als bayerische Gesundheitsregion plus sich in besonderer Weise um die Zukunft der ärztlichen Versorgung, für eine gute Pflege und die Gesundheitsversorgung der Menschen engagieren.
 

Einen Überblick über die vielen Projekte erhalten Sie hier.

Diese Vielzahl von Projekten, von unseren Initiativen zur Verbesserung der Notfallversorgung oder der kinderärztlichen Versorgung, von Projekten wie Main.Landarzt.de oder dem Pflegenetz, vom betrieblichen Gesundheitsmanagement bis zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, unsere Arbeit lebt vom Engagement der vielen Beteiligten.Wenn unsere Arbeitsgruppen tagen, dann sind wir nicht zu viert oder zu fünft, dann ist der Seminarraum im Landratsamt stets gut gefüllt. DANKE für dieses Engagement, wir machen weiter!
 
 

Endlich die Förderzusage für 2020 - 2024

Heute, am 13.12.2019, erreichte mich auch endlich den Förderbescheid des Freistaates Bayern für eine weitere Förderperiode. Die Gesundheitsregion plus Landkreis Miltenberg wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für weitere fünf Jahre weitergefördert!  Der Kreistag hatte bereits entschieden, die Arbeit in der Gesundheitsregion unbedingt fortsetzen zu wollen.
 
Das heißt, die engagierte Arbeit mit vielen hoch motivierten Akteuren kann weiter gehen!
 
Ich danke deshalb im Namen unseres Abteilungsleiters Dr. Dittmeier, der Leiterin der Geschäftsstelle Frau Ullrich sowie persönlich allen Akteuren aus dem Gesundheitswesen, der Pflege und der Politik für ihr bisheriges großartiges Engagement für unsere Bevölkerung im Landkreis Miltenberg.
Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.