Montag, 4. Oktober 2021

Artenschutz im Miteinander: Der Runde Tisch für Artenvielfalt präsentiert das MainLandBrot



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es hat tatsächlich zwei Jahre gedauert, viele Gespräche gebraucht, Kraft und Energie gekostet, aber nun ist es geschafft: Das regionale Mainlandbrot, in Kooperation von Landwirtschaft, Bäckerhandwerk und Naturschutz entwickelt, ist seit Montag, 4. Oktober, in zahlreichen Innungsbäckereien des Landkreises erhältlich.

Das Brot, das in Folge des Volksbegehrens zum Artenschutz entwickelt wurde, wurde am Sonntag im prächtig dekorierten Mönchberger Bürgersaal etwa 25 geladenen Gästen präsentiert – allen Menschen, die die Entstehung dieses wohlschmeckenden Brotes von Beginn an begleitet haben. Mönchbergs stellvertretender Bürgermeister Eberhard Heider, der das Projekt seit Anfang an unterstützt hatte, stellte die Gemeinde Mönchberg vor, ehe ich die Vielfalt der Gäste begrüßen konnte, die alle zum Gelingen des Projekts beigetragen hat. Ein Kernanliegen von uns allen lautet. „Wer Naturschutz kaufen will, muss bewusst und reflektiert einkaufen, das heißt, er muss auf die regionalen Produkte im Einzelhandel, in unseren Bäckereien und Metzgereien zurückgreifen, Obst und Gemüse, Speiseöl oder vieles andere aus der Region kaufen. Denn wo regional produziert wird, da treffen Handwerkskunst und Verantwortung zusammen. Der Erntedanktag wurde hierfür bewusst ausgewählt worden, denn es gelte dankbar zu sein für alles, was wächst und die Menschen ernährt. Ebenso müssen wir uns immer wieder bewusstmachen, dass wir schonender mit den Ressourcen der Erde umgehen müssen. Würden alle Menschen dieser Erde diesen Lebensstiel führen, bräuchten wir bis zu 5 Erden!

Auch der Tag der Deutschen Einheit passt zur Präsentation dieses Projektes des Runden Tisches für Artenvielfalt. Denn das Projekt Mainlandbrot zeigt, was bürgerschaftlicher Einsatz in einer freiheitlichen Demokratie alles ermöglicht. Wir alle sind aufgefordert, selbst etwas zu gestalten und unsere Talente einzubringen zum Wohle aller, denn dies sei „ein Grundelement unserer Gesellschaft.

Ich bin dankbar, dass der „Runde Tisch Artenschutz“ in Folge des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ einen Beitrag dazu gelegt hat, dass wir im Landkreis Miltenberg trotz unterschiedlicher Meinungen wieder miteinander geredet haben und somit die Basis für das gemeinsame Projekt, das Artenschutz-Brot legen konnten.

Sowohl Landwirt*innen als auch Naturschützer*innen haben es schmerzlich gespürt, welche Gräben sich zwischen Naturschutz und Landwirtschaft in Folge des Volksbegehrens aufgetan hatten. „Wir Landwirte fühlten uns an den Pranger gestellt“, sagte etwa der Projektleiter Mainlandbrot, der Heppdieler Landwirt Matthias Ullmer. Viele Nachwuchslandwirte hätten sich damals gefragt, ob sie angesichts vieler Anfeindungen in ihrem Beruf überhaupt noch eine Zukunft sehen. Der vom Landrat initiierte Runde Tisch sei ein Versuch gewesen, sich kennen und gegenseitig verstehen zu lernen, verwies Ullmer auf die vielen Akteur*innen aus den Bereichen Naturschutz und Landwirtschaft. Mit Erfolg: Die Idee des Bund-Naturschutz-Vorsitzenden Steffen Scharrer, gemeinsam ein regionales Brot zu produzieren, sei auf offene Ohren gestoßen, so dass man den Brotsommelier und Obermeister der Bäcker-Innung, Volker Mayer, gebeten habe, ein Brot mit regionalen Zutaten zu entwickeln. Nun komme ein Brot auf den Markt, das nur regionale Zutaten enthalte, die nicht oder möglichst wenig mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt gekommen sind. So bieten die Felder, von denen die Zutaten für das Brot kommen, mit Blühstreifen, Ackerrandstreifen oder ökologischen Vorrangflächen wertvollen Lebensraum und Blütenreichtum für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. Die Anbauer, die aus dem gesamten Landkreis Miltenberg kommen und Dinkel, Roggen, Kümmel, Fenchel und Honig liefern, präsentieren sich und ihre Betriebe auf der Internetseite www.mainlandbrot.de und zeigen, wie es mit dem Artenschutz auf ihren Flächen aussieht. Wie Ullmer weiter sagte, wollen sich alle Beteiligten künftig einmal pro Jahr zu einem Symposium treffen und sich austauschen.

Das gefiel auch Steffen Scharrer, der die Bemühungen der Landwirte anerkannte und erklärte, dass man am sogenannten Versöhnungsgesetz auch gemeinsam arbeiten müsse. Naturschutz und Landwirtschaft hätten schließlich mehrere Probleme, die beide betreffen, verwies er unter anderem auf Klimaschutz und Flächenverbrauch. „Wir brauchen alle Landwirte, nicht nur die Bio-Landwirte“, stellte er fest und forderte weiterhin zum Dialog aller Beteiligten auf. Er stellte die Homepage des Landkreisbrots vor und hoffte darauf, dass man möglicherweise in der Zukunft gemeinsam weitere Produkte entwickeln könnte. Der Bund Naturschutz stehe mit allen Partnern in Kontakt und stelle sicher, dass auf den Feldern Maßnahmen für mehr Artenvielfalt umgesetzt werden.

Für Innungs-Obermeister Volker Mayer ist das Brot ein Ausdruck der Regionalität und des handwerklichen Könnens. Das von ihm ausgetüftelte Mainlandbrot sei zwar nicht billig, aber es sei ein Regionalprodukt und für jeden Beteiligten auskömmlich. Dadurch hebe es sich vom Discounterbrot ab, bei dem es ausschließlich um den Preis gehe. Die Industrie beobachte das Mainlandbrot, wusste er, denn er habe bereits Anfragen bekommen, ob es die Lizenz zu kaufen gibt. „Nein, niemals“, wurde Mayer deutlich, „das Rezept für dieses Brot gibt es nur für Innungsbäcker im Landkreis Miltenberg“. Er habe die Rezeptur in vielen Versuchen verfeinert, erklärte er und gab den Tipp, das Brot gemeinsam mit Willi Stritzingers Johanniter-Wein zu genießen – „das Pairing ist einfach sensationell.“

Damit das Brot beworben werden kann, hat Grafiker Thomas Hagel ganze Arbeit geleistet und prächtige Werbetafeln gestaltet, die bildhaft zeigen, was in diesem Brot enthalten ist. Als Alleinstellungsmerkmal hat jedes Brot auch einen „Eindruck“ in der Kruste in Form des Mainvierecks – dank eines „Stechers“, den Thomas Henn (Firma Edel/Stahl) angefertigt hat.

Seit Montag gibt es das Brot in folgenden Bäckereien: Mayer’s Bäck (alle Filialen), Endres (Klingenberg), Sternheimer (Amorbach), Hench (alle Filialen), Henn (Amorbach), Seus (Dorfprozelten), Braunwarth (Obernburg) und Ruppert (Altenbuch). Weitere Mitstreiter – egal ob im Arbeitskreis oder im Verkauf – können jederzeit mitmachen. Die Liste auf der Internetseite wird dementsprechend dann ergänzt.

                        


Freitag, 10. September 2021

Gesundheitsregion plus Miltenberg: Hausärztliche Versorgung - das Famulatur-Programm geht ins zweite Jahr




Liebe Bürgerinnen und Bürger,

seit ich im Jahr 2014 die Verantwortung als Landrat im Landkreis Miltenberg übernommen habe, ist eine gute Gesundheitsversorgung eine der Säulen der Kreisentwicklung. Zu den Kernthemen im Rahmen der Gesundheitsregion plus Miltenberg | Gesundheitsregion plus Miltenberg (landkreis-miltenberg.de) gehört die hausärztliche Versorgung.

Für die zweite Auflage des Famulaturprogramms im Landkreis Miltenberg haben sich in diesem Jahr vier Medizinstudentinnen gemeldet. Auf sie warten interessante vier Wochen in Arztpraxen im Landkreis Miltenberg, ergänzt durch Visitationen in Arztpraxen und der Helios-Klinik in Erlenbach. Aber auch Spaß in der Freizeit kommt nicht zu kurz, denn auch die besondere Lebensqualität im Landkreis Miltenberg soll einen bleibenden Eindruck bei den zukünftigen Hausärztinnen hinterlassen.

 

Die Famulatur – ein Praktikum innerhalb des Medizinstudiums – wird im Landkreis Miltenberg von der Gesundheitsregion plus, der Helios-Klinik, dem Ärztlichen Kreisverband Aschaffenburg – Miltenberg, dem Ärztenetz Untermain, dem Bayerischem Hausärzteverband sowie den Hausärzt*innen und dem Landkreis Miltenberg gemeinsam organisiert. Zwei Studentinnen stammen übrigens aus Großwallstadt und Bürgstadt – für sie sind die vier Wochen quasi eine Rückkehr in die Heimat. Die vier jungen Frauen studieren an den Universitäten Tübingen, Würzburg, Erlangen und Gießen und haben über ihre Fachschaften, aber auch über Zeitungsartikel von der Famulatur erfahren.

 

Ich setze darauf, mit der Famulatur den Medizinstudentinnen den Landkreis Miltenberg als attraktiven Lebensraum mit sehr guten Berufsperspektiven schmackhaft zu machen. Das scheint schon jetzt gelungen zu sein, denn die Studentinnen waren vom ersten Tag an begeistert vom Landkreis Miltenberg und der freundlichen Aufnahme. Landrat Jens Marco Scherf hatte es deshalb nicht schwer, in einer Präsentation des Landkreises das Interesse der jungen Frauen zu wecken.

„Wir hoffen, dass wir Sie als Ärztinnen später einmal wieder im Landkreis Miltenberg begrüßen können“, so meine Worte an die vier Studentinnen. Sie finden im Landkreis eine perfekte Balance von ländlichem Leben, Natur und beruflichen Perspektiven im bayerischen Herz der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main vor, stellte er fest und präsentierte den Landkreis Miltenberg mit seinen Naturräumen, seiner Wirtschaft und dem stark ausgeprägten bürgerschaftlichen Engagement vor.

 

Auf die Frauen wartet in ihrer vierwöchigen Famulatur ein interessantes Programm, erklärte Sina Schäuble. Sie verbringen den größten Teil des Praktikums in den Arztpraxen, aber sie gewinnen auch Eindrücke aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens. So erfahren sie beim Besuch der Praxis der Allgemeinärztin Cathrin Adderson-Kühne, wie sie eine neue Praxis aufbaute und welche Herausforderungen sie zu meistern hatte, in der Kinderarztpraxis von Dr. Brigitte Herdt und Carl Ulrich Schmid erwartet sie ein spannendes Berufsbild, im MVZ in Klingenberg bekommen sie Einblicke in eine relative neue Praxisform. In der Helios-Klinik erfahren die Studentinnen unter anderem viel über die Herzkatheter-Technologie und Untersuchungen wie die Herzechografie, auch in der Neurologie machen sie Station.

 

Eine Stadtführung in Miltenberg mit Brauereibesichtigung, Bogenschießen sowie als Abschluss eine Wanderung auf dem Fränkischen Rotweinwanderweg mit Weinprobe und Besuch einer Häckerwirtschaft sollen dafür sorgen, dass die Studentinnen den Landkreis Miltenberg auch als lebens- und liebenswerten Landkreis in Erinnerung behalten.

Dienstag, 7. September 2021

Artenschutz im Miteinander: Kooperation von Imker & Landwirt



Gelungene Kooperation ausgezeichnet: Freude über die Auszeichnung einer gelungenen Kooperation mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Matthias Meidel (Kreisvorsitzender der Imker Miltenberg-Obernburg), Matthias Ullmer (Ullmer & Ott GbR) sowie Bernhard Schwab (Bereichsleiter Landwirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten).


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

was ist wichtiger als ein vernünftiges Miteinander? Nicht erst in der Bewältigung der Pandemie oder bei den teilweise katastrophalen Starkregenereignissen in diesem Sommer erleben wir, wie wichtig das Miteinander ist.


Als wir in Bayern das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ für einen wirkungsvolleren Artenschutz diskutierten, öffneten sich in Bayern teilweise tiefe Gräben zwischen den Menschen, die Für bzw. Gegen das Volksbegehren waren. Inzwischen ist es vom Landtag als Gesetz angenommen, aber mindestens genauso wichtig war es mir in dieser Kontroverse, dass wir den Gesprächsfaden zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen wiederaufnehmen, egal ob es Landwirtschaft und Naturschutzverbände, Imker oder andere sind. Das war und ist Sinn des von mir ins Leben gerufenen Runden Tisches für Artenvielfalt im Landkreis Miltenberg, und ich bin dankbar, dass wir im Landkreis Miltenberg den Geist des Miteinanders leben. Dies zeigt auch ein Projekt zwischen Imkerei und Landwirtschaft, welches dieses Jahr von der Landwirtschaftsministerin ausgezeichnet wurde.


Wenn Landwirt und Imker intensiven Kontakt pflegen und sich gegenseitig wertschätzen, werden die Bedürfnisse der Bienen das ganze Jahr über berücksichtigt. Als Beispiel gelungener Kooperation zwischen Landwirten und Imkern wurde das Projekt "Landwirt.Imker.Miteinander" von Imkerkreisverband Miltenberg-Obernburg und der Ullmer & Ott GbR von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ausgezeichnet. Nicht nur ich als Landrat, sondern auch Bernhard Schwab für das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begrüßen dieses Miteinander. Der Geist des Miteinanders im Tier- und Artenschutz ist genau das, was wir im Landkreis Miltenberg mit den Runden Tisch für Artenvielfalt fördern und unterstützen wollen.


Gemeinsame Maßnahmen sollen nicht nur die Honigbiene, sondern auch deren "wilde Verwandtschaft" fördern. Im Fokus steht somit nicht nur das Trachtangebot für die Honigbiene, sondern auch die Stärkung der gesamten Artenvielfalt – etwa differenzierte Lebensräume mit entsprechenden Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten. Als beispielhafte Kooperation zwischen Imkern und Landwirten wurden der Imkerkreisverband Miltenberg-Obernburg und die Ullmer & Ott GbR mit ihrem Konzept ausgezeichnet. Die Idee hinter der Kooperation: Um die blütenbesuchenden Insekten bei der nötigen Rapsspritzung besser zu schützen, nahm Matthias Meidel, Vorsitzender des Imkerkreisverbandes Miltenberg-Obernburg, das Projekt "Landwirt.Imker.Miteinander" zum Anlass, die sogenannte Dropleg-Düsentechnik zusammen mit Matthias Ullmer (Ullmer & Ott GbR) in Unterfranken erstmalig einzuführen. Bei dieser Technik können vorhandene Spritzgeräte mit nicht unerheblichem finanziellem Aufwand umgerüstet werden. Das Spritzgut wird nun unterhalb der Blütenebene an den verlängerten Düsenenden ausgebracht, und muss nicht wie bisher auf die Blüten gespritzt werden.


Als Anreiz trug der Imkerkreisverband rund zehn Prozent der Investitionskosten, den Rest trug die Ullmer & Ott GbR. Nach zwei Jahren Einsatz habe sich der Aufwand als sehr positiv für die Artenvielfalt und die verwendete Spritzmittelmenge herausgestellt, auch sei die Methode weniger wetterabhängig, bilanzierte Matthias Ullmer.


Donnerstag, 2. September 2021

Artenschutz im Miteinander: MainLandBrot kommt am 4. Oktober in den Handel





Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

am 4. Oktober ist es endlich so weit: Das neue MainLandBrot kommt im Landkreis Miltenberg in den Handel. Das MainLandBrot entstand als Idee beim Runden Tisch Artenvielfalt unter meiner Leitung und wurde entwickelt in Kooperation von Landwirtschaft, Bäckerhandwerk und Naturschutz.

 

Vor wenigen Wochen wurde das Getreide, das die Grundlage für das neue Brot bietet, geerntet, nun kommt es als Mehl in die Backstuben. Dort werden es die Innungsbäcker nach dem von Bäckermeister und Brotsommelier Volker Mayer entwickelten Rezept in Handarbeite backen und verkaufen.

 

Doch warum ist dieses Brot etwas Besonderes? Die Macher Landwirt Matthias Ullmer, Bund-Naturschutz-Kreisvorsitzender Steffen Scharrer, Bäckermeister Volker Mayer verweisen zurecht auf die gelungene Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz im Landkreis Miltenberg, die in Folge des Volksbegehrens zum Artenschutz entstanden ist. Vor zwei Jahren wollte ich die unterschiedlichen Seiten zusammenbringen, die lange verhärteten Fronten im Streit um das Volksbegehren aufweichen und im Dialog klären, wie eine Kooperation zum gegenseitigen Nutzen möglich ist. Entstanden ist hieraus unter anderem das MainLandBrot als Landkreisbrot. Die Besonderheit: Beim Anbau des Getreides für das Landkreisbrot werden die Anforderungen des Artenschutzes besonders berücksichtigt!


                              

 

Bei dem von mir initiierten und geleiteten Runden Tisch zum Artenschutz kam die Idee auf, ein Brot aus regionalen Zutaten zu entwickeln. Das Getreide dafür sollten regionale Landwirte liefern, die ihre Verantwortung für Naturschutz und Artenvielfalt in besonderer Weise wahrnehmen. Gemeinsam wurden Kriterien analog zum Gesetz gewordenen Artenschutzvolksbegehren „Rettet die Bienen“ aufgestellt, die das „Brot aus der Region für die Region“ charakterisieren sollen: so darf das MainLandBrot getaufte Brot darf nur regionale Zutaten enthalten, die nicht oder möglichst wenig mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt gekommen sind. Es werden etwa spezielle Dinkel- und Roggensorten verwendet, die nicht so ertragsstark sind, aber weitestgehend aufgrund natürlicher Resistenz ohne Pflanzenschutz auskommen. Zusätzlich müssen die liefernden Landwirte Bemühungen um Biodiversität und Artenschutz nachweisen. So bieten die Felder, von denen die Zutaten für das MainLandBrot kommen, mit Blühstreifen, Ackerrandstreifen oder ökologischen Vorrangflächen wertvollen Lebensraum und Blütenreichtum für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. „So tun wir auf der einen Seite etwas für unsere regionale Landwirtschaft, aber auch für mehr Biodiversität“, resümiert Steffen Scharrer, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz. Landwirte und Naturschützer tauschen sich zudem regelmäßig aus, was man unter Berücksichtigung der betrieblichen Abläufe darüber hinaus für mehr Artenvielfalt in der Landschaft tun kann.


                          

 

Das Brot, das Bäckermeister Volker Mayer in vielen Versuchen ausgetüftelt hat, bringt auf diese Weise konventionell arbeitende Landwirte, Öko-Landwirte, Handwerk, Natur- und Artenschutz zusammen. Die Landwirte, die das Getreide für das Brot liefern, haben allesamt Verträge unterschrieben, in denen sie sich verpflichten, diverse Richtlinien einzuhalten: Das heißt beispielsweise, dass auf den Feldern kein Klärschlamm ausgebracht werden darf, dass Getreide und Mehl regelmäßig auf Schadstoffe untersucht werden und dass für alle Schritte eine lückenlose Dokumentation erstellt wird. All diese Kriterien sollen dafür sorgen, dass der Verbraucher sicher sein kann, ein Regionalbrot zu kaufen, das den Kriterien des Artenschutzes entspricht. Der Bund Naturschutz wird überprüfen, dass die Richtlinien stets eingehalten werden. Das sei im Sinne aller Beteiligten, erklärt Landwirt Matthias Ullmer: „Die Kette vom Anbau bis zum Backen des Brots muss zu 100 Prozent den Kriterien entsprechen und nachvollziehbar sein“. Für die Landwirte ergibt sich neben dem Absatz ihres Getreides ein weiterer Vorteil: Sie können auf ihren Flächen Schilder mit QR-Codes aufstellen, über den alle Interessenten mehr über den Betrieb, seine Wirtschaftsweise sowie seine Anstrengungen für Naturschutz und Artenvielfalt zu erfahren. Gemahlen wird das Mehl in der Eichenbühler Ottenmühle bei Jochen Vollhardt.

 

Für mich ist das MainLandBrot eine fantastische Kooperation von Landwirtschaft, Naturschutz und Bäckerhandwerk, bei der alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung für Landschaftspflege, Naturschutz und Artenschutz übernehmen. Wir arbeiten miteinander statt gegeneinander. Und ich freue mich, dass in der Bevölkerung der Anteil der Menschen zunimmt, die bewusst konsumieren und die Herkunft der Produkte hinterfragen und dementsprechend einkaufen.

 

Das Brot charakterisiert sich auch durch guten Geschmack, versichert Bäckermeister Volker Mayer: „Das Brot schmeckt sehr gut und ist auch gut einige Tage haltbar.“ Das gelingt dadurch, dass ein Teil des Mehls gekocht wird. So gelangt mehr Wasser in das Brot, das beim Backvorgang verdampft, aber für eine lange Frische des Brots sorgt. Deshalb kann das MainLandBrot problemlos einige Tage lang aufbewahrt und ohne Geschmacksverlust konsumiert werden. Das Rezept für das MainLandBrot stellt Mayer allen interessierten Bäckern der Innung zur Verfügung, so dass es vom 4. Oktober an in vielen Bäckereien im Landkreis Miltenberg erhältlich ist.

 

Wer mehr über das MainLandBrot wissen will, kann dies auf der Homepage www.mainlandbrot.de tun. Hier gibt es alle Informationen rund um das Brot und alle beteiligten Akteure.

Donnerstag, 12. August 2021

Landkreis Miltenberg: Bürgerpreis 2020 - Vorbildlichen Einsatz für das Gemeinwesen gewürdigt



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

alles geschieht in der Pandemie mit Verzug…. die EURO 2020 oder auch Olympia 2020, da reiht sich der Bürgerpreis 2020 des Landkreises Miltenberg gerne mit ein. Verschoben, aber nicht abgesagt, denn gerade im Jahr 2020 war das bürgerschaftliche Engagement von besonderem Wert, da sind „HSG goes green“, „Plogging“, “Aktion MainHerz”, “Nähkaffee Kleinwallstadt“ und „Jugend musiziert während des Lockdowns“ als Sieger des Bürgerpreises 2020 die leuchtenden Beispiele für das Durchhaltevermögen und das Miteinander der Bürgerinnen und Bürger.

Froh war ich, dass gemeinsam mit der Sparkasse Miltenberg-Obernburg zumindest in einer kleinen Feierstunde die Vertreter*innen der Gruppen ausgezeichnet und damit gewürdigt werden konnten.


Was ist der Bürgerpreis?

Mit dem Bürgerpreis honorieren die gemeinnützige Stiftung der Sparkasse Miltenberg-Obernburg und der Landkreis Miltenberg vorbildliches bürgerschaftliches Engagement außerhalb des klassischen institutionellen Rahmens. Dabei werden keine Einzelpersonen geehrt, sondern Gruppen, Teams und Vereinigungen. Neben drei Kategoriepreisen wurden ein Sonderpreis in der Kategorie „Corona“ sowie ein Publikumspreis vergeben.


Mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Thomas Feußner, war ich mir einig, dass es keine Alternative war, angesichts der Pandemie die Urkunden zu verschicken. Wertschätzung geht nicht per Brief! Die Auszeichnung ist auch keine 08/15-Veranstaltung mit Sonntagsreden, vielmehr gehe es mir um die ehrliche Wertschätzung von unersetzlicher Arbeit für das Gemeinwohl, damit für das Fundament unserer Gesellschaft. Die Engagierten zeigten, welche Werte ihnen wichtig sind und nutzten ihre Freiheit, um vielfältig Verantwortung zu übernehmen. Nur so ergibt Freiheit einen Sinn, wenn wir die Verantwortung spüren, diese zu nutzen – zum Wohle der anderen Menschen und unseres Miteinanders! Und ich bin dankbar, denn: Ich spüre, dass das Engagement noch lebt!

Laut Thomas Feußner sei der Sparkasse das bürgerschaftliche Engagement besonders wichtig. „Gerade in den Zeiten der Pandemie haben viele gespürt, dass wir gemeinsam mit ehrenamtlichem Engagement auch stürmische Zeiten gut meistern können“, erkannte er. Man spüre aber auch, was fehlt, wenn etwa Kultur oder das soziale Engagement rund um die Betreuung von Kindern und Senioren fehlen, so Feußner weiter. Mit dem Bürgerpreis wolle man vorbildliches Engagement würdigen, aber auch dazu beitragen, Nachahmer zu finden, die ebenfalls Beiträge zum Miteinander und der Lebensqualität in der Region liefern. Die Sparkasse wolle über finanzielle Themen hinaus einen Beitrag dazu leisten, dass es der ganzen Region gut geht, stellte der Vorstandsvorsitzende fest. Die Ausgezeichneten dürften sich deshalb als Zeichen der Anerkennung über ein Preisgeld freuen.

Die Jury habe es bei der Preisvergabe nicht einfach gehabt, blickte Helmut Platz zurück. Der Ehrenamtsbeauftragte des Landkreises stellte zunächst den Träger des online ermittelten Publikumspreises vor, „HSG goes green“. Schüler*innen und Eltern des Hermann-Staudinger-Gymnasiums hätten mit ihrer Aktion Verantwortung für die Umwelt gezeigt, die Nachhaltigkeit in den Vordergrund gestellt und Solidarität gezeigt, lobte er. Finja Lange (Schülermitverantwortung) stellte das Projekt vor: Um die Bücher der Schulbibliothek zu schützen, habe man Tapetenreste gesammelt und diese für das Einbinden von 700 Büchern verwendet, erklärte sie. Damit seien Plastikverpackungen eingespart worden, auch habe man durch Spenden viel Geld eingesammelt. Das habe man der Schulmensa zukommen lassen, die während des Lockdowns geschlossen war. Betreiberin Annette Becker freute sich: „Das hat uns wirklich sehr geholfen.“ Die Mensa könne man auch unterstützen, wenn man ein während der Pandemie entstandenes Mensa-Rezeptbuch kaufe, regte sie an.

Der Corona-Preis für Aktionen im ersten Lockdown des Jahres 2020 ging nach Altenbuch an die Aktion „Jugend musiziert während des Lockdowns“. Dort hatten sieben Jugendliche der Bevölkerung Musikgenuss ermöglicht und Konzerte gegeben. Alex und Arek Hepp sowie Nino Fecher erklärten, dass sie vom 1. April bis 31. Mai 2020 jeden Abend nach dem Glockenläuten gespielt hätten, ebenso an jedem Sonntag um 10 Uhr vor der Kapelle, auch Abendserenaden wurden angeboten. 61 Auftritte insgesamt absolvierte das Septett, dessen Aufführungen auf eine Idee von Volkmar Hepp zurückgehen. Damit hätten sie allen Altersschichten viel Freude bereitet, so Helmut Platz.


In der Kategorie Umwelt ging der Preis an die Aktion „Plogging – Pick up and Run“, die an den TV Trennfurt angedockt ist. Die Idee laut Udo Wohlmann: Sport und Umweltschutz verbinden, indem während des Joggens auch Müll gesammelt wird. 12 bis 15 Personen sind halbjährlich etwa drei Stunden unterwegs und legen dabei zwischen 25 und 30 Kilometer zurück. Neben dem Nachhaltigkeitsgedanken hilft das Laufen der sportlichen Fitness, denn das sei laut Wohlmann auch „ein gutes Intervalltraining“. Der Bauhof der Stadt Klingenberg unterstütze die Aktion sehr gut, denn pro Lauf kämen bis zu 300 Liter Müll zusammen, die ordnungsgemäß entsorgt werden müssten.

Die „Aktion MainHerz“ siegte in der Kategorie Soziales. Claudia Ferreira Marques Kissel und Dominik Pagio zeigten, wie die von Silke Weimann und Ramona Breitenbach gegründete Aktion Menschen mit Handicap Herzenswünsche erfüllt. Dazu zählten unter anderem eine Maskenbastelaktion, das Sponsoring eines Tablets oder eines Assistenzhundes. Während der Pandemie leisten die Mitglieder auch Nachbarschaftshilfen in vielfältiger Form. Zu den Aktionen, mit denen Geld für die Erfüllung der Wünsche gesammelt wurde, zählten etwa ein virtueller Spendenlauf sowie eine virtuelle Tombola.

Das „Nähkaffee Kleinwallstadt“ gewann den Bürgerpreis in der Kategorie Nachbarschaftshilfe/Integration/Soziales. Susanne Stasunek zeigte auf, wie sich diese Initiative, die im Zuge der Asylhilfe in Kleinwallstadt gegründet wurde, im Laufe von fünf Jahren weiterentwickelt hat. Beim gemeinsamen Nähen verbesserten sich die Sprachkenntnisse der geflüchteten Frauen, auch wurde ihnen Hilfestellung bei Alltagsproblemen geboten. Selbst hergestellte und upgecycelte Gegenstände wie Gemüsebeutel werden auf Märkten und Veranstaltungen angeboten. Das soziale Miteinander entwickelt sich bei gemeinsamen Kochabenden, Festen und Ausflügen. Zurzeit arbeitet man etwa daran, die Frauen an die Hand zu nehmen beim Weg in die digitale Welt.


„Danke, dass ihr alle nicht den Kopf in den Sand steckt und euch engagiert“ – mit diesen Schlussworten beendete Laudator Helmut Platz die kleine Feier.


Montag, 9. August 2021

Suche nach einem Atommüllendlager: Bericht von der 3. Fachkonferenz in Darmstadt


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

mit dem Ende der dritten Fachkonferenz am ersten Augustwochenende in Darmstadt geht die Suche nach einem Atommüll-Endlager für Deutschland nun in den zweiten Schritt der ersten Phase. Dieses Mal war ich persönlich mit vor Ort in Darmstadt, wo in der dritten Fachkonferenz der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung öffentlich beraten wurde. Unterstützt wurde ich online unter anderem von Bürgermeister Thomas Münig und Bürgermeister Jürgen Reinhard sowie Karolina Speth vom Sachgebiet 41 im Landratsamt.

Landkreis Miltenberg mit Teilgebieten 009 und 010 betroffen

Hintergrund der Öffentlichkeitsbeteiligung in drei Fachkonferenzen ist der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft zur Endlagerung (BGE), welche mit 90 Teilgebieten 54% der Bundesfläche für grundsätzlich geologisch geeignet für ein Endlager für hochradioaktiven Abfall erklärt hat. Weite Teile des Landkreises Miltenberg sind betroffen. Mehr Informationen unter https://www.bge.de

Wichtig: Beteiligung der Öffentlichkeit wird fortgesetzt!

Eine sehr wichtige Entscheidung traf die Fachkonferenz in Darmstadt mit großer Mehrheit: Anders als ursprünglich vorgesehen endet die Bürgerbeteiligung nicht mit den drei Fachkonferenzen, sondern soll im weiteren Verfahren fortgesetzt werden. Hierzu soll bis Herbst ein gemeinsamer Weg mit dem für die Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der Nuklearen Entsorgung (BASE) gesucht werden. Dazu hat die von der Fachkonferenz gewählte ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe Vorbereitung noch bis zum Herbst den Auftrag erhalten. Wie die Bürgerbeteiligung dauerhaft erfolgen kann, soll nun auf einer weiteren Konferenz im Herbst 2021 beschlossen werden. In seinem Schlussstatement in Darmstadt wies ich auf die Bedeutung einer funktionierenden Öffentlichkeitsbeteiligung hin: Es darf nicht sein, dass erst in etwa drei Jahren bei der Vorlage der sogenannten Standortregionen für eine detaillierte Untersuchung vor Ort die Bürgerinnen und Bürger wieder informiert und beteiligt werden. Allerdings muss auch die Form der Beteiligung besser organisiert werden. Eine Fachkonferenz, an der von 80 Millionen Einwohnern insgesamt schon nur ca. 400 bis maximal 900 Personen und davon nur etwa 100 bis 200 Bürgerinnen und Bürger für die deutschlandweite Suche nach einem sicheren Atommüllendlager teilnehmen, zeigt deutlich den Verbesserungsbedarf bei der Beteiligung der Öffentlichkeit! Das Gesetz des Bundes sieht konkret erst nach dem Beschluss von Bundestag und Bundesrat über die deutlich wenigeren und kleineren Standortregionen in der zweiten Phase des Verfahrens eine Öffentlichkeitsbeteiligung vor. Allerdings lässt das Gesetz eine Fortentwicklung der Beteiligung der Öffentlichkeit zu und diese wird nun im Herbst 2021 beschlossen.

Als Erfolg werte ich auch den Beschluss zur Gründung eines „Rats der jungen Generation“, der auf Antrag junger Menschen beschlossen wurde: Ziel muss es sein, die junge Generation in die Fachkonferenz zu integrieren, denn die Lösung der Endlagerproblematik geschieht in der Verantwortung vor der nachkommenden Generation!

Keine Mehrheit fand ein Antrag, der auch vom Landkreis Miltenberg unterstützt wurde und eine Modifizierung des fachlich stark in der Kritik stehenden Zwischenberichts der BGE vom Herbst 2020 fordert. Bei der Vorlage von 90 Teilgebieten und damit 54% der Fläche der Bundesrepublik als angeblich geologisch geeignet, wurde zu diesem Zeitpunkt noch auf eine große Menge der zur Verfügung gestellten geologischen Daten verzichtet, was über die drei Fachkonferenzen hinweg immer wieder zu fachlich kontroversen Diskussionen geführt hat, weshalb dieser Antrag aus einer Arbeitsgruppe heraus entstanden war. Den Antrag zu dieser Arbeitsgruppe hatte bei der 2. Fachkonferenz der Landkreis Miltenberg gestellt, um die korrekte Anwendung der gesetzlichen Anforderungen aus dem Standortauswahlgesetz zu überprüfen. Trotz umfänglicher Kritik an den Fehlern bei der Bestimmung der 90 Teilgebiete, zu denen mit den Teilgebieten 009 und 010 auch der Landkreis Miltenberg in weiten Teilen gehört, fand dies nicht die Zustimmung der Fachkonferenz.

 

Der nächste wichtige Schritt im Endlager-Suchverfahren ist nun für März 2022 angekündigt. Dann will die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ein Methodenkonzept veröffentlichen, wie die 90 Teilgebiete zu wenigen Standortregionen verkleinert werden sollen, die dann wiederum dem Bundestag zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollen. Die BGE muss dazu nun erst einmal Methoden entwickeln, was beispielhaft in vier Teilgebieten mit unterschiedlichen Gesteinsarten erfolgen soll. Der Landkreis Miltenberg ist unter anderem mit dem Teilgebiet 009, welches vom östlichen Rand des Landkreises Miltenberg bis nach Sachsen reicht, von den Pilotgebieten für die Methodenentwicklung betroffen.

Ich verspreche, dass wir weiter die Interessen des Landkreises Miltenberg im Verfahren vertreten werden.

Dienstag, 3. August 2021

Energiewende & Klimaschutz: Umweltpakt-Urkunde für drei engagierte Unternehmen im Landkreis Miltenberg




 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

seit fast einem Vierteljahrhundert gibt es in Bayern das Projekt UMWELTPAKT. Mir ist es ein besonderes Anliegen, Unternehmen und Betriebe aus dem Landkreis Miltenberg mit der Urkunde für den Umweltpakt des Freistaates Bayern auszuzeichnen. In den vergangenen Wochen konnte ich das gleich dreimal stellvertretend für den Bayerischen Umweltminister Glauber tun.

 

Warum ist mir das so wichtig? Die drei Beispiele der Unternehmen aus Amorbach, Obernburg und Miltenberg aus unterschiedlichen Branchen verdeutlichen dies. Der Klimaschutz gelingt nur gemeinsam – und jede*e von uns kann seinen Beitrag leisten!

 

Volkhardt Caruna Medien Amorbach


                        

 

Den Anfang hat vor einigen Wochen das Amorbacher Unternehmen Volkhardt Caruna Medien gemacht. Mit der Urkunde zum Umweltpakt Bayern werden Unternehmen und Betriebe ausgezeichnet, die Umweltschutz- und Klimaschutzprojekte erfolgreich umgesetzt haben. In Amorbach überreichte ich Geschäftsführer Benedikt Foit die Urkunde im Auftrag von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber.

 

Foit, der seit einem Jahr die Geschäfte des traditionsreichen Unternehmens leitet, kann bei seinem Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz auf die Vorarbeit seines Vater Josef aufbauen, der bereits in den 90er Jahren verträgliches Handeln in sozialer und ökologischer Hinsicht eingeführt hatte. Diese Unternehmensphilosophie setzt Sohn Benedikt nun nahtlos fort. Er begann mit dem Austausch der Beleuchtung und dem Umstieg auf sparsame LEDs, auch stand die Energieeffizienz auf Foits Agenda. Diesen Aspekt verband er mit regionalem Handeln, indem er sich dem Nahwärmeverbund Amorbach anschloss, der Wärme mittels Holzhackschnitzeln produziert. So entfiel die zentrale Ölheizung und brachte dem Unternehmen, das pro Jahr 80 Megawattstunden benötigt, eine enorme CO2-Einsparung.

Damit aber nicht genug: Volkhardt Caruna produziert nachhaltig und darf seine Produkte mit dem Prädikat „klimaneutral gedruckt“ versehen. Das geschieht unter mit der Kompensation von CO2-Emissionen mittels einer Klimaabgabe an den zertifizierten Partner Nature Office. Besonders gut funktioniert das in Kooperation mit einem Startup aus dem Schwarzwald, für das Volkhardt Caruna Bedienungsanleitungen für Corona-Testkits druckt. Im Gegenzug finanziert das Amorbacher Druckunternehmen ein Aufforstungsprojekt im Schwarzwald. Auch wurden umweltschonende Ersatzstoffe eingeführt, die umweltschädliche Mittel weitestgehend ersetzen.

Besonderen Wert legt Benedikt Foit auf Kreislaufwirtschaft. So werden alle Abfallprodukte – darunter etwa 110 Tonnen Papier pro Jahr – konsequent getrennt und so bestmöglich in den Kreislauf zurückgegeben. „Kreislaufwirtschaft ist der einzige Weg, um wirklich nachhaltig zu leben“, ist er überzeugt. Um Kreisläufe zu schaffen, werden im Unternehmen alle Materialien so gestaltet, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus als Grundlage für etwas Neues dienen. Dazu werden verschiedene Materialien getestet. Das sei nicht einfach, gesteht Foit, denn dies müsse man auch den Kunden kommunizieren. Aber er hat beobachtet, dass von seinen Kunden zunehmend Nachfragen nach nachhaltigen Produkten kommen. So will Volkhardt Caruna, das jüngst einen kleinen Verpackungshersteller integriert hat, Confiserie-Verpackungen von PVC-Blistern auf Papierschachteln umstellen, die leicht recycelbar sind. „Wir wollen als Unternehmen auch Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit sein“, sagt Foit, der in Kürze auch mit einer Photovoltaikanlage einen Teil der stromintensiven Produktion mit Sonnenenergie decken will.

Das Unternehmen ist darüber hinaus mehrfach zertifiziert – unter anderem nach FSC und PEFC und lässt sich ständig von unabhängigen Auditoren überprüfen

Um im Umwelt- und Klimaschutz voranzukommen, braucht es viele kleine Initiativen vor Ort, so ist das Amorbacher Druckhaus ein Vorbild für andere Unternehmen. Vor allem der Photovoltaik räume ich im Hinblick auf lokales Handeln große Chancen ein, denn hier sei noch sehr viel Potenzial am Untermain vorhanden. Jeder Hausbesitzer kann etwas tun, ein Blick in das Solarpotenzialkataster, das unter www.solare-stadt.de/bayerischer-untermain/Solarpotenzialkataster für jedes Haus am Untermain die Eignung und Kosten für eine Anlage ausrechnet, lohnt sich.

 

Altstadtbäckerei Obernburg


                            

 

Mitte Juli konnte ich dann für die erfolgreiche Umsetzung betrieblicher Maßnahmen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes dem Inhaber der Altstadt-Bäckerei Obernburg, Nick Braunwarth, die Teilnahmeurkunde am Umweltpakt Bayern überreichen.

1995 war der betriebliche Umweltschutz in Form des Umweltpakts Bayern erstmals im Fokus. Ziel war und ist es immer noch, Betriebe, Unternehmer und staatliche Einrichtungen dazu zu motivieren, betrieblichen Umweltschutz über die gesetzlichen Vorgaben hinaus umzusetzen. Mit dem aktuellen Umwelt- und Klimapakt arbeiten die Bayerische Staatsregierung, die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) sowie der Bayerische Handwerkstag (BHT) gemeinsam daran, Lösungen im Umgang mit herausragenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zu entwickeln, um Umwelt- und Klimaschutz in Unternehmen und Betrieben voranzubringen.

Für Nick Braunwarth ist die Teilnahme am Umweltpakt nichts Neues – schon seit Vater hat 1996 daran teilgenommen. „Nachhaltiges Wirtschaften und Klimaschutz war auch immer mein Bestreiben“, begründet Braunwarth seine Motivation, das Werk des Vaters fortzusetzen.

Viele Maßnahmen gehören seitdem dazu: Die Dämmung des Betriebsgebäudes nach neuester Dämmverordnung, die Abfalltrennung in mindestens acht Sparten und der Einsatz einer Wärmerückgewinnung an den Öfen und der Kühlung zur Aufheizung des Brauchwassers, der Raumheizung oder der Kühlung. Er entlastet mit dem Einsatz eines Fettabscheiders die Abwasserkanalisation, setzt LEDs als Beleuchtung ein, nutzt Geräte mit hoher Energieeffizienz und bezieht ausschließlich Ökostrom – alle diese Bausteine werden mit der Verleihung der Urkunde gewürdigt.

Klimaschutz heißt für Nick Braunwarth zudem, regional zu denken. So bezieht er sein Mehl von regionalen Mühlen, auch verwendet er seit 2020 den sogenannten Wasserschutzweizen – einen Weizen, der nur zweimal gedüngt wird und der deshalb etwas weniger Protein enthält. Für seine Backprodukte ist das kein Problem, sagt er. Seine soziale Ader zeigt Braunwarth aktuell auch dadurch, dass er sich an der Aktion „Flut-Brot“ des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks beteiligt. Dabei geht ein Euro pro verkauftem Brot an Bäcker, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Mit der persönlichen Überreichung der Teilnahmeurkunde an Nick Braunwarth wollte Landrat Jens Marco Scherf zeigen, dass ihm der lokale Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz sehr am Herzen liegt. Man könne nicht darauf warten, dass solche Vorgaben von der Politik kommen, so Scherf im Gespräch mit Braunwarth, vielmehr müsse vor Ort etwas passieren. Egal ob Kleinstbetrieb, mittelständisches Unternehmen oder Großbetrieb – viele kleinere Schritte wie die in der Bäckerei Braunwarth führten in der Summe zum Erfolg. Aber auch die privaten Haushalte hätten bereits viel geleistet und in den vergangenen Jahren große Mengen CO2 eingespart, lobte der Landrat.

 

Aller guten Dinge sind drei, so konnte ich zum Ende Juli noch ein handwerksunternehmen aus Miltenberg auszeichnen:

 

Klemens Ott GmbH Miltenberg


                          

 

Für erfolgreiche Bemühungen um den betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz habe ich die Teilnehmerurkunde am Umweltpakt Bayern an den Geschäftsführer der Firma Klemens Ott GmbH, Peter J. Ott, Bauleiter Jonathan Ott und Marketingleiterin Monika Klein überreicht.

 

Das 1960 gegründete Miltenberger Dachdeckerunternehmen hat sich schon früher am Umweltpakt Bayern beteiligt und arbeitet ständig an der weiteren Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes in der Firma. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen nun unter anderem für den Einsatz von wassersparender Anlagentechnik, der Trennung von Abfällen in mindestens acht Sorten, die regelmäßige Information der Mitarbeiter*innen über Energieeinsparung im Betrieb sowie den Einsatz von LED-Leuchtmitteln in mindesten 60 Prozent der Leuchtkörper.

Darüber hinaus zeigte Geschäftsführer Peter J. Ott beim Betriebsrundgang die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Teilsanierung der Betriebsgebäudehülle sowie den Fuhrpark, der zum Teil auf Hybrid- und Elektrotechnik setzt. Auch ein Lastenfahrrad ist im Einsatz. Danke leichter, moderner Nutzfahrzeuge liegt der durchschnittliche Treibstoffverbrauch bei unter zehn Litern Diesel – ein guter Wert für 3,5-Tonnen-Fahrzeuge.

Doch auch bei der täglichen Arbeit auf den Baustellen arbeitet das Unternehmen umweltfreundlich: So verwendet man Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, verzichtet auf nicht zertifiziertes Tropenholz und verwendet zu über 80 Prozent heimische Hölzer. Im Büro wurde die Menge des verbrauchten Druckerpapiers durch den Einsatz eines Dokumentenmanagementsystem um über 50 Prozent reduziert. Eine große Investition, die sich aber lohnt“, so Geschäftsführer Ott, der sich über Anerkennung sehr freute. Jeder Beitrag zum betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz ist wichtig, denn nur mit vielen einzelnen Schritten engagierter Menschen erreichen wir das große Ziel eines wirkungsvollen Klimaschutzes. Deshalb liegt es mir so am Herzen, dieses Engagement persönlich zu würdigen und jedes Unternehmen selbst zu besuchen, denn: Die Umweltpakt-Urkunde zeigt der Öffentlichkeit, welche Arbeit von den Firmen zum Schutz der Ressourcen geleistet werden und motiviert zum Nachahmen.


Und schon im Frühjahr 2021 konnte ich das Unternehmen Adapt in Großheubach auszeichnen ….


                                 


…. sowie vier weitere Unternehmer:


                


Viele eindrucksvolle Vorbilder, die Unternehmertum mit Verantwortung leben!

 

Mehr Informationen rund um die Energiewende und den Klimaschutz am Bayerischen Untermain finden Sie hier Home (energieagentur-untermain.de)!

Montag, 26. Juli 2021

Landkreistag-Ausschuss für Landesentwicklung und Umwelt tagt in Miltenberg – seit 1. Mai 2021 Ausschussvorsitzender



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

am 26. Juli 2021 war der Landkreis Miltenberg erstmals Gastgeber für den Ausschuss für Landesentwicklung und Umwelt, einem der fünf Fachausschüsse des Bayerischen Landkreistags. Einen Tag lang befassten sich elf Landrätinnen und Landräte aus allen Teilen Bayerns unter Leitung ihres Vorsitzenden, Miltenbergs Landrat Jens Marco Scherf, in erster Linie mit dem Schwerpunktthema Klimawandel und Klimaanpassung.

Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 hatte ich von der bisherigen Vorsitzenden, Landrätin Maria Rita Zinnecker (Landkreis Ostallgäu), den Vorsitz übernommen. Meine Ausschusskollegin hatte nach Übernahme des Vorsitzes des Tourismusverbands Allgäu von Staatsminister Klaus Holetschek entschieden, den Vorsitz aufzugeben. Sie hatte angeboten, den stellvertretenden Vorsitz des Landesausschusses zu übernehmen und stattdessen mich, den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, zur Wahl des Vorsitzenden vorzuschlagen. Zudem vertrete ich den Bayerischen Landkreistag gemeinsam mit seiner Landratskollegin aus Regen Rita Röhrl, die bayerischen Landkreise beim nationalen Landkreise-Dialog zur nachhaltigen Entwicklung.

Schwerpunkt der Sitzung im Großen Sitzungsaal des Landratsamts waren neben dem aktuellen Stand beim Beteiligungsprozess zur Atommüllendlagersuche die aktuellen Initiativen der Europäischen Union, des Bundes sowie des Freistaates Bayern zu einem konsequenteren Klimaschutz und die mögliche Rolle der bayerischen Landkreise bei der Umsetzung der neuen Zielvorgaben.  

Energiebeirat der Energieagentur Bayerischer Untermain

Am Donnerstag tagt auch der Energiebeirat der Region Bayerischer Untermain in einer wegen der Initiativen von EU und Bund kurzfristig anberaumten Sitzung. Hier geht es zur Energieagentur am Bayerischen Untermain Home (energieagentur-untermain.de)

Zum Hintergrund:

Der Bayerische Landkreistag ist einer von vier kommunalen Spitzenverbänden in Bayern. Darin haben sich die 71 bayerischen Landkreise zusammengeschlossen mit dem wesentlichen Ziel, die kommunale Selbstverwaltung auf Kreisebene zu sichern und zu stärken. Der Landkreistag vertritt die Interessen der Landkreise nach außen, insbesondere gegenüber den gesetzgebenden Organen und den Ministerien. Die Interessen seiner Mitglieder vertritt er zudem in über 60 gesellschaftlichen relevanten Institutionen und Organisationen, aber als Mitglied des Deutschen Landkreistags auch bundesweit. Neben dem Präsidium und dem Landesausschuss hat der Bayerische Landkreistag auch mehrere Fachausschüsse gebildet, die beratende Funktion haben und in ihren jeweiligen Arbeitsgebieten Sachentscheidungen des Landkreistags vorbereiten. Neben dem nun in Miltenberg tagenden Fachausschuss für Landesentwicklung und Umwelt wurden auch die vier weiteren Ausschüsse Recht und Bildung, Finanzen und Sparkassen, Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft und Verkehr gebildet.


Donnerstag, 1. Juli 2021

Gesundheitsregion: Famulaturprogramm Sommer 2021 - jetzt bewerben!


Bewerbungsphase für das Famulaturprogramm 2021 verlängert!

Bald ist es soweit und das Famulaturprogramm - Summer School 2021 im Landkreis Miltenberg für Medizinstudierende geht in die 2. Runde!

Vom 30. August bis 28. September 2021 bietet die Gesundheitsregion plus, die niedergelassene Ärzteschaft sowie die Helios-Klinik Erlenbach zehn Medizinstudierenden die Möglichkeit, ihre Hausarzt- oder Klinikfamulatur im Landkreis abzuleisten. Neben der Tätigkeit in der Arztpraxis und der Klinik werden medizinische Workshops und ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm angeboten. Auch eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit wird gestellt.

Da aktuell noch Plätze frei sind, hat die Gesundheitsregion plus die Bewerbungsphase verlängert. Interessierte Medizinstudierende, haben jetzt noch bis zum 25.07.2021 die Chance sich unter https://gesundheitsregion-plus.landkreis-miltenberg.de/mainlandarzt/famulaturprogramm-bewerbungsbogen/ zu bewerben!

Medizinstudierende, die bereits einen festen Famulaturplatz im Landkreis haben und über eine eigene Übernachtungsmöglichkeit verfügen, können ebenfalls an den Workshops und am Freizeitprogramm teilnehmen.

Weitere Informationen zur Gesundheitsregion plus Landkreis Miltenberg unter https://gesundheitsregion-plus.landkreis-miltenberg.de/


Dienstag, 29. Juni 2021

Impfstatus Landkreis Miltenberg: Ausreichend Impfstoff im Impfzentrum Miltenberg erwartet - deshalb jetzt registrieren auch ohne Priorisierung!



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Ende Juni hat sich die Impfstoffversorgung deutlich stabilisiert, wir erwarten im Juli deutlich mehr Impfstoff. Wichtigste Botschaft:

Im Impfzentrum Miltenberg haben alle priorisierten Personen ein Terminangebot erhalten!

  • Wir erwarten ausreichend Impfstoff für zahlreiche Erstimpfungen nicht-priorisierter Personen im Juli!

  • Jetzt macht es für alle ab 16 Jahren Sinn sich zu registrieren: www.impfzentren.bayern


Über 61.000 Erstimpfungen im Landkreis Miltenberg – über 41.000 Zweitimpfungen

Nach aktuellem Stand haben im Landkreis Miltenberg insgesamt 61.636 Menschen ihre Erstimpfung gegen Covid-19 sowie 41.405 Personen die Zweitimpfung erhalten. Hiervon erhielten 38.888 Bürgerinnen und Bürger ihre Erstimpfung und 27.994 Personen die Zweitimpfung im Impfzentrum und über die mobilen Teams. In den Hausarztpraxen im Landkreis erhielten 22.748 Personen die Erst- und 13.411 Personen die Zweitimpfung.

Für eine Impfung im Impfzentrum haben sich 9.450 Personen registriert. Alle Impflinge der Prioritätsstufen 1,2 und 3 wurden inzwischen zur Erstimpfung eingeladen.


Jetzt wieder registrieren unter www.impfzentren.bayern

Da der Landkreis in Kürze größere Mengen an Impfstoffe erwartet, sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen sich zur Impfung zu registrieren, insbesondere vor dem Hintergrund der sich rasch verbreitenden Delta-Variante. Nutzen Sie jetzt die Möglichkeit, sich unter www.impfzentren.bayern für eine Impfung zu registrieren. Vollkommen unabhängig von einer Priorisierung macht die Registrierung nun für jeden ab einem Alter von 16 Jahren Sinn! Gerade wegen der Ausbreitung diverser Virus-Mutanten bitte ich Sie: Nutzen Sie die Chance zur Impfung.


Impfbrücke für ganz Flexible und Spontane

Weiterhin besteht die Möglichkeit, über die sogenannte „Impfbrücke“ einen kurzfristigen Termin zur Erstimpfung erhalten. Dabei handelt es sich um übrig gebliebene Impfdosen, weil jemand nicht erschienen ist oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden konnte. Über die „Impfbrücke“ besteht für Impfregistrierte, die noch keine Corona-Erstimpfung erhalten haben, eine Gelegenheit, möglicherweise kurzfristig geimpft zu werden. Wer teilnehmen möchte, registriert sich zunächst unter https://impfzentren.bayern/citizen, anschließend ist die Anmeldung unter https://forms.office.com/r/bHVqVVaGBa zur „Impfbrücke“ möglich. Bereits registrierte Personen können sich direkt zur „Impfbrücke“ anmelden. Damit ausschließlich Personen informiert werden, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, werden in jeder Woche nur die Personen berücksichtigt, die sich jeweils in der Vorwoche über das Online-Formular der „Impfbrücke“ registriert haben. Ältere Einträge werden gelöscht. Es ist jedoch ohne weiteres möglich, sich jede Woche erneut für die Folgewoche zu registrieren.


Der digitale Impfausweis

Wer über das Impfzentrum Miltenberg die Zweitimpfung erhält, bekommt bereits die Unterlagen für den digitalen Impfausweis ausgehändigt. Seit vergangener Woche besteht auch die Möglichkeit, in den örtlichen Apotheken sich das Impfzertifikat ausstellen zu lassen. Komfortabel können sich die Bürger und Bürgerinnen des Landkreises Miltenberg auf der Seite www.mein-apothekenmanager.de über die Ortseingabe bei der Suchfunktion informieren, welche Apotheken diesen kostenlosen Service anbieten. Mitzubringen ist der Personalausweis, alternativ Reisepass sowie der Impfausweis bzw. die Impfbescheinigung. Wer bereits eine App wie zum Beispiel die Corona-Warn-App oder die CovPass-App installiert hat, bekommt das Zertikat direkt vor Ort auf das Handy übertragen. Dies gilt als europäisch anerkannter digitaler Impfnachweis und verschafft Erleichterungen beim Einkaufen oder Reisen. Zusätzlich wird in der Apotheke ein pdf-Dokument generiert und als Ausdruck dem Impfling mitgegeben. Von dieser Alternative können somit auch Personen ohne Handy oder App-Nutzungswunsch profitieren.


Montag, 28. Juni 2021

Natur: Die Weißstörche sind zurück im Landkreis Miltenberg!


Fotos: Winfried Zang


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es ist nun über 70 Jahre ist her, dass zuletzt ein Weißstorchenpaar im Landkreis Miltenberg gebrütet hat – damals auf dem Pfarrhaus in Sulzbach am Main. Warum die Störche danach verschwunden sind, weiß niemand. Nun aber ist das Warten vorbei und nicht nur meine Freude ist groß: Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Störche im Landkreis Miltenberg gesichtet wurden, wird im Frühjahr 2021 erstmals wieder gebrütet!

Ein Paar dieser Zugvögel hat sich auf einem ehemaligen Graureiherhorst auf dem Gelände des Industriecenters Obernburg niedergelassen und zieht drei derzeit Jungvögel auf. Ein gutes Fernglas ist notwendig, damit man die Weißstörche vom gegenüberliegenden Mainufer erkennen kann.

Als Thomas Staab vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) davon erfuhr und mich darüber informierte, war die Freude natürlich groß. In Kleinostheim brüten Störche, im benachbarten Hessen auch und so war es dem Vogelexperten klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis die Tiere auch im Landkreis Miltenberg wieder zu Gast sein würden. Vom Obernburger Mainufer aus beobachtete ich am Freitag gemeinsam mit Thomas Staab den auf einer hohen Kiefer liegenden Horst. Da der Storch ein Kulturfolger ist, seien die Tiere an Menschen gewöhnt, beruhigte mich Thomas Staab ob des interessanten Standorts am Main zwischen dem zweitgrößten Chemistandort Bayerns und der stark befahrenen B469 auf der anderen Mainseite. Aber die Störche kennen sich gut aus mit dem Menschen und dessen Eigenarten – schließlich nutzen sie auch Industriebauten, Kamine und Kirchtürme für den Horstbau. Ein Weißstorch-Schutzprogramm des LBV half in Bayern in den letzten Jahrzehnten den Störchen bei der Ansiedlung. Dadurch wurden Nahrungsmängel beseitigt und die Nester betreut.

                                              

Offenbar haben die Störche laut Thomas Staab hier gute Bedingungen für eine Brut vorgefunden, denn den drei Jungvögeln gehe es gut. Staab: „Sie machen einen propperen Eindruck.“ Ständig bleibt ein Elternteil im Horst, damit nicht Raubvögel wie der ebenfalls im Landkreis Miltenberg wieder sehr häufige Milan das Nest räubern. Ein Elternteil ist für die Nahrungsbeschaffung zuständig und kommt regelmäßig zur Fütterung in den Horst. Die Mainwiesen rund um Obernburg, Elsenfeld und Erlenbach bieten den Weißstörchen ein reichhaltiges Nahrungsangebot und die nasse Witterung der letzten Tage hat den Tieren eine gut gedeckte Tafel mit Mäusen, Fröschen, Eidechsen und Insekten beschert. „Hitzeperioden und Trockenheit vertragen Weißstörche nicht“, erklärte Staab.

Die brütenden Altvögel habe man am 9. Mai entdeckt, der erste Jungvogel sei am 2. Juni bemerkt worden. Die Weißstörche hätten relativ spät mit der Brut begonnen, weiß der LBV-Regionalgeschäftsführer, denn die Brutzeit beginne eigentlich im April. Dass die Obernburger Störche spät dran waren, erklärt sich Staab damit, dass sie offenbar eine weitere Reise aus dem Süden zurückgelegt haben als ihre Artgenossen in Kleinostheim, die mit ihrer Brut weiter fortgeschritten seien. Störche hätten auch viel Glück nötig, um die weite Reise von und nach Afrika zu überstehen, weiß Staab: Sie brauchen Thermik – und die ist über Wasserflächen wie der Meerenge von Gibraltar oder dem Bosporus problematisch. Darüber hinaus seien viele traditionelle Rastplätze der Störche mittlerweile verbaut, in Afrika würden die Tiere zudem geschossen.


Mitte Juli geht es schon zurück Richtung Afrika

Thomas Staab rechnet damit, dass die Jungstörche etwa Mitte Juli ihren Weg nach Süden antreten werden, die Altvögel folgen später. Da Störche eine gewisse Standorttreue haben, könne man darauf hoffen, dass die Tiere auch in den folgenden Jahren wieder ihren Weg nach Obernburg finden, glaubt Staab. Die Jungvögel aus dem Horst im ICO werden zwischen drei und fünf Jahren bis zur Geschlechtsreife brauchen, dämpft Staab die Hoffnung auf viele Nester im kommenden Jahr. Da Weißstörche aber über 35 Jahre alt werden können, sei die Chance gut, die Tiere später hier brüten zu sehen.

Es ist einfach ein wunderbarer Anblick und es lässt mir wirklich das Herz höherschlagen, wenn ich das Horst mit dem Fernglas in Augenschein nehme. Noch größer war unsere Freude, als während der Horstbeobachtung mehr als zehn junge Weißstörche über den Mainwiesen kreisten – ein sensationelles Naturspektakel. Diese Tiere waren in den letzten Tagen schon auf den Mainwiesen gesichtet worden, als sie nach Nahrung suchten.


Rücksicht auf die Tiere nehmen!

Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, nicht zu nah an die Tiere heran zu gehen und sie bei der Nahrungssuche nicht zu stören. Vor allem müssten die Hunde an der Leine gehalten werden – wie prinzipiell in der Flur und im Wald. Wichtig sei es zudem, kein Plastik in der Natur zu hinterlassen, so der Landrat. Grund: Immer wieder kommt es vor, dass Weißstörche Plastiktüten oder Plastikteile in den Horst einbauen. Die stören den Wasserabfluss, so dass die Eier aufgrund von Staunässe nicht ausgebrütet werden können.


Um die Tiere bei Brut und Aufzucht nicht zu stören, haben wir Flursäuberungsaktion des Landkreises in diesem Jahr auf den 18. September gelegt.

Mehr Informationen zum Weißstorch beim Landesbund für Vogelschutz im Internet unter www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/voegel/weissstorch 

                                             

Fotos: Winfried Zang


Freitag, 25. Juni 2021

Aus erster Hand: Der Podcast aus dem Landkreis Miltenberg, Folge 9, mit Bernd Schötterl


Vor der Sommerpause bin ich im Gespräch mit meinem Stellvertreter Bernd Schötterl, u.a. zum Re-Start unseres Vereinslebens im Juni, zur Situation der Kinder und Jugendlichen, zum Bau der Mainbrücke Kirschfurt / Freudenberg sowie zu Themen wie Klimaschutz oder die Suche nach dem Atommüllendlager.

Hören Sie einfach mal rein!


 


meine-news.de


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