Dienstag, 20. August 2019

Landrat vor Ort (4) - Landkreis-Wanderung 2019, die Spessart-Runde

 
 

Die Schönheit unserer Heimat erleben auf der Landkreis-Wanderung 2019:
Wir leben und arbeiten dort, wo andere Urlaub machen!

Der erste Tag: Von Wörth über Klingenberg nach Großwallstadt über den Rotweinwanderweg


Zunächst hieß es für die Wörther Gruppe - auf nach Klingenberg. So wanderten wir über die Mainbrücke an der ehemaligen Fährstelle in Erlenbach über den Rotweinwanderweg nach Klingenberg. Mit dabei 1. Bürgermeister Andreas Fath, 2. Bürgermeister Andreas Fath, dessen Kreistagskollegin und Erlenbacher Stadträtin Helga Raab-Wasse sowie Silke Heinbücher von der IHK und Carolin Straub vom Verein Mainbogen sowie weitere Wörtherinnen und Wörther.

Nachdem um halb 11 am Winzerfestplatz noch nichts los war, liefen wir erneut über den Main und erlebten die Zugtaufe der Westfrankenbahn mit, hier im Bild der Geschäftsführer der WFB Denis Kollai sowie ich mit dem um Fassung ringenden Klingenberger Bürgermeister ob der Wörther Präsenz mit mir als Landrat, Bürgermeister Andreas Fath und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, ebenfalls aus Wörth.

Aller guten Dinge sind drei - nach der Zugtaufe gings erneut über den Main, begleitet von meinen Kreistagskollegen Andreas Fath und Thomas Zöller sowie im Hintergrund Elsenfelds Bürgermeister Matthias Luxem.

Wenn sich Landrat und Stellvertreter bei offiziellen Terminen treffen, zucken wir immer erst zusammen - "Haben wir auch richtig in den Terminkalender geschaut, passt es, dass wir beide da sind?" - umso größer die Freude!



Nach einer Stärkung auf dem Winzerfest (die Wildschweinbratwürste waren die Wucht!) ging es um 13 Uhr endlich auch offiziell los: 18 wackere Wanderinnen und Wanderer konnten sich am Rosengarten vom Winzerfest losreißen und wurden gleich belohnt: der Churfrankensteig zwischen Klingenberg und Erlenbach fühlt sich so gar nicht nach Mittelgebirge an.

Auf dem Rotweinwanderweg angekommen erläuterte uns Petra Münzel das Konzept der beiden Städte, bevor es über Elsenfeld und Obernburg sowie einen Ausflug in den Großwallstädter Wald nach insgesamt 21 Kilometern zu einem gemütlichen Ausklang im Weingut von Halrald Gunter bei Bio-Wein, Brotzeit und Musik kam.

Der zweite Tag: Von Sulzbach über die Ringwallanlage nach Hausen

Nach dem gemütlichen Ausklang in Großwallstadt im Weingut Gunther brach ich am Morgen des 2. Tages in Großwallstadt auf, um über die Schleuse zum Kleinwallstädter Bahnhof zu wandernd. Der Zug brachte uns pünktlich nach Sulzbach, wo wir mit den ersten Wanderern den Weg zum Start am Sulzbacher Rathaus durch das Naturschutzgebiet Mainaue nahmen. Der Wiesenkopf blüht, eine Oase der Ruhe und Entspannung in der Natur am Main. Am Sulzbacher Rathaus gab es einen kleinen herzlichen Empfang durch den 2. Bürgermeister des Marktes Sulzbach Norbert Elbert, bevor es offiziell Richtung Soden losging.

Über Soden nach einer ersten Steigung auf 200m Höhe durchquerten wir das Sodental und wanderten zur Ringwallanlage auf knapp 350 Meter Höhe, wo uns Valentin Zehnter und Volker Zahn an der Gemarkungsgrenze Sulzbach / Leidersbach auf hisorischem Boden erwarteten, denn bereits vor 6.000 Jahren wurde hier gesiedelt.

Eine Nachkonstruktion eines Teils der mehrere hundert Meter und zweiteiligen Ringwallanlage, die schon vor vielen tausend Jahren den Menschen im Spessart Sicherheit bot und von den Heimat- und Geschichtsvereinen Sulzbach und Leidersbach ausgegraben und erfahrbar gemacht wurde.
 
Gefördert wurde das große bürgerschaftliche Engagement durch die LAG Main4Eck mit europäischen und bayerischen Fördergeldern sowie durch die Burglandschaft.



Das Keltenhaus an der Ringwallanlage zwischen Ebersbach und Soden bietet einen Eindruck vom keltischen Leben vor mehreren Tausend Jahren in unserer Heimat.
 

Über Ebersbach wanderten wir weiter nach Hausen, wo wir auf dem Backhausplatz mit über 50 müden, aber entspannten Wanderer*innen und sowie interessierten Hausener*innen einen wunderbaren Abschluss mit Wein, Äbbelwoi und netten Gesprächen feierten. Neben Bürgermeister Manfred Schüssler waren auch die Altbürgermeister Hermann Spinnler und Edwin Lieb sowie dessen Kreistagskolleginnen Dr. Nina Schüssler, Hannelore Kreuzer und Petra Münzel dabei.

Gerade bei der Wanderung bietet sich immer wieder die Gelegenheit ins Gespräch zu kommen, und zwar nicht nur mit den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch mal unter Kreistagskollegen, wie hier mit dem Hausener Bürgermeister Manfred Schüssler, dessen Gastfreundschaft ich genießen durfte.

Der dritte Tag: Von Hausen über Eichelsbach / Sommerau und den Luisenhof nach Mönchberg

Am dritten Tag schickten uns am Dorfplatz Bürgermeister Manfred Schüssler und seine Kreistagskollegin und Schwiegertochter nach einem wunderbaren Abend auf dem Backhausplatz auf unsere 3. Etappe unter Führung von Michael Bayer (Spessartbund) auf die Wanderung über Eichelsbach zum Luisenhof nach Sommerau.
Einfach wundervoll immer wieder die längeren Passagen durch den Spessart. Wenn man dort wandert, kann man sich keinen schöneren Ort vorstellen!
 
Vor der beeindruckenden Bison-Herde des Luisenhofes zeigte sich ein Teil der Gruppe gemeinsam mit dem Hofeigentümer und Landwirt Herrn Roth. Ein Besuch auf dem Luisenhof bei Sommerau ist absolut empfehlenswert!

Seit vielen Jahren setzt der Luisenhof auf artgerechte Haltung der Tiere im Freuen und auf Blühstreifen, um die Artenvielfalt zu erhalten und unsere Insekten zu schützen. In einer solchen Kulturlandschaft macht das Wandern einfach Freude!

Die Bisons des Luisenhofes - Tiere, wie die Natur sie geschaffen hat und die bis zu 30 Jahre alt werden können.

Das Ziel des dritten Tages: Mönchberg, hier mit den beeindruckenden Naturdenkmälern, den jahrhundertealten Eichen. Mit einem Vormarktschoppen am Bartholomäusmarkt gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Zöller und dem VfL-Vorsitzenden Martin Roob fand die 3. Etappe einen gemütlichen Ausklang.

Der 4. Tag: Vom Bartholomäusmarkt in Mönchberg über die Röllbachquelle und den Klotzenhof nach Großheubach

Die 4. Etappe der Landkreis-Wanderung begann mit dem Bartholomäusmarkt, hier mit dem Vize-Ministerpräsidenten Bayerns Hubert Aiwanger und dem Vorsitzenden des Bayer. Jagverbandes Obernburg, Klaus Gerhardt. Bevor wir loswanderten, nahmen wir uns nicht nur für das erste Bier Zeit, sondern vor allem für die regionale Meile und die Vielzahl herausragender regionaler Produkte unserer Landwirtschaft - deshalb auch mein großer Rucksack!

Immer wieder überwältigend: Der wunderbare Ausblick, hier auf Röllbach und in der Ferne der Mechenharder Wald mit der Photovoltaikanlage.

Nachdem uns um halb 1 mittags Bürgermeister Thomas Zöller aus Mönchberg verabschiedet hatte, empfing uns gegen 14 Uhr Röllbachs Bürgermeister an der Röllbachquelle.

Gastfreundschaft wird in Röllbach groß geschrieben, so durfte ich den Silvaner des Bürgermeisters für die Wandergruppe ausschenken.

Wer fleißig wandert, genießt die Pausen wie hier an der Röllbachquelle.

Bei der Hitze gibt es nichts Schöneres als im Wald zu wandern.



Das große Ziel der vier Etappen durch den Spessart: Der traumhafte Blick vom Engelberg bei Großheubach ins Maintal. Kann es einen schöneren Ausblick geben? Wir leben im Landkreis Miltenberg dort, wo andere Urlaub machen!

 

Danke in Großheubach für den Empfang durch Bürgermeister und Weinprinzessin - wir fühlten uns sehr geehrt und der Hebbocher Spätburgunder hat gemundet und uns direkt zum Abschluss in der Häcke bei Straub verführt.

Glücklich der Abschluss auf dem Engelberg bei Großheubach. Vier wundervolle Tage im Spessart neigen sich hier dem Ende zu. Schön war es!

Egal was auch immer ich erzählt habe, ich habe stets darauf geachtet: Immer nur ein Satz … wenn da nicht die vielen Komma wären. Ich danke allen Wanderinnen und Wanderern, die mitgelaufen sind und dazu beigetragen haben, dass es einmalig schöne vier Tage im Spessart waren. Und natürlich ein großes Dankeschön an die Wanderführerinnen und Wanderführer des Spessartbundes!

Dem Spessartbund ein großes Dankeschön

 
Geführt wurden wir auf den vier Spessart-Etappen von den Wanderführer*innen des Spessartbundes. Sowohl die Routen als auch die Führung der einzelnen Etappen war einfach klasse!
 
 

Auf den vier Etappen durch den Spessart von Klingenberg nach Großwallstadt, von Sulzbach nach Hausen, von Hausen nach Mönchberg und von Mönchberg nach Großheubach wurden wir hervorragend geführt vom Spessartbund!

Mittwoch, 14. August 2019

Fragen an den Landrat (4) - Wie sicher leben wir im Landkreis Miltenberg?

Vorstellung des Sicherheitsberichts für den Landkreis Miltenberg im Frühjahr 2019 mit den Dienststellenleitern aus Obernburg (Hr. Wenzel links) und aus Miltenberg (Hr. Lux rechts)

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen

Auf ein Thema werde ich als Landrat oft von den Menschen angesprochen: Wie sicher leben wir bei uns im Landkreis Miltenberg. Aufgrund der hohen Bedeutung der Sicherheitslage für unsere Lebensqualität arbeitet nicht nur das Landratsamt eng mit unseren beiden Polizei-Inspektionen in Obernburg und Miltenberg zusammen. Auch ich persönlich lege großen Wert auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserer Polizei.
 

"Wir leben im Landkreis Miltenberg sehr sicher!"

„Wir leben im Landkreis Miltenberg sehr sicher“ – mit dieser Aussage haben die Leiter der Polizeiinspektionen Obernburg und Miltenberg, Bernhard Wenzel und Andreas Lux, ihren Sicherheitsbericht für das Jahr 2018 überschrieben. Jedes Jahr lassen wir uns den Sicherheitsbericht
vortragen und stellen diesen der Öffentlichkeit vor - Transparenz beim Thema Sicherheit ist mir persönlich sehr wichtig.
 

Leicht gesunkene Anzahl von Verkehrsunfällen 2018 - leider 3 Tote

Zum Verkehrsgeschehen berichtete Andreas Lux von einer im Vergleich zum Vorjahr leicht von 3.119 auf 3.075 gesunkenen Zahl der Verkehrsunfälle, die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist dagegen um 42 auf 433 gestiegen. Bei drei Unfällen sind drei Menschen verstorben, auch die Zahl der Unfälle unter Einfluss von Alkohol stieg von 38 auf 54. Bei den Unfällen mit Toten und Schwerverletzten sei Lux zufolge nach wie vor nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache. Das kann die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit seiner, aber auch nicht angepassten Fahrweise bei Nässe oder in Kurven. Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern habe leider einen Höchststand der letzten zehn Jahre erreicht, bedauerte Lux. Das hänge auch mit den steigenden Zulassungszahlen zusammen, vermutete er. Die Zahl der Radunfälle sei leicht gestiegen, die Zahl der Schulwegunfälle sei mit zwei weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Der steigenden Zahl der Unfälle wirke die Polizei mit Geschwindigkeitskontrollen entgegen. Die Geschwindigkeitsüberwachung bleibe eine wichtige polizeiliche Aufgabe zur Unfallprävention, stellte Lux fest und nannte Zahlen: So habe die Polizei in 2018 bei 530 Geschwindigkeitsmessungen 4860 Verwarnungen und 1.357 Anzeigen erstellt. Saisonabhängig würden auch Motorradkontrollen erfolgen.
 

Rückgang der Kriminalität - bayernweit herausragende Aufklärungsquote von fast 75%

Zum Kriminalitätsgeschehen vermeldete Bernhard Wenzel äußerst positive Zahlen: So sei die Zahl der Straftaten um 277 Fälle (6,3 Prozent) zurückgegangen und dies bei einer laut Wenzel „herausragenden Aufklärungsquote“ von fast 75 Prozent. Die Pro-Kopf-Belastung der Bevölkerung mit Kriminalität – 3224 Fälle pro 100.000 Einwohner –liege zudem im Vergleich mit Unterfranken (4166) und Bayern (4889) auf niedrigem Niveau. 23,3 Prozent der Kriminalitätsdelikte im Landkreis entfallen auf Diebstähle, schlüsselte Wenzel auf, jeweils rund 17 Prozent seien Rohheit- sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte. Insgesamt seien 2.191 Tatverdächtige ermittelt worden, davon seien rund zwei Drittel Männer. Immerhin in rund 13 Prozent der Fälle hätten die Tatverdächtigen unter Einfluss von Alkohol gestanden.
 

Augenmerk auf die Wohnungseinbrüche

Nicht glücklich sind Wenzel und Lux mit der Zahl der Wohnungseinbrüche. Die Zahl von 65 liege auf dem Niveau der Jahre von 2013 bis 2015, so Wenzel, aber die subjektive Wahrnehmung sei eine andere. Dieses Kriminalitätsgeschehen habe sich verlagert, während in früheren Jahren solche Einbrüche hauptsächlich in Ortschaften entlang der B469 erfolgt seien, habe sich dies in den Südspessart verlagert, so Bernhard Wenzel. Man habe deshalb die Taktik geändert und mehr Präsenz gezeigt, sagte er und kündigte an, dies auch im Winterhalbjahr 2019/2020 so beizubehalten. Laut Andreas Lux werde die Polizei dabei von Einsatzkräften aus Aschaffenburg und Würzburg unterstützt. Seit Jahresanfang 2019 tue man dies mit Erfolg im Südspessart, berichtete er. Das Signal „Wir sind da!“ zeige Wirkung, freute er sich.
 

Keine Toleranz bei Gewalt gegen Einsatzkräfte

Gewalt gegen Einsatzkräfte sei „ein Phänomen, das nicht hinzunehmen ist“, bezog Wenzel klare Stellung. 38 solcher Taten habe man der Staatsanwaltschaft gemeldet, sagte er. Er forderte auch die Ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer auf, Gewalt und Beleidigungen anzuzeigen: „Niemand
muss sich das gefallen lassen.“
 

Große Aufmerksamkeit auf Drogenprävention

Betrugsfälle wie der Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und falsche Gewinnversprechen seien nicht nur im Landkreis Miltenberg ein Thema, so Wenzel auf Nachfrage, auch die Drogenkriminalität bereite Sorgen wie auch die hohe Verfügbarkeit von Drogen. Die Drogenprävention wird ab 2019 ein Schwerpunkt in enger Kooperation von Polizei und Landratsamt, versichere ich Ihnen. Gemeinsam mit unserer Suchtprävention und unseren Schulen werden wir neue Formate finden, die Jugendlichen vor einem fahrlässigen Umgang mit Drogen zu schützen.
 

Unterstützung und Solidarität für unsere Polizeikräfte

Nicht nur anlässlich des Sicherheitsberichts dankte ich der Polizei für die hervorragende Arbeit im zurückliegenden Jahr. „Der Landkreis kann stolz und dankbar sein“, so meine Aussage an die Polizeiführung im Landkreis Miltenberg. Die Polizei reagiere auch rasch auf Veränderungen, wie die geänderte Taktik gegen Wohnungseinbrüche beweist. Gewalt und Beleidigungen gegen Einsatzkräfte müssten „ein absolutes Tabu“ sein! Es gebe keinerlei Begründung für einen Bürger, Gewalt gegen Helfer auszuüben!
 
Deshalb zeige ich auch beim Tag der Offenen Tür der Polizei in Obernburg öffentlich Solidarität mit unserer Polizei!


Präsenz beim Tag der Offenen Tür der Polizei Obernburg mit dem stellvertr. Dienststellenleiter Salzer und Bürgermeister Fieger.


 





Freitag, 9. August 2019

Der direkte Kontakt (7) - mit dem Regierungspräsidenten auf Tour durch den Landkreis Miltenberg

 
Handeln im Sinne der Bürgerinnen und Bürger - beeindruckt vom sehr bürgerfreundlichen neuen Wertstoffhof Süd des Landkreises Miltenberg in Bürgstadt. Mein Stellvertreter im Amt Herr Rosel, Regierungspräsident Herr Dr. Ehmann, meine Wenigkeit und rechts Kreisbaumeister Herr Wosnik

Antrittsbesuch des neuen Regierungspräsidenten im Landkreis Miltenberg

Seit 1. Januar ist Dr. Eugen Ehmann der neue Regierungspräsident in Würzburg und damit für den Landkreis Miltenberg ein wichtiger Ansprechpartner. Anlass genug für mich, neben den zahlreichen dienstlichen Kontakten seit Jahresanfang den Regierungspräsidenten für einen ganzen Tag in den Landkreis Miltenberg einzuladen. Warum das alles? Zum einen bekommt so der Regierungspräsident ein eigenes Bild vom Landkreis Miltenberg im Allgemeinen, zum anderen können wir so vor Ort wichtige Projekte für den Landkreis Miltenberg besprechen, bei denen wir die Unterstützung der Regierung von Unterfranken benötigen.
 

Ein Schwerpunkt 2014 - 2020: Das Schulbauprogramm 2

Bestandteile des ambitionierten Schulbauprogramms 2 mit jährlichen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe sind:
  • Abgeschlossene Sanierung der Main-Limes-Realschule Obernburg
  • Abgeschlossene Schaffung des Hochschul-Campus Miltenberg
  • Laufende Generalsanierung des JBG Miltenberg mit Umsetzung des Nahwärmenetzes MIL-Nord
  • Laufende Generalsanierung des HSG Erlenbach am Main

Sowohl Boden als auch Decke entsprechen den besonderen Anforderungen der Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit!

Prinzip der nachhaltigen Generalsanierung

Besonders die beiden jeweils ca. 20 Millionen umfassenden Generalsanierungen haben wir nach dem Prinzip der Lebenszyklusbetrachtung umgesetzt. So erfolgte die Bodenauswahl unter Berücksichtigung von Kriterien wie dauerhafte Nutzerverträglichkeit (d.h. keine Ausdünstungen) oder leichte Pflege.
Bei der Decke griffen wir auf eine regionale Lösung zurück, die sowohl wirtschaftlich als auch optisch und ökologisch absolut überzeugt! 
 

Einblick in das laufende Schulbauprogramm 2 des Landkreises Miltenberg am HSG Erlenbach am Main mit Kreisbaumeister Andreas Wosnik
 


Schulbauprogramm 3 von 2020 bis 2026 im Fokus

Auch nach dem Schulbauprogramm 2 warten zwei große Herausforderungen auf den Landkreis Miltenberg: Neben Schaffung bzw. Sanierung von zehn Sporthallen-Einheiten steht die Berufsschule Miltenberg-Obernburg im Fokus des Schulbauprogramms 3. Trotz großer Investitionen in die Kompetenzzentren IT und Körperpflege, in die Kantine Obernburg sowie in die digitale Infrastruktur steht eine große Generalsanierung an, da einige Bauteile aus den 50er Jahren stammen. Gemeinsam mit der Schulleitung haben wir einen Blick auf das gemeinsam zu erstellende Raumprogramm geworfen, welches Grundlage der konkreten Planungsarbeiten sein wird. 
Ebenfalls informierten wir den Regierungspräsidenten über die sehr guten Gespräche zwischen Landkreis Miltenberg und Stadt Amorbach über einen möglichen Wechsel der städtischen Trägerschaft des Karl-Ernst-Gymnasiums zum Landkreis Miltenberg.
 
Die einzelnen Bauteile der Berufsschule am Standort Miltenberg: Top sanierte Bauteile neben Bauteilen aus den 50er und 60er Jahren, welche auf die Generalsanierung warten

Weiteres Top-Thema: Die Mobilität

Auch nicht alle Tage fahren Landrat und Regierungspräsident mit dem Linienbus, wir sind aber eingestiegen, denn der ÖPNV ist im Landkreis Miltenberg ein wichtiger Baustein im Mobilitätskonzept der Zukunft. Neben erfolgten Maßnahmen wie dem 2-Stunden-Takt der Busverbindung Miltenberg - Wertheim - Würzburg, dem Ortsbus Sulzbach oder der Anbindung Mömlingen an die Odenwaldbahn verfolgen wir ambitionierte Ziele: Das Busangebot soll im ländlichen Raum des Landkreises Miltenberg sowie im Abendverkehr durch digitale Möglichkeiten flexibler und damit besser und kundenfreundlicher werden. Und nur wer Bus fährt, versteht auch Busverkehr!
Hier im Bild der Südspessartbus

Zug und Rad als weitere Mobilitäts-Anker

Ebenfalls wurden die Entwicklungsperspektiven für die Bahnlinien Miltenberg - Aschaffenburg, Miltenberg - Wertheim und Miltenberg - Amorbach - Seckach erörtert.
Am Beispiel in Miltenberg haben wir die Notwendigkeit der Umsetzung des Radwegekonzeptes anschaulich am Schnittpunkt Radweg/Staatsstraße an der Ortsgrenze Miltenberg/Bürgstadt beobachten können.
 

Der Landkreis Miltenberg braucht Brücken - im Norden und im Süden

Das Auto ist und bleibt eine wichtige Säule der Mobilität neben Bus und Zug sowie Fahrrad, weshalb wir zwei extrem wichtige Projekte im Landkreis Miltenberg vor Ort besucht haben.
 

Eine Brücke für den Südspessart: Die Brücke Kirschfurt

Gemeinsam mit Bürgermeister Karl-Josef Ullrich und dem Leiter des Staatlichen Bauamtes haben wir dem neuen Regierungspräsidenten die existentielle Bedeutung des Projekts aufgezeigt. Aktuell liegen die Vorplanungen nach positiver Prüfung durch die Regierungsbehörden in Würzburg und Stuttgart in den jeweiligen Staatsministerien. Nächstes Ziel: Der Staatsvertrag zwischen Bayern und Baden-Württemberg zur Umsetzung dieses nicht nur für Kirschfurt und Freudenberg, sondern für den Raum Südspessart wichtigen Projekts zur besseren Anbindung des Südspessarts nach Miltenberg.
Vor Ort in Kirschfurt: Das wichtige länderverbindende Projekt der Brücke und Umfahrung Kirschfurt

Eine Brücke für den Norden: Die Süd-Brücke Kleinwallstadt

In kommunaler Sonderbaulast plant der Markt Kleinwallstadt mit mehreren Gemeinden die Süd-Brücke Kleinwallstadt. Sie soll sowohl die Marktgemeinde als auch die mit fast 25.000 Fahrzeugen hoch belastete Mainbrücke Obernburg-Elsenfeld entlasten, wie uns Bürgermeister Thomas Köhler eindrucksvoll vor Ort erläuterte. Hier lautet das nächste Ziel: Baurecht!
Der Besuch in Kleinwallstadt wurde mit Bürgermeister Köhler zur Eintragung in das Goldene Buch des Landkreises Miltenberg und des Marktes Kleinwallstadt genutzt.

Geschichtliche Identität & bürgerschaftliches Engagement

Während in den vergangenen Jahren der Verein Burglandschaft im Spessart und Odenwald bereits viel unternommen wurde, um unser historisches Erbe aus Burgen, Schlössern und Wehranlagen sichtbar und erlebbar zu machen, erwartete uns zum Abschluss des ganztägigen Besuchs des Regierungspräsidenten eine überzeugend dargestellte neue Idee: Sichtbar und erlebbar machen des keltischen Erbes unserer Heimat.
 

Ideenträger Eugen Eisenträger erläutert und unterstützt von Dr. Jürgen Jung von der Burglandschaft ein keltisches Dort.

 

In direkter Nähe an einer keltischen Grabstätte bei Mechenhard erlebten wir die Atmosphäre keltischer Lebensart

Ein intensiver Austausch vor Ort zeigte die Kraft und Leidenschaft für das keltische Erbe unserer Heimat

 
 
 


Mittwoch, 7. August 2019

Fragen an den Landrat (3) - Was tut der Landkreis Miltenberg für den Klimaschutz?


Am 17. Mai 2019 demonstrierten mehrere Hundert Jugendliche und junge Erwachsene für eine konsequente und wirkungsvolle Politik für den Klimaschutz und die Energiewende in Miltenberg, hier vor dem Rathaus

Jugend bringt das Thema Klimaschutz auf die Agenda!

Europa steckt - trotz des Streits der Mitgliedsländer der EU um die Zielformulierung der Jahreszahl 2050 - mitten in der Energiewende. Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wasser und Wind soll, nein muss Energie aus fossilen Energieträgern wie Kohle und die Kernenergie ablösen.  Stetig steigt der Anteil erneuerbarer Energien, auch im Landkreis Miltenberg, aber wir sehen es deutlich: Die momentanen Anstrengungen reichen nicht aus, die drastischen Veränderungen des Klimas auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.
Der Aufbruch der Jugend 2018/2019 mit der "fridays for future"-Bewegung unterstreicht eindrucksvoll - die Energiewende ist ein generationenübergreifender Auftrag, um unsere Lebensgrundlagen auf dem einmaligen Planeten Erde zu sichern. Bereits in den vergangen Jahren setzten die jungen Menschen an den Schulen mit Projekten zum Klima- und Artenschutz wichtige Akzente.

Klimaschutz - was tut der Landkreis Miltenberg?

Klimaschutz ist nicht nur Thema auf europäischer und nationaler Ebene, er betrifft jeden einzelnen von uns und damit auch den Landkreis Miltenberg. Jeder einzelne von uns muss sich seiner Verantwortung und seiner Möglichkeiten bewusst werden und handeln, denn:
Die Art und Weise wie wir gegenwärtig noch Energie erzeugen und nutzen ist nicht nachhaltig. Die dabei entstehenden Treibhausgasemissionen und der immense Ressourcenverbrauch gefährden unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Deshalb müssen wir unseren Lebensstandard vom Energieverbrauch entkoppeln. Darüber hinaus hat die Katastrophe in Fukushima wieder einmal gezeigt, dass auch die Atomkraft zu viele Risiken in sich birgt. Wir brauchen einen grundlegenden Umbau der Energieversorgungssysteme auf eine nachhaltige Energieerzeugung und eine effizientere Energienutzung. Die Energiewende bietet darüber hinaus die große Chance einer grundlegenden wirtschaftlichen Modernisierung. So rüstet sich Deutschland vor steigenden Preisen für fossile Energien, schafft neue Arbeitsplätze und wird zur führenden Exportnation umweltschonender Technologien.

Energieeffizienz: Nachhaltiges Sanieren der Landkreisschulen

Im Landkreis Miltenberg setzen wir zum Beispiel bei der Generalsanierung der Schulen in Erlenbach am Main und in Miltenberg auf die Effizienz - je weniger Energie wir brauchen, um so besser! Dazu trägt auch bei, dass wir das Schulzentrum in Miltenberg-Nord zum größten Teil mit der Abwärme des mittelständischen Papierunternehmens FRIPA versorgen.

Der Klimaschutzpreis des Bund Naturschutz würdigt die vorbildliche Kooperation zwischen der Firma Fripa und dem Landkreis Miltenberg beim Aufbau eines Nahwärmenetzes. Das Bild zeigt (von links) BN-Vorsitzenden Steffen Scharrer, Kreisbaumeister Andreas Wosnik, Torsten Bahl (Geschäftsführer Fripa), Verena Queck-Glimm (geschäftsführende Gesellschafterin Fripa) sowie Landrat Jens Marco Scherf.

Schritte zur Mobilitätswende: Potential des Radfahrens nutzen 

Beim Thema Mobilität setzen wir wichtige Akzente mit dem landkreisweiten Radwegekonzept. Fast drei Viertel aller Fahrten im Landkreis Miltenberg geschehen mit dem Auto - nur etwa 12% Mit dem Rad sowie je 7% mit dem Bus und mit der Bahn. Das muss noch mehr werden!
Das Fahrrad besitzt angesichts des hohen Anteils kurzer Autofahrten unter 5 bzw. 10 km ein hohes Potential, was wir mit der Umsetzung des Radwegekonzepts gemeinsam mit den Gemeinden und den Freistaat Bayern heben wollen. Hier muss der Kreistag im Herbst noch entscheiden, ob er uns im Landratsamt auch die personellen Ressourcen zur Umsetzung der vielen Einzelmaßnahmen bewilligen wird.
Nicht nur für den touristischen Verkehr, wie hier bei der Saisoneröffnung des länderübergreifenden Odenwaldangebots NaTourBus in Amorbach, sondern auch im Alltag besitzt das Fahrrad großes Potential - ich persönlich bin mit dem Rad von Miltenberg nach Amorbach gefahren!

Busangebot im Landkreis Miltenberg ausbauen

Weitere wichtige Bausteine sind der Ausbau des Busangebots, z.B.
  • mit der 2-stündigen Buslinie 977 werktags von Miltenberg nach Würzburg und
  • der Anbindung Mömlingen - Groß-Umstadt und
  • der Südspessartlinie 83 von Miltenberg über Eschau / Mönchberg und Wildensee und Altenbuch sowie Breitenbrunn und Neuenbuch nach Stadtprozelten / Faulbach sowie Wertheim mit Anschluss nach Würzburg.
  • Aufgrund der noch fehlenden Barrierefreiheit des Bahnhofs Miltenberg wurden aus dem Südspessart bzw. aus dem Raum Bayerischer Odenwald ergänzende Busfahrten eingerichtet.
Weitere Zukunftsprojekte zur Stärkung des Busangebots im Landkreis Miltenberg sind
  • die Anbindung des Erftals nach Hardheim/Tauberbischofsheim sowie
  • eine Schnellbuslinie von Kleinwallstadt über Niedernberg und Großostheim direkt an die S-Bahn-Linie 1 Richtung Frankfurt! Ein Umsteigen in Kleinwalstadt wird sowohl mit dem Bus aus Leidersbach/Soden als auch mit dem Zug aus Richtung Sulzbach und Miltenberg möglich sein.
 
Im Auftrag des Landkreises Miltenberg fahren innerhalb des Tarifverbunds VAB mehrere mittelständische Unternehmen, wie hier im Bild die Linie 93 zwischen Miltenberg und Stadtprozelten.

Ausbau der Schiene als Rückgrat der Mobilität

Dritte Säule ist die Stärkung der Schiene im Landkreis Miltenberg, unter anderem mit der Taktverdichtung ab Dezember 2019 durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft und der Initiative zur Elektrifizierung der Maintalbahn. Für beides hat der Kreistag im Juli 2017 in seiner Resolution "Weichenstellung 2017" eindringlich plädiert! Die fünf wichtigsten Erfolge:
  1. Die bestehende Taktlücke im Abendverkehr zwischen Aschaffenburg und Miltenberg wurde im März 2018 geschlossen.
  2. Ab Dezember 2019 fahren am Wochenende die Regionalbahn-Züge zwischen Aschaffenburg und Miltenberg stündlich (statt 2-stündlich).
  3. Unter der Woche wird ab Dezember 2019 für die größeren Haltepunkte Obernburg-Elsenfeld, Klingenberg und Erlenbach am Main der Verkehr zwischen Miltenberg und Aschaffenburg durch eine Verdichtung des Regionalexpress auf einen ca. Halb-Stunden-Takt verdichtet. Teilweise halten die zusätzlichen RE-Züge auch in Kleinwallstadt.
  4. Für die Madonnenlandbahn Miltenberg-Amorbach-Seckach wird im Rahmen eines von beiden Bundesländern und den Landkreis Miltenberg und den badischen Neckar-Odenwald-Kreis ein Gutachten erstellt. Zielsetzung: Definition der Maßnahmen zu einer besseren Anbindung in Seckach an die S-Bahn Rhein-Neckar und in Miltenberg an den Verkehr Richtung Aschaffenburg/Frankfurt. Ab Dezember 2019 werden vorerst die Züge aus Amorbach in Miltenberg mit den schnelleren RE vertaktet.
  5. Im Rahmen der Bayerischen Elektrifizierungs-Offensive wurde im Frühjahr 2018 die Bahnstrecke Miltenberg-Aschaffenburg sowie die Hafenbahn Aschaffenburg für eine Elektrifizierung angemeldet.
Der weitgehende barrierefreie Umbau der Bahnhaltepunkte wird mit dem Umbau von Miltenberg 2020 sowie dem Abschluss des Umbaus in Kleinwallstadt und Obernburg-Elsenfeld vollendet. Bereits jetzt sind dank des Einsatzes der Westfrankenbahn alle Stationen im bayerischen Odenwald sowie im Südspessart und die Haltepunkte Kleinheubach, Klingenberg, Wörth am Main, Erlenbach am Main, Glanzstoffwerke und Sulzbach (Main) barrierefrei.

Einsatz für die Elektrifizierung der Maintalbahn

Ein Teilerfolg war, als der Freistaat Bayern nach Impuls durch das von mir dem Kreistag vorgelegte Konzept "Weichenstellung 2017" im Frühjahr 2018 die Maintalbahn Aschaffenburg-Miltenberg mit der Hafenbahn zum Bayernhafen Aschaffenburg dem Bund zur Elektrifizierung vorlegte. Aus diesem Grund luden der Bundestagsabgeordnete und ich im Jahr 2019 unseren Bundesverkehrsminister Scheuer nach Miltenberg ein, um dieses Projekt und seine Bedeutung ihm vorzustellen.

4.000 Fahrgäste am Bahnhof Miltenberg, 7.500 Fahrgäste auf der Maintalbahn sowie 23.000 Auspendler*innen und 13.000 Einpendler*innen belegen die Bedeutung der Maintalbahn. Für das umsteigefreie Fahren direkt von Miltenberg bis Frankfurt (Main) oder Darmstadt macht die Elektrifizierung sinnvoll - Bundesverkehrsminister Scheuer unterstützt dieses Projekt!



Wichtige Erkenntnisse erhoffen wir uns aus dem im Jahr 2018 beschlossenen Gutachten "Siedlung und Mobilität" des Regionalen Planungsverbandes sowie aus dem im Jahr 2019 begonnenen länderübergreifenden Potentialgutachten für die Madonnenlandbahn Miltenberg - Amorbach - Walldürn - Seckach.



Eröffnung des neuen Bahnhaltepunktes in Klingenberg am Main, gemeinsam mit Bürgermeister Ralf Reichwein, unserem Nahverkehrsbeauftragten Karl-Heinz Betz und meinem Stellvertreter im Amt und Abteilungsleiter für den ÖPNV, Herrn Regierungsdirektor Gerald Rosel (ganz rechts)

Alternative Energieträger stärker nutzen

Der Landkreis Miltenberg hat selbst per Kreistags-Beschluss 2019 ein umfassendes Photovoltaik-Programm auf den Weg gebracht. Ziel ist es, dass alle Liegenschaften des Landkreises sich größtmöglich selbst mit Solarstrom versorgen.

Aber auch für jeden von uns bietet die Sonne große Möglichkeiten: Gerade zur Sonnenzeit im Sommer sehen wir das enorme Potential der Sonne im Energie-Mix der Zukunft. Während der Kreistag schon "Ja" gesagt hat zum Photovoltaikprogramm auf den kreiseigenen Liegenschaften, bietet das regionsweite Solarkataster jedem Bürger und jeder Bürgerin eine Entscheidungshilfe für sonnige Aussichten: Ist mein Dach für Photovoltaik oder Solarthermie geeignet? Wie groß muss eine Photovoltaik- Anlage sein, damit sie den Eigenverbrauch deckt? Wie wirkt sich der Einsatz eines Batteriespeichers auf meinen Eigenverbrauch aus? Diese und weitere Fragen beantwortet seit nun vier Jahren das Solarkataster der Region Bayerischer Untermain online unter www.solarinitiative-untermain.de.
Insgesamt umfasst das Kataster 248.000 Gebäude in der Stadt Aschaffenburg und in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg - mehr als 60 Prozent der Dachflächen sind für die solare Nutzung geeignet. Die Nutzung ist für jedermann kostenlos, alle Informationen sind hersteller- und produktneutral. Die Anwendung ist komfortabel und leicht zu bedienen, anhand der Einfärbung eines Gebäudes kann dessen Eignung abgelesen werden. Weitere Informationen und Werkzeuge wie Modulplatzierung und Wirtschaftlichkeitsberechnung stehen per Klick zur Verfügung.

Mit wenigen Klicks können Hausbesitzer hier ermitteln, wieviel Strom oder Wärme auf dem eigenen Dach erzeugt werden kann und ob sich eine Investition in Photovoltaik oder Solarthermie rechnet. Dabei berücksichtigt das System sogar, ob und wie lange ein Dach möglicherweise durch Vegetation oder benachbarte Häuser verschattet wird. Mit der neuesten Funktionalität kann nun auch ermittelt werden, inwiefern sich ein Elektroauto auf den Eigenverbrauch auswirkt. Das Kataster soll auf keinen Fall eine Fachplanung ersetzen und ermöglicht auch keine Einschätzung über die Tragfähigkeit des Daches. Allerdings bietet die übersichtliche Zusammenfassung der eigenen Anlagenkonfiguration eine gute Basis, um vom Installateur ein konkretes Angebot erstellen zu lassen. Ausschnitt aus dem Kataster (Quelle: tetraeder/ www.solarkataster-untermain.de).

An der Entwicklung der Zugriffszahlen lässt sich auch das wiedererwachte Interesse an der Fotovoltaik ablesen. 2018 wurden im Durchschnitt monatlich über 380 Zugriffe auf das Kataster verzeichnet, gut 120 mehr als im Vorjahresdurchschnitt. Auch im laufenden Jahr zeichnet sich ein ähnlich hohes Interesse ab. Damit bleibt das System, das von den Klimaschutzmanagern der Stadt Aschaffenburg und der beiden Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg initiiert und unter der Regie der Energieagentur Bayerischer Untermain umgesetzt worden ist, ein wichtiger Baustein der regionalen Energie- und Klimaschutzstrategie.

Die Energiewende und damit die generationenübergreifende Aufgabe können wir nur alle gemeinsam bewältigen - stehen wir zur unserer Verantwortung und tun etwas!