Donnerstag, 6. August 2020

Warnhinweis: Hohe Waldbrandgefahr im Landkreis Miltenberg!

 

Hohe Waldbrandgefahr!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
 
geben wir gemeinsam Acht: Aufgrund der anhaltenden Trockenheit herrscht im Landkreis Miltenberg und in weiten Teilen der Mittelgebirge Unterfrankens weiterhin eine hohe Waldbrandgefahr. Auch für die nächsten Tage wird sonniges Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen erwartet.

Die Regierung von Unterfranken bittet daher die Bevölkerung, folgende Hinweise zu beachten:

  • In den Wäldern gilt Rauchverbot vom 1. März bis zum 31. Oktober. 
  • Werfen Sie beim Auto- und Bahnfahren keine Zigarettenkippen aus dem Fenster. 
  • Machen Sie im Wald oder in Waldnähe (bis 100 Meter) kein offenes Feuer. Bei offenen Feuerstätten sind die von ihnen ausgehenden Gefahren besonders zu berücksichtigen; von leicht entzündbaren Stoffen müssen offene Feuerstätten mindestens 100 Meter entfernt sein. 
  • Geschlossene Feuerstätten im Freien müssen von brennbaren Stoffen und Gebäuden mindestens 5 Meter, von leicht entzündlichen Stoffen mindestens 25 Meter entfernt sein. 
  • Bei starkem Wind dürfen Feuerstätten nicht benutzt werden. 
  • Bei Verlassen der Feuerstelle müssen Feuer und Glut vollkommen erloschen sein. 
  • Parken Sie Ihren PKW nicht auf trockenem Gras, da es sich am heißen Katalysator entzünden kann. 
  • Den Waldbesitzer*innen wird dringend abgeraten, die Rinde und Gipfel von Borkenkäfer befallenen Hölzern zu verbrennen. Es wird empfohlen, das Restholz zu häckseln und aufgrund der hohen Nachfrage in Heizwerken zu verwenden.

Die rechtlichen Grundlagen für den Umgang mit Feuer finden sich im Waldgesetz für Bayern (BayWaldG), im Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) und in der Landesverordnung zur Verhütung von Bränden (VVB). Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Zudem müssen Brandverursacher mit beträchtlichen Schadensersatzforderungen und gegebenenfalls auch Strafverfahren rechnen.

Mittwoch, 5. August 2020

Sanierung des Bahnhofs Miltenberg erfolgreich gestartet

 
 

Barrierefreier Bahnhofsumbau Miltenberg gut angelaufen

 

Jahrelang haben wir uns auf allen politischen Ebenen für den Umbau des Bahnhofs Miltenberg eingesetzt. Zuletzt hatten wir sogar den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf Einladung unseres Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann vor Jahresfrist in Miltenberg begrüßen können. Trotz Corona ist es seit Mai soweit und die Gruben für die Aufzugsschächte sind bereits ausgehoben!

 

Der barrierefreie Ausbau des Miltenberger Bahnhofs geht gut voran: Davon konnten sich Gäste aus der Politik und Firmenvertreter bei einem Ortstermin der Westfrankenbahn am Montag überzeugen. Acht Millionen Euro wird dieses Vorhaben Bund, Westfrankenbahn und Stadt Miltenberg kosten. Das Geld dafür ist aber gut investiert, denn die Barrierefreiheit ist ein wichtiger Baustein in Sachen Mobilität für Alle.

 

Denis Kollai, Sprecher der Geschäftsleitung der Westfrankenbahn, stellte die Grundzüge des Vorhabens vor, das den Miltenberger Bahnhof in ein barrierefreies, modernes Zentrum des Regionalverkehrs umgestalten wird. Dazu gehören laut Kollai die Erschließung aller Bahnsteige über Aufzüge aus der Unterführung, auch der Zugang von der Nikolaus-Fasel-Straße erhält einen Aufzug. Das Bahnhofsgebäude selbst wird über eine Rampe und elektrische Türen barrierefrei erschlossen. Der Einstieg in die Züge wird für alle mobilitätseingeschränkten Reisenden künftig stufenlos möglich sein. Der Bahnhof wird außerdem mit energiesparenden LED-Lampen beleuchtet. Was nicht nur die Bahnreisenden, sondern auch alle Menschen nördlich der Bahnlinie erfreuen wird: die Unterführung wird verbreitert, um einige Meter in Richtung Nikolaus-Fasel-Straße verlängert und modernisiert. Auch soll es künftig dank Anlage einer Fahrradspur viel bequemer sein, Fahrräder zu transportieren, versprach Kollai. „Viel Hirnschmalz“ habe man in die Planung gesteckt, blickte er zurück und lobte das Eisenbahnbundesamt, das die Pläne unterstützt und schnell genehmigt habe. Langfristig gehe es auch darum, die Bahnlinie leistungsfähiger zu gestalten und mehr Kapazität auf die Schiene zu bringen, sagte er und verwies auf die Pläne zur Elektrifizierung. Kollai dankte allen Politikern für ihre Unterstützung – dem Bundestagsabgeordneten Alexander Hofmann, dem Landtagsabgeordneten Berthold Rüth, mir als zugfahrenden Landrat und Miltenbergs ehemaligem Bürgermeister Helmut Demel. Mit den am Bau beteiligten Firmen sei man bislang sehr zufrieden, so Kollai.

 

Bei uns Ehrengästen herrschte kein Zweifel über die Notwendigkeit des Bahnhofsumbaus. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann hob die Bedeutung des Miltenberger Bahnhofs vor, der beim Passagieraufkommen der viertgrößte in Unterfranken ist. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer, der in Miltenberg war, habe dies so gesehen, sagte er und nannte den Ausbau „ein tolles Signal für die Region“. Für den Landtagsabgeordneten Berthold Rüth ist der barrierefreie Ausbau wichtig, da es zum einen rund eine Million Schwerbehinderte in Bayern gibt. Zudem werde die Gesellschaft immer älter, sagte er und freute sich über diese „Investition in die Zukunft.“

Als Landrat ist dieses Projekt ein „ganz wichtiges und zentrales Projekt für ganz Unterfranken“. Miltenberg braucht mit über 4000 Fahrgästen täglich und drei Bahnstrecken in Richtung Amorbach, Stadtprozelten und Aschaffenburg eine starke Station. Ich bin überzeugt, dass in den nächsten Jahren noch viele Anstrengungen nötig sein werden, damit die Infrastruktur für Berufs- und Schülerverkehr, Tourismus und Güterverkehr belastbarer wird. Auch gilt es, den Berliner Platz zum Busbahnhof und städtebaulich zum dritten Stadteingang Miltenbergs neben Mainzer und Würzburger Tor umzugestalten. Wir brauchen eine starke Schiene im Landkreis, weshalb mein Dank besonders den Politikern gilt, die parteiübergreifend das Umbauprojekt erfolgreich gemeinschaftlich ermöglicht haben. Als kleinen Beitrag des Landkreises überreichte ich eine Rolle kompostierbares Absperrband, das die Westfrankenbahn an geeigneter Stelle verwenden kann.

 

 

Miltenbergs Bürgermeister Bernd Kahlert beleuchtete die Vorgeschichte des Projekts, über das die offiziellen Stellen – Regierung, Landrat, Stadt und Westfrankenbahn – erstmals im Jahr 2015 konkret gesprochen hatten. Die Stadt Miltenberg werde dank der Bundesförderung für den barrierefreien Ausbau nun lediglich die Kosten für den modernen und sicheren Ausbau der Unterführung tragen. Unter anderem solle die helle Ausleuchtung das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung stärken. Dass der Ausbau nötig sei, beweise eine Fußgängerzählung, wonach bis zu 4.200 Personen pro Tag die Unterführung nutzen, darunter 2.800 Bahnkunden. Nördlich des Bahnhofs sei ein Park-and-Ride-Parkplatz geplant, auch soll der Nordausgang der Unterführung attraktiv gestaltet werden. Für den Berliner Platz sei ein städtebauliches Konzept erarbeitet worden, so Kahlert; dafür brauche man aber noch Flächen von der Bahn.

Anschließend ging Ludger Einhaus (Firma Kuzman Invision) auf die Gestaltung der Unterführung mit modernen, beleuchteten LED-Elementen ein, Frank Hellenbrandt (Firma Rinn) stellte das an den Bahnsteigen einzubauende Ökopflaster vor.


 
 
 
 

 


Mittwoch, 29. Juli 2020

Verantwortung aus der Geschichte - 2. Landespreis für Johannes-Hartung-Realschule


2. Landespreis für Miltenberger Realschule



Zum Abschluss des Schuljahres 2019/20 besuchte ich die Miltenberger Johannes-Hartung-Realschule: Die von den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse entwickelte Ausstellung „Den Juden Miltenbergs ein Gesicht und eine Stimme geben“ hat beim bayernweiten Geschichte-Wettbewerb „Der Geschichte ein Gesicht geben“ den zweiten Landespreis erhalten. Der damit verbundene Preis, eine Einladung nach München, musste aber aufgrund der Corona-Beschränkungen entfallen. Dafür aber feierte die Schule den Preis am Freitag mit einigen Ehrengästen.

 

Ausgangspunkt für die Ausstellung war die Miltenberger Stolperstein-Initiative, erklärte Veronika Repp, die mit Konrektor Manfred Wedl die Erstellung der Ausstellung begleitete. Gemeinsam wollten alle Aktiven die Straßen der Kreisstadt und die Geschichte der Menschen, die sich hinter den dort befindlichen Stolpersteinen befinden, erlebbar machen. Das geschah mit Fotos, Texten und vor allem durch Hör-Texte, die die Klasse erstellte und im Tonstudio der Radio- und Film-AG der Realschule aufnahm. „Sehr emotional“ seien die gesprochenen Texte geworden, erklärte Veronika Repp und spielte eine Aufnahme ab. Darin wurden die Ängste der Miltenbergerin Jüdin Mira Marx vor dem Miltenberger Mob in der Reichspogromnacht 1938 laut. 1942 wurde sie von den Nationalsozialisten nach Krasniczyn deportiert und dort umgebracht. Heute erinnert ein Stolperstein an sie und ihr Schicksal. 19 dieser Aufnahmen wurden erstellt und sollten eigentlich mittels QR-Codes in die Ausstellung eingefügt werden, so Repp. Dann aber sei die Schulschließung aufgrund der Corona-Pandemie gekommen. „Aus Frust“ habe sie die noch nicht fertige Ausstellung dennoch abgefilmt und zum Wettbewerb eingereicht, sagte Repp. Dass man den zweiten Landespreis bekommen habe, habe man wirklich nicht erwartet.

Die Ausstellung wolle den Menschen von heute die Geschichte von gestern erlebbar und spürbar machen, ergänzte Konrektor Manfred Wedl. Die Schicksale, die sich dahinter verbergen, sollten „eine Mahnung für unsere Gegenwart und unsere Zukunft sein.“ Dieses Kapital der Geschichte dürfe nicht vergessen werden, mahnte Wedl und lobte die Stolperstein-Initiative, die den „Stein ins Rollen“ gebracht habe.


Als Landrat Jens Marco Scherf bin ich ebenfalls dankbar für diese Initiative, denn: Es ist wichtig, dass dieses bedeutende Thema weitergetragen wird. Unverständlich finde ich einige politische Stimmen, die das Vergessen dieses Kapitels der deutschen Geschichte fordern. Die entscheidende Frage ist immer, wie so etwas habe passieren können. Deshalb ist es mir so wichtig, dass wir es nicht zulassen, dass Menschen in Schubladen gesteckt werden, weil sie etwa eine andere Religion oder Hautfarbe hätten. Grundlage unseres Miteinanders sei es, jeden Menschen als Individuum mit seiner Menschenwürde wahrzunehmen. Jeder Mensch ist ein Individuum mit seiner Würde - das verdeutlichen die Schüler*innen, indem sie die persönliche perspektive der Opfer erlebbar machen.


Bürgermeister Bernd Kahlert hob den hohen Stellenwert der Ausstellung hervor – vor allem angesichts der Tatsache, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt. Die deutsche Geschichte jener schlimmen Jahre dürfe niemals in Vergessenheit geraten, forderte er. Schnell entwickelten schon kleine Floskeln große Wirkung, forderte er zu respektvollem Umgang miteinander auf.

Damit die Ausstellung möglichst viele Menschen erreicht, soll sie „aus der Schule heraus“, wünschte sich Manfred Wedl. Er wolle deshalb mit Sparkasse, Stadt, Landratsamt und Museum sprechen, um Möglichkeiten einer öffentlichen Darstellung zu finden. Denkbar sei auch eine Erweiterung der Ausstellung, so Veronika Repp, denn das nächste Thema sei „Kriegsende 1945 in Bayern.“

Am Rande der Ausstellung machte das Ehepaar Bassarab, das in der Stolperstein-Initiative tätig ist, auf einen neuen QR-Code aufmerksam. Er soll am alten jüdischen Friedhof in Miltenberg angebracht werden. Mit dem Smartphone erreicht man so Zugriff auf den Gräberplan des Friedhofs. Mit dem Klick auf die einzelnen dargestellten Grabmale gelange man in die Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken in Miltenberg und erfahre alles über die Inschriften der Grabsteine und die Menschen, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Donnerstag, 23. Juli 2020

Landkreis Miltenberg als Fair-Trade-Landkreis bestätigt!


Landkreis Miltenberg ist rezertifiziert als „Fairtrade-Landkreis“

Der Landkreis Miltenberg erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne und trägt für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Kreis. Die Auszeichnung wurde erstmalig im Jahr 2016 durch TransFair e.V. verliehen. Seitdem baut die Kommune dank eines sehr aktiven Steuerkreises ihr Engagement weiter aus.

Diese Woche erhielt ich die positive Botschaft des Leiters des landkreisweiten Steuerkreises Robert Faust: Wir sind bestätigt als Fair-Trade-Landkreis! Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes  Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels im Landkreis Miltenberg. Ich bin froh und dankbar für das große Engagement in unseren Städten und Gemeinden. Gerade die Corona-Krise war für unsere vielen Eine-Welt-Läden eine große Belastung, aber der Wert eines fairen Handels ist stärker als diese Krise. Einen nächsten Impuls für einen bewussten und kritisch-reflektierten Konsum werden wir in der Region Bayerischer Untermain mit dem Einkaufsführer „fair – regional – bio“ setzen, der derzeit von der Zentec erstellt wird. Ich bin stolz, dass der Landkreis Miltenberg als deutschlandweit einer von 35 Landkreisen dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Towns angehört. Wir setzen uns weiterhin mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern. Robert Faust, Sprecher der Steuerungsgruppe Fairtrade-Landkreis Miltenberg freut sich besonders über die zunehmende Zahl aktiver Fairtrade-Gemeinden, -Schulen und -Kitas im Landkreis Miltenberg, für die die Steuerungsgruppe eine aktive Austauschplattform bietet. 

 


Vor vier Jahren erhielt der Landkreis Miltenberg  am 22.9.2016 erstmals das Siegel „Fair-Trade-Landkreis“, im Jahr 2018 wurde erstmals eine Re-Zertifizierung vorgenommen. Vorausgegangen war der mehrheitlich gefasste Beschluss im Kreistag im Dezember 2015, den Status als Fair-Trade-Landkreis anzustreben. Besonderheit im Landkreis Miltenberg ist die Verbindung des fairen und regionalen Handels in der Kampagne „fair & regional – einfach genial“. Diese macht unter anderem auf die Qualität und Bedeutung regional erzeugter Produkte aufmerksam, so beispielsweise auf die Arbeit der Handwerksmetzger oder Handwerksbäcker und regionale Produkte wie den Käsetaler oder Landfrauentaler.

 Um Fair-Trade-Landkreis zu sein und zu bleiben, müssen nachweislich fünf Kriterien erfüllt werden – und es ist mehr als der Umstand, dass Landrat und Kreistag in ihren Sitzungen fairen Kaffee und fair-regionalen Apfel-Mango-Saft trinken: eine Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten im Landkreis und den stetig mehr werdenden Fair-Trade-Gemeinden, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten regelmäßig über die Aktivitäten vor Ort.

Im Herbst stehen nun im Landkreis Miltenberg die Faire Woche an, an der sich laut Robert Faust die Eine-Welt-Läden beteiligen werden. Dies ist auch eine Form zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals - SDG´s), die 2015 verabschiedet wurden. Unter dem Motto „global denken, lokal handeln“ leisten die Menschen im Landkreis Miltenberg mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag.

Der Landkreis Miltenberg ist eine von gut über 850 Fairtrade-Towns in Deutschland, darunter sind bundesweit 35 Landkreise und insgesamt 228 bayerischen Fair-Trade-Towns.  Das globale Netzwerk der Fairtrade-Towns umfasst weltweit über 2.000 Fairtrade-Towns in insgesamt 36 Ländern, darunter Großbritannien, Schweden, Brasilien und der Libanon. Besondere Unterstützung aus dem Fair-Trade-Landkreis Miltenberg finden derzeit die Bemühungen des Bezirks Unterfranken und der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main, um Fair-Trade-Regionen zu werden. Weiter Informationen zur Fairtrade-Towns Kampagne finden Sie unter www.fairtrade-towns.de

Mittwoch, 22. Juli 2020

Bildung: Starke Persönlichkeiten an unseren Mittelschulen im Landkreis Miltenberg




Ehrung sozial engagierter Mittelschülerinnen und Mittelschüler mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Rektor Thomas Krenz, Enes Kisac, Dirk Elias (AK Schule-Wirtschaft), Selina Harris, Rektor Gerhard Ammon (AK Schule-Wirtschaft) und Schulrat Harald Frankenberger.


Starke Persönlichkeiten an unseren Mittelschulen im Landkreis Miltenberg



Über zehn Jahre ist es her, es war im Jahr 2009, als wir im Landkreis Miltenberg erstmals starke, sozial engagierte Schüler*innen unserer Hauptschulen, heute Mittelschulen, im Landkreis Miltenberg öffentlich gewürdigt und ausgezeichnet haben! Die Idee entstand an einem Treffen von Vertreter*innen von Hauptschulen und Handwerk aus der vollen Überzeugung: Wir haben an unseren Haupt- bzw. Mittelschulen phantastische Jugendliche, die eine Chance verdient haben - und die das Fundament unserer Zukunft sind! Aus der Arbeitsgruppe Hauptschule - Handwerk entstand das Projekt der Ehrung sozial engagierter Schüler*innen, stark getragen vom Engagement des Schulleiters Gerhard Ammon und des langjährigen Kreishandwerksmeisters Erich Stappel, von Anfang an unterstützt von der Sparkasse Miltenberg - Obernburg, sowie einem damals Mittelschullehrers / Konrektors / Rektors Jens Marco Scherf.


Besondere Auszeichnung 2020


In Corona-Zeiten ist alles etwas anderes: Üblicherweise werden in jedem Jahr 30 Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen für ihr soziales Engagement geehrt, in diesem vom Corona-Virus geprägten Schuljahr sind es nur acht. Stellvertretend für alle wurden Selina Harris und Enes Kisac (beide Wörth) ausgezeichnet.



Dem veranstaltenden Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und dem Schulamt war es wichtig, der Öffentlichkeit das starke Signal zu senden: An den Mittelschulen des Landkreises gibt es hervorragende junge Leute, die nicht nur an sich denken, sondern sozial handeln und sich für andere Menschen einsetzen – egal ob in der Schule, in Vereinen oder sonstigen sozialen Organisationen.


Pandemie-gemäße Veranstaltung an der Mittelschule Wörth



Da eine große Ehrung mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrer angesichts Corona unrealistisch war, hatten sich Arbeitskreis und Schulamt eine kleinere Veranstaltung überlegt. So konnten die Schulen ausnahmsweise nur Abschlussschüler*innen melden, da diese im kommenden Schuljahr sonst leer ausgehen würden. Die acht Gemeldeten erhalten ihre Urkunden sowie den Geldpreis der Sparkasse in Höhe von jeweils 30 Euro über ihre Schulen, als symbolische Geste wurden zwei der Ausgewählten am Dienstag in der Mittelschule Wörth in Anwesenheit ihrer Klassenkameradinnen und Klassenkameraden ausgezeichnet.


Nach der Begrüßung durch Rektor Thomas Krenz erklärte Schulrat Harald Frankenberger den Gästen in der Aula, warum in diesem Jahr eine andere Form der Ehrung gewählt wurde. Landrat Jens Marco Scherf sprach von „einem ganz verrückten Schuljahr.“ Allerdings habe die Corona-Pandemie klar gezeigt: „Egal, was passiert, gemeinsam können wir alles meistern.“ Nur gemeinsam habe man die Krise bislang so gut bewältigen können, bilanzierte Scherf und wies auf das soziale Engagement vieler Menschen hin. Es gelte, nicht nur an sich zu denken, sondern auch Verantwortung für andere Menschen zu praktizieren, sagte der Landrat und hob die ausgezeichneten Mittelschüler*innen hervor, die genau dies getan hätten.


Für Rektor Gerhard Ammon vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft passt die Ehrung genau in die Zeit. „Solidarität hilft uns weiter“, sagte er und lobte den sozialen Einsatz der jungen Leute. „Glaubt an euch“, gab er ihnen mit auf den weiteren Lebensweg und bezeichnete sie als „Leistungsträger der Zukunft.“


Hohe Auszeichnung für Selina Harris und Enes Kisac



Als positive Beispiele nannte er Selina Harris und Enes Kisac. Sie zeichneten sich durch besondere Hilfsbereitschaft gegenüber ihren Mitschülern und Mitschülerinnen aus; Enes Kisac kümmerte sich zudem vorbildlich um einen Mitschüler, der auf den Rollstuhl angewiesen ist. Weitere positive Beispiele listete Dirk Elias (Arbeitskreis Schule-Wirtschaft) auf: Silas Herberich (Eschau), Isabell Speth und Emma Bauerkämper (beide Großheubach), Milena Hock (Großwallstadt) sowie Hakim Yilmaz und Alex Weilandt (beide Miltenberg) waren durch ihre Tätigkeiten – etwa als Hausmeisterunterstützer, Erste-Hilfe-Kräfte, Streitschlichter, Schülerlotsen, Tutor bei der Hausaufgabenbetreuung oder durch Einsatz in der Feuerwehr – ein Vorbild für alle Schülerinnen und Schüler.


Ehrung sozial engagierter Mittelschülerinnen und Mittelschüler mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Rektor Thomas Krenz, Enes Kisac, Dirk Elias (AK Schule-Wirtschaft), Selina Harris, Rektor Gerhard Ammon (AK Schule-Wirtschaft) und Schulrat Harald Frankenberger.



 






Samstag, 18. Juli 2020

Virtueller Start ins Studium BW-KMU in Miltenberg


 
 

Virtueller Start ins BW-KMU-Studium in Miltenberg



Der Studiengang der Technischen Hochschule (TH) Aschaffenburg „Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen“ am Standort Miltenberg ist bisher ein voller Erfolg. Auch im Wintersemester 2020/2021 soll es weitergehen. Angesichts der Corona-Pandemie gab es nun eine Premiere: In einer Videokonferenz schalteten sich über 20 Interessentinnen und Interessen am Donnerstag bei einer virtuellen Informationsveranstaltung zu, um alles Wissenswerte zum Studiengang zu erfahren.

 

Starker Studiengang für den Wirtschaftsstandort Landkreis Miltenberg





 


Auch für mich als Landrat ist die enge Begleitung des Studienortes selbstverständlich. In meine erste Amtszeit fiel die Premiere des Studiengangs. Trotz Corona-Krise und vielen Themen im Juli ließ ich es mir deshalb nicht nehmen, mich aus meinem Büro zuzuschalten und Begrüßungsworte an die Zugeschalteten zu richten. Besonders freut mich, dass wir mit über 20 Teilnehmenden mehr Interesse haben als in den Vorjahren mit unseren analogen Veranstaltungen! Der Mix aus digitalen und analogen Bausteinen ist typisch für das Blended Learning und Grund für den Erfolg - sozusagen das Beste aus zwei Welten!

 

Studienort Miltenberg ist ein besonderer Studienort!


Der Studienort Miltenberg unserer TH Aschaffenburg ist ein ganz besonderer, er passt mit dem Studiengang BW-KMU genau in den Landkreis. Die Region ist in besonderer Weise von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Unsere Firmen sind vom Namen her oftmals gar nicht so bekannt, aber sie sind aber absolute Leistungsträger, die auch international an der Spitze mitspielen. Diese Unternehmen sind stark auf gut motivierte und ausgebildete Fachkräfte angewiesen, weshalb ich dankbar bin, dass die TH Aschaffenburg den Studiengang in Miltenberg anbietet, denn die THA steht für höchste Qualität.
 
 

Landkreis Miltenberg hat eine Million Euro investiert!

 
Gut auch, dass der Kreistag vor fünf Jahren einstimmig meinem Vorschlag gefolgt ist, für die Etablierung eines Studienortes Miltenberg unserer THA eine Million Euro on top auf das Investitionsprogramm Bildung zu genehmigen!


TH Aschaffenburg bürgt für höchste Qualität


Die Hochschule sei vom Campus Miltenberg begeistert, ergänzte Moderation Christine Wissel und sprach von einer „tollen Location.“ Auch Dekan Professor Hartwig Webersinke machte den Zuhörenden Appetit auf das Studium in Miltenberg und führte aus, dass die in Zeiten von Corona häufig genannte Digitalisierung am Campus schon seit dem Jahr 2017 gelebte Realität sei. Hier werde virtuell gelehrt, aber auch der persönliche Kontakt zu den Dozentinnen und Dozenten sowie unter der Studierenden werde gepflegt. Das sei auch wichtig, so der Dekan, denn der persönliche Austausch sei bereichernd.



 

Was ist "blended Learning"?


Im Studiengang können Studierende in Miltenberg Präsenzstudium und virtuelles Studium verbinden. In der Regel sind die Studierenden an zwei Tagen pro Woche auf dem Campus, den Rest erlernen sie zuhause. Dieses Blended Learning macht es möglich, das Studium auch in besonderen Lebenslagen zu meistern – etwa wenn man Kinder zu betreuen hat, Geld hinzuverdienen muss oder arbeitet. Die kleinen Gruppen werden im modern ausgestatteten Campus intensiv betreut, aber die Studierenden können auch in eigenen Arbeitsgruppen gemeinsam lernen.

Nach dem Basisstudium beginnt im fünften Semester das Schwerpunktstudium, in dem die Studierenden erste Weichen für berufliche Ausrichtung stellen. Dazu kommt ein Praxissemester. Abgeschlossen wird das Studium mit dem Bachelor of Arts. Mit dem Erlernten können die Absolventinnen und Absolventen in verschiedenen Bereichen arbeiten, aber auch selbst kleinere und mittlere Unternehmen führen.



Online-Bewerbung bis 15. August!





Freitag, 17. Juli 2020

Die Stiftung Altenhilfe - fast 2,75 Millionen € für eine Pflege mit hoher Lebensqualität im Landkreis Miltenberg





Ein Dankeschön an zwei langjährige und engagierte Unterstützer der Stiftung Altenhilfe im Landkreis Miltenberg: Günther Oettinger und Helmut Demel




Ein wertvolles Erbe im Landkreis Miltenberg: Die Stiftung Altenhilfe



 
Oft denken wir bei der Beurteilung von Politikern einseitig daran, was sie Neues geschaffen haben. Aber mitunter ist es auch wichtig, den Wert des Bestehenden zu erkennen und dieses zu hegen und pflegen. So ist es mit der "Stiftung Altenhilfe", die mir mein Vorgänger und der leider zu früh verstorbene Altlandrat Roland Schwing besonders ans Herz gelegt hat!


2,75 Millionen € für eine Pflege mit hoher Lebensqualität im Landkreis Miltenberg



Für die Seniorinnen und Senioren im Landkreis Miltenberg ist die Stiftung Altenhilfe ein wahrer Segen: Seit 1993 hat sie fast 2,75 Millionen Euro für Alteneinrichtungen im Landkreis Miltenberg, vor allem für Alten- und Pflegeheime, bewilligt. Nun hat sich die Stiftung am Mittwoch im Landratsamt Miltenberg neu konstituiert.
Mittlerweile steht die Sorge um eine gute Pflege im Landkreis Miltenberg auf zwei starken Säulen: Neben der Stiftung Altenhilfe bauen wir im Landkreis Miltenberg auch auf das Pflegenetz MIL



Jürgen Reinhard neu im Vorstand

 
Eine fantastische Einrichtung ist die Stiftung, so lautet mein Urteil über 25-jährige Wirken der Stiftung und betone die Bedeutung dieses Erbes meines Vorgängers Roland Schwing. Ganz wichtig ist es, die Gemeinden mit im Boot zu haben. Neu im Vorstand und Stiftungsrat ist als zweiter Vorsitzender Niedernbergs Bürgermeister Jürgen Reinhard. Diese Position nimmt er kraft seines Amts als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags ein.


Geschäftsführer Manfred Vill, als Leiter des Sozialamts ebenfalls Vorstandsmitglied, stellte die von Altlandrat Roland Schwing 1991 initiierte Stiftung vor. Nach dem Kreistagsbeschluss 1992 folgte die konstituierende Sitzung am 26. Oktober 1992, gefolgt von ersten Bewilligungen im Februar 1993. Zu den bisherigen Jubiläen habe man prominente Politiker begrüßen dürfen, nannte Vill unter anderem Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Franz Müntefering. Die Stiftung fördert laut Vill nur zusätzliche Maßnahmen und Gegenstände, die mangels staatlicher oder sonstiger Zuschüsse ohne Stiftungsmittel nicht realisierbar wären und die auch sonst von den Trägern nicht angeschafft werden müssten. Die geförderten Anschaffungen müssen dem Wohl der alten Menschen dienen, laut Vill eine weitere wichtige Voraussetzung.


Gefördert werden unter anderem Gegenstände und Maßnahmen der Bereiche Freizeitgestaltung, Erhöhung der Lebensqualität, Erleichterung der Pflege sowie in eingeschränktem Umfang Fortbildungen des Personals zum Zweck der Qualitätssteigerung. In zwei Sitzungen pro Jahr entscheidet das Kuratorium, welche beantragten Gegenstände bezuschusst werden, erklärte Vill. Einzelprojekte würden nur gefördert, wenn der gesamte Landkreis Nutzen daraus ziehe. Finanziert wird die Stiftung von Kreis und Kommunen. Alle 32 Landkreisgemeinden zahlen pro Jahr und Einwohner 40 Cent, der Landkreis stockt den Betrag um die gleiche Höhe auf. So fließen pro Jahr etwa 103.000 Euro an die Stiftung. Dazu kommen Zinsen aus Vermögensgrundstock, Zinsen, Spenden und Zuwendungen aus Nachlässen. „Wir freuen uns über jede auch noch so kleine Spende“, sagte Vill und bedauert, dass die Zinsen aufgrund der Niedrigzinsphase stark sinken. Das Reinvermögen der Stiftung beläuft sich mit Stand 31. Dezember 2019 auf rund 1,75 Millionen Euro, darunter rund eine Million Euro Grundstockvermögen. Wichtig sei, auf allen Ebenen für die Stiftung zu werben, sagte Vill und wies etwa auf Homepage (www.stiftungaltenhilfe-mil.de), Broschüren, Aufkleber, eine Posterserie und Zeitungsartikel über Spendenübergaben hin.

Der Stiftungsrat



Nach Vills Vortrag konstituierte sich das Gremium neu. Demnach wird der Stiftungsrat neben dem Vorstandstrio (Scherf, Reinhard und Vill) von Kerstin Weckwerth (für die Alteneinrichtungen des Landkreises), den Kreisräten Peter Schmitt und Roland Eppig, den vom Gemeindetag nominierten Bürgermeistern Thomas Zöller und Thomas Köhler sowie Sozialreferent Erwin Dittmeier komplettiert. Jeweils einstimmig wurden in den Stiftungsbeirat berufen: Adolf Zerr (BLSV-Kreisverband), Andreas Köster (Sängerkreis Miltenberg), Manfred Schüßler (Sängerkreis Obernburg), Rudi Schreck (Musikverband Untermain), Karlheinz Brunner (Kreisfeuerwehrverband), Thomas Feußner (Sparkasse Miltenberg-Obernburg), Stefan Balles (Raiffeisen-Volksbank Miltenberg), Dr. Hans-Martin Blättner (Lionsclub Amorbach-Miltenberg), Dr. Christian Hepner (Rotary Club) und Christina Jung (Seniorenfachkraft am Landratsamt Miltenberg). Der Beirat berät den Stiftungsrat.

Die Patenschaften für die Einrichtungen



Als Betreuer der Senioreneinrichtungen fungieren Adolf Zerr für das Pflegezentrum Obernburg, Andreas Köster für die Caritas-Tagespflege Schwanenhöfe Bürgstadt (ab 2021), Dr. Christian Hepner für die Pflegeeinrichtung Weilbach sowie die BRK-Tagespflege „Am Stadtpark“ Miltenberg (ab September 2020), Dr. Hans-Martin Blättner für das Haus Maria Regina Miltenberg, Landrat Jens Marco Scherf für die Senioren-Residenz Wörth, die Wohnheime der Lebenshilfe und die Tagespflege Stadtprozelten, Jürgen Reinhard für Santa Isabella Niedernberg und die BRK-Tagespflege Obernburg, Karlheinz Brunner für die Johanniter-Unfallhilfe Miltenberg, Manfred Schüßler für das Haus Dominic in Elsenfeld, die Tagesstätte Ursula Weigand in Erlenbach sowie den Wohnpark Eschau (Tagespflege), Peter Schmitt für das Altenheim der Hospitalstiftung in Amorbach, das Seniorenheim Werner in Amorbach und die Tagespflege „Leben“ in Amorbach, Roland Eppig für das Haus Theresa in Großwallstadt sowie das Seniorenheim Mömlingen sowie Rudi Schreck für das Seniorenwohnstift Erlenbach und Santa Luzia in Klingenberg. Auch diese Personen wurden einstimmig berufen.

Dank an verdiente Unterstützer der Stiftung Altenhilfe



Kuratoriumsvorsitzender Landrat Jens Marco Scherf dankte am Ende allen ausgeschiedenen Stiftungsratsmitgliedern für ihren jahrelangen Einsatz. Er würdigte dieses Engagement mit der Übergabe von Weinpräsenten an die ehemaligen Bürgermeister Günther Oettinger (Großheubach) und Helmut Demel (Miltenberg).


Ein Dankeschön an zwei langjährige und engagierte Unterstützer der Stiftung Altenhilfe im Landkreis Miltenberg: Günther Oettinger und Helmut Demel