Montag, 10. Juni 2019

Radwegekonzept des Landkreises Miltenberg weist den Weg zur Mobilität der Zukunft


Im Sommer 2018 nahm der Landkreis Miltenberg erstmals an der Aktion Stadtradeln teil

Großes Potential des Radverkehrs nutzen!


Vor drei Jahren reifte die Idee, dass der Landkreis Miltenberg ein Radverkehrskonzept braucht. Vorbei muss die Zeit sein, dass unsere Radwege nur Zufallsprodukte großer Straßenbaumaßnahmen sind, vorbei muss die Zeit sein, dass Radwege zwischen den Orten schlecht abgestimmt sind, vorbei muss die Zeit sein, in denen radfahrende Menschen keine Rolle in den Verkehrsplanungen spielen.


Startschuss im Herbst 2016 - intensive Erarbeitungsphase

Start im Herbst 2016


Einstimmig folgte der Kreistag deshalb dem Vorschlag unseres Kreisbaumeisters und von mir im Herbst 2016, dass wir in einem öffentlichen Prozess gemeinsam mit den 32 Gemeinden des Landkreises Miltenberg ein Radwegekonzept als Zielkonzept entwickeln.

Es folgte eine intensive Arbeitsphase mit einer Befragung der Bürger*innen zur Ermittlung der Fahrtstrecken und eine Erfassung jedes einzelnen Meters Radweg im Landkreis Miltenberg. Nach dem ersten Entwurf eines optimalen Radwegenetzes wurde dies in mehreren Workshop-Phasen sowohl mit den Gemeinden als auch mit interessierten Bürger*innen überarbeitet, so dass nach fast 3 Jahren Arbeit ein umfassendes Radwegekonzept mit mehreren hundert konkreten Maßnahmen vorgestellt werden konnte. Die Empfehlungen wenden sich je nach Zuständigkeit an die Gemeinden, den Landkreis, an den Freistaat oder den Bund.

 

Einstimmiger Beschluss für das Radwegekonzept und seine Umsetzung!


In seiner Mai-Sitzung ist der Kreistag am Dienstag einer Empfehlung des Ausschusses für Bau und Verkehr gefolgt, das nun vorliegende landkreisweite Radverkehrskonzept umzusetzen. Mit diesem Beschluss kommen auf den Landkreis in den kommenden Jahren hohe Kosten zu, die aber nach Ansicht des Gremiums im Sinne des Klimaschutzes notwendig sind.

Viel mehr Informationen zum Radverkehrskonzept finden Sie hier:

https://www.landkreis-miltenberg.de/Wirtschaft,Bauen-Verkehr/Verkehr/Radverkehrskonzept.aspx

An ausreichend Plätze zum Erholen sollte natürlich auch gedacht werden!

Mittwoch, 5. Juni 2019

Projekt 112 - stets einsatzbereit unsere Einsatzkräfte!


Projekt 112 - weit über 130 Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr, BRK, THW und Polizei, verstärkt um Bürgermeister Fieger und den Landrat


Projekt 112 beim traditionsreichen Römerlauf 2019


Seit Jahren ist der Römerlauf in der Stadt Obernburg aus dem Laufkalender des Landkreises Miltenberg nicht wegzudenken. Ebenso reizvoll dank der Altstadt und den engen Gassen der traditionsreichen Römerstadt wie anspruchsvoll, wenn in den engen Gassen die Hitze steht. Seit 2018 setzen die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Miltenberg ein besonderes Akzent und zeigen deutlich, wie leistungsstark und einsatzbereit unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind.

Projekt 112 - Ist es uns bewusst, wie viele ehrenamtliche Einsatzkräfte rund um die Uhr für uns einsatzbereit sind?


2018: In voller Montur für die Aktion Paulinchen unterwegs


Schon im Jahr 2018 beeindruckte unsere Feuerwehr unter dem Motto "Feuerwehr meets Römerlauf". Für die Aktion Paulinchen wurden über 4.000€ für die Aktion Paulinchen und damit für brandverletzte Kinder erlaufen. Besonders eindrucksvoll: Um auf die Belastungen der Feuerwehreinsätze aufmerksam zu machen, liegen die Feuerwehrkräfte bei großer Hitze den 5-Kilometer-Lauf in voller Montur mit Helm und Atemschutzflasche. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, meine Wertschätzung für die hohe Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehrkräfte Nachdruck zu verleihen, indem ich mitlief - ebenfalls in voller Montur!

Feuerwehr meets Römerlauf 2018 - in voller Montur 5km für die Aktion Paulinchen


Ehrenamtliche leisten für uns professionelle Arbeit! 


Sind wir uns wirklich des großen Werts der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte bewusst? Rund um die Uhr können wir sie unter 112 zu den unterschiedlichsten Einsätzen rufen und erhalten professionelle Arbeit, egal ob es ein Verkehrsunfall, ein Brandereignis oder ein anderer Unglücksfall ist. Deshalb sollten wir nicht nur die vielfältigen Einsätze unserer freiwillig tätigen Frauen und Männer wahrnehmen, sondern uns auch vor Augen halten: Ständiges Üben und ständige Fortbildungen sind notwendig, um stets auf dem neuesten Stand und einsatzbereit zu sein! Für dieses Engagement ist es gut, wenn - wie beim Römerlauf - unsere Kameradinnen und Kameraden sich öffentlich präsentieren!

Trainingsgruppe im Frühjahr 2018


Nicht nur mit Worten unterstützen - Mitlaufen!


Und so sieht es dann aus, wenn ich mich den Qualen des 5km-Laufs bei 27°C am Sonntagmittag aussetze - aber Leiden gehört dazu, wenn es heißt, unsere Einsatzkräfte zu unterstützen, und ebenso auf den Kinder- und Jugendhospizdienst (grünes Bändchen am rechten Arm!) aufmerksam zu machen!
Angesichts der Hitze und der noch nicht allzu üppigen Trainingskilometer bin ich mit den erlaufenen 26:05 Minuten mehr als zufrieden.

Bis zum WIKA-Marathon, zum Barbarossa-Lauf und zum Landkreislauftag im September 2019 sollten noch einige Trainingskilometer zurückgelegt werden...

Montag, 3. Juni 2019

Fair Trade Landkreis Miltenberg - Herzlich Willkommen, Kleinwallstadt!


"Schule vereint" - ein wunderbares Motto gerade auch für die Umsetzung des Gedankens des fairen Handels.


Neue Fair-Trade-Partner im Landkreis Miltenberg


Der Fair-Trade-Landkreis Miltenberg freut sich über seine 5. Fair-Trade-Kommune und seine 3. Fair-Trade-Schule. Seit der Zertifizierung der ersten Fair-Trade-Gemeinde des Landkreises Miltenberg mit Mömlingen und der ersten Fair-Trade-Schule mit dem JBG Miltenberg zieht der Gedanke des Fairen Handels immer weitere Kreise im Landkreis Miltenberg.
Aber so wie der Faire Handel im Landkreis Miltenberg schon seit über einem Vierteljahrhundert gelebt wird, so weit gehen die Werte und das Engagement für eine gerechte Welt in Kleinwallstadt weit zurück.


Im Landkreis Miltenberg leben wir die Werte des fairen & regionalen Handels gemeinsam!


Schule und Marktgemeinde werden gemeinsam ausgezeichnet


Bei der Zertifizierung am Samstag, den 1. Juni, gab es nicht nur eine gemeinsame Zertifizierung von Schule und Marktgemeinde. Weitere Besonderheit: Kleinwallstadt ist die 605. Fair-Trade-Stadt und die Josef-Anton-Rohe-Schule ist die 605. Fair-Trade-Schule bundesweit.
Der Markt Kleinwallstadt mit Bürgermeister Köhler hat gemeinsam mit der Josef-Anton-Rohe-Schule und Schulleiter Thoma beim Schulfest "Schule vereint" die Auszeichnung verliehen bekommen. Verdienter Lohn für ein Engagement, das in Kleinwallstadt bereits ins Jahr 1977 zurückgeht, und das auf dem vor über 25 Jahre gegründeten Eine-Welt-Kreis rund um Dr. Jürgen Jung fußt.

Fair & regional - wie funktioniert das? Beim Apfel-Mango-Saft kommt der Mango-Saft aus fairem Handel und die Äpfel von den Kleinwallstädter Streuobstwiesen, die ökologisch bewirtschaftet werden!

Verantwortung übernehmen für eine gerechte Welt


Für mich als Landrat des seit 2016 anerkannten Fair-Trade-Landkreises Miltenberg ist es eine große Freude, dass dieses Engagement immer weitere Kreise zieht. Gemeinsam können wir als Konsumenten viel bewegen, wenn wir unsere Kaufentscheidungen bewusst treffen. Mit fair gehandelten Produkten helfen wir den Menschen in der südlichen Hälfte der Erde zu fairen Arbeitsbedingungen, u.a. leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Familien ihren Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen können. Mit Produkten aus der regionalen Landwirtschaft helfen wir unseren Landwirten, die unsere Böden bewirtschaften. Gerade als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Miltenberg liegt mir viel daran, dass wir unsere Landwirte auch fördern, denn diese bewirtschaften unsere Flächen nachhaltig.

Die landkreisweite Steuerungsgruppe "Fair Trade Landkreis Miltenberg" mit Sprecher Robert Faust


Werte leben - großes bürgerschaftliches Engagement


Entscheidend ist das Engagement der Menschen, denn Werte müssen gelebt werden. Deswegen geht mein großer Dank an den Arbeitskreis in Kleinwallstadt sowie an die landkreisweite Steuerungsgruppe "Fair Trade Landkreis Miltenberg".
Deshalb war unter den Gratulanten Robert Faust, er leitet die landkreisweite Steuerungsgruppe; zudem vertritt er die erste Fair-Trade-Gemeinde des Landkreises Miltenberg, Mömlingen. Ebenso unter den Gratulanten Kreisrat Ansgar Stich als Direktor der ersten Fair-Trade-Schule des Landkreises Miltenberg, dem Johannes-Butzbach-Gymnasium.

Der Landkreis Miltenberg wird bayernweit als 4. Landkreis im Jahr 2016 zum Fair-Trade-Landkreis zertifiziert.

Fair & regional - einfach genial!


Leben wir alle den Gedanken eines fairen und nachhaltigen Handels - und kaufen wir deshalb fair & regional ein! Beim 20. Regionalen Apfelmarkt vom 11. bis 13. Oktober 2019 in Elsenfeld werden wir Ihnen auch unseren fairen und regionalen Genussführer präsentieren. Denn fair & regional schmeckt auch unheimlich gut! 👌

Mittwoch, 29. Mai 2019

Auszeichnung für besondere Schülerinnen und Schüler - Repräsentanten einer ganz besonderen Generation!

Ehrungen für sozial engagierte Schüler in der Herigoyen-Schule.

In der letzten Mai-Woche hatte ich einen ganz besonderen Einsatz - als Schirmherr der Auszeichnung sozial engagierter Schülerinnen und Schüler an unseren Mittelschulen. Im Landkreis Miltenberg wächst eine Schülergeneration heran, die weiß, was soziale Verantwortung heißt – nicht nur in der Schule selbst, sondern auch in Vereinen, Hilfsorganisationen und in der Nachbarschaftshilfe.

Im Beisein vieler Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Vertretern der Politik, des Schulamts sowie des Sponsors Sparkasse Miltenberg-Obernburg stellte Arbeitskreisleiter Gerhard Ammon heraus, dass die Eltern stolz auf ihre Kinder sein können. In der mittlerweile elften Auflage dieser Ehrung gehe es erneut darum, Engagement wertzuschätzen. „Ihr seid Vorbilder“, rief Ammon den Schülerinnen und Schülern zu, die vielfältig aktiv waren. Sie waren in der Schule unter anderem als Streitschlichterinnen und Streitschlichter, Tutorinnen und Tutoren, Schülerlotsinnen und Schülerlotsen, Schulsprecherinnen und Schulsprecher aktiv, übernahmen aber auch in Vereinen und Hilfsorganisationen Verantwortung – etwa in der Feuerwehr und im Jugendrotkreuz. Sie besuchten Seniorinnen und Senioren in Altenheimen, halfen Nachbarn bei täglichen Erledigungen und zeigten sich als zuverlässige Helferinnen und Helfer.



Beispielhaft: Junge Leute engagieren sich

Für mich ist dies eine besondere Veranstaltung, denn vor elf Jahren wirkte ich noch im Arbeitskreis Schule-Handwerk bei der Initiierung dieser Auszeichnung mit, seit 2014 darf ich als Landrat die Auszeichnungen überreichen. Ich wünsche mir, dass die jungen Menschen ihren Weg weiter gehen. Dass sich die jungen Leute sozial engagieren und zunehmend auch politisch einbringen, ist gut für uns alle. Menschen, die sich engagieren, sind auch glücklicher als solche, die nichts tun, und unsere Betriebe brauchen junge, motivierte Auszubildende.

Etwas Besonderes für eine besondere Generation: Die musikalische Umrahmung oblag der Lehrerband Herigoyen-Schule:


Die Lehrerband der Herigoyen-Schule spielt zu Ehren der ausgezeichneten Jugendlichen

Ein besonderes Lob gab es von unserem Kreisrat und ehemaligen Kreishandwerksmeister Erich Stappel: „Ihr werdet im Handwerk gebraucht“, sagte er und forderte die jungen Leute auf, gut zu überlegen, welchen Beruf sie ergreifen wollen. In der Ausbildung würden sie das Rüstzeug für das spätere Leben bekommen!"

So ist es! Freuen wir uns über unsere Jugend! 👍

Montag, 27. Mai 2019

Die Europawahl im Rückblick - gute Politik braucht Demut, Verantwortung und Gestaltungskraft



Die Europawahl ist mit der europaweit höchsten Wahlbeteiligung aller Zeiten ein klares Signal für Europa!

Die Europawahl ist vorbei, Zeit für einen ersten Rückblick. Mit der Europawahl 2019 geschah eine Wahl historischer Bedeutung. Bedeutend: Die höchste Wahlbeteiligung in Deutschland seit einem Vierteljahrhundert, auf die gesamte europäische Union bezogen könnte es sogar die höchste Wahlbeteiligung sein, die je das Europäische Parlament erlebt hat. Das ist gut so, denn ist ein überragendes, leuchtendes Zeichen für die Bedeutung für ein starkes, in Frieden und Freiheit geeintes Europa für uns Bürgerinnen und Bürger. Meines Erachtens muss auch die signifikante Anzahl der Europakritiker im Europa-Parlament nicht erschrecken, denn Kritik ist in der Demokratie etwas Bedeutendes und muss ertragen werden, auch Kritik an Europa in seiner jetzigen Form.

Unerlässlich ist es jedoch, dass Politik und deren Verantwortlichen die Zeichen der Zeit verstehen. Ich sehe hier unter anderem:

  • Die hohe Wahlbeteiligung an der Europawahl ist kein Verdienst einer Partei, sondern eine Verpflichtung, ein ausdrückliches Mandat der Bevölkerung: Europa ist wichtig, wendet euch diesem Thema zu und packt die Herausforderungen auf europäischere Ebene an: ein gemeinsamer Klimaschutz, eine gemeinsame Politik von der Handelspolitik bis zur Schaffung von Perspektiven für Afrika und eine gemeinsame Strategie für eine faire Verteilung von Vermögen und Chancen für alle Menschen.

  • Die hohe Bedeutung des Themas Klimaschutz ist kein wahlstrategischer Erfolg der Grünen, und – wie einige Politiker am Wahlabend noch formuliert haben – einem strategischen Versagen von Union oder SPD geschuldet, denn: Der Klimaschutz ist kein „grünes Thema“, er ist ein existentielles Bedürfnis vieler Menschen in Deutschland und Europa, denn sie haben wie viele Wissenschaftler erkannt, dass es hier um unsere Lebensgrundlage und deren Bewahrung geht. Der Klimaschutz, er ist unsere gemeinsame Verpflichtung und Verantwortung. Wir alle müssen handeln, auf europäischer und auf nationaler Ebene, so wie auch wir im Landkreis Miltenberg, begonnen mit dem Nahwärmenetz MIL-Nord, dem Radwegekonzept für den Landkreis Miltenberg oder dem Photovoltaikprogramm des Landkreises Miltenberg. So wie auch jeder einzelne von uns seinen Beitrag leisten muss.

  • Dritte Erkenntnis, mein Wunsch an die Parteien: Hört auf zu vereinnahmen, es gibt weder „grüne Themen“ oder „rote Themen“, es gibt keine „roten Länder“ oder „schwarze Städte“. Wenn Parteien oder Politiker oder gute Wahlergebnisse erzielen, dann ist das keine Bestätigung für einen in der Vergangenheit oft getätigten „Besitzanspruch“ einer Partei, dann ist es ein Mandat, ein Auftrag, der mit Vertrauen verbunden ist. Denn drei grundlegende Faktoren braucht meines Erachtens eine gute, wirkungsvolle Politik, nämlich die Fähigkeiten, ...
... den Menschen zuzuhören und ihre Anliegen sowie die der Gesellschaft zu verstehen!

... dementsprechend verantwortungsvoll zu handeln, Lösungen zu gestalten und umzusetzen!

... Transparenz zu schaffen, wie Vorhaben entschieden und umgesetzt werden!

Besitzansprüche, Siegestriumphe und übertriebenes Konkurrenzdenken gehören nicht zu dem, was Politik braucht.


Foto: © Anna Hornstein 


Politik braucht Demut, Verantwortung und Gestaltungsvermögen!.

Freitag, 24. Mai 2019

Europawahl am 26. Mai 2019 - ein klares Signal aus dem Landkreis Miltenberg für ein vereintes Europa in Freiheit, Frieden und Menschlichkeit

Europawahl 2019 - Wählen gehen!



Liebe Bürgerinnen und Bürger,


am Sonntag sind wir alle aufgerufen zur Teilnahme an der Europawahl 2019. Ich bitte Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, halten Sie die Idee des vereinten Europa hoch – das ist zwar manchmal anstrengend, aber verdammt wichtig. Erinnern wir uns an die europäische Gesichte, die bis 1945 von einer nicht enden zu wollenden Kette an Kriegen mit immer furchtbarer werdenden Folgen für die Menschen geprägt war.

Seit sieben Jahrzehnten haben wir das unfassbare Glück, in einem zunächst im Norden und Westen und Süden in Frieden und Freiheit vereinten Europa, seit 1989 in ganz Europa leben zu dürfen. Der Frieden in Europa und das Miteinander der Völker ist das Fundament der guten Jahrzehnte, die hinter uns liegen.

Tragen wir alle dazu bei, dass wir auch in Zukunft, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder diese Chance haben, in einem friedlichen, vereinten Europa leben zu dürfen. Wir brauchen dieses Europa dringender denn je!

Ein vereintes Europa ist ein starkes Europa


Machen wir uns bei allen Herausforderungen für Europa bewusst: Wir Deutschen brauchen ein vereintes Europa! Ein starkes Europa. Ein Europa, in dem wir das anpacken, was kein Land alleine schaffen kann. Egal ob es die drängende Frage des Klimaschutzes und seiner immer dramatisch sichtbarer werdenden Folgen ist, die Frage der gerechten Verteilung des Vermögens und gerechte Chancen für alle oder die Positionierung Europas und seiner Werte in einer globalisierten Welt mit starken Akteuren wie die USA, China oder Russland.

Wir brauchen zur Sicherung unserer Zukunft und zur Lösung existentieller Herausforderungen ein starkes Europa: Deshalb: Schwarz-Rot-Gold und die Europa-Fahne – das gehört zusammen! Ein demokratisches Deutschland in einem vereinten Europa – das ist unser großes Glück, das ist unsere Chance! Wie es mit Europa weitergeht, das entscheiden Sie an diesem Sonntag.


Ich bin noch immer stolz und dankbar, welch ein klares Zeichen wir im Landkreis Miltenberg im Herbst 2018 bei der Veranstaltung "Wir sind bunt - für Freiheit und Menschlichkeit" für die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung gegeben haben. Geben wir dieses klare Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit in einem vereinten Europa auch am Sonntag!


Ich bitte Sie: Gehen Sie wählen und zeigen Sie Flagge für Europa und unsere Werte des Miteinanders in Frieden, Freiheit und Menschlichkeit!

Donnerstag, 23. Mai 2019

70 Jahre Grundgesetz - Frühe Wegbereiter aus unserer Heimat legten die Wurzeln unserer freiheitlichen Demokratie!


Festveranstaltung des Landkreises Miltenberg zu 70 Jahre Grundgesetz

Während Großbritannien ganz ohne Verfassung auskommt, hat unser Nachbar Frankreich bereits mehrere Verfassungen seit 1789 verabschiedet. Die Bundesrepublik feiert dieser Tage 70 Jahre Grundgesetz – eine freiheitlich-demokratische Verfassung, die vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und des Nationalsozialismus vor allem die unantastbare Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Der Landkreis Miltenberg hat die besondere Bedeutung unseres Grundgesetzes auf meine Initiative hin in einer Feierstunde im Bürgersaal des Historischen Rathauses in Miltenberg gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und Vertretern aus Kreistag und Gemeinden auf meine Initiative hin gewürdigt. Dabei haben wir auf die historischen Wurzeln unserer freiheitlichen Demokratie hingewiesen, die tatsächlich in unserer Heimat zwischen Rhein, Main und Neckar zu Hause sind.


Denn nach der Katastrophe zweier furchtbarer Weltkriege mit dem Versuch des Nationalsozialismus, neben den Menschen jüdischen Glaubens auch alle Ansätze von Freiheit und Menschlichkeit auszulöschen, gab es historische Wurzeln, auf die die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes nach 1945 zurückgreifen konnten. Denken wir etwa an das Hambacher Fest im Jahr 1832 und das Frankfurter Paulskirchen-Parlament im Jahr 1848. Nicht umsonst fanden diese ersten demokratischen Bestrebungen in unserer Heimat statt. Wie zuerst im Jahre 1970 öffentlich von Bundespräsident Gustav Heinemann erläutert, ist die früheste Wurzel von Freiheit und Demokratie in der Mainzer Republik der Jahre 1792 und 1793 zu finden. Unsere Heimat am Main zwischen Amorbach, Stadtprozelten und Obernburg gehörte damals zum Kurfürstentum Mainz. Diese Mainzer Republik hat ihren Anteil daran, dass sich Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Deutschland verbreiteten. Mit dieser Republik verbunden sind frühe Demokraten wie Felix Anton Blau aus Walldürn, Friedrich Lehne (Mainz) und der aus Obernburg stammende Adam Lux. Dass sich diese Männer für die Werte der französischen Revolution, also für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, auf deutschem Boden einsetzen, ist wenig bekannt.

Als Ergebnis eines Ideenaustausches zwischen mir und dem Historiker und Kreisheimatpfleger des Landkreises Miltenberg, Eric Erfurth, erfuhren 40 Gäste am Freitag bei einer Veranstaltung von Landkreis Miltenberg und Volkshochschule Miltenberg im Alten Rathaus Miltenberg, welchen Beitrag diese Personen für die frühe deutsche Demokratie leisteten. „Die Wiege der deutschen Demokratie liegen in unserer Heimat zwischen Rhein, Main und Neckar“, habe ich die Erkenntnisse des Abends zusammengefasst und konnte mich auch auf das Urteil unseres vormaligen Bundestagspräsidenten Lammert und auf eine Rede von Bundespräsident Steinmeier stützen.

Die Wiege der Demokratie liegt in unserem Landkreis


Der Einfluss der französischen Revolution sei auch in Miltenberg spürbar gewesen, sagte Miltenbergs Bürgermeister Helmut Demel zu Beginn der Festveranstaltung. Die Werte seien in der Bürgerschaft, die damals als renitent gegolten habe, auf fruchtbaren Boden gefallen. Dies zeigt eindrücklich, worauf es neben einer herausragenden Verfassung ankommt: Die beste Verfassung kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn es genügend überzeugte Demokrat*innen gibt, die die Verfassung hochhalten, indem sie die Werte überzeugt leben. Deshalb liegt mir so viel an dem wirklich großen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, etwa bei der Demonstration „Wir sind bunt“ im Herbst 2018. Es ist eindrucksvoll, dass hier 4.000 Menschen aus dem Landkreis Miltenberg und dem Bayerischen Untermain deutlich Stellung bezogen haben für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit. Dieses Engagement erleben wir täglich, denn wir haben enorm engagierte Bürgerinnen und Bürger in allen Lebensbereichen. Positiv ist, dass gerade eine junge Generation heranwächst, die großes Wertebewusstsein zeigt und zu großem Engagement bereit ist. Dies erleben wir an unseren Schulen nicht nur in Projekten wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder den Fair-Trade-Schulen. Auch beim Thema Natur- und Klimaschutz sind unsere jungen Menschen enorm engagiert. An einem Samstag im März 2019 durfte ich Gast bei einem Klimaprojekt im Schulzentrum Elsenfeld sein. Deswegen unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler eben auch glaubhaft die Fridays-for-future-Bewegung, denn sie leben in großer Zahl auch die Überzeugung, mehr für den Schutz unserer Lebensgrundlagen zu tun.

Diesen Bogen vom Engagement junger Persönlichkeiten aus unserer Heimat in der Mainzer Republik bis zum Engagement heute für unsere Demokratie, für unsere Lebensgrundlagen, spann die Festveranstaltung des Landkreises Miltenberg, die Eric Erfurth konzipiert hatte.

Unser Kreisheimatpfleger Eric Erfurth mit mir im Gespräch mit
den drei Akteuren des Abends.


Eric Erfurth stellte die Bedeutung des Raums Rhein/Main/Neckar für die Wurzeln der Demokratie heraus und verwies auf die Protagonisten Blau, Lehne und Lux. Er stellte zudem die Künstler des Abends vor: den Historiker Dr. Jörg Schweigard, den Schauspieler Arne Dechow und den Musiker Bodo Kolbe, die mit Vorträgen, Lesungen und Musik auf die Wurzeln der Demokratie eingingen und Felix Anton Blau, Friedrich Lehne und Adam Lux lebendig werden ließen. Schweigard und Dechow legten dar, wie die Ideale der Französischen Revolution Anklang fanden, Bodo Kolbe lieferte die Musik.

Pressefreiheit auch im 18. Jahrhundert ein wichtiges Thema


Friedrich Lehne atmete als Student in Mainz schnell den Geist der Aufklärung und sympathisierte mit den Idealen der Revolution, als die französischen Truppen im Jahr 1792 Mainz einnahmen. Im sogenannten Jakobinerclub fand er Gleichgesinnte und veröffentlichte viele Gedichte und Zeitungsartikel, in denen er aus seiner Sympathie mit den Werten der Revolution keinen Hehl machte. Die Pressefreiheit war für ihn ein hohes Gut in einem freiheitlichen Staat, das er vehement einforderte. Im Juli 1973 rettete er sich ins französische Exil und kehrte erst 1798 wieder nach Mainz zurück. In der deutschen Vertonung des Marseiller Marsches ließ Bodo Kolbe die revolutionären Gedanken Lehnes auferstehen, ebenso im „Waffenruf an die Bürger des Landes Mainz“ und zwei weiteren Liedern.


Felix Anton Blau, 1754 in Walldürn geboren, wurde Priester und hatte später einen Lehrstuhl in Mainz. Auch Blau war Mitglied des Jakobinerclubs und trat für die Ziele der Französischen Revolution ein. Seine kritische Haltung, wegen der Blau als Landesverräter galt, brachte ihm unter anderem 22 Monate Festungshaft in Königstein ein, ehe er 1795 freigelassen wurde und nach Paris emigrierte. Blau galt als Kritiker der Kirche und wandte sich unter anderem in Schriften gegen den Unfehlbarkeitsanspruch der Kirche. Nach der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich kehrte er wieder nach Mainz zurück und starb im Alter von 44 Jahren.


Lebendiges Bild der Mainzer Republik


Der 1765 in Obernburg geborene Adam Lux, Sohn eines Bäckers, studierte in Mainz Philosophie und lebte in Kostheim bei Mainz. Als die Franzosen in Mainz einmarschierten, sympathisierte er mit den Werten der Revolution und trat dem Jakobinerclub bei. In Paris wurde er Zeuge des Machtkampfs zwischen den gemäßigten und radikalen Jakobinern. Lux, seiner Ideale beraubt, wollte sich als Fanal gegen die Herrschaft der politischen Gewalt öffentlich erdolchen, wurde aber von Freuden davon abgehalten. Nach Verfassen einer revolutionären Schrift musste er vor das Revolutionstribunal und schlug hier bewusst alle Möglichkeiten aus, einer Hinrichtung zu entgehen. So wurde Lux am 4. November 1793 hingerichtet. Wie sehr Lux Eindruck hinterließ, beweist ein Stück von Stefan Zweig, das Lux’ Leben in Bildern darstellt.

Der thematische Abend vermittelte durch das Zusammenspiel der Akteure ein lebendiges Bild der Mainzer Republik und ihrer Protagonisten. Die Bedeutung dieser Republik, des ersten demokratischen Staatswesens auf deutschem Boden, sei noch zu wenig bekannt, fand Jörg Schweigard. Der Bundespräsident habe aber letztes Jahr in Mainz die große Bedeutung dieser Republik hervorgehoben, die den schwierigen deutschen Weg zur parlamentarischen Demokratie markiert habe. Mit einem Dankeschön, begleitet von viel Applaus des Publikums, entließ der Landrat Künstler und Gäste nach spannenden zwei Stunden nach Hause.

Nehmen wir uns das Engagement dieser Persönlichkeiten aus unserer Heimat zum Vorbild für die Zukunft, denn wir müssen uns täglich für unsere Werte, für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit einsetzen!