Donnerstag, 19. Mai 2022

Campus Miltenberg: Enge Verzahnung von Unternehmen und Studium (nicht nur) beim CONNECTION DAY




Liebe Bürgerinnen und Bürger,

seit mehreren Jahren profitieren wir im Landkreis Miltenberg vom Campus Miltenberg der TH Aschaffenburg. Der Studiengang „Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen“ bietet sowohl den Unternehmen als auch den Studierenden beste Voraussetzungen, um verantwortliche Positionen ausfüllen zu können.


Enge Verzahnung von Wirtschaft und Studium

Die enge Verzahnung zwischen unseren Unternehmen und dem Studiengang konnte ich schon im Entstehungsprozess des Studienangebots miterleben. Die genaue Ausgestaltung entstand in Interaktion mit der IHK und unseren Unternehmen. Diese Kooperation wurde verstetigt durch einen Fachbeirat.


Connection Day ermöglicht Kontakt von Studierenden und Unternehmen

Doch auch im Studium ist eine außergewöhnlich enge Verzahnung mit den Unternehmen im Landkreis Miltenberg gegeben, wie ich Mitte Mai 22 beim Connection Day erleben durfte. In einem interaktiven Angebot kamen Studierende und Unternehmen in einen sehr guten Austausch. Mein Dank gilt neben dem Team der TH Aschaffenburg unter Leitung von Prof. Dr. Webersinke gerade den Unternehmen im Landkreis, die dieses Angebot so gut annehmen – und natürlich den Studierenden am Campus Miltenberg, die dieses Angebot am Connection Day so intensiv wahrgenommen haben! In sehr angenehmer, produktiver Atmosphäre war ein kennenlernen von Unternehmen und deren zukünftigen Führungsfachkräften möglich.

                               

Wichtiger Standortfaktor für den Landkreis Miltenberg

Im vergangenen Jahrzehnt musste ich gemeinsam mit dem Kreistag nicht lange überlegen, um die Chance zu ergreifen, welche uns TH Aschaffenburg und Freistaat Bayern boten, und wir waren bereit, über 1 Million € in den Campus im Berufsschulzentrum in Miltenberg zu investieren. Wir haben nicht nur „irgendein“ Studienangebot, sondern die Gewähr, dass exakt die benötigten und passenden Kompetenzen für die Region, hier am Wirtschaftsstandort Landkreis Miltenberg, dem industriellen Kern der Metropolregion FRM, vermittelt werden. Unter anderem hiermit leistet der Landkreis Miltenberg seinen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit, indem wir dem Fach- / Führungskräftemangel entgegenwirken.

Das praxisorientierte Studium mit Fähigkeiten und Kompetenzen, die genau die Bedarfe der Unternehmen in der Region decken, lässt dich gut mit Beruf oder Familie verbinden dank des innovativen Blended-Learning-Konzepts.

                                     


Informationen zum Studieren am Campus Miltenberg

Weitere Informationen zum Studiengang in Miltenberg finden Sie hier: Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen studieren ► jetzt informieren! (th-ab.de)


Dem Siegerteam WEIß durfte ich am Ende der Veranstaltung zum "Sieg" gratulieren:

                         


 


Dienstag, 3. Mai 2022

TANZLANDkreis Miltenberg - ein spannendes neues Kulturangebot!



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein anspruchsvolles Kulturprogramm ist ein Ziel der Kreisentwicklung. Sowohl in Sachen Lebensqualität als auch Attraktivität des Landkreises ist Kultur unverzichtbar! Dank unserer engagierten Städte und Gemeinden, herausragenden Veranstaltungsstätten von Zehntscheuer und Kochsmühle über das Beavers bis zu unserer Kino Passage in Erlenbach haben wir viele spannende Orte, an denen vielfältig Kultur zu erleben ist. Oder denken Sie an spannende Orte wie die alten Kirchen in Sulzbach und Hausen oder die alten Rathäuser in Stadtprozelten und Miltenberg – oder was ist mit der Abteikirche Amorbach vergleichbar? Ergänzt wird das Kulturangebot durch überaus engagierte Vereine!

Zu einem anspruchsvollen Kulturprogramm gehört es, dass wir mitunter auch einmal neue Wege beschreiten. Dies tun wir mit dem TANZLANDkreis Miltenberg!

Zeitgenössischer Tanz in unterschiedlichen Formaten und an vielen unterschiedlichen Orten im Landkreis Miltenberg: All dies bietet die Veranstaltungsreihe „TANZ LANDkreis Miltenberg“ über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, gestalten die Akteure der Emanuele Soavi incompany mehrere Programme, die die Bürgerinnen und Bürger mit den Tänzerinnen und Tänzern in Kontakt bringen und für den Tanz begeistern sollen.

Ich habe eine große Vorfreude gespürt, als wir Ende April am Freitagabend im Miltenberger Alten Rathaus mit einer Pressekonferenz den Start der Veranstaltungsreihe gegeben haben. Das ist der Beginn von etwas ganz Besonderem. Ich bin unheimlich gespannt auf das Format und wie es die Menschen im Landkreis Miltenberg annehmen werden, welche Interaktionen und Projekte daraus entstehen werden. Ich bin auch stolz, dass der Antrag unseres Kulturreferats von der Bundesstiftung ausgewählt worden ist. Wir haben mit dem Konzept überzeugt und so eine tolle Ergänzung des Kulturprogramms im Landkreis Miltenberg.

Kulturreferentin Juliana Fleischmann erläuterte beim Auftakt das auf den Landkreis maßgeschneiderte Konzept, in dem viele unterschiedliche Spielstätten berücksichtigt würden – etwa das Bürgerzentrum in Elsenfeld und die Frankenhalle in Erlenbach, aber auch die alten Rathäuser in Miltenberg und Stadtprozelten sowie die alte Dorfkirche in Hausen. An diesen Orten will die Emmanuele Soavi incompany ihre Stücke – bekannte, aber auch noch neue und in der Entwicklung befindliche – aufführen. Das Besondere: Hier tanzen nicht nur die Profis, auch die Bürgerinnen und Bürger werden einbezogen – sei es mit Einführungen in die Stücke und mit Publikumsgesprächen, aber auch anderen Formaten.

Darüber hinaus soll Live-Musik während der Aufführungen den Bezug zum Tanz auf eine neue Ebene heben. In einer Kooperation mit dem Kino Passage in Erlenbach wird am 1. Dezember der Film „All It Takes“ von Meritxell Aumedes gezeigt, in dem die Emanuele Soavi incompany die Hauptrolle spielt. Es basiert auf dem Stück „ANIMA“, das speziell für die Aufführung in den Zimmern eines Hotels entwickelt wurde. Anschließend werden die Künstlerinnen und Künstler mit dem Publikum sprechen.

Dem Choreographen und Gründer der Emanuele Soavi incompany, Emanuele Soavi, war die Vorfreude auf das Projekt deutlich anzumerken. Ihm ist es besonders wichtig, nicht nur auf der Bühne etwas zu zeigen, sondern auch Kontakt mit den Menschen im Landkreis zu knüpfen und sie mitzunehmen auf eine Tanzreise. Dabei solle der Spaß nicht zu kurz kommen, versicherte er und versprach Antworten auf die Frage vieler Menschen, was zeitgenössischer Tanz eigentlich ist. Er hofft zudem auf Menschen, die sich zum Tanz motivieren lassen. Soavi, der auf vielen Bühnen der Welt stand, arbeitet nicht nur mit Tänzerinnen und Tänzern zusammen, auch mit Musikern, Architekten, Designern und Digitalkünstlern.

Laut Achim Conrad, Regisseur und Produzent der Emanuele Soavi incompany, will Emanuele Soavi mit „TANZ LANDkreis Miltenberg“ seine Tanzleidenschaft weitergeben. Für jeden Aufführungsort werde man eine spezielle Herangehensweise entwickeln, versprach er. Das sei „eine tolle Herausforderung, die wir gerne annehmen.“ Das Konzept umfasst sieben Gastspiele, zum größten Teil mit Live-Musik: drei große Bühnenformate, darunter der erste Teil des Triptychons FLUT, ein Performance-Parcours, zwei performative Installationen an öffentlichen Orten und ein kreisweites Abschlussfest mit Gastspiel.

Auch die Fotografie wird eine Rolle spielen, wurde in der Pressekonferenz deutlich: Ein “Fotoprojekt” startet mit einer Ausstellung von Fotos des renommierten Fotografen Joris Jan-Bos. Diese Bilder werden in den nächsten Wochen in Schaufenstern in Miltenberg zu sehen sein. Amateur- und Profi-Fotografen aus der Region sollen im Rahmen von „TANZ LANDkreis Miltenberg“ Gelegenheit bekommen, das Ensemble über die gesamte Projektlaufzeit bei der Arbeit auf und hinter der Bühne fotografisch zu begleiten. Auch ein Schreibprojekt ist geplant, bei dem Interessierte ihre Eindrücke schriftlich festhalten können. Weiterhin widmen sich musische Schulzweige sowie Musik- und Tanzinteressierte in Projekten dem Verhältnis von Musik und Tanz und entwickeln gemeinsam choreografisch-musikalische Skizzen. Für das Bühnenbild und die Kostüme ist Heike Engelbert zuständig; sie ist auch die Beauftragte der incompany für die Gastspiele im Landkreis Miltenberg.

Was die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet, zeigten die Tänzer Lisa Kirsch und Federico Casadei, die auf der Bühne des Alten Rathauses verschiedene Paarkonstellationen darstellten – vom sich brauchen, sich verlieren bis hin zum sich abstoßen.

Folgende Veranstaltungen sind in den kommenden Wochen und Monaten geplant: 


  • Dienstag, 4. Oktober 2022: 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Elsenfeld Warm-Up mit offenem Tanztraining für alle, die mitmachen möchten (Eintritt frei)

  • Donnerstag, 6. Oktober 2022: 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Elsenfeld öffentliche Probe zum Tanzabend „GEZEITEN“ für alle, die einen Blick hinter die Kulissen werfen wollen (Eintritt frei)

  • Samstag, 8. Oktober 2022: 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Elsenfeld Tanzabend „GEZEITEN“, davor um 18:30 Uhr Einführung in das Stück, nach der Aufführung Publikumsgespräch

  • Sonntag, 9. Oktober 2022: 11:00 Uhr im Bürgerpark Elsenfeld „Cool Down“ – lockeres, tänzerisches Bewegungstraining zum Mitmachen für alle

  • Donnerstag, 1. Dezember 2022: 19:00 Uhr im Kino Passage Erlenbach Film „All It Takes“ mit anschließendem Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstler. 

    Die Termine für die weiteren Veranstaltungen, die sich bis ins Jahr 2024 hinziehen, werden rechtzeitig in der Presse, auf einer eigenen Homepage und in den sozialen Medien veröffentlicht. 

    

                                       


Dienstag, 19. April 2022

Frühjahrspodcast: Im Gespräch mit Tanja Munzinger-Rust vom Kinder- und Jugendhospizdienst



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

zu Beginn der Pandemie habe ich mit meinem Podcast begonnen. So wollte ich einen Ausgleich dazu schaffen, dass meine Veranstaltungen "Landrat vor Ort" für lange Zeit nicht mehr möglich sind. In der Regel haben meine Podcasts ein Schwerpunktthema - dieses Mal ist es die Kinder- und Jugendhospizarbeit.

Sollten Sie mal etwas Muse haben, so können Sie gerne in meinen Frühjahrs-Podcast hineinhören. Im Gespräch mit Tanja Munzinger-Rust widmen wir uns im Schwerpunkt der Aufgabe des Kinder- und Jugendhospizdienstes im Landkreis Miltenberg.

Oder auch auf Spotify:

Herzliche Grüße
Ihr
Jens Marco Scherf

Dienstag, 5. April 2022

Klimaschutz: Ambitionierte Ideen für Mobilität und Siedlung am Bayerischen Untermain



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Klimaschutz wird nur gelingen, wenn auch Mobilität und Siedlungsentwicklung in der Region klimafreundlicher werden. Der Regionale Planungsverbandes für die Region 1, Bayerischer Untermain, hat sich das Ziel gesetzt zu untersuchen, wie bis ins Jahr 2035 Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung klimafreundlich gestalten und miteinander verzahnt werden können.

An diesem Thema wird erkennbar, wofür ein Regionaler Planungsverband da ist - er steuert im positiven Sinn die Entwicklung einer Region durch entsprechende Planungen.

Ambitionierte Variante: Kompakt & ambitioniert

Und die Entwicklung von Mobilität und Siedlung soll „kompakt und ambitioniert“ erfolgen – für diese Variante des Regionalen Mobilitäts- und Siedlungsgutachtens (REMOSI) hat sich der Regionale Planungsverband im November entschieden. Max Bohnet stellte dem Kreistag am Montag in der Untermainhalle das Gutachten vor. Es wurde von dem Zusammenschluss der beiden Büros Gertz Gutsche Rümenapp, Stadtentwicklung und Mobilität GbR und Baader Konzept GmbH erstellt.

Lange und intensive Arbeitsphase

Ende 2018 habe der Regionale Planungsverband Bayerischer Untermain auf Grundlage intensiver fachlicher Vorarbeiten eine Begutachtung über die Zukunft der Region hinsichtlich der Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung in Auftrag gegeben,. Zum einen sei Mobilität ein zentrales Element des Alltags und wesentlicher Baustein in Sachen Klima, aber auch die Frage des Wohnens sei entscheidend für das Mobilitätsverhalten. Von 2019 bis 2021 wurde intensiv am Gutachten gearbeitet, mit Beteiligung der Öffentlichkeit und von Fachleuten. Auch hier zeigte sich: die Erstellung schlüssiger Konzepte – etwa auch das Radwegekonzept, das Klimaschutzkonzept, der Nahverkehrsplan und das Schienengüterverkehrskonzept – braucht Zeit.

Auf Grundlage detaillierter Analysen der Siedlungsentwicklung und der Verkehrsströme kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Landkreis Miltenberg sehr heterogen sei. Unter vier Szenarien mit unterschiedlichen Siedlungs- und Mobilitätsmaßnahmen habe sich der Planungsverband für das Szenario „kompakt und ambitioniert“ als Zielstellung entschieden. Bezugnehmend auf die Siedlungsentwicklung, sprach er vom Vorrang der Innenentwicklung, wobei Siedlungsbereiche bevorzugt in der Nähe von Mobilitätspunkten oder Ankerpunkten liegen sollten und neue Baugebiete durch leistungsfähige ÖPNV-Anbindungen erschlossen werden sollten. Die Bürger*innen sollen es also von ihrer Wohnung nicht weit haben zu Mobilitätsknoten und Einrichtungen der Nahversorgung und der Daseinsvorsorge. Um die Region verkehrlich besser zu erschließen, sieht das Gutachten zahlreiche Investitionen in die Infrastruktur vor. Dabei geht es etwa um den Ausbau des Radverkehrsnetzes – Radschnellverbindungen, Radvorrangrouten –, die auch den ländlichen Raum erschließen sollen. Neue Mainquerungen zwischen Sulzbach und Niedernberg, Kleinwallstadt und Großwallstadt, zwischen Kleinheubach und Großheubach sowie in Miltenberg-Nord könnten den Rad- und Fußverkehr attraktiver gestalten. Auf längere Sicht wären auch Brücken bei Röllfeld und Bürgstadt in Verbindung mit neuen Bahnhaltepunkten auf der anderen Mainseite denkbar.

Bessere Schienenanbindung Richtung Frankfurt-Rhein-Main

Auch der öffentliche Personennahverkehr soll neue Wege gehen, schlug Bohnet unter anderem mehrere Bahnexpresslinien vor. Diese könnten Frankfurt mit Schöllkrippen, Laufach und Miltenberg verbinden, Wiesbaden/Darmstadt mit Aschaffenburg und Großostheim sowie Mosbach über Miltenberg mit Wertheim/Crailsheim. Für die Umsetzung dieser Vorhaben aus dem Deutschlandtakt des Bundes seien aber bauliche Maßnahmen notwendig. „Ein dickes Brett“ sei das, so der Fachmann, allerdings beginne der Bund mit den Ausbaumaßnahmen verschiedener Bahnstrecken, um den Deutschlandtakt zu ermöglichen. Darunter falle etwa der Ausbau der Strecken von Hanau über Aschaffenburg, Lohr und Nantenbach. Neue Haltepunkte im Landkreis könnten die Attraktivität des Schienenverkehrs verbessern, verwies Bohnet auf mögliche Haltepunkte etwa in Sulzbach-Mitte, Elsenfeld-Nord, Röllfeld, an der Josera, in Bürgstadt und Miltenberg-West. Für diese Punkte sah er Nachfragepotenziale zwischen 2000 und 800 Ein- und Aussteigern. Damit dies gelingen könne, sei aber die Elektrifizierung der Maintalbahn eine Voraussetzung, mit Dieselzügen sei das nicht attraktiv in Bezug auf die Reisezeiten. Die vom Freistaat Bayern angestrebte Elektrifizierung der Bahn von Aschaffenburg bis Miltenberg ist derzeit in der Prüfung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft.

Flexible Nahverkehrsangebote

Ergänzt werden soll der Nahverkehr mit leistungsfähigen Buslinien, die im 30- oder 60-Minutentakt verkehren, für den ländlichen Raum sollen On-Demand-Verkehre ein voll- oder teilflexibles Angebot bieten. Der ÖPNV könnte auch mit Park-and-Ride- oder Bike-and-Ride-Parkplätzen attraktiver werden, die die Verkehrsträger verbinden. Ein Konzept für flexible On-Demand-Angebote soll von der Aschaffenburg-Miltenberg-Nahverkehrsgesellschaft Amnina erarbeitet werden.

Potentiale für Bus und Bahn

Im Szenario sah der Gutachter Potential für eine „massive Nachfragesteigerung insbesondere auf der Maintalbahn“, ebenso gutes Potenzial für die neuen Haltepunkte im Landkreis. Er erwartet zudem eine Entlastung der Straßen durch die Verlagerung des Verkehrs auf den ÖPNV und den Radverkehr. Gelingen könne das nur gemeinsam, sah er die AMINA und alle, die für Schienenverkehr und Infrastruktur verantwortlich sind, in der Pflicht. Umfassende Kommunikation sei wichtig, befand er, auch müsse man gemeinsam als Region die Interessen gegenüber dem Bund, dem Freistaat und den Verkehrsverbünden formulieren und die Kommunen bei der Umsetzung der Maßnahmen begleiten.

Regionalplan wird angepasst

Die Ergebnisse des Gutachtens werden in den neuen Regionalplan des Regionalen Planungsverbandes für den Bayerischen Untermain einfließen. In regionalen Workshops in kleinem Zuschnitt sollten Projekte identifiziert werden mit der Fragestellung, was am wichtigsten sei. Nicht alles werde wegen der großen Komplexität bis ins Jahr 2035 umsetzbar sein, ergänzte Max Bohnet, deshalb empfahl er die Identifizierung von Pilotprojekten. Bei der Umsetzung soll das Regionalmanagement der Initiative Bayerischer Untermain eine wichtige Rolle einnehmen, so der Leiter der Initiative, Marc Gasper (Zentec). Der Freistaat stelle hierfür eine Förderung von 50.000 Euro bereit, mit der unter anderem eine halbe Stelle für die Koordination und Umsetzung der Maßnahmen geschaffen werden soll.

Auf die Umsetzung kommt es an!

Jetzt heißt es, die Potentiale des Gutachtens zu heben. Ich bin gespannt, welche Vorschläge, wie zum Beispiel Brückenquerungen für Radfahrende und Fußgänger:innen, in den kommenden Jahren angepackt und umgesetzt werden. Weiter umsetzen müssen wir das landkreisweite Radwegekonzept. Flexiblere ÖPNV-Angebote wie sogenannte On-Demand-Angebote gerade für die ländlicheren Räume werden wir in diesem Jahr über unsere Aschaffenburg Miltenberg Nahverkehrsgesellschaft Amina konzipieren.


Dienstag, 15. März 2022

Ukrainehilfe: Erste geflohene Menschen aus dem Ankerzentrum im Landkreis Miltenberg angekommen



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

am Montagnachmittag sind die die ersten über das unterfränkische Ankerzentrum in Geldersheim (Landkreis Schweinfurt) verteilten 43 ukrainischen Flüchtlinge im Landkreis Miltenberg angekommen. Um halb vier nachmittags, als ich noch die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur & Soziales leitete, wurden die geflüchteten Menschen, fast ausschließlich Frauen und Kinder, im Impfzentrum des Landkreises in Miltenberg von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes empfangen.

Die Geflüchteten wurden mit Unterstützung durch Dolmetscher registriert, ein Arzt führte mit ihnen Gespräche über ihren Gesundheitszustand (etwa über Medikamente, Allergien), zudem wurde jedem Flüchtling ein obligatorischer PCR-Test abgenommen. Der komplette Impfstatus wurde abgefragt und jeder, der wollte, konnte sich auch impfen lassen. Ebenso erfolgte eine amtliche Registrierung durch Mitarbeiter*innen des Sozialamts. Laut Auskunft des Teamleiters des Impfzentrums, Alexander Kremer, waren die BRK-Gemeinschaften Miltenberg und Großheubach sowie die SEG Verpflegung aus Mömlingen im Einsatz.

                            

Anschließend wurden die Geflüchteten mit Bussen des BRK in die Notunterkünfte des Landkreises in das gemeindliche Gemeinschaftshaus Großheubach und das AWO-Jugendhaus Klotzenhof gebracht,

Gemeinsam mit Großheubachs Bürgermeister Gernot Winter informierte ich mich direkt nach der Sitzung zunächst im Impfzentrum und anschließend im Gemeinschaftshaus, wo die Flüchtlinge von zahlreichen Ehrenamtlichen in Empfang genommen wurden und ihre Quartiere zugewiesen bekamen. Am Impfzentrum konnte ich noch einen Scheck aus Händen des Bürgermeisters von Leidersbach, Michael Schüßler, für die Ukrainehilfe an das Rote Kreuz entgegennehmen. Danke an die hilfsbereite Bevölkerung in Leidersbach!

Dank des enormen ehrenamtlichen Einsatzes – BRK, Freiwillige Feuerwehr und viele Bürger*innen - war es möglich gewesen, das Gemeinschaftshaus in eine Notunterkunft zu verwandeln. Abgetrennte Bereiche mit Vorhängen zum Gang hin ermöglichen etwas Privatsphäre, dank eines Stromanschlusses können die dem Krieg Entkommenen ihre Handys aufladen. Die Abteile bieten Platz für zwei bis vier Personen, teilweise stehen auch Kinderbetten darin. Die Ehrenamtlichen sorgen in einem Zelt für die Verpflegung, für die Entgegennahme und Lagerung von Spenden, ein Team verwaltet das Lager mit Drogerieartikeln (Windeln, Duschzeug, Bettwäsche...) und kümmert sich um viele weitere anfallende Aufgaben. Mit viel Liebe wurde im Keller des Gemeinschaftshauses ein großer Spielbereich für Kinder eingerichtet. Hier sollen die Kleinen beim Spielen versuchen, sich vom großen Leid abzulenken und wieder Halt gewinnen.

Im Gemeinschaftshaus Großheubach sowie im AWO-Jugendhaus Klotzenhof sollen die Geflüchteten nun erst einmal zur Ruhe kommen, in den folgenden Tagen sollen sie langfristig nutzbare Wohnungen beziehen. In Kürze wird auch die Notunterkunft in Collenberg bezogen. Ziel ist es, alle Geflüchteten so schnell wie möglich in Unterkünfte zu transferieren.
Deshalb werden weiterhin sowohl kurzfristig verfügbare Wohnungen, Wohnhäuser als auch größere Objekte sowie Hotels und Beherbergungsbetriebe zur Unterbringung von Flüchtlingen gesucht. Auskünfte hierzu erteilt das Sozialamt, Sachbereich 232, Landratsamt Miltenberg, E-Mail:
unterkunft@lra-mil.de.
Mir ist es wirklich von Herzen ein großes Anliegen, allen Hilfsorganisationen und den unzähligen Ehrenamtlichen in der Bevölkerung zu danken, deren überragendes Engagement diese Hilfe überhaupt erst möglich macht. Jede und jeder einzelne steht für Menschlichkeit und Solidarität und gegen diesen Krieg. Mit ihrem von Menschlichkeit und Fürsorge geprägten Engagement bestätigen die Menschen die jüngst von unserem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an den russischen Despoten gerichteten Worte: Unterschätzen Sie nicht die Kraft der Demokratie, sie wird von unseren Bürgerinnen und Bürgern getragen!

Wie viele Flüchtlinge dem Landkreis Miltenberg zugewiesen werden, kann der Landrat zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht exakt sagen, da die Lage sich ständig ändert und die Registrierung der privat Angekommenen über die Einwohnermeldeämter läuft. Eine Größenordnung von mindestens 300 Menschen, die aus der Ukraine im Landkreis Miltenberg eine Zuflucht gefunden haben, ist für Montagabend realistisch.

Nach wie vor erhalten Interessiere und Hilfewillige alle Informationen rund um die Aufnahme und Hilfe für die Geflüchteten im Internet auf einer Sonderseite „Der Landkreis Miltenberg hilft“ unter www.landkreis-miltenberg.de sowie über das Servicetelefon des Landkreises Miltenberg unter 09371/501-199.


                               



Mittwoch, 9. März 2022

Kreistag: Ansprache zum Krieg in der Ukraine und Schweigeminute




Liebe Bürgerinnen und Bürger,

hier dokumentiere ich meine kurze Begrüßung und Ansprache zum brutalen Krieg gegen die Ukraine und eine anschließende Schweigeminute des Kreistags.


Sehr geehrter Damen und Herren des Kreistags,

sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie hier in der Untermainhalle Elsenfeld zur Kreistagssitzung.

Pandemiebedingt treffen wir uns erneut noch hier und unter besonderen, ihn bekannten Maßnahmen des Hygieneschutzes. Für die hierzu notwendigen umfassenden Vorbereitungen sowie für das Verständnis für die besonderen Umstände danke ich meinem Team im Landratsamt und Ihnen!


Bevor wir uns gedanklich der Kreistagssitzung zuwenden, möchte ich, sicher auch in Ihrem Sinne, aus Respekt und Achtung vor dem Leid der Menschen in der Ukraine unsere Gedanken der Situation der Menschen in der Ukraine sowie auf der Flucht aus der Ukraine richten.


Das Leid, welches der durch nichts auch nur ansatzweise zu rechtfertigende Krieg gegen die Ukraine bei den Menschen verursacht, macht uns alle extrem betroffen. Er ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht und gegen unser Wertefundament, welches geprägt ist vom Wert des Friedens, der Freiheit der Menschen und den Prinzipien der Menschlichkeit.


Lassen Sie mich nicht selbst nach Worte suchen, wenn unser Bundespräsident anlässlich der 17. Bundesversammlung treffende und klare Worte an den russischen Despoten gerichtet hat:

Aber ich kann Präsident Putin nur warnen: Unterschätzen Sie nicht die Stärke der Demokratie! Warum bin ich da so sicher? Unsere Demokratie ist stark, weil sie getragen wird von ihren Bürgerinnen und Bürgern."

Diese Stärke der Demokratie und Freiheit erleben wir an dem unvorstellbar starken Freiheits- und Überlebenswillen der Menschen in der Ukraine.

Die Stärke der Demokratie und dass sie von unseren Bürgerinnen und Bürgern getragen wird, erleben wir an dem unfassbar großen Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger.


Wir sind dankbar für die große Einsatz- und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung und die große Solidarität mit den vom Krieg betroffenen Menschen, gerade auch in unserem Landkreis.


Wir erleben eine große Unterstützungsbereitschaft, auf welche wir in der vergangenen Woche beim Aufbau der Strukturen für die Aufnahme flüchtender Menschen bereits wieder bauen konnten und in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten dringend bauen werden.


Ich weiß: Viele Kreisrätinnen und Kreisräte packen selbst an mit konkreter Hilfe und viele haben mir im Vorfeld erklärt, ihr Sitzungsgeld spenden zu wollen. Viele von uns werden die nächste Auszahlung am Ende des Quartals dazu nehmen, den internationalen Hilfsorganisationen zu spenden. Danke für Ihre auf vielfältige Weise gelebte Solidarität!


Weitere Informationen zur Hilfeleistung des Landkreises Miltenberg in Abstimmung mit unserem polnischen Partnerlandkreis Legionowo für Landkreise in der Ukraine, möchte ich Ihnen gerne, gemeinsam mit dem Koordinator Boris Großkinsky, am Ende der Sitzung geben.


Neben der Hilfsbereitschaft und Solidarität ist es unerlässlich, dass so viele Menschen in Europa wie mutige Bürgerinnen und Bürger in Russland, aufstehen gegen diesen grausamen Krieg gegen die Menschen in der Ukraine und durch ihre Standhaftigkeit und ihre großherzige Hilfsbereitschaft einstehen für unsere Werte der Freiheit, des Friedens und der Menschlichkeit.


Nur wenn wir für unsere Werte einstehen und aufstehen, werden diese Werte auch in Zukunft bestehen. Dies braucht uns alle, denn Demokratie und Freiheit werden getragen von den Menschen!


Lassen Sie uns deshalb gemeinsam aufstehen und für einen Moment schweigen im Gedenken an die Verstorbenen, an all die Menschen voller Angst und Not, sowohl auf der Flucht als auch in der unmittelbaren Not im Krieg.


                                             --- Moment des Schweigens ---

Vielen Dank!



Atommüll: Mitwirken beim bundesweiten Suchprozess nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll


 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,


die friedliche Nutzung der Atomkraft in Deutschland hat uns eine Generationenaufgabe hinterlassen: Wir brauchen für den hochradioaktiven Abfall ein Endlager, welches diesen sicher für eine Million Jahre einschließt. Eine unvorstellbare zeitliche Dimension, aber so lange kann der Atommüll Schaden an Mensch und Natur verursachen. Dies ist für mich bereits ein wesentlicher Grund, weshalb die Nutzung der Atomkraft nicht verantwortbar ist, aber wir können uns nicht der Verantwortung entziehen, dass wir in Deutschland ein sicheres Atommüllendlager brauchen. Der Prozess hierfür wurde vom Bund gestartet, die drei Phasen von 2020 bis zum Ziel im Jahr 2031sehen Sie in der Graphik dargestellt.

 


Der Beteiligungsprozess an der Suche nach einem Atommüll-Endlager geht nun nach den Fachkonferenzen in 2021 in einen nächsten, wichtigen Schritt, nämlich den Schritt 2 von Phase 1. In dieser Phase sollen aus den 90 Teilgebieten eine überschaubare Anzahl von näher zu untersuchenden Standortregionen werden.

 

Und damit dies nicht alleine hinter verschlossenen Türen geschieht, ist wieder die Öffentlichkeit gefragt: Vorträge, Plenumsphasen und Arbeitsgruppen warten auf die Bürger*innen.

 

Ende 2020 hat die Bundesgesellschaft zur Endlagerung mit 90 Teilgebieten gut die Hälfte der Fläche Deutschlands für grundsätzlich geologisch geeignet für ein Endlager für knapp 30.000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfalls erklärt. Auch weite Teile des Spessarts und Odenwalds und damit der Landkreis Miltenberg gehören dazu.

 

Und hier der Bericht aus der Sitzung des Kreistags vom 7. März 2022:


Im März 2022 berichtete der Geschäftsführer der BGE im Kreistag ausführlich über das Verfahren: D Bundesgesellschaft zur Endlagerung (BGE) betreibt die Suche nach einem Standort für ein bundesweites Atommüllendlager, erklärte der aus Peine zugeschaltete Geschäftsführer der BGE, Steffen Kanitz. Landrat Jens Marco Scherf, der regelmäßig als Vertreter des Bayerischen Landkreistags an den Fachkonferenzen teilnimmt, hatte die Kreisgremien zuvor bereits mehrfach über die jeweiligen Schritte informiert. Kanitz ging nun ausführlich auf das Auswahlverfahren ein, das sich zurzeit am Ende der ersten Phase befindet, in dem Vorschläge für Standortregionen ermittelt werden. Der Landkreis Miltenberg sei neben drei anderen Pilotregionen mit dem Teilgebiet 009 für die Methodenentwicklung ausgewählt worden. Das sei keinesfalls eine Vorfestlegung für die endgültige Auswahl, beruhigte Kanitz, denn dabei werde keine Aussage über die potenzielle Eignung der Gebiete getroffen. In einer repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchung gehe es um die Frage, inwieweit der sichere Einschluss der radioaktiven Abfälle unter Ausnutzung der geologischen Standortgegebenheiten erwartet werden kann. Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen bildeten eine der Grundlagen für die Entscheidung, ob ein Gebiet weiter im Auswahlverfahren betrachtet wird. Auf Basis dieser Ergebnisse und der Ergebnisse einer Anwendung geowissenschaftlicher Abwägungskriterien sowie der Anwendung planungswissenschaftlicher Abwägungskriterien mache die BGE anschließend Vorschläge, welche Standortregionen übertägig erkundet werden sollen. Das Vorgehen werde auf alle Regionen angewendet, nicht nur auf die vier Gebiete zur Methodenentwicklung.

Eng vernetzt ist der Landkreis Miltenberg in diesem Verfahren mit der Regierung von Unterfranken, dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, dem Bayerischen Landkreistag, dem Landesamt für Umwelt sowie der bayerischen Vertreterin in der Planungs- und Vorbereitungsgruppe der Fachforen, welche alle persönlich an dem Tagesordnungspunkt teilnahmen.

 

Interessierte Bürger*innen können sich unter www.bge.de/de/aktuelles/veranstaltungen/ für Veranstaltungen anmelden, die sich mit dem Thema befassen. Am 28. März findet von 16 bis 17 Uhr eine Digitalveranstaltung „Endlagersuche – wie geht das?“ statt. Sie richtet sich an alle, die sich auf die zentrale Veranstaltung am 29. März vorbereiten wollen. Hier geht es dann von 18 bis 20 Uhr um die Methodenentwicklung zur repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchung, wo der aktuelle Arbeitsstand vorgestellt wird. Speziell um das Wirtsgestein Kristallin, in dem auch Teile des Landkreises Miltenberg liegen, geht es am 31. März von 18 bis 20 Uhr in einer Digitalveranstaltung.

 

Die Frage aus dem Gremium, ob ein Nationalpark oder Biosphärenreservat eine Region ausschließe, verneinte Kanitz mit Verweis auf den Verfahrensstand, denn aktuell werden lediglich die geologischen Voraussetzungen unter der Erde bewertet. Die oberirdische Begutachtung fände erst in Phase 2 des Verfahrens mit den dann von Bundestag und Bundesrat zu beschließenden deutlich weniger Standortregionen statt. Oberirdisch müsse ein größerer industrieller Komplex errichtet werden, beantwortete Kanitz eine weitere Frage. Landrat Jens Marco Scherf appellierte an alle Bürger*innen und Bürger, mitzuwirken bei der Endlagersuche. Alles Wissenswerte sei unter www.bge.de aufgeführt, auch die Links zu den Informationsveranstaltungen.