Dienstag, 18. Januar 2022

Klimaschutz: Kommunale Verantwortung zur Umsetzung der Energiewende statt lähmendes 10-h-Hickhack


Kommunale Verantwortung zur Umsetzung der Energiewende notwendig statt lähmendes 10-h-Hickhack

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Bayerische Landkreistag als Vertretungsorgan der 71 bayerischen Landkreise hat sich zum anbahnenden Streit zwischen Bund und Freistaat Bayern um die umstrittene 10h-Regel zu Wort gemeldet. Hintergrund hierzu ist das Positionspapier des Bayerischen Landkreistags vom Oktober 2021, in welchem die bayerischen Landkreise die konkreten Schritte zur Umsetzung der neuen klimapolitischen Ziele definieren.

Ich als Landrat und auchals  Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Landesentwicklung beim  Bayerischen Landkreistag, begrüße die hohe Aufmerksamkeit für die Themen Klimaschutz und Energiewende. Ich unterstütze das klare Bekenntnis des Bayerischen Landkreistags zur Umsetzung der Energiewende. Nur durch den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern wird uns der klimaneutrale Umbau unserer Gesellschaft und damit der notwendige Klimaschutz gelingen. Wichtig ist es jetzt, möglichst schnell bundesweit Klarheit zu bekommen, über den notwendigen Energiebedarf in den kommenden Jahren. Dieser muss dann auf die Länder und die einzelnen Regionen heruntergebrochen werden.

Kommunale Verantwortung - neue Ausgestaltung der Planungsregeln und von 10h

Wie dann auf Ebene der Landkreise oder Regionalen Planungsverbände der Energiebedarf aus erneuerbaren Energien gesichert wird, muss im Rahmen der kommunalen Planungshoheit in der Verantwortung vor Ort bleiben. Natürlich brauchen wir eine neue Ausgestaltung der Planungsregeln, auch der in Bayern etablierten 10h-Regel, aber eben vor Ort bzw. in der Region. Nur so gewinnen wir das Vertrauen der Menschen zurück, die sich gegen die Windkraft positioniert haben. Die Verantwortung für das Konzept für die regionale Energieerzeugung muss technologieoffen sein und auf kommunale und regionale Ebene verlagert werden – diese Form der Beteiligung gewährleistet zum einen umsetzbare Konzepte und zum anderen eine größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung!


Die Pressemeldung des Bayerischen Landkreistags vom 14.01.2022 im Wortlaut:

Windkraft: Ohne Akzeptanz der Bevölkerung wird die Energiewende nicht
gelingen!

Bayerische Landkreise unterstützen Forderung der Staatsregierung nach
regionalen, technologieoffenen und flexiblen Lösungen

Die bayerischen Landkreise unterstützen die seitens der Staatsregierung kommunizierte Haltung, an der Idee von „10H“ und damit inhaltlich an einer Steuerung im Rahmen der kommunalen Planungshoheit und einem Mindestabstand zur Wohnbebauung festzuhalten. Der Bund verkennt, dass es hier nicht nur um Planungsrecht, sondern auch um Landesentwicklung geht. Ein Bereich, bei dem die Länder sehr wohl mitzureden haben. Der Mensch darf nicht hinter dem Arten- oder Denkmalschutz zurückstehen. Hierfür steht die Idee von 10H, über deren zukünftige Ausgestaltung man aber reden kann und reden werden muss. Die vielfältigen ländlichen Räume dürfen nicht zum Ausfallbürgen für die Verdichtungsräume werden. 60% unserer Bevölkerung leben auf dem Land. Der ländliche Raum ist nicht dazu da, den Energieversorger für den Verdichtungsraum zu spielen, solange Potenziale in den Städten, bspw. auf den
Dächern, nicht umfassend genutzt werden. Landkreistagspräsident Christian Bernreiter: „Diejenigen, die sagen, „die auf dem Land sollen sich nicht so haben“, kommen nahezu ausschließlich aus Großstädten. Ohne breite Akzeptanz in der Bevölkerung wird die Klimawende aber nicht gelingen! Wir verweigern uns daher nicht gegen konkrete
Ausbauziele für Erneuerbare Energien, gemessen an Leistung in Megawatt, die regional technologieoffen, flexibel und bedarfsorientiert unter Beteiligung der Verantwortlichen vor Ort umgesetzt werden müssen. Wir wehren uns aber gegen zentralistische
Festlegungen aus Berlin, die zu einem ungesteuerten Wildwuchs und zu einer Aushöhlung der kommunalen Planungshoheit führen.

Bayerische Landkreise als Macher der Energiewende

Die traditionelle Rolle der Landkreise, das ist unser Selbstverständnis, liegt im erfolgreichen Umsetzen, im konkreten Machen! Wir sorgen dafür, dass es funktioniert! Wir brauchen daher einen konkreten und gangbaren Weg der Veränderung, denn eine gravierende Gefährdung wie durch die Klimakatastrophe verleitet aufgrund der Dringlichkeit mitunter vorschnell zu radikalen Antworten. Radikale Antworten alleine, wie 2% Windkraft, unabhängig von den regionalen und örtlichen Gegebenheiten, lösen aber nicht unsere Probleme. Vielmehr gefährden sie die Akzeptanz politischer Lösungen in der Bevölkerung und sind nicht der richtige Weg. Wer radikalisiert, der verliert. Damit meine ich nicht in erster Linie Wahlen, sondern das so elementar wichtige Vertrauen der Menschen und damit die notwendige Unterstützung der Bevölkerung bei der erfolgreichen Bewältigung eben dieser existentiellen Herausforderung.

 
Der Bayerische Landkreistag und die bayerischen Landkreise haben mit ihrer Resolution zum Klimaschutz als auch auf Arbeitsebene bereits konkrete Vorschläge gemacht, wie man die gemeinsame Herausforderung, der wir uns stellen, durch eine strukturierte Herangehensweise besser bewältigen kann. Wir setzen uns hier auch gerne mit Bundes- und Landesregierung zusammen, um unsere Ideen vertiefend zu erörtern. Klimawende heißt Energiewende und die schaffen wir nur gemeinsam!“


Montag, 17. Januar 2022

Gedanken zur Energiewende: Konkrete Schritte statt Hickhack um die 10h-Regel



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Klimaschutz und Energiewende haben als Thema im vergangenen Jahr 2021 endlich in Politik und Öffentlichkeit die notwendige Aufmerksamkeit bekommen. Es geht hierbei um nichts weniger als die Bewahrung unserer Lebensgrundlage – nicht die Erde an sich muss gerettet werden, sondern die unsere Lebensgrundlagen. Der wirkungsvolle Klimaschutz braucht den Abschied aus den fossilen Energieträgern (die Atomkraft ist ein technologischer und finanzieller Irrweg) und damit eine gelingende Energiewende hin zu klimaneutralen Energieträgern. Beim Weg dorthin besteht immer wieder die Gefahr, dass wir uns im parteipolitischen Streit verlieren. Diese Gefahr sehe ich aktuell beim hoch emotionalen Streit rund um die bayerische 10h-Regel, mit welcher in Bayern der Ausbaustopp bei der Windkraft erreicht wurde. Die entscheidende Frage ist nun jedoch, wie erreichen wir den notwendigen Zubau an klimaneutralen Energieträgern.


Ein aggressiv-parteipolitischer Streit um die 10h-Regel ist gefährlich!

Warum hilft uns der isoliert um 10h stattfindende Streit nicht weiter? Was halte ich hieran für gefährlich? Wir diskutieren politisch emotionalisiert für und gegen 10h, ein Thema aus dem vergangenen Jahrzehnt, und verkennen die eigentliche Aufgabenstellung!

Was meine ich damit? Egal ob Energiewende allgemein oder ob ganz konkret das Thema Windkraft: Ohne Akzeptanz der Bevölkerung wird die Energiewende nicht gelingen! Deshalb brauchen wir statt einer kontroversen Debatte rund um 10h stattdessen eine Umsetzung der Energiewende mit regionalen, technologieoffenen und flexiblen Lösungen, eben ohne die kommunale Planungshoheit und Verantwortung der Gemeinden und Städte, der Landkreise und Regionalen Planungsverbände auszuhebeln.


Wie kann die Energiewende gelingen?

Wir brauchen die Möglichkeit einer Steuerung vor Ort im Rahmen der kommunalen Planungshoheit. Natürlich brauchen wir eine neue Ausgestaltung der Planungsregeln, auch der in Bayern etablierten 10h-Regel, aber eben vor Ort bzw. in der Region. Nur so gewinnen wir das Vertrauen der Menschen zurück, die sich gegen die Windkraft positioniert haben. Dazu gehört es, dass nicht durch Planungsentscheidungen auf Landes- oder Bundesebene die vielfältigen ländlichen Räume zum Ausfallbürgen für die Verdichtungsräume werden. Der ländliche Raum ist nicht einfach dazu da, wie der Bayerische Landkreistag jüngst zutreffend formuliert hat, den Energieversorger für den Verdichtungsraum zu spielen, solange auch die Potenziale in den Städten, bspw. auf den Dächern, nicht umfassend genutzt werden.


Klarheit über den Energiebedarf schaffen

Das heißt, wir brauchen Klarheit darüber, wie viel Energie insgesamt und dann differenziert in welchen Regionen für ein Gelingen der Energiewende produziert werden muss. Auf der Basis dieser Berechnungen muss dann, entweder auf der Ebene der Landkreise oder der Regionalen Planungsverbände, ein Konzept erstellt werden, wie dieser Strombedarf gestillt werden kann – technologieoffen. Die Verantwortung muss auf kommunale und regionale Ebene verlagert werden – diese Form der Beteiligung gewährleistet zum einen umsetzbare Konzepte und zum anderen eine größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung. Denn ein Zurückgeben der Aufgabe, den Energiebedarf klimaneutral zu gewährleisten, kann es nicht geben.

Als Realist gehe ich davon aus, dass es ein Mix unterschiedlicher Energieträger sein wird, also Photovoltaik und Windkraft, Biomasse und Wasserkraft, aber eben je nach lokalen und regionalen Gegebenheiten. Dieser Weg ermöglicht meines Erachtens zum einen tatsächlich funktionierende Konzepte, zum anderen auch die notwendige möglichst breite Akzeptanz in der Bevölkerung.


Verantwortung vor Ort sichert Akzeptanz

Ohne breite Akzeptanz in der Bevölkerung wird die Klimawende nicht gelingen! Wir, damit meine ich die bayerischen Landkreise, verweigern uns daher nicht gegen konkrete Ausbauziele für Erneuerbare Energien, gemessen an Leistung in Megawatt, die regional technologieoffen, flexibel und bedarfsorientiert unter Beteiligung der Verantwortlichen vor Ort umgesetzt werden müssen. Wir wehren uns aber gegen zentralistische Festlegungen, die zu einem ungesteuerten Ausbau egal ob bei der Freiflächen-PV oder Windkraft sowie zu einer Aushöhlung der kommunalen Planungshoheit führen werden.


Landkreise in Bayern sind bereit zum Anpacken

Die traditionelle Rolle der Landkreise, das ist unser Selbstverständnis, liegt im erfolgreichen Umsetzen, im konkreten Machen! Wir sorgen dafür, dass es funktioniert! Wir brauchen daher einen konkreten und gangbaren Weg der Veränderung, denn eine gravierende Gefährdung wie durch die Klimakatastrophe verleitet aufgrund der Dringlichkeit mitunter vorschnell zu radikalen Antworten. Radikale Antworten alleine, wie 2% der Fläche für Windkraft, vollkommen unabhängig von den regionalen und örtlichen Gegebenheiten, lösen aber nicht unsere Probleme und ebnen nicht den Weg zu einer umfassend gelingenden Energiewende. Vielmehr gefährden sie die Akzeptanz politischer Lösungen in der Bevölkerung und sind nicht der richtige Weg. Wer radikalisiert, der verliert. Damit meine ich nicht in erster Linie Wahlen, sondern das so elementar wichtige Vertrauen der Menschen und damit die notwendige Unterstützung der Bevölkerung bei der erfolgreichen Bewältigung eben dieser existentiellen Herausforderung. Die Position des Bayerischen Landkreistags finden Sie hier: Aktuelles - Bayerischer Landkreistag (bay-landkreistag.de)


Positionspapier des Bayerischen Landkreistags zur Energiewende und zum Klimaschutz

Der Bayerische Landkreistag und die bayerischen Landkreise haben mit ihrer Resolution zum Klimaschutz als auch auf Arbeitsebene bereits konkrete Vorschläge gemacht, wie man die gemeinsame Herausforderung, der wir uns stellen, durch eine strukturierte Herangehensweise besser bewältigen kann. Mehr Informationen zu dem Positionspapier der bayerischen Landkreise finden Sie unter https://jensmarcoscherf.blogspot.com/2021/11/das-positionspapier-der-bayerischen.html


Konkrete Schritte für die Energiewende und den Klimaschutz

Wir bayerischen Landkreise setzen uns hier auch gerne mit Bundes- und Landesregierung zusammen, um unsere Ideen vertiefend zu erörtern. Klimawende heißt Energiewende und die schaffen wir nur gemeinsam!


Beitrag des Landkreises Miltenberg zum Gelingen der Energiewende!

Im Landkreis Miltenberg leisten wir unseren Beitrag unter anderem mit der Umsetzung des Beschlusses zur klimaneutralen Verwaltung, dem klimaneutralen Strombezug, dem Photovoltaikprogramm unserer Liegenschaften und dem Nachhaltigkeitsprinzip bei den Generalsanierungen unserer Schulen. In Sachen Mobilität ist das Radwegekonzept des Landkreises Miltenberg Grundlage für eine Reduzierung des Autoverkehrs gerade im Nahbereich, ebenso die kontinuierliche Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs mit Bus und Bahn im Landkreis und in der Region mit der 2021 gegründeten AMINA – Aschaffenburg-Miltenberg Nahverkehrsgesellschaft.


Klimabilanz 2022 und Überarbeitung des Integrierten Klima- und Energiekonzeptes

Für das Jahr 2022 steht unter anderem eine neue Klimabilanz und die Überarbeitung des regionsweiten Integrierten Klima- und Energiekonzepts für die Energiewende über die Energieagentur Untermain an. Ganz im Sinne meiner Überzeugung – die Energiewende und der Klimaschutz brauchen konkrete Schritte!

Jens Marco Scherf, Landrat


Für weitere Informationen:

Der Energiemonitor des Landkreises Miltenberg: 

https://jensmarcoscherf.blogspot.com/2021/11/der-energiemonitor-des-landkreises.html


Die Energieagentur Untermain:

https://www.energieagentur-untermain.de/home/


Klimaschutzangebote im Landratsamt Miltenberg:

https://www.landkreis-miltenberg.de/Energie,Natur-Umwelt/Klimaschutz.aspx


Das Solarpotentialkataster für den Bayerischen Untermain:

https://www.energieagentur-untermain.de/beratung/solarpotenzialkataster/


Freitag, 14. Januar 2022

Rückblick in Sachen Kreisentwicklung: Trotz Pandemie wurde im Jahr 2021 viel angepackt und erreicht!



Liebe Bürgerinnen und Bürger, 

groß ist die berechtigte Sorge vieler Menschen, dass wegen der Pandemie wichtige Aufgaben „liegen blieben“. Genau diese Sorge treibt mich auch als Landrat seit Beginn der Pandemie im März 2020 um: Trotz aller Belastungen dürfen wir nicht wichtige Themen der Kreisentwicklung außer Acht lassen.

Viel wurde angepackt und erreicht im Jahr 2021

Im Rückblick auf das Jahr 2021 ziehe ich diesbezüglich ein positives Fazit! Gegenüber dem Kreistag habe ich bei der Dezember-Sitzung anhand von zehn Beispielen dargelegt, dass trotz der hohen Aufmerksamkeit eines guten Pandemie-Managements im Landkreis Miltenberg wichtige Weichenstellungen und Projekte für die Entwicklung des Landkreises Miltenberg erfolgt sind:


  • Ausbau der Beratungsstelle für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige zu einem umfassenden Beratungszentrum mit Wohnungsberatung und Pflegestützpunkt

  • Aufbau eines gemeinsamen Informationssicherheitskonzepts für das Landratsamt und die große Zahl der Rathäuser für die digitale Sicherheit

  • Beschluss und Umsetzung einer umfassenden Grund-Digitalisierung der Kreisschulen vom Breitband bis zur digitalen Grundausstattung

  • Beschluss und Umsetzung zu einem sowohl in der Pandemie als auch dauerhaft belastbaren Lüftungskonzept für unsere Kreisschulen

  • Erarbeitung und Beschluss der familienpolitischen Leitlinien im Landkreis

  • Aufbau der regionsweiten Nahverkehrsgesellschaft AMINA als Grundlage für einen qualitativen und quantitativen Ausbau des ÖPNV, hierzu Start der Busverbindung nach Hardheim sowie zur S-Bahn-Anbindung Richtung Frankfurt und der Start des digitalen Ticketkaufs Jens Marco Scherf : Digitales Ticket: Das FAIRTIQ startet am 17. Januar am Bayerischen Untermain

  • Inhaltliche Arbeit an Projektansätzen wie dem Biosphärenreservat als auch deutlich belastendere Themen wie die bundesweite Suche nach einem Atommüllendlager

  • Wertvoll war ebenso die klare politische Positionierung des Kreistags in Sachen Erhalt des Jugendhauses St. Kilian durch die Diözese

  • Ebenso danke ich Ihnen für die engagierte Arbeit in den Ausschüssen wie ich auch

  • Konsequente Umsetzung des Photovoltaikprogramms für die landkreiseigenen Liegenschaften wie zum Beispiel am HSG Erlenbach oder der Start zum Potentialgutachten gemeinsam mit unserer heimischen Industrie für die Verlagerung von mehr Güterverkehr auf die Schiene

     

    Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch Rückschläge erlitten haben. Aufgrund der extrem hohen Arbeitsbelastung sowie der Einschränkungen durch die Pandemie ist zum Beispiel die gemeinsame Arbeitsgruppe mit den Gemeinden zum Thema Wohnraum noch nicht in dem gewünschten Tempo zu Ergebnissen gekommen. Auch die neue barrierefreie Homepage des Landratsamtes mit höherer Servicequalität konnte nicht wie geplant im Herbst 2021 an den Start gehen, das gilt auch für das digitale Baugenehmigungsverfahren. Sicher fallen auch Ihnen Beispiele ein, aber ich muss hier um Verständnis bitten: Aufgrund im Jahr 2021 ständiger neuer Belastungen gelingt nicht alles.

    Wie groß der Spagat ist, zeigt die Kommunale Abfallwirtschaft: Auf der einen Seite haben wir wie geplant auf Grundlage einer umfassenden Analyse des Hausmülls (Ergebnisse lagen wegen der Pandemie verspätet vor) gemeinsam mit dem Ausschuss für Umwelt- und Naturschutz bis Dezember 2021 die Grundlagen unseres Abfallkonzepts analysiert und gezielte Prüfaufträge an die Verwaltung für die Weiterentwicklung beschlossen. Ziele sind hierbei unter anderem, die im Restmüll vorhandenen Wertstoffe zum einen in den gelben Wertstoffsack zu verlagern bzw. die organischen Wertstoffe in die braune Bio-Tonne. Und parallel zu dieser konzeptionellen Arbeit haben wir es geschafft die Abfuhr der schwarzen, braunen und blauen Tonnen sicherzustellen trotz gravierender Probleme bei unserem Auftragnehmer.

    Aus diesem Grund kann abseits der Pandemiebewältigung meines Erachtens auch in Sachen Kreisentwicklung unter diesen Bedingungen ein gutes Fazit gezogen und mit Zuversicht ins neue Jahr 2022 geblickt werden. Ein Schwerpunkt wird im Jahr 2022 der Klimaschutz und die Energiewende werden: Es wird eine neue Klimabilanz für den Landkreis geben, das Klimaschutzkonzept für die Region Bayerischer Untermain wird auf Grundlage des Green Deal der Europäischen Union und der Umsetzung durch den Bund und den Freistaat weiterentwickelt werden und für das Ziel der klimaneutralen Miltenberger Landkreisverwaltung erstellen wir eine umfassende Klimabilanz unserer Arbeit. Viel zu tun, packen wir es an!

     

    Wenn Sie Rückmeldungen zu einzelnen Themen haben, schreiben Sie mich gerne an unter jens-marco.scherf@lra-mil.de

     

    Herzliche Grüße

    Ihr

    Jens Marco Scherf


Mittwoch, 12. Januar 2022

Digitales Ticket: Das FAIRTIQ startet am 17. Januar am Bayerischen Untermain


Liebe Bürgerinnen und Bürger,


ein gutes Bus- und Bahnangebot ist wichtig für einen wirkungsvollen Klimaschutz und für eine gute Lebensqualität. Mit dazu gehört, dass der Ticketkauf einfacher wird. Ein wichtiger Schritt war im vergangenen Jahr, dass Bus- und Bahntickets über die DB-App bzw. über www.bahn.de gebucht werden können. Zusätzlich ist der Übergangstarif mit dem RMV in die RMV-App integriert worden. Beides habe ich schon ausprobiert, so bei meiner jüngsten Dienstfahrt kurz vor Weihnachten zur Staatskanzlei in Wiesbaden.

Während ein wichtiges Projekt wie das gemeinsame Jobticket mit dem RMV durch die Pandemie verzögert wird, geht es in Sachen digitales Ticket dank der VAB www.vab-info.de weiter: Ab dem 17. Januar 2022 profitieren alle ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer am Bayerischen Untermain von den Vorzügen der smarten Ticketing-App FAIRTIQ. Nach eineinhalb erfolgreichen Jahren in Aschaffenburg ist das Fahren ohne Fahrkartenkauf nun auch in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg, also dem gesamten VAB-Gebiet, möglich. Für die Fahrgäste ist das nicht nur bequemer – sie profitieren dabei auch von einem neuen, transparenten eTarif.

Innerhalb der Stadtgrenzen Aschaffenburgs können Kundinnen und Kunden schon seit Sommer 2020 ihre Fahrten in allen Bussen und Bahnen der VAB ganz einfach per Smartphone abrechnen. Nach einmaliger Registrierung genügt beim Einsteigen eine Wischbewegung in der FAIRTIQ-App, um die Fahrt zu starten. Ein weiterer Wisch beim Aussteigen beendet die Kostenerfassung.

Die Fahrgäste sind dabei stets zum bestmöglichen Preis unterwegs: Zum einen sind Einzelfahrscheine und Tageskarten für Aschaffenburg in der App um bis zu 20 Cent günstiger als beim Kauf im Bus. Zum anderen profitieren sie von der sogenannten Capping-Funktion, die Fahrpreise täglich deckelt: Wer also morgens eine Einzelfahrkarte löst und am Nachmittag weitere Fahrten antritt, bekommt nicht die einzelnen Strecken berechnet, sondern automatisch die günstigere Tageskarte.

Ab 17. Januar starten die FAIRTIQ-App und der eTarif offiziell im VAB-Gebiet. Innerhalb Aschaffenburgs kommt weiter der bisherige Tarif zur Anwendung, wobei für Entfernungen bis zwei Kilometer der neue Luftlinientarif gilt. Tatsächlich holt die Partnerschaft mit FAIRTIQ nicht nur die Fahrkarte aufs Smartphone, sondern etabliert auch ein ganz neues Tarifsystem. „Wir müssen flexibel und kreativ sein, um künftige Tarifangebote in der digitalen Welt abbilden zu können“, erklärt dazu Ioan Logigan, Geschäftsführer der VAB.

Deshalb hat sich der Verkehrsverbund für ein stark vereinfachtes Modell entschieden. Der neue VAB-eTarif, der mit Unterstützung eines externen Gutachters entwickelt wurde, basiert auf Luftlinien-Entfernungen: Der Fahrpreis wird anhand der kürzesten Strecke zwischen Einstiegs- und Umstiegshaltestelle sowie zwischen Umstiegs- und Zielhaltestelle ermittelt. Konkret fällt neben einem Grundpreis von 1,20 Euro pro Fahrt ein Kilometerpreis von 27
Cent an. Am Wochenende und in den Ferien zahlen Fahrgäste dank des integrierten AufAchse-Tickets nie mehr als fünf Euro am Tag (Kinder: 3,50 Euro) an. Ansonsten ist jede Fahrt auf 7,40 Euro (Kinder: 4,90 Euro) gedeckelt, und innerhalb eines Tages fallen für beliebig viele Fahrten und Entfernungen maximal 13,90 Euro an (Kind: 9,10 Euro). „Der VAB-eTarif ist transparent und einfach sowie in vielen Fällen – wenn auch nicht immer – günstiger als der Zonentarif“, sagt VAB-Geschäftsführer Wolfgang Kuhn. Für den Kauf von subventionierten Gemeinde-Tickets stehen unseren Fahrgästen weiterhin die bisherigen Vertriebskanäle (z. B. DB Navigator-App) zur Verfügung.

as ist FAIRTIQ?
FAIRTIQ ist ein innovatives Schweizer Start-up aus Bern mit dem Ziel, Reisen mit dem öffentlichen Verkehr so leicht wie möglich zu machen. Die von FAIRTIQ entwickelte und betriebene, gebührenfreie und nach strengen Qualitätskriterien akkreditierte Ticketing-App kann bereits für den gesamten öffentlichen Verkehr in der Schweiz und in Liechtenstein sowie in Teilen Deutschlands und Österreichs genutzt werden. Mit rund 40 Millionen Fahrten insgesamt ist das System die weltweit erfolgreichste Check-in/Check-out-Lösung, verfügbar für iPhone und Android. Die Partner von FAIRTIQ sind Transportunternehmen und Verbünde in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Auch die SBB und die ÖBB setzen auf FAIRTIQ und nutzen die von FAIRTIQ betriebene Technologie in ihrer eigenen App.

So funktioniert eine Reise mit FAIRTIQ
Vor dem Einsteigen in Zug, Tram oder Bus checkt sich der Fahrgast in der App mit einer Wischbewegung ein. Damit hat er oder sie eine gültige Fahrkarte für den gesamten öffentlichen Verkehr in der entsprechenden Region. Am Zielort angekommen, beendet ein weiterer „Wisch“ die Kostenerfassung. Die App erkennt die gefahrene Strecke anhand der Standortermittlung und verrechnet das preisoptimale Ticket
.

Ich freue mich über diesen Fortschritt, danke auch im Namen der AMINA (Aschaffenburg-Miltenberg-Nahverkehrsgesellschaft) allen Unternehmen der VAB für dieses innovative Projekt.


Herzliche Grüße

Ihr

Jens Marco Scherf


Dienstag, 4. Januar 2022

Ein Jahr Impfzentrum Miltenberg - ein Jahr erfolgreiche Impfkampagne im Landkreis Miltenberg



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

vor einem Jahr hat die Impfkampagne im Landkreis Miltenberg begonnen. Im Bild sehen Sie noch die Bauarbeiten im Winter 2020/21, ein Kraftakt vieler helfender Hände engagierter Menschen! Nur so ist die erfolgreiche Impfkampagne in den vergangenen 12 Monaten möglich geworden.

Im Impfzentrum des Landkreises Miltenberg in Miltenberg wurden mit Stand vom 3. Januar 2022 bereits über 140.000 Impfungen verabreicht. Start der Impfkampagne durch das Impfzentrum Miltenberg war mit seinen mobilen Teams vor Jahresfrist am 26. Dezember 2020. Laut dem Verwaltungsleiter des Impfzentrums Björn Bartels beläuft sich die Zahl der Impfungen auf aktuell 140.156. Diese teilen sich auf in 56.595 Erstimpfungen, 54.268 Abschlussimpfungen (Zweitimpfungen und Einmalimpfungen wie mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson) sowie 29.293 Auffrischungsimpfungen.


Praxen unterstützen Impfzentrum

Auch die niedergelassene Ärzteschaft im Landkreis Miltenberg hat mit bislang 92.310 Impfungen einen beachtlichen Anteil an der erfolgreichen Impfkampagne: 32.961 Erstimpfungen, 35.306 Abschlussimpfungen sowie 24.043 Auffrischungsimpfungen fanden in den Praxen im Landkreis statt.

                  

Ehrenamtlich konnte ich selbst mehrfach im Impfteam als Assistenzkraft mit anpacken.

Impfquote der Gesamtbevölkerung bei knapp 70%

In der Summe wurden somit im Landkreis Miltenberg 89.556 Erstimpfungen, 89.574 Zweitimpfungen sowie 53.336 Auffrischungsimpfungen gezählt. Bei einer Einwohnerzahl des Landkreises von 128.743 bedeutet das eine Erstimpfungsquote von knapp 70 Prozent (69,46%), eine Abschlussimpfquote von ebenfalls knapp 70 Prozent (69,58%) sowie eine Auffrischungsimpfquote von 41,43 Prozent. Rechnet man alle Landkreisbewohner*innen ab dem Alter von fünf Jahren ein (122.738), liegt die Erstimpfungsquote bei 72,97 Prozent, die Abschlussimpfquote bei 72,98 Prozent und die Auffrischungsimpfquote bei 43,46 Prozent.


Dank an alle Mitwirkenden

Es ist mir ein Anliegen, allen Personen zu danken, die an den Impfungen beteiligt sind. Dass im Impfzentrum des Landkreises hervorragende Arbeit geleistet wird, kann ich an den zahlreichen positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung erkennen. Danke für diese enorme Wertschätzung, das gibt auch unserem Team Kraft bei dieser großen Aufgabe. Gerade auch die Impfangebote an Heilig Abend, an den Feiertagen und die vielen Sonderimpfaktionen an den Sonntagen zeigen wie groß die Motivation im Team ist.

Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang auch die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Partner des Landkreises, dem BRK-Kreisverband. Nicht zuletzt großem haupt- und ehrenamtlichen Einsatz der Frauen und Männer im Team ist es zu verdanken, dass die Impfkampagne des Landkreises so gut voranschreitet.“ Aber auch an die Zeit des Aufbaus denke ich gerne zurück, an die große Unterstützung durch unsere Ortsgruppen Miltenberg und Obernburg des THW und an die Unterstützung durch unsere Freiwilligen Feuerwehren. Auch der Einsatz unserer Handwerksbetriebe war ein wichtiger Faktor beim Aufbau des Impfzentrums. Es ist einfach toll zu merken, dass so viele Menschen bereit sind anzupacken, wenn sie gebraucht werden. Nur so war auch das Wiederhochfahren des Impfzentrums im November 2021 möglich, nachdem aufgrund einer politischen Fehlentscheidung auf Bundesebene die Impfzentrum zum 1. Oktober ausgebremst wurden. Aber zum Glück haben wir im Landratsamt Miltenberg die Entscheidung getroffen, zum 1. Oktober das Impfzentrum Miltenberg nicht zu schließen, sondern die Möglichkeit genutzt, in eine Art Standby-Betrieb zu gehen. Nur deshalb war der schnelle Re-Start mit 1.200 Impfungen am Tag möglich!

Auch Björn Bartels ist stolz auf sein Team: „Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der ärztlichen Leitung sowie den Teamleitern des BRK und einem leistungsstarken Team war es möglich, im Impfzentrum in kürzester Zeit eine Kapazität von knapp 1% der Landkreisbevölkerung pro Tag zu erzielen – das gibt es sonst kaum in Bayern. Gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten konnten wir bis heute eine Booster-Rate erzielen, die sowohl über dem bayerischen (+4,5%) als auch über dem Bundesdurchschnitt (+4,2%) liegt.“

                                


Booster-Impfung vervollständigt den Impfschutz

Ich appelliere an alle Geimpften vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Omikron-Variante: „Vervollständigen Sie Ihren Impfschutz durch eine Booster-Impfung!“ Aber auch der Zeitpunkt für eine Erstimpfung ist so wichtig wie schon lange nicht mehr. Wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist auch Scherf der Auffassung, dass bereits eine Erstimpfung den Schutz vor schweren Krankheitsverläufen stark mindern kann. Bitte reden Sie vertrauensvoll mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, lassen Sie sich beraten und bestenfalls davon überzeugen, sich möglichst rasch eine Erstimpfung geben zu lassen. Angesichts der zu erwartenden rasant steigenden Infektionszahlen aufgrund der Omikron-Variante ist die Impfung die beste Möglichkeit, sich selbst und seine Umgebung zu schützen.

Umfassendes Impfangebot

Das Impfzentrum des Landkreises schafft mit erweiterten Öffnungszeiten für alle Menschen die Möglichkeit, sich vor oder nach der Arbeit impfen zu lassen. Die Registrierung erfolgt unter www.impfzentren.bayern, ohne Internetanschluss steht die Servicenummer 09371/501-750 von Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr, sowie am Samstag von 8 bis 13 Uhr zur Verfügung.




Freitag, 31. Dezember 2021

Neujahrsgruß: Gedanken zum neuen Jahr 2022

    Foto: Anna Hornstein

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein glückliches und gesundes neues Jahr, wünsche ich Ihnen und Ihren Familien und lieben Menschen an Ihrer Seite!

Ich hoffe, Sie haben in den Weihnachtstagen Zeit gefunden, Zeit zum Kraft tanken, Zeit für das Besinnen, Zeit für das Miteinander.

Wir alle haben im vergangenen Jahr sicher auf ganz unterschiedliche und vielfältige Weise erlebt, wie wichtig das „Miteinander“ für uns ist.

Als wir nach dem langen Lock-Down im Frühsommer erstmals wieder mit mehreren, fremden Menschen zusammen sitzen konnten, gemeinsam Sport treiben und gemeinsam Kultur erleben konnten, wurde spürbar, wie gut dieses Miteinander für uns Menschen ist.

Nicht vergessen werde ich den Moment, als ich nach den langen Monaten des Winters und der Isolation glücklich strahlende und ausgelassene Kinder endlich wieder beim gemeinsamen Sport sehen konnte.

Das Miteinander brauchen unsere Kinder, aber auch wir Großen, im Alltag, aber auch bei der Bewältigung der Pandemie oder in der Politik! Mal finden wir Lösungen im „Miteinander reden“ und Perspektiven, die wir vorher nicht gesehen hatten. Oder es entstehen Projekte, die keiner alleine sich hätte ausdenken, geschweige denn umsetzen können.

Im ausgehenden Jahr habe ich den Wert des Miteinanders vielfach erlebt. Hervorheben möchte ich ein besonderes Projekt im Landkreis Miltenberg.

Ausgehend aus der Kontroverse zwischen engagierten Naturschützer:innen und unserer Landwirtschaft rund um Fragen des Artenschutzes, welcher in weiten Teilen Bayerns zu einem erbittert ausgetragenen öffentlichen Streit führte, entwickelten wir im Landkreis Miltenberg am Runden Tisch eine Gesprächsbasis. Statt übereinander zu schimpfen, suchten wir zwischen Naturschutz und Landwirtschaft nach gemeinsamen Perspektiven und entwickelten ein gemeinsames Projekt:

Seit dem Erntedankfest in diesem Herbst können Sie im Landkreis Miltenberg in vielen Innungsbäckereien das „MainLandBrot“ kaufen, und damit Natur- und Artenschutz direkt aus unserer Heimat!

Gemeinsam mit Bäckerinnung, Landwirtschaft, unseren Mühlen und Naturschutz haben wir ein Landkreisbrot entwickelt, dessen Getreide und Zutaten nach den Kriterien des in Bayern zum Gesetz gewordenen Artenschutzvolksbegehrens in unserer Heimat angebaut und dann nach guter Handwerkstradition gebacken wird.

Warum erzähle ich Ihnen beim Ausblick auf das kommende Jahr von diesem Projekt, dem Miltenberger Landkreisbrot, dem MainLandBrot?

Dieses Projekt steht beispielhaft für das, was uns stark macht und wie wir auch schwere Zeiten wie diese Pandemie bewältigen können:

-       Wir brauchen engagierte Menschen, die nicht nur wissen, was irgendjemand tun könnte, sondern bereit sind anzupacken!

-       Wir brauchen offene Menschen, die trotz unterschiedlicher Meinungen den Dialog mit anderen nicht abbrechen lassen!

-       Wir brauchen zuversichtliche Menschen, die ob großer Herausforderungen mutig nach vorne blicken!

Diesen Menschen, auf die wir in besonderer Weise im Landkreis Miltenberg bauen können, zu danken ist für mich der Jahreswechsel ein guter Zeitpunkt. Danke den Menschen, die unsere Werte leben und sich engagiert einsetzen,

 

·      sei es in unseren Vereinen und Verbänden, die Musik und Kultur, Sport und Brauchtum, Natur- und Klimaschutz mit Leben erfüllen,

·      ein besonderer Dank all diejenigen, die sich für unsere Kinder und Jugendlichen engagieren

·      sowie all den Menschen, die sich in der Pflege und Fürsorge für andere Menschen einsetzen, so unseren Kindertagesstätten über Einrichtungen wie Martinsläden und Sozialcafes bis zu den Angeboten für alte Menschen und

·      natürlich auch denjenigen, die in dem schweren Jahr der Pandemie aktiv und engagiert sind in Test- und Impfzentren, in Praxen und Kliniken sowie den vielfältig aktiven Ehrenamtlichen in unseren Freiwilligen Feuerwehren, den Ortsverbänden des THW sowie den Einheiten des Kreisverbandes unseres Roten Kreuzes.    

Gerade in einer Zeit, in der wir das Miteinander vermissen und uns Sorgen machen wegen des Auseinanderdriftens in unserer Gesellschaft, sollten wir besonders offene Augen und ein offenes Herz haben für das Engagement für das Gemeinwohl!

Wenn wir Gemeinsinn und mehr Miteinander erleben wollen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dann lassen Sie uns hierfür die Initiative übernehmen!

Aus den vielen positiven Begegnungen und Erlebnissen gerade im vergangenen, so schweren Jahr, schöpfe ich meine Kraft und Zuversicht für das nächste Jahr und seine Herausforderungen.

Deswegen, lassen Sie uns das neue Jahr und seine gewiss nicht geringen Herausforderungen gemeinsam und zuversichtlich angehen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gutes, ein glückreiches und ein gesundes neues Jahr!

Ihr

Jens Marco Scherf, Landrat

Montag, 6. Dezember 2021

Klimaschutz konkret: Urkunde Umweltpakt Bayern für die Brauerei Faust aus Miltenberg



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Klimaschutz und die Energiewende braucht uns alle! Deshalb ist es mir wichtig, die Unternehmen und Betriebe, die sich am Umweltpakt Bayern beteiligen und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten, persönlich zu besuchen. So habe ich jüngst im Auftrag von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die Teilnehmerurkunde am Umwelt- und Klimapakt Bayern an den Geschäftsführer des Brauhauses Faust, Johannes Faust, sowie an Braumeister Stefan Falk überreicht. Der Freistaat würdigt damit die langjährigen Bemühungen des Brauhauses um den betrieblichen Umweltschutz.

 

Beim Umwelt- und Klimapakt handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen der Bayerischen Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaft, der auf Freiwilligkeit, Kooperation und Eigenverantwortung beruht. Beide eint die Überzeugung, dass die natürlichen Lebensgrundlagen freiwillig besser geschützt werden können als nur mit Gesetzen und Verordnungen. Jedes Unternehmen nimmt sich quasi selbst unter die Lupe und schaut, in welcher Hinsicht es sich verbessern kann – etwa im Energieverbrauch oder bei der Abfallwirtschaft.

Für das Brauhaus Faust ist dieser Prozess auf Dauerhaftigkeit ausgelegt, denn laut Geschäftsführer Johannes Faust war das Brauhaus bereits im Jahr 1997 aktiv – damals als erste Brauerei beim Öko-Audit und unter den Top-Unternehmen in Unterfranken.

Doch mit dem in der Vergangenheit Erreichten will sich das Brauhaus nicht zufriedengeben, macht Johannes Faust deutlich. Er will das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco Management and Audit Scheme) im Brauhaus mit Leben erfüllen und eine Bilanz erstellen, welchen ökologischen Fußabdruck sein Unternehmen hinterlässt – und zwar vom Anbau der Produkte für die Bierherstellung über die Produktion bis hin zur Belieferung der Kundschaft. Darauf aufbauend, will Faust gezielt an weitere Optimierungen im Brauhaus gehen. Vieles hat das Brauhaus bereits erreicht, punktuell wird dennoch weitergearbeitet – etwa mit einer Schulung der eigenen Lastwagenfahrer zum wirtschaftlichen Fahren.

Für mich ist dieses Vorgehen genau richtig – auch als Beitrag zur Transparenz, was ein Unternehmen konkret für die Schonung der Ressourcen tut.  So steht etwa das Thema Energie bei Faust auf der Agenda. In Ermangelung geeigneter Dachflächen kann die Photovoltaik hierfür nicht genutzt werden – aber möglichweise wird eines Tages das Thema grüner Wasserstoff interessant. Für das Brauhaus geht es darum, permanent besser zu werden, erläuterte mir Johannes Faust, auch die Mitarbeiter*innen müssten auf diesem Weg mitgenommen werden.

Im kommenden Jahr 2022 wird die Energieagentur am Bayerischen Untermain übrigens eine aktuelle Energie- und Klimabilanz für den Bayerischen Untermain und den Landkreis Miltenberg erstellen – und zudem müssen wir die Maßnahmen an die neuen Klimaziele der Europäischen Union, der Bundesrepublik und des Freistaates Bayern anpassen!