Freitag, 27. November 2020

Podcast - Informationen aus dem Landkreis Miltenberg aus erster Hand, Folge 2


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Ende des vergangenen Monats war die Premiere meines neuen Podcast. Weil Veranstaltungen wie "Landrat vor Ort" ebenso wie meine gewohnte Präsenz vor Ort bei Veranstaltungen in der Pandemie nicht möglich sind, habe ich mir dieses neue Format überlegt:

Mit meinem Podcast informiere ich Sie monatlich über aktuelle Themen und Projekte der Kreisentwicklung im Landkreis Miltenberg. Die Fragen stellt mir jeweils eine Persönlichkeit aus dem Landkreis Miltenberg. Bei der Premiere war meine Gesprächspartnerin Lisa Losert aus Faulbach, in der aktuellen zweiten Ausgabe ist es Renate Dietz, die Rektorin der Wolfram-von-Eschenbach-Grundschule in Amorbach. Deshalb haben wir auch einen Blick auf die Situation der Kinder in den Schulen gerade jetzt im November geworfen.

Hier finden Sie den Podcast bei Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Qj3BLZJhbVU

Inhaltsangabe Folge 2:

00:00 – 00:47    Danke für das Feedback zum Podcast

00:48 – 05:03    Was war im vergangenen Monat alles los?

05:04 – 08:34    Was gibt es Neues aus dem Kreistag?

08:35 – 13:42    Was hat Sie besonders beeindruckt?

13:43 – 16:34    Was steht in den nächsten Wochen an?

16:35 – 19:02    Ist da nicht was untergegangen?

19:03 – 20:14    Und zum Schluss?

20:15 – 20:35    Verabschiedung

Die nächste Folge gibt´s am 18. Dezember.

Und wer die erste Folge versäumt hat, der hat hier die Möglichkeit, sich in den Monat November "zurückversetzen" zu lassen :)

https://www.youtube.com/watch?v=EDBa9TzQxBs&t=2s

P.S. Ich freue mich über alle Rückmeldungen, gerne direkt an unser_landrat@jensmarcoscherf.de, aber auch über Kommentare auf der Youtube-Seite. Mit einem Augenzwinkern grüße ich hier die WhatsApp-Gruppe der sogenannten Querdenker im Landkreis Miltenberg, die mit vielen Aufrufen mir auch einige negative Kommentare beschert haben, weil ich angeblich keine andere Meinungen gelten lassen würde. Der fast einstündige Austausch im Landratsamt meinerseits mit einer Delegation der Demo vor dem Landratsamt wird dann einfach unter den Tisch gefallen lassen..... :) 


Donnerstag, 26. November 2020

Das Landratsamt sucht eine Führungskraft! Motivierte Juristin - motivierter Jurist hat gute Chancen im Landratsamt Miltenberg!

Wir brauchen eine fähige und motivierte Führungskraft im Landratsamt Miltenberg für die Abteilungsleitung im Landratsamt Miltenberg. Deshalb suchen wir gemeinsam mit dem Freistaat Bayern nach einer motivierten Juristin oder einem motivierten Juristen.

Weitere Auskünfte gibt Ihnen gerne mein Stellvertreter im Amt, Herr Verwaltungsdirektor Gerald Rosel, Tel. 09371-501359, oder Sie entnehmen die notwendigen Informationen der Stellenanzeigen. Informationen zum Landkreis und zum Landratsamt finden Sie unter www.landkreis-miltenberg.de

Wer Miltenberg und den Bayerischen Untermain kennt, weiß wie hoch die Lebensqualität hier ist, alle anderen, die neugierig geworden sind, können sich hier informieren:

https://www.wo-wenn-nicht-hier.com/DE_index_1000.html




Mittwoch, 25. November 2020

Zukunft des KEG Amorbach gesichert - Wechsel der Sachaufwandsträgerschaft notariell beurkundet!


Übergang des KEG in die Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Miltenberg notariell beurkundet

Viele Jahre hat die Zukunft des Karl-Ernst-Gymnasiums nicht nur die Menschen in der Stadt Amorbach und in den Gemeinden rund um Amorbach bewegt, sondern auch mich. Auf der einen Seite die Stadt Amorbach von einer ihrer drückenden Lasten befreien und gleichzeitig die Zukunft des KEG Amorbach langfristig zu sichern, das war über viele Jahre hinweg eine nicht lösbare politische Aufgabe gewesen. Vor über zwei Jahren nahmen der Schulleiter Uli Koch, Bürgermeister Peter Schmitt und ich als Landrat einen Versuch, gemeinsam eine Lösung zur Zufriedenheit aller zu finden. Nach positiven Beschlüssen im Stadtrat Amorbach und im Kreistag in Miltenberg wird das KEG zum 1.1.2021 in die Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Miltenberg wechseln. In den 60er Jahren übernahm die Stadt Amorbach die Sachaufwandsträgerschaft des traditionsreichen Gymnasiums und stemmte vor mehreren Jahren noch eine umfassende Sanierung des Schulhauses. Aber gerade dies ist eine der Lasten, die die Handlungsfähigkeit der Stadt Amorbach bei der Bewältigung ihrer Zukunftsaufgaben stark einschränkt. So wurde der Weg gesucht, dass der Landkreis Miltenberg durch die Übernahme der Sachaufwandsträgerschaft und der Restschulden in Höhe von knapp dreieinhalb Millionen Euro entlastet – denn der Sachaufwand für Gymnasien ist grundsätzlich eine Aufgabe der bayerischen Landkreise!


 


Mit der Unterschrift aller Beteiligten unter den von Notar Dr. Stefan Gutheil ausgearbeiteten Vertrag ist der Übergang des Karl-Ernst-Gymnasiums (KEG) Amorbach von der Stadt Amorbach in die Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Miltenberg mit Wirkung zum 1. Januar 2021 nun auch rechtlich abgeschlossen.


 


Am Freitagmorgen unterschrieb ich in Vertretung des Landkreises Miltenberg und Bürgermeister Peter Schmitt (Amorbach) den Vertrag, der den Übergang des Grundstücks mitsamt Bebauung und beweglichen Gegenständen auf den Landkreis Miltenberg regelt. Darin ist unter anderem auch die Übernahme eines Kredites in Höhe von 3.411.845 Euro durch den Landkreis Miltenberg beurkundet, den die Stadt Amorbach zur Finanzierung der Generalsanierung des KEG aufgenommen hatte. Eine dritte Unterschrift leistete der Vorsitzende des Schulverbands Amorbach, Schneebergs Bürgermeister Kurt Repp. Nötig war dies, da auch eine kleine Fläche im Eigentum des Schulverbands an den Landkreis übertragen wurde.


 


Der Unterschrift waren Beschlüsse des Kreistags und des Stadtrats von Amorbach vorausgegangen. Alle Gremien waren sich einig, dass der Erhalt des KEG wichtig für die Schullandschaft des gesamten Landkreises Miltenberg ist und die Übernahme der Sachaufwandsträgerschaft durch den Landkreis die langfristig beste Lösung ist. Das Gebäude, das sich in einem sehr guten Zustand befindet, wird von über knapp 500 Schülerinnen und Schülern besucht, die zum Teil auch aus dem benachbarten badischen Neckar-Odenwald-Kreis kommen.


Das KEG sei nicht nur zentraler Bestandteil der Schullandschaft von Amorbach, sondern auch im Dreiländereck von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, betonte Bürgermeister Peter Schmitt. Dass der Übergang der Sachaufwandsträgerschaft nun vollzogen sei, sei „ein gemeinsamer Erfolg“, fand Schmitt, der sich darüber „froh und dankbar“ zeigte. Der Weg sei sehr emotional gewesen, blickte er zurück und freute sich über die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis. „Auch nach dem 1. Januar 2021 wird es genauso gut weitergehen wie bisher“, zeigte er sich überzeugt.


Mich hat in den vergangenen Jahren die sehr große Verbundenheit der Bevölkerung von Amorbach mit ihrem Gymnasium beeindruckt. Das habe ich bei vielen Gesprächen in der Barockstadt erfahren. Für mich ist Amorbach ein wichtiger Standort, um junge Menschen durch ein wohnortnahes Schulangebot an den Landkreis zu binden. Strategisches Ziel: Dank einer starken Verwurzelung in der Heimat im Raum Amorbach im bayerischen Odenwald kehren viele junge Menschen nach einem erfolgreichen schulischen Abschluss nach einer erfolgreichen Berufsausbildung oder einem Studium gerne wieder zurück in die Heimat, um sich hier beruflich zu verwirklichen. Wir, Stadt und Landkreis, sind gemeinsam einen fairen Weg gegangen, und das Vertrauen zwischen den beiden Partnern, die nun gemeinsam als Standortkommune und als Sachaufwandsträger die Verantwortung für das KEG tragen werden, ist stetig gewachsen.  Das KEG ist ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein der Bildungslandschaft im Landkreis Miltenberg, der zur Verwurzelung beiträgt und identitätsstiftend ist. Die Übernahme der Sachaufwandsträgerschaft ist möglicherweise die wichtigste Entscheidung des Kreistags in den vergangenen Jahren und nur möglich, weil alle Beteiligten Vertrauen zueinander entwickelt haben und gemeinsam die bestmögliche Lösung für das KEG und die Bildung der jungen Menschen gesucht haben.


 


Notar Dr. Stefan Gutheil zeigte sich erfreut, dass er einen solchen historischen Vertrag beurkunden durfte.


 


Montag, 23. November 2020

Afrikanische Schweinepest: Der Landkreis Miltenberg bereitet sich auf einen möglichen Ausbruch vor!


 

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

in Brandenburg ist die Afrikanische Schweinepest bereits angekommen, auch Sachsen hat sie mittlerweile erreicht. Sollte sich die Tierseuche weiter ausbreiten, könnte auch der Landkreis Miltenberg betroffen sein. Wir im Landkreis Miltenberg nehmen die Situation sehr ernst und bereiten uns deshalb schon lange gewissenhaft auf den Ernstfall vor.

Aufgrund dessen wurde der Bergetrupp des Landratsamts durch das Veterinäramt erneut geschult und spielte das Vorgehen beim Beproben und Entsorgen eines verendeten Keilers durch.

Das Veterinäramt bereitet sich seit langem auf die Bekämpfung der Seuche vor, unter anderem mit überregionalen Übungen in Zusammenarbeit mit Katastrophenschutz und Staatsforst sowie Schulungen von Bergeteams. Darüber hinaus wurde eine Verwahrstelle für verendetes Schwarzwild im Seuchenfall geschaffen, die derzeit von den Jägern als Wildkonfiskatsammelstelle genutzt wird. Auch wurden weitere potentielle Standorte für mobile Verwahrstellen festgelegt. Gemeinsam mit Nachbarlandkreisen wird ein mobiler und stabiler Wildschutzzaun beschafft. Damit wird bei einem punktuellen Seuchenausbruch eine Kernzone mit einem Vier-Kilometer-Radius eingezäunt. Umfangreiches Material ist beschafft worden wie Schutzkleidung, Handschuhe, Wannen verschiedener Größe, Desinfektionsmittel und weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände.

Die Amtstierärztinnen Dr. Isabel Boecker-Kessel und Dr. Vanessa Schönenbrücher gaben dem Team des Bergetrupps des Landratsamts zunächst im Veterinäramt einen Überblick über die Ausbreitung der Tierseuche und erklärten, wie verendete Tiere unter Beachtung der Biosicherheit richtig beprobt und geborgen werden. Auch wurde betont, wie wichtig das korrekte Ausfüllen des Bergeprotokolls ist. Aufmerksam wurden die Ausführungen von Mitarbeiter*innen des Veterinäramts, dem Bergeteam des Landratsamtes, der Unteren Naturschutzbehörde sowie den Jagdberatern Rudi Faber und Horst Feyrer verfolgt.
Bevor es an die Praxis ging, demonstrierte das Veterinäramt den speziell für die Bergung angeschafften PKW-Anhänger mit Seilwinde, Rampe und dem notwendigen sonstigen Inventar. Im Gelände bei Kleinheubach lernten die Mitglieder des Bergetrupps unter Anleitung zunächst, wie sie ihre Schutzkleidung korrekt anlegen. Dass das nicht so einfach ist wie zuvor theoretisch skizziert, wurde schnell deutlich: Zunächst müssen alle nicht benötigten Gegenstände abgelegt werden, ehe nach einer festgelegten Reihenfolge die Einwegoveralls und die Gummistiefel angezogen werden, danach sind die Einmalhandschuhe an der Reihe. Während der Bergung werden über die Einmalhandschuhe zusätzlich Arbeitshandschuhe gestreift, nach getaner Bergung muss die Fundstelle mit Kalk desinfiziert werden. Dafür sind zusätzlich Schutzbrille, Atemschutz und säurefeste Schutzhandschuhe notwendig. Unter dieser Ausrüstung wird es schnell warm, vor allem wenn man einen schweren Keiler nach Beprobung anheben, in den Anhänger bringen und in der Verwahrstelle entsorgen muss.

Damit verendete Tiere landkreisweit geborgen werden können, sind laut Dr. Isabel Boecker-Kessel viele Teams notwendig. Damit alle Helfer*innen ihr Handwerk lernen, fungieren im Ernstfall die amtlichen Tierärztinnen des Veterinäramts als Multiplikatorinnen.
350 potenzielle Helfer*innen, verteilt über den ganzen Landkreis, haben sich bereit erklärt, im Seuchenfall die Reviere nach verendetem Schwarzwild abzusuchen. Im Ernstfall wären aber viel mehr notwendig, insbesondere zur Bergung und zum Zaunbau.

Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen völlig ungefährlich, richtet aber laut Boecker-Kessel große wirtschaftliche Schäden an. Mit dem sorgfältigen Vorgehen bei den Bergungen wolle man verhindern, dass kontaminiertes Material verbreitet werde und möglicherweise in Kontakt mit anderen Schweinen komme, erklärt die Veterinärin. Sollte die Seuche tatsächlich ausbrechen, sei der Schutz der Hausschweinbestände oberstes Ziel.

Nach Abschluss der rund zweistündigen Bergeübung zeigten sich die Verantwortlichen im Veterinäramt durchaus zufrieden: Der Bergetrupp erledigte seine Arbeit unter Anleitung der Fachleute sehr gut, auch wurden mehrere Anregungen aufgenommen, wie man manche Schritte verbessern kann. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass die Afrikanische Schweinepest den Landkreis Miltenberg noch lange verschont. 

Donnerstag, 19. November 2020

Ein-Stunden-Takt auch im Südspessart und im Bayerischen Odenwald

 

Mobilitätsversprechen des Freistaates Bayern muss im Südspessart und Bayerischen Odenwald eingelöst werden

Die Schiene ist gerade im Landkreis Miltenberg eine tragende Säule einer guten Mobilität. Erfreulich war im Dezember 2019 die Verdichtung des Fahrplans vor allem auf dem Streckenabschnitt Miltenberg – Aschaffenburg. Trotz aller politischen und parteiübergreifenden Bemühungen konnte eine umfassende Besserung zwischen Miltenberg – Amorbach – Walldürn sowie Miltenberg – Faulbach – Wertheim nicht erreicht werden.

Deswegen bin ich froh, wenn sich unsere Abgeordneten engagieren, wie in diesem Fall unsere Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Patrick Friedl. Sie haben gemeinsam die Lücken in Unterfranken im Bayern-Takt identifiziert und fordern diese schnellstmöglich zu schließen.

Der Bayern-Takt im Schienenverkehr ist das Mobilitätsversprechen für die Menschen im ganzen Land. Seit fast 25 Jahren scheitern unterschiedliche Bayerische Staatsregierungen daran, dieses Versprechen einer mindestens stündlichen Bahnverbindung von frühmorgens bis spätabends für alle bayerischen Bahnhöfe einzulösen. Eine aktuelle Anfrage des verkehrspolitischen Sprechers der Landtags-Grünen, Dr. Markus Büchler, listet 39 Bahnverbindungen in Bayern auf, für die es bis heute keine verbindlichen Termine zur Umsetzung des Bayern-Takts und Schließung der teils erheblichen Taktlücken gibt. Auch in Unterfranken gibt es noch Handlungsbedarf.

„Besonders ärgerlich: Am Geld liegt es nicht“, stellt Kerstin Celina (Unterfränkische Abgeordnete aus Kürnach) mit Blick auf bald knapp eine Milliarde Euro Haushaltsresten im Bereich der für die Bestellung zusätzlicher Züge nutzbaren Regionalisierungsmittel fest. Sie fordert mehr Anstrengungen insbesondere von Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, die für die Bestellung der Züge des Nahverkehrs in Bayern zuständig ist.

Betroffen hiervon sind laut dem Würzburger Abgeordneten Patrick Friedl auch die Strecken Miltenberg - Wertheim und Miltenberg - Seckach. Sie werden in der Antwort der Staatsregierung auf die Grünen-Anfrage in der Rubrik „Takt- und Angebotslücken in Tagesrandlagen sowie auch an Sonn- und Feiertagen mit meist nur Zweistundentakt“ mit geringer Priorität und ohne Realisierungsperspektiven geführt. MdL Patrick Friedl: „Als Grüne Landtagsfraktion werden wir hier weiter darauf drängen, dass die Regierung ihr Bayern-Takt-Versprechen auch in Unterfranken einlöst.“ Zugleich fordert Celina die politischen Entscheidungsträger aus der Region auf, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, für eine weitere, zügige Eintaktung der Strecken Miltenberg – Wertheim/Seckach in den Bayern-Takt zu kämpfen“.

Laut Celina gibt es aber auch eine gute Nachricht für die Menschen in der Region Untermain. Denn auf dem Streckenabschnitt Aschaffenburg - Miltenberg wurde laut Antwort der Staatsregierung auf die Grünen-Anfrage, schon zum Dezember 2019 umgesetzt, dass hier nun die Regionalbahnen auch an Samstagen und Sonntagen im Stundentakt fahren. „Das ist eine wichtige Ergänzung des Schienenverkehrsangebots und wird hoffentlich mehr Menschen zum Bahnfahren ermutigen“, so Celina.

Die Landtags-Grünen fordern für den gesamten öffentlichen Personenverkehr in Bayern seit Jahren eine Mobilitätsgarantie. Alle Orte im Land sollen werktags von 5 Uhr früh bis Mitternacht mindestens stündlich angebunden sein.

Ich betone in meiner Verantwortung als Landrat für den ganzen Landkreis Miltenberg: Auch im Bayerischen Odenwald und im Südspessart haben die Menschen das Recht auf einen vollwertigen 1-Stunden-Takt. Mit der Mitfinanzierung eines Gutachtens zur Stärkung der Madonnenlandbahn von Miltenberg über Amorbach nach Seckach ist der Landkreis Miltenberg hier gemeinsam mit dem badischen Neckar-Odenwald-Kreis in Vorleistung gegangen.

Ferner weise ich darauf hin, dass zur Stabilisierung des Fahrplans dringend ein weiterer Triebwagen der Baureihe 642 eingesetzt werden muss. Dies wird derzeit im Verkehrsministerium geprüft, nachdem ich mich persönlich bei Staatsministerin Schreyer dafür eingesetzt habe, unterstützt von unserem Landtagsabgeordneten Bertold Rüth.

Der Bund investiert in den Bahnhof Miltenberg (hier im Bild mit Bundesverkehrsminister Scheuer) - die Züge Richtung Faulbach und Amorbach bestellt der Freistaat Bayern! (Hinweis: Das Bild stammt aus dem Sommer 2019, deshalb keine Abstände und keine Masken!)

Montag, 16. November 2020

Energiewende und Klimaschutz gestalten: eine Wasserstoffstrategie für den Bayerischen Untermain



Die grüne Energie der Zukunft: regionales Wasserstoffkonzept für den Bayerischen Untermain


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Wasserstoff als Energieträger ist im Jahr 2020 in aller Munde. Teilweise wird die Diskussion sehr kontrovers, wenn die Befürworter und Gegner einzelner Energieträger miteinander diskutieren, dabei liegt die Lösung so nahe: Es kommt wie so oft auf die richtige Mischung und auf eine vernünftige Anwendung des grün erzeugten Wasserstoffs an. Diesem Ziel habe ich mich auch persönlich verschrieben, als im Frühsommer 2020 Bund und Freistaat Bayern eine Wasserstoffstrategie der Öffentlichkeit präsentiert haben. Es gibt nicht die „eine“ Lösung für die Energiewende und einen wirkungsvollen Klimaschutz, es kommt auf ein Konzept an – und hier muss und wird der Wasserstoff, wenn er aus regenerativen Energien erzeugt wurde, seinen Platz am bayerischen Untermain finden, gerade vor dem Hintergrund der stark industriellen Prägung unserer Wirtschaftsregion als „industrieller Kern“ der länderübergreifenden Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main.

Denn der Wasserstoff (chemisch: H2) wird in der künftigen Energieversorgung und in der Industrie von morgen eine bedeutende Rolle spielen. Das unterstreicht auch die im Juni 2020 heraus gegebene nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und des Landes Bayern. Egal ob Energiewende oder Wirtschaftsförderung, am Bayerischen Untermain arbeiten die drei Gebietskörperschaften Landkreis und Stadt Aschaffenburg sowie Landkreis Miltenberg unter Einbeziehung der Unternehmen eng zusammen.


Regionaler Workshop für eine Wasserstoffstrategie am Bayerischen Untermain

Deshalb habe ich es unterstützt, dass im Juli 2020 Signale aus Aschaffenburg kamen, dass die Stadtwerke Aschaffenburg einen regionalen Workshop organisieren werden, um die Grundlagen für eine regionale Wasserstoffstrategie auszuarbeiten. Am 6.11.2020 traf ich mich in Aschaffenburg zu einem von Dieter Gerlach, Leiter der Stadtwerke Aschaffenburg, moderierten Workshop mit dem Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg Jürgen Herzing, und Andreas Hoos vom Landkreis Aschaffenburg sowie namhaften Vertreter*innen der regionalen Wirtschaft, namentlich die Firma Linde Material Handling, die Firma Suffel, die Firma Greenergy GmbH Alzenau und die Firma ICO Mainsite Obernburg, um uns über das Handlungsfeld Wasserstoff auszutauschen. An diesem Workshop referierten Vertreter*innen von Bundes- und Landeseinrichtungen, die Now GmbH stellte die Strategie des Bundes vor, das Land Bayern wurde vertreten durch das Zentrum Wasserstoff Bayern und Bayern Innovativ, das Land Hessen war vertreten durch die Landes Energieagentur Hessen.


Ziel des Workshops war die Priorisierung von strategischen Ansätzen für ein regionales Wasserstoffkonzept. Im Ergebnis wurde folgendes festgelegt:

  • Die Region Bayerischer Untermain soll sich im Schulterschluss mit der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main zu einer Modellregion für Wasserstofflogistik entwickeln. Logistik bedeutet hierbei primär die Themen Transport, Verdichtung, Lagerung und Verteilung von Wasserstoff zu organisieren (eventuell: da in der Region kein Überschuss an produzierter Energie besteht). Als erste konkrete Infrastrukturmaßnahme wurde die Absicht bekräftigt, mithilfe von staatlichen Fördermitteln den Bau von drei Tankstellen, jeweils eine bei den Stadtwerken Aschaffenburg in der Stadt Aschaffenburg, eine bei der ICO Mainsite im Landkreis Miltenberg und eine im Landkreis Aschaffenburg zu realisieren.

  • Ein zweiter Schwerpunkt soll die Intensivierung und der Ausbau von Produktionskapazitäten rund um Bauteile, die für eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft erforderlich sind, bilden. In der Region Bayerischer Untermain und in den angrenzenden Regionen sind bereits einige Firmen angesiedelt, die Komponenten, welche weltweit im Rahmen der Erzeugung, Lagerung und Logistik von Wasserstoff benötigt werden produzieren oder entwickeln. Um mehr Wertschöpfung in der Wasserstofftechnologie in der Region zu halten, ist es wichtig diese Firmen bei dem Ausbau ihrer Kapazitäten und im Bereich Forschung und Förderung massiv zu unterstützen.

  • Die Bewerbung um Fördermittel, möglichst gemeinsam mit anderen Akteuren in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main soll dazu führen, dass baldmöglichst einige Leuchtturmprojekte (zum Beispiel innovative Verfahren zur Wasserstoffherstellung) auch in der Region realisiert werden können

Von allen Beteiligten wurde nochmals deutlich gemacht, dass zur Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft, aber insbesondere auch um die Wertschöpfung für die technischen Komponenten in der Wasserstofftechnik auszubauen eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen, insbesondere mit dem Fokus Rhein-Main unerlässlich ist.

Die derzeit bereits zum Einsatz kommenden oder in der Planung befindlichen technischen Lösungen sind vielfältig: Wasserstoff wird derzeit in der Trinkwasseraufbereitung benötigt, Wasserstoff wird benötigt zur Herstellung brennstoffzellenbetriebener Flurförderfahrzeugen, Wasserstoff soll zukünftig zu einem emissionsfreien Betrieb der Stadtbusse beitragen, hat auch Potentiale für den ÖPNV in den Landkreisen und ist ein Kernelement einer innovativen Energieversorgung für das Neubaugebiet Anwandeweg in Aschaffenburg.

Der nächste konkrete Schritt soll die Initiierung eines Interessensverbandes Regionale Wertschöpfung in der Wasserstoffwirtschaft am bayerischen Untermain sein, der die Interessen aller Akteure in der Region bündelt und in ihrer Entwicklung voranbringt.

Ich bin angesichts der ermittelten hohen Potentiale in Sachen Wasserstoff sehr zuversichtlich, dass wir das Potential haben zu einer weiteren Modellregion Wasserstoff. Bei einem ersten Start über die ZENTEC am 15.02.2019 im Rahmen des Projektes „HyStarter“ bekundet wurden bundesweit nur neun Regionen ausgewählt worden.


Ein Exkurs zum Schienenverkehr:

Parallel dazu habe ich mich auch zur Förderung eines klimafreundlichen Schienenverkehrs um Einbeziehung des Landkreises Miltenberg in die geplanten Testfahrten des Freistaates mit Batterie- und Wasserstoffantrieb bemüht. Leider verzichtet der Freistaat Bayern verzichtet singuläre Testfahrten. Am 25.06.2020 hat die Geschäftsführung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bestätigt, dass es Ziel der BEG sei, den ökologisch effizientesten elektrischen Antrieb sowie den deutlich effizienter gewordenen Diesel-Antrieb durch innovative Antriebe wie Wasserstoff oder Akku-Hybrid zu ergänzen. Erprobungen des Wasserstoffantriebs seien nach Auffassung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft nicht notwendig, die BEG geht im Rahmen der Ausschreibungen der Netze in den Regelbetrieb, so bei der Ausschreibung 2020 des „Liniensterns Mühldorf“. Hintergrund dieser Standortentscheidung ist sowohl der zeitliche Faktor (auslaufender Verkehrsvertrag; der aktuelle Verkehrsvertrag im Netz „Hohenlohe – Untermain – Franken“ läuft bis 2031) als auch die regionale Verfügbarkeit von Wasserstoff. Bei einer Umsetzung der regionalen Wasserstoffstrategie bestehen dann neue Grundlagen dafür, auf der Strecke Aschaffenburg – Miltenberg die Wasserstofftechnologie als Übergangstechnologie bis zur Elektrifizierung einzusetzen bzw. auf den Bahnstrecken südlich und östlich von Miltenberg als Zukunftstechnologie zur Ablösung des Dieselantriebs.


Mehr Informationen zu den Potentialen beim Schienenverkehr im Landkreis Miltenberg finden Sie unter https://jensmarcoscherf.blogspot.com/2020/11/bessere-chancen-fur-die-schiene-im.html




Mittwoch, 11. November 2020

Weniger Verspätungen im Zugverkehr - Einsatz in München für den Landkreis Miltenberg!





Fahrplanstabilisierende Maßnahmen notwendig!

 

Wer regelmäßig die Westfrankenbahn nutzt, der hat seine Not mit den vielen Verspätungen. Nachdem wir im Dezember 2019 eine Verbesserung des Fahrplans erhalten haben, stößt die Strecke an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

 

Den Gesprächstermin vergangene Woche mit der Staatsministerin für Bau und Verkehr, Kerstin Schreyer, nutze ich auch dazu, dieses Problem vorzubringen. Seitens des Verkehrsministeriums wurden die derzeit gravierenden Mängel bei der Fahrplanstabilität der Westfrankenbahn bestätigt. Das Staatsministerium verwies auf zahlreiche Investitionen in die Beschleunigung der Bahnstrecke hin:

 

Investitionen in die Bahnstrecke zwischen Miltenberg und Aschaffenburg:

Nach der Doppelspur zwischen Aschaffenburg Süd und dem Abzweig Nilkheim sowie den Umbauten der Bahnhöfe Kleinheubach und Klingenberg sind derzeit laut Staatsministerium folgende Projekte in Planung:

 

  • Erhöhung der Einfahrtgeschwindigkeit zum Hauptbahnhof Aschaffenburg von 40 auf 60 Kilometer pro Stunde.

  • Geschwindigkeitsanhebung Aschaffenburg Süd von 80 auf 110 Kilometer pro Stunde.

  • Geschwindigkeitsanhebung bei Kleinwallstadt von 100 auf 110 oder 120 Kilometer pro Stunde.

  • Erhöhung der Einfahrtgeschwindigkeit Obernburg-Elsenfeld von 40 auf 80/120 Kilometer pro Stunde.

  • Geschwindigkeitsanhebung Wörth am Main von 90 auf 100 Kilometer pro Stunde.

  • Erhöhung Zufahrt Miltenberg im Bereich Abzweig Brücke/alter Bahnhof von 60 auf 80 Kilometer pro Stunde.

                                               

Mehr Zweigleisigkeit und ein zusätzlicher Zug sind notwendig!

Meinerseits schlug ich dem Staatsministerium als kurzfristige fahrplanstabilisierende Maßnahme die Bestellung eines zusätzlichen Triebwagens der Baureihe VT 642 vor. So könne verhindert werden, dass Verspätungen vom Morgen sich wie in einem Domino-Effekt den ganzen Tag über fortsetzen. Die Staatsministerin begrüßte diese Idee und sicherte eine wohlwollende Prüfung zu.

 

Mittelfristig ist es notwendig, dass für Planungen bezüglich eines Ausweichgleises bei Sulzbach (Main) und einer längeren zweigleisigen Passage bei Obernburg-Elsenfeld & ICO Mainsite eine Finanzierung ermöglicht wird. Nur so wird die Bahnstrecke zwischen Miltenberg und Aschaffenburg die Nachfrage im Personenverkehr sowie die Güternachfrage von Unternehmen aus dem Landkreis Miltenberg decken können. Mehr Informationen zum Thema „Verlagerung von Schwerlastverkehr im Landkreis Miltenberg auf die Schiene“ finden Sie unter https://jensmarcoscherf.blogspot.com/2020/11/bessere-chancen-fur-die-schiene-im.html

 


Nur mit einer leistungsfähigen Schiene machen derzeit erfolgversprechende Projekte wie einer besseren Vernetzung mit dem RMV und eine Elektrifizierung der Strecke für das umsteigefreie Fahren von Miltenberg nach Frankfurt(Main) Sinn - deshalb brauchen wir mindestens

einen Zug der Baureihe 642 mehr – hier im Bild, damit jeder weiß, welcher Zug gemeint ist, denn:


Liebe CSU, auch wenn ihr öffentlich einen Zug der BR 624 fordert – der steht schon im Museum und wird uns auf der Schiene im Landkreis Miltenberg nicht mehr wirklich weiterhelfen. Für eine Museumsfahrt bin ich aber immer zu haben J