Montag, 19. September 2022

Kreisfeuerwehrverband Miltenberg wählt Funktionsteam neu


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

während Weihbischof Boom in Miltenberg gepredigt hat, war ich als Landrat in Eisenbach und habe die Wahlen des Kreisfeuerwehrverbandes gemeinsam mit Bürgermeister Dietmar Fieger geleitet. Mein Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement!

Die im Kreisfeuerwehrverband Miltenberg organisierten Feuerwehren des Landkreises Miltenberg haben in der Sport- und Kulturhalle in Eisenbach das Funktionsteam des Kreisfeuerwehrverbandes neu gewählt. Als von den Kommandantinnen und Kommandanten gewählter Kreisbrandrat ist Martin Spilger automatisch Verbandsvorsitzender.

Bürgermeister Dietmar Fieger begrüßte die versammelten Feuerwehrleute und verwies unter anderem auf einen in Obernburg stationierten Einsatzleitwagen und Wechsellader des Landkreises Miltenberg neben einem weiteren der Stadt Obernburg. Gemeinsam mit Erlenbach, Elsenfeld und der Werkfeuerwehr des Industriecenters Obernburg werde eine Drehleiter beschafft, hob der Obernburger Bürgermeister die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. Gute Rahmenbedingungen für die örtlichen Wehren in den Stadtteilen Obernburg und Eisenbach seien laut Fieger eine wichtige Daueraufgabe der Stadt Obernburg und des Stadtrats. Auch bei aktuellen Krisen- und Gefahrenlagen sei die Einsatzkraft der Freiwilligen Feuerwehren unverzichtbar.

Auf Basis der aktuell viel diskutierten Szenarien wie eine Erdgasmangellage oder einen mehrtägigen Stromausfall war es mir wichtig hervorzuheben: Wir brauchen unsere Wehren inzwischen bei einer großen Vielfalt von Schadensereignissen und Krisenlagen. Über die unmittelbare Leistung in den umfangreichen Einsätzen ist für mich bedeutend, dass unsere Wehren die Mentalität des Anpackens vorleben!

Bei den Wahlen wurde Kreisbrandinspektor (KBI) Hauke Muders ohne Gegenstimme als stellvertretender Vorsitzender bestätigt wie auch Kreisbrandmeister (KBM) Helge Killinger und Schatzmeister Johannes Becker. Kassenprüfer sind Kommandant Michael Grundmann und Florian Herbert. Die Feuerwehren Nord vertritt anstelle von Silvia Wüst nun Felix Zimmermann, im Bereich Süd bleibt diese Funktion bei Kommandant Udo Neuberger. Die Feuerwehrvereine Nord werden anstelle von Florian Herbert nun von Matthias Lüft vertreten, während die Vertretung im Südlandkreis weiter von Roland Schuhmann sichergestellt wird.

Damit stehen Vorstand und Verbandsausschuss für die nächsten sechs Jahre fest:

Verbandsvorsitzender: Kreisbrandrat Martin Spilger, Stellvertreter KBI Hauke Muders
Schatzmeister: Johannes Becker
Schriftführer: KBM Helge Killinger
Kreisjugendfeuerwehrwart: KBM Joao Lopes Meira
Frauenbeauftragte: Laura Schachner
Vertreter Feuerwehren Nord: Kommandant Felix Zimmermann
Vertreter Feuerwehren Süd: Kommandant Udo Neuberger
Vertreter Vereine Nord: Matthias Lüft
Vertreter Vereine Süd: Roland Schuhmann
Vertreter der Werkfeuerwehren: Kommandant Jürgen Dietz
Kreisfeuerwehrärztin: Dr. Jutta Weimer
Kreiskinderfeuerwehr: noch nicht besetzt

Die Versammlung bestätigte die Bewerbung der Feuerwehr Altenbuch als Gastgeber für die nächste ordentliche Kommandantendienstversammlung mit anschließender Verbandsversammlung am 12. März 2023 um 8.30 Uhr.

Der nächste Kreisfeuerwehrtag findet im Jahr 2024 in Wörth statt.

Hausärztliche Versorgung der Zukunft - Gesundheitsregion kooperiert mit BeLa


Famulaturprogramm Summer School 2022 erfolgreich – Zahlreiche Medizinstudierende im Landkreis Miltenberg


Im Rahmen des Famulaturprogramms hat über die Gesundheitsregion plus MIL in dieser Woche ein Austauschtreffen mit Studierenden des vom Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) geförderten Projekts “Beste Landpartie Allgemeinmedizin” (BeLA, go.uniwue.de/bela) stattgefunden. Das Programm soll die Brücke zwischen Medizinausbildung und Hausarztpraxis schlagen und Medizinstudierenden einen Einblick in das Fach Allgemeinmedizin sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen in den entsprechenden Regionen ermöglichen. Ziel ist es, die Studierenden im Anschluss an Studium und Facharztausbildung für eine Niederlassung oder angestellte Tätigkeit in einer ländlichen Hausarztpraxis zu gewinnen. Koordiniert wird das Programm in Unterfranken durch das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg. „Dies ist ein wichtiger Baustein für die hausärztliche Versorgung des Landkreises Miltenberg, denn nur mit dem Engagement aller Akteure gelingt uns der Generationenwechsel bei unseren Hausärztinnen und Hausärzten“, betont Landrat Jens Marco Scherf die Bedeutung des Werbens um Medizinstudierende.

Hierfür ist die zuständige Be-La-Projektkoordinatorin Frau Pamina Hagen am vergangenen Mittwoch in Begleitung von sechs Studierenden aus Würzburg angereist. Unter anderem stammen sie aus den Regionen Wertheim und Kitzingen und haben große Interesse im Anschluss an Studium und Weiterbildung als Allgemeinmediziner:in tätig zu sein. Laut einzelnen Aussagen der Studierenden hat sich der Wunsch für eine künftige Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt nach einer Famulatur – ein Praktikum, das Studierende der Medizin oder Pharmazie im Rahmen ihrer Ausbildung ableisten müssen - noch verstärkt oder gar erst entwickelt. Gerade derartige Äußerungen zeigen, wie wichtig die praktischen Erfahrungen und ersten Berührungspunkte zur Allgemeinmedizin bereits während des Studiums sind. Insgesamt müssen von den Medizinstudierenden vier Famulaturen im Umfang von jeweils 30 Tagen geleistet werden: zwei in der stationären und jeweils eines in der ambulanten sowie der hausärztlichen Patientenversorgung. Positive Eindrücke und überzeugende Lebensgeschichten erfahrener Ärzte/ Ausbilder können während dieser Zeit eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Wahl der Fachrichtung Ihrer Auszubildenden einnehmen.

Durch die Teilnahme an einem der diesjährigen Programmnachmittage der Summer School im Landkreis Miltenberg haben die angehenden Ärzt*innen ebenfalls die Möglichkeit erste Kontakte zu niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Raum Miltenberg zu knüpfen, sich mit den am Famulaturprogramm teilnehmenden Studentinnen und Studenten auszutauschen und die Region sowie deren Ausbildungsmöglichkeiten kennen zu lernen.

Zu Beginn stand am besagten Tag ein Besuch in der Praxis Dr. Kriegbaum in Kleinheubach auf dem Programm. Dr. Gunther Kriegbaum gab allen Teilnehmenden eine Führung durch die seit 2015 bestehende Gemeinschaftspraxis und nahm sich Zeit für Fragen, Austausch und ein persönliches Kennenlernen. Er berichtete authentisch und realitätsnah von seinem Praxisalltag und stellte weiterhin auch den im Rahmen der Gesundheitsregion plus MIL gegründeten Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin vor. Als einer der Ansprechpartner für den Weiterbildungsverbund berichtet Kriegbaum davon, dass Medizinstudierende während des Studiums hier bei uns im Landkreis die Möglichkeit haben ihre praktischen Ausbildungen sowie die anschließende Facharztweiterbildung zu absolvieren und sich später als Hausärztin oder Hausarzt im Landkreis Miltenberg niederzulassen.

Auch Landrat Jens Marco Scherf war es ein großes Anliegen, die Studierenden des BeLA Programms zusätzlich zu den aktuell im Landkreis tätigen Famulantinen und Famulanten zu begrüßen, weshalb er ebenfalls am Austauschtreffen teilnahm und weitere Vorzüge des Landkreises Miltenberg wie die Nähe zu Frankfurt, die gute Infrastruktur und die hohe Lebensqualität und Möglichkeiten für angehende Hausärztinnen und Hausärzte aufzeigte. Auch die Familienfreundlichkeit, die guten Vernetzungsstrukturen im Gesundheitswesen und die Schönheit der Natur mit den vielfältigen Freizeitangeboten stellte er in den Vordergrund.



Von der besagten schönen Region durften die jungen Frauen und Männer sich im Anschluss an den Praxisbesuch, bei einem Schnuppergolfkurs ein eigenes Bild verschaffen. Den Abschluss des Tages bildete ein anschließendes gemeinsames Abendessen, zu dem ebenfalls alle am Programm beteiligten Ärztinnen und Ärzte für Austausch und Vernetzung eingeladen wurden.


 

Als Resümee des Programmnachmittags ging hervor, dass Programme wie BeLA und die Summer School im Landkreis Miltenberg gute Ansätze darstellen, um die Vernetzung zwischen Hausärztinnen und Hausärzten auf dem Land mit angehenden Medizinerinnen und Medizinern zu fördern. Die Investition in Ausbildung und vor allem die praktischen Erfahrungen sind von enormer Bedeutung für die Nachwuchsfindung auf dem Land. Aus diesem Grund sollen auch zukünftig weitere gemeinsame Aktionen von Gesundheitsregionplus und BeLA bei uns im Landkreis Miltenberg stattfinden, um Medizinstudierende mit Interesse für die Allgemeinmedizin für unsere Region gewinnen zu können!


Freitag, 9. September 2022

Hausärzteversorgung sichern - Famulaturprogramm "Summer School" zum dritten Mal

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

eines der vielen Projekte, die mir ganz besonders am Herzen liegen, ist das Famulaturprogramm „Summer School“; dieses geht im Landkreis Miltenberg im Jahr 2022 weiter und schon zum dritten Mal an den Start, allen Hürden der Pandemie zum Trotz! Im Jahr 2014 hatten wir im Landratsamt die Idee, uns am Projekt Gesundheitsregion plus zu beteiligen – einer der Hauptgründe war die Erkenntnis, dass wir uns selbst auf die Hinterbeine stellen müssen, um die hausärztliche Versorgung in Zukunft sicherzustellen.

So ist es für uns ein Erfolg, dass vier Studentinnen in dieser Woche ihre vierwöchige Famulatur begannen, in der kommenden Woche stoßen ein weiterer Student und eine Studentin dazu. Sie verbringen einen Monat in Arztpraxen im Landkreis Miltenberg, dazu kommen Visitationen in Arztpraxen und der Helios-Klinik in Erlenbach. Ergänzt wird ihr Aufenthalt durch mehrere Freizeitaktionen. Bereits zum dritten Mal organisiert das Landratsamt mit der Gesundheitsregion plus und vielen Kooperationspartnern dieses Angebot, um hausärztlichen Nachwuchs zu unterstützen und den Landkreis Miltenberg als Standort für die berufliche Zukunft der Medizinstudierenden zu bewerben. Das ist einer von mehreren Bausteinen, um den anstehenden Generationenwechsel bei den Hausärztinnen und Hausärzten im Landkreis Miltenberg.

Die Famulatur – ein Praktikum innerhalb des Medizinstudiums – wird mit zusätzlichem Programm im Landkreis Miltenberg von der Gesundheitsregion plus, der Helios-Klinik, dem Ärztlichen Kreisverband Aschaffenburg-Untermain, dem Ärztenetz Untermain, dem Bayerischem Hausärzteverband, dem Hartmannbund, den Hausärzten und dem Landkreis Miltenberg gemeinsam organisiert. Auch die Krankenkassen – Akzo Nobel Obernburg sowie AOK Bayern (Geschäftsstelle Aschaffenburg) – sowie das BRK sind beteiligt. Ziel des Programms ist es, dass möglichst viele Medizinstudierende nach ihrem Studium wieder als Ärztinnen und Ärzte in den Landkreis Miltenberg zurückkehren oder kommen für ihre berufliche Zukunft.

Die vier jungen Frauen, die am Mittwoch, 1. September, in Begleitung von Alica Bachmann (Geschäftsstellenleiterin Gesundheitsregion plus) die Allgemeinarztpraxis von Dr. Cathrin Adderson-Kühner besuchten, studieren an den Universitäten Würzburg, Heidelberg und Gießen. Erfahren von der Summer School im Landkreis Miltenberg haben sie zumeist über ihre jeweiligen Fachschaften, aber auch über Mitbewohnerinnen. Die Studentinnen befinden sich im Studium zwischen dem fünften und zehnten Semester und freuen sich, dass nach mehreren Online-Semestern nun das Studium wieder in Präsenz beginnt.

In Cathrin Adderson-Kühner fanden die jungen Frauen eine Allgemeinärztin, die für ihren Beruf brennt und die darum warb, diesen tollen Beruf zu ergreifen. Die 41-Jährige hat in Miltenberg im Januar 2021 eine Praxis neu gegründet und konnte den Studentinnen aus erster Hand berichten, welche Niederlassungsmöglichkeiten es für Ärztinnen und Ärzte gibt: mit Praxisneugründungen, Praxisübernahme oder als Ärzte in Praxisgemeinschaften, Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren. „Ich kann die Allgemeinmedizin nur empfehlen“, verwies die Ärztin auf ihr breites Betätigungsfeld. „Hier fühle ich mich als richtige Ärztin und nicht als Apparatemedizinerin“, sagte sie und verwies auf ihre Patientinnen und Patienten, die sie wirklich „von der Wiege bis zur Bahre“ begleitet. Die Menschen seien „total dankbar“, fand sie und sprach von engen, langjährigen Beziehungen und nahezu familiären Verhältnissen. Sie zeigte ihre Praxis und erklärte, welche umfangreichen Leistungen Allgemeinmediziner*innen anbieten: Labor, EKG, Belastungs-EKG, Sonographie, Impfungen, Hausbesuche, Wundversorgung, Versorgung nach Operationen und vieles mehr.

Für welche Richtung sich die Studentinnen am Ende entscheiden, zeige sich erfahrungsgemäß erst spät, wusste Adderson-Kühner aus eigener Erfahrung. Dennoch würde sie sich freuen, wenn die eine oder andere Frau sich für den Beruf der Allgemeinmedizinerin entscheiden würde.

Auf die Studierenden wartet in ihrer vierwöchigen Famulatur ein interessantes Programm. Sie verbringen den größten Teil des Praktikums in den Arztpraxen, aber sie gewinnen auch Eindrücke aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens. Am nächsten Mittwoch sind sie am Nachmittag in der Helios-Klinik in Erlenbach zu Gast, wo sie eine Führung bekommen und an verschiedenen medizinischen Workshops teilnehmen. Am darauffolgenden Mittwoch geht es zum Besuch in die Allgemeinarztpraxis Dr. med. Gunther Kriegbaum in Kleinheubach, ehe sich ein Freizeit- und ein Aktivprogramm sowie ein gemeinsames Abendessen mit allen am Programm beteiligten Ärztinnen und Ärzten zum Austausch und zur Vernetzung anschließen. Ein BRK-Workshop mit Erste-Hilfe-Maßnahmen steht in der übernächsten Woche in Obernburg auf dem Programm, ebenso „gesundes Kochen“ mit einer Ernährungsberaterin in Kooperation mit der BKK Akzo Nobel Obernburg.

Am Ende ihrer Famulatur werden die Studierenden bei einer Weinwanderung die schönen Weinberge kennenlernen und die Möglichkeit bekommen, von ihren Erfahrungen und Eindrücken zum Programm zu berichten. Das hilft dabei, die Summer School im Folgejahr weiter optimieren zu können und noch mehr Medizinstudierende zu erreichen.

Und wir sind gespannt, wann die erste Teilnehmerin - oder der erste Teilnehmer - aus dem Famulaturprogramm im Landkreis Miltenberg als Hausärztin oder Hausarzt beginnt!


Mittwoch, 10. August 2022

Kulturwochenherbst 2022 im Landkreis Miltenberg


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Veranstaltungsreihe Kulturwochenherbst lockt jedes Jahr aufs Neue mit einem vielfältigen Programm. Und auch in diesem Jahr reicht das Programm wieder von klassischer Musik, über Lesungen und Schauspiel bis hin zu Kabarett und zeitgenössischem Tanz.

Den Auftakt macht in diesem Jahr ein Ensemble aus der Schweiz: duoplus, das sind Sylwia Zytynska und Peter Schärli mit Charlotte Hug. Am 10. September ist ihr Programm „Waiting for Peace“ in der Alten Dorfkirche in Hausen, im Atelier von Konrad Franz, zu hören. Die drei Musiker*innen sind bereits seit vielen Jahren mit ihren Programmen zeitgenössischer Musik sehr erfolgreich sowohl in der Schweiz als auch international unterwegs.

Erstmals im Kulturwochenherbst ist ein Gastspiel der Tanzkompanie Emanuele Soavi incompany zu erleben. Gezeiten – Ein Tanzabend präsentiert am 8. Oktober im Bürgerzentrum Elsenfeld zeitgenössischen Tanz. Bereits am 4. bzw. 6. Oktober besteht die Möglichkeit, ein offenes Training bzw. eine öffentliche Probe zu besuchen. Am 1. Dezember läuft dann im Kino Passage in Erlenbach die Preview „All It Takes“, der Film eines Tanzstückes des Ensembles.

Besonders für Familien geeignet, aber auch für alle Junggebliebenen, sind die Aufführungen am 22. Oktober und am 4. Dezember. Das Theater Poetenpack gastiert mit dem Erfolgsstück „An der Arche um Acht“ am 22. Oktober im Bürgerzentrum Elsenfeld und das Theater mit Horizont am 4. Dezember mit „Die Schneekönigin“, beide jeweils um 16 Uhr. Beide Ensembles spielen Kindgerecht, unterhaltsam und musikalisch, so dass nicht nur die Kleinen voll Begeisterung dabei sind.

Einen klassischen Schauspielabend kann das Publikum am 21. Oktober im Bürgerzentrum Elsenfeld erleben, wenn ebenfalls das Theater Poetenpack mit dem Stück „Mein Kampf“ von George Tabori zu Gast sein wird. Das Stück beschäftigt sich mit dem Trauma der Shoah in Form einer bitterbösen Farce, in der die von Tabori entwickelte Hitler-Figur als komischer Charakter an Brecht und Chaplin anknüpft und sich damit auch auf eine Tradition des jüdischen Humors bezieht. Das Besondere daran: eine Gruppe von Schüler*innen kann im Rahmen eines Workshops das Stück kennenlernen und selbst mit auf der Bühne stehen.

Klassische Musik und Literatur sind fester Bestandteil des Kulturwochenherbstes. Das Chor- und Orchesterkonzert am 12. November in der Stadtpfarrkirche Miltenberg präsentiert u. a. Anton Bruckners Requiem d-Moll und eine Uraufführung von Stephan Adam nach Texten aus Thomas Manns Doktor Faustus.
Auch bei der Konzertlesung mit dem Pianisten Kotaro Fukuma am 19. November im Grünen Saal in Amorbach kommen Klassik-Freunde auf Ihre Kosten. Hier erklingen u.a. Brahms und Schumann unter dem Eindruck von E.T.A. Hoffmanns Fantasiestücken.

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen des Kulturwochenherbstes läuft über das Landratsamt Miltenberg, Kulturreferat, Brückenstraße 2, 63897 Miltenberg, Tel.: 09371 501-501, E-Mail: kultur@lra-mil.de.

Informationen zu genannten und allen weiteren Veranstaltungen können auf der Homepage https://kulturwochen.landkreis-miltenberg.de/ abgerufen werden. 

Montag, 8. August 2022

Der Baupreis im Landkreis Miltenberg: 11 Beispiele für gutes Bauen und Sanieren!




Liebe Bürgerinnen und Bürger,

so viele Bewerbungen für den Baupreis hatte die gemeinnützige Stiftung der Sparkasse Miltenberg-Obernburg noch nie: Gleich 28 Bauherren und Baufrauen hatten ihre Projekte eingereicht beim Baupreis, den die Sparkasse in Kooperation mit dem Landkreis Miltenberg und dem Amt für Denkmalpflege vergibt. Mit mir freute sich Sparkassen-Vorstandsmitglied Philipp Ehni bei der Auszeichnung der Siegerinnen und Sieger am Mittwochabend, 3. August, im Alten Rathaus Stadtprozelten.

Philipp Ehni verglich ein Bauvorhaben mit einer Reise, bei der man nie wisse, was einen erwartet. Die Preisträger*innen hätten sich bei der Sanierung oder dem Neubau ihrer Häuser auf eine ähnliche Reise begeben: Lange Lieferzeiten, unkalkulierbare Material- und Dienstleistungskosten sowie Auflagen hätten die Vorhaben beeinflusst, dennoch seien die Projekte umgesetzt worden. In der Region sei der Bauboom ungebrochen, verwies Ehni auf Kreditzusagen seiner Bank von über 135 Millionen Euro im Jahr 2021. Ein eigenes Haus sei nicht nur eine wertbeständige Geldanlage und eine sattelfeste Altersvorsorge, sondern biete auch Schutz und Sicherheit.

Die Sparkasse habe schon vor rund 30 Jahren mit dem Denkmalpreis und dem Preis „Neues Leben im alten Ort“ den Erhalt von Baudenkmälern und die Belebung der Ortskerne gefördert, blickte Ehni zurück. Daraus sei der Sparkassen-Baupreis geworden. In die Bewertungskriterien sei mittlerweile auch die Nachhaltigkeit eingeflossen, so Ehni, aber auch Aspekte wie Umweltschutz, Energieoptimierung und Ressourcenschonung. Die Sparkasse lege bei Krediten ebenfalls Nachhaltigkeitskriterien an. Man setze verstärkt auf nachhaltige Anlageprodukte und habe selbst den Geschäftsbetrieb komplett auf Ökostrom umgestellt. Auch sei eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Hauptstelle geplant. Die Jury mit Stephen Knapp, Karlheinz Paulus und Klaus Wolf sowie Friedrich Roskamp (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege) habe es bei der ganztägigen Besichtigungsfahrt schwer gehabt, blickte Ehni zurück. Auch wenn man die Tour nach einer Vorauswahl auf 14 Projekte beschränkt habe, so sei die Entscheidung zur Preisvergabe schwierig gewesen. Am Ende habe man zehn der 14 Bauten ausgezeichnet – auch das ist rekordverdächtig.

Ich selbst darf als Landrat auch Vorsitzender des Stiftungskuratoriums sein und teile die Freude über die „phantastische Resonanz“ auf die Ausschreibung des Baupreises. Die Projekte zeigen die Vielfalt der Baukultur im Landkreis Miltenberg vom Erhalt historischer Bauten bis zu sehr moderner Wohnarchitektur. Die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit bei den Auszeichnungen ist folgerichtig, denn Nachhaltigkeit bedeutet auch sparsamen Umgang mit Ressourcen. Dabei geht es auch um Modernisierungen, um die Einsparung von Energie und den Einbau klimaschonender Heizsysteme. Der Landkreis wendet dieses Prinzip schon seit zehn Jahren bei seinen Schulbauprojekten an. Zurzeit planen wir das Schulbauprogramm III mit dem weitgehenden Neubau der Berufsschule in Miltenberg einschließlich der Sanierung erhaltenswerter Bauteile sowie den Neubau von drei Sporthallen und die Sanierung von zwei Sporthallen sowie der Berufsschule in Obernburg.

Friedrich Roskamp stellte aus Sicht der Denkmalpflege die ausgezeichneten Projekte kurz vor, die mit Urkunden, Plaketten und Geldpreisen belohnt wurden. Die Preise gingen an:


Familie Schneider für ihre seit fünf Generationen aufrecht erhaltenen Bemühungen um den Erhalt der Kapelle Monbrunn.

Markt Großheubach für die Sanierung des Abendanz’schen Hauses. Die Jury sah darin eine „einfühlsame Auseinandersetzung mit der historischen Bausubstanz und adäquate Nutzung durch die Gemeindeverwaltung.“

Yusuf Özdem für die Sanierung des lang leerstehenden Gasthauses „Zum Ochsen“ in Mönchberg. Die Jury lobte „den Erhalt eines die Baukultur im Ortskern prägenden Gebäudes und die Wiederaufnahme der für den Ortskern förderlichen Nutzung als Gasthaus.“

Stadt Stadtprozelten für den Anbau an das Historische Rathaus. Die Jury nannte dies „ein ausgezeichnetes Beispiel für die Verbindung von Alt und Neu im passenden städtebaulichen Rahmen.“

Nadja und Alexander Grams für ihren Wohnhaus-Neubau in der Lindengasse 8 in Wörth in Holzbauweise, der von der Jury als „selbstbewusste, moderne Architektur, einfühlsam proportioniert“ charakterisiert wurde.

Virginia und Viktor Grams für ihren Wohnhaus-Neubau in der Landstraße 2c in Wörth, der von der Jury für die „offene, ansprechende Gestaltung und Reduktion auf das Wesentliche“ gelobt wurde.

Markt Kleinheubach für die Sanierung des Alten Rathauses und der Alten Schule. Laut der Jury sei dies „ein überzeugendes Bekenntnis zum Altort und der Innenortsentwicklung, mit der das bürgerschaftliche Engagement gefördert wird.“

Markt Kirchzell für die Errichtung der Multifunktionshalle im Ortskern, die als „vorbildliche Stadtplanung im kleinen Ortskern, funktional gestaltet und vielfältig nutzbar“ von den Fachleuten bezeichnet wurde.

Tanja und Stefan Trunk für die Sanierung ihres Wohnhauses in der Schneeberger Straße 9 in Amorbach, die über Jahre hinweg erfolgte und als „Denkmalpflege in Reinkultur“ hervorgehoben wurde.

Margret und Dr. Jürgen Köpke für die „Sanierung und Nutzung eines stadtbildprägenden Gebäudes in der historischen Altstadt“ in der Hauptstraße 183 in Miltenberg. Friedrich Roskamp zeigte sich begeistert von dem sogenannten Übergangsbau zwischen Ständerbauweise und Stockwerksbau. „Fachlich eine Sensation“, bewertete der Fachmann das Gebäude, das wohl einzigartig in ganz Bayern sei.

Sonja und Sebastian Neeb sicherten sich den Publikumspreis für die Sanierung ihres Hauses in der Miltenberger Straße 12 in Obernburg, das 233 von 691 Stimmen bei der Internetabstimmung auf sich vereinigte.

Die Jury würdigte darüber hinaus vier anerkennenswerte Gebäude in Bürgstadt (Ganghofer Straße 10), Miltenberg (Archiv, Depot und Jugendzentrum sowie Hauptstraße 116) sowie das mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Haus in Obernburg.

Für die Stadt Stadtprozelten stellte der Gastgeber der Räumlichkeiten, Bürgermeister Rainer Kroth, die Verdienste seiner Amtsvorgängerin Claudia Kappes bei der Sanierung des Gebäudes heraus. Hier könne man sehen, was aus der Not heraus aus einem einsturzgefährdeten Haus entstehen kann, so Kroth. „Man braucht die richtigen Visionen, die finanziellen Mittel und den richtigen Architekten“, so der Bürgermeister, der auch die Verdienste von Geschäftsstellenleiterin Regina Wolz heraushob für ihre Ausdauer, ihr Fachwissen und ihre Zielstrebigkeit bei der Umsetzung des Vorhabens. Das Gebäude sei nun mit Leben gefüllt und man spüre die Begeisterung der Menschen bei jeder Veranstaltung, stellte Kroth fest.

Ich bin dankbar für die vielen Beispiele guten Bauens, denn diese Tragen zur Schönheit und zur Lebensqualität bei.


Mittwoch, 27. Juli 2022

Etwas ganz Besonderes im Landkreis MIltenberg - der Jugendkulturpreis



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Förderung unserer Kinder und Jugendlichen ist mir eine besondere Verantwortung. Umso glücklicher war ich nach den über zwei gerade für Kinder und Jugendliche extrem schweren Phase der Pandemie über eine besondere Premiere für den Jugendkulturpreis Kunst: Erstmals fand die Auszeichnung im Freien statt – auf dem wunderschönen Freigelände der Schulz-Villa in Amorbach. Im perfekten Ambiente, im Schatten alter Bäume sitzend, sparten über 200 Gäste am Sonntag, 24. Juli, nicht mit Applaus bei der Vorstellung unserer jungen Künstlerinnen und Künstler, die mit ersten, zweiten und dritten Plätzen ausgezeichnet wurden. Auch zwei Jurypreise wurden vergeben.

                         

Ein wunderschöner Ort, an dem ich zahlreiche Vertreter:innen aus Gesellschaft und Politik – darunter Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel –, Eltern, Lehrkräfte, Künstler*innen, Schulleiter*innen und natürlich die Kinder und Jugendlichen willkommen heißen konnte. Großes Glück hatte das veranstaltende Kulturreferat mit der Auswahl der Begleitmusik: Zehn Studierende der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim präsentierten mehrere Stücke und bereits der Auftakt mit der A-Cappella-Version von „We Shall Overcome“ sorgte für Begeisterung im Auditorium.

                            

Das ist eure Veranstaltung, so meine Kernbotschaft an die jungen Menschen, die so viele wunderbare Kunstwerke geschaffen hatten, die in der Villa und davor gezeigt wurden. Einzel- und Gruppenarbeiten, Zeichnungen in schwarz-weiß oder Bilder in bunten Farben, Plastiken aus Holz oder Ton waren zu sehen. Jedes Werk für sich ist etwas Besonderes!  Das Engagement der jungen Menschen und der Jugendkulturpreis stehen dafür, dass im Landkreis Miltenberg der Bildung insgesamt und im Besonderen der kulturellen und künstlerischen Bildung ein sehr hoher Stellenwert beigemessen wird. Dass Kinder und Jugendliche ihre Kreativität umsetzen können, sei auch vielen anderen Personen geschuldet: Den Eltern etwa, die ihre Kinder ermutigen, sich auszuprobieren und sie auf dem künstlerischen Weg unterstützen. Auch Schulleiter*innen sowie Lehrer*innen übernehmen in der künstlerischen Bildung der Kinder und Jugendlichen eine wichtige Aufgabe, stellte der Landrat fest. Scherf würdigte zudem die Bedeutung der Künstler*innen, die gemeinsam mit den Schulen ein Angebot für die Kinder erstellen oder in privaten Kursen ihre Ateliers für junge interessierte Menschen öffnen und sie in der Umsetzung ihrer Kreativität anleiten und ermuntern.

Kulturreferentin Juliana Fleischmann überreichte anschließend die Preise, die ausschließlich in den Kategorien Zeichnen/Malen und Plastisches Gestalten vergeben wurden, für die Kategorie Fotografie/Kurzfilm/Computerkunst waren nicht genügend Arbeiten für eine Bewertung eingereicht worden. Folgende Preise wurden vergeben:

Altersklasse I: Erste Preise erhielten Maria Gede (Zeichnen/Malen), Fabian Müller (Plastisches Gestalten), die Grundschule Großheubach (Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung Ann-Kathrin Schuler) und die Kita Pusteblume und der Hort Löwenzahn (Projektarbeit Plastisches Gestalten, Leitung Christine Hartlaub). Zweite Preise erhielten Emilia Hoch (Zeichnen/Malen), Kilian Speth (Plastisches Gestalten) und das Malatelier Farbenreich Großheubach (Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung Christiane Leuner). Dritte Preise erhielten Paul Sacher (Zeichnen/Malen), Felicitas Speth (Plastisches Gestalten), Valentina Welzenbach, Carlotta Erbacher und Emma Röcklein (Wolfram-von-Eschenbach-Schule Amorbach, Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung Sabrina Welzenbach), die Grund- und Mittelschule Wörth (Projektarbeit Plastisches Gestalten, Leitung: Meike Wannagat-Edgley) und an Rieka und Anneke Lerch sowie Mila und Clara Nüßler (Projektarbeit Plastisches Gestalten, Leitung Josef Speth).

Altersklasse II: Erste Preise erhielten Diana Gede (Zeichnen/Malen), Taya Müller (Plastisches Gestalten) und das Malatelier Farbenreich Großheubach (Zeichnen/Malen, Leitung Christiane Leuner). Zweite Preise erhielten Paule Schmidt (Zeichnen/Malen) und der Kreative Mädchentreff Erlenbach (Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung: Christiane Leuner). Dritte Preise erhielten Zuzanna Zdrojewska und Greta Hess (Zeichnen/Malen) sowie Marie Brand und Paula Hörst (Kategorie Plastisches Gestalten).

Altersklasse III: Erste Preise gingen an Mona Hörnig (Zeichnen/Malen), die Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach (Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung Brigitte Hartung-Bretz) und die Klasse 7c der Janusz-Korczak-Schule Elsenfeld (Projektarbeit Plastisches Gestalten, Leitung Michael Deckelmann und Alexander Schwarz). Zweite Preise erhielten Jolina Schlett (Zeichnen/Malen) sowie die Klasse 9b der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach (Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung Michaela Warncke). Dritte Preise vergab die Jury an Isabelle Schulten (Zeichnen/Malen) und die siebte Jahrgangsstufe der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach (Projektarbeit Zeichnen/Malen, Leitung Brigitte Hartung-Bretz).

Altersklasse IV: Der erste Preis ging an Louis Dölle, der zweite Preis an Paula Fischschneider und der dritte Preis an Cate Hachadorian (alle Zeichnen/Malen).
Jurypreise wurden in der Kategorie Zeichnen/Malen an Gina-Maria Braun und in der Kategorie Plastisches Gestalten an Denise Mirzoev vergeben. Die beiden Künstlerinnen erhielten gläserne Pokale, die von Volker Kranich (Firma Kranich Design, Miltenberg), gestaltet wurden.
Am Ende lag es Landrat Jens Marco Scherf am Herzen, mehreren Menschen zu danken, ohne die der Jugendkulturpreis Kunst nicht möglich wäre: der Joachim-und-Susanne-Schulz-Stiftung für die Bereitstellung der Villa und des Außengeländes, der Jury mit Claudia Appel, Mike Bauersachs und Konrad Franz, dem Sponsor Sparkasse Miltenberg-Obernburg und dem Team des Kulturreferats, das gemeinsam mit Margarete Bernhard die Ausstellung hergerichtet hatte. 


 

Dienstag, 26. Juli 2022

Integration im Landkreis Miltenberg - ein Blick in den Integrationsbeirat



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Landkreis Miltenberg hat nicht erst im vergangenen Jahrzehnt eine große Zahl zugewanderter Menschen aufgenommen und in der Regel auch gut integriert. Bereits in den 60er und in den 70er Jahren haben viele Menschen im Landkreis Miltenberg ihre Heimat gefunden, welche vor allem als Arbeitskräfte angeworben wurden. Viele Unternehmen und Betriebe sind ohne die Zugewanderten bzw. deren nachfolgenden Generationen gar nicht mehr denkbar.


Warum ein Integrationsbeirat am Landratsamt?

Trotz der in den meisten Fällen guten Integration zugewanderter Menschen ist und bleibt Integration an sich eine Daueraufgabe. Deshalb habe ich im Jahr 2016 erstmals auf Landkreisebene zu einem Integrationsbeirat eingeladen. Auch wenn die Integrationsarbeit vor Ort in den Gemeinden und Städten geleistet wird, macht es durchaus Sinn, sich auf Kreisebene zu treffen und auszutauschen.


Neu im Integrationsbeirat: Der Integrationsbeirat der Stadt Erlenbach am Main

Auch im Juli trafen wir uns wieder und es entwickelte sich ein sehr guter und intensiver Austausch im Integrationsbeirat. Neu in unserer Runde war die Integrationsbeauftragte der Stadt Erlenbach am Main, wo in diesem Jahr der erste Integrationsbeirat auf Gemeinde- oder Stadtebene offiziell gegründet wurde. Bianca Holzinger stellte uns den Integrationsbeirat von Erlenbach vor. Den Erlenbacher Integrationsbeirat gibt es laut Bianca Holzinger bereits seit zwei Jahren. Er war auf Initiative des Stadtrats gegründet worden, umfasst 19 Köpfe und besteht laut Holzinger aus „Menschen, die allesamt engagiert sind und die anpacken wollen.“ „Wir sind kein zweiter Helferkreis“, stellte Holzinger klar, dem Beitrat gehe es darum, die in Erlenbach existierenden Parallelgesellschaften zu öffnen. „Miteinander statt nebeneinander“ laute das Motto des Beirats, der in einer Stadt mit 71 unterschiedlichen Nationalitäten wirkt. Ziele seien unter anderem die Förderung des Miteinanders, das gemeinsame Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung, der Abbau von Vorurteilen, das Sensibilisieren gegenüber anderen Kulturen sowie das Fördern und Erlernen der deutschen Sprache, denn das sei nach wie vor der Schlüssel zur Integration. Um die Ziele zu erreichen, arbeite man mit anderen Vereinen, Projekten und anderen Beiräten zusammen, erklärte Holzinger und führte aus, dass man auch mit anderen Kommunen gemeinsame Vorhaben plane.


Integration leicht gemacht – über die Hilfsorganisationen

Oft stellt sich die Frage, wie integriere ich mich am schnellsten. Dass man sich über Vereine und Verbände schnell integrieren kann, ist eigentlich bekannt. Neben Sport- und Kulturvereinen bieten die Hilfsorganisationen interessante Möglichkeiten, die Integration voranzutreiben und dabei auch Menschen zu helfen. Aus diesem Grund habe ich Vertreter der drei Hilfsorganisationen im Landkreis eingeladen, um hiermit vielleicht den Impuls für örtliche Projekte geben zu können.

Thomas Kling, Kreisbereitschaftsleiter des Roten Kreuzes, stellte die vielfältigen Möglichkeiten dar, sich beim BRK zu engagieren: In den Bereitschaften, wo man etwa bei Blutspendeterminen helfen kann oder bei sozialen Aufgaben wie beispielsweise im Rot-Kreuz-Laden Obernburg. Sehr interessant für junge Menschen sei die Wasserwacht mit ihrer sehr attraktiven Jugendarbeit, so Kling, über das Jugendrotkreuz mit dessen Aus- und Fortbildung gelinge der Einstieg in das Rote Kreuz sehr gut und spielerisch. Stefan Wolf stellte im Namen der THW-Ortsverbände Miltenberg und Obernburg fest, dass es beim THW in erster Linie um technische Hilfe geht. Auch hier gelinge der Einstieg gerade für Jüngere sehr gut mit der Bambini-Gruppe Obernburg (für sechs- bis zehnjährige Kinder) und mit der Jugendgruppe (zehn bis 17 Jahre). Um sich in der Bundesanstalt THW im Erwachsenenalter zu engagieren, brauche es eine halbjährige Grundausbildung, gefolgt von Fachbefähigungen und weiteren Fortbildungen. Die Ausbildung sei aber komplett kostenlos, sagte Wolf, ebenso die ärztlichen Untersuchungen und die vorgeschriebenen Impfungen.

Kreisbrandrat Martin Spilger warb für das Engagement in der Feuerwehr, die als Pflichtaufgabe der Kommunen für abwehrenden Brandschutz und technischen Hilfsdienst verantwortlich ist.  Im Landkreis seien zurzeit 2.455 Feuerwehrleute in 76 Freiwilligen Feuerwehren aktiv, so Spilger. In den Wehren gebe es auch Aktive mit Migrationshintergrund, aber kaum Flüchtlinge, sagte der Kreisbrandrat, der sich mehr dieser Menschen wünscht. Auch Spilger empfahl den Einstieg über die Jugendfeuerwehr. Innerhalb der Feuerwehr könne man eine Grundausbildung absolvieren, später Fach- und Führungslehrgänge. Zahlreiche Fragen aus Reihen des Integrationsbeirats zeigten, dass das Interesse am Engagement in den Hilfsorganisationen offenbar vorhanden ist. Dabei gilt es auch zu vermitteln, dass das Ehrenamt in Deutschland eine wichtige Stütze der Gesellschaft ist im Vergleich zu vielen Ländern, in denen das Ehrenamt eine geringere Bedeutung hat.

„Bewegung als Investition in die Gesundheit“, kurz BIG, lautet der Name eines Projekts der Odenwald-Allianz, das Andreas Volz vorstellte. Das Vorhaben ist speziell auf Frauen mit Migrationshintergrund zugeschnitten, damit diese Defizite hinsichtlich ihres Bewegungspensums abbauen. Dieses kostengünstige, wohnortnahe Angebot soll nicht nur für Bewegung sorgen, sondern auch für Spaß und ein geselliges Miteinander. BIG bringe Frauen zusammen, egal aus welchem Land und in welchem Alter, so Volz. Sie hoben den partizipativen Ansatz hervor, denn mit BIG könnten die Frauen selbst Ideen und Wünsche einbringen. Erster Ausfluss daraus sei ein Wassergymnastikprogramm, das am 15. Juli im Amorbacher Freibad beginnt und bis Ende August andauert. Sieben Frauen haben sich bereits gemeldet, Platz ist für bis zu acht weitere Frauen. Die zehn Einheiten mit einer lizensierten Trainerin kosten 20 Euro, die Anmeldung ist unter www.big-odenwald.de/anmeldung/ möglich. Weiter geplant sind regelmäßige Frauentreffen, neue Ideen werden beim Frauenfrühstück besprochen. BIG kooperiert Volz zufolge mit vielen Akteuren – unter anderem mit der Gesundheitsregion plus, der Gleichstellungsstelle, der Selbsthilfeförderung, dem Jobcenter und Vereinen wie „Frauen für Frauen“ in Erlenbach. Die Angebote sind auf das Gebiet der Odenwald-Allianz beschränkt, aber man sei für alle Anfragen offen, versicherte Andrea Volz. Alle Informationen zu BIG sind im Internet unter www.big-odenwald.de ersichtlich.

Zur Situation der ukrainischen Geflüchteten im Landkreis Miltenberg informierten Patrick Knörzer und Simone Greulich (beide Landratsamt), dass Anfang Juli etwa 1.150 Geflüchtete registriert wurden. Zurzeit würden die Erwerbsfähigen in das Jobcenter wechseln. Da der Zuzug aus der Ukraine fast versiegt ist, sei laut Landrat zurzeit keine Notunterkunft erforderlich. Wie Simone Greulich sagte, sei es nach wie vor eine Herausforderung, Geflüchtete wie auch sonstige Asylbewerber in Privatunterkünften unterzubringen.

Wolfgang Härtel (Caritas) sprach das Problem fehlender Kinderärzte an, das alle Bevölkerungsgruppen betreffe. Landrat Jens Marco Scherf stellte daraufhin die kinderärztliche Entwicklung der letzten Jahre sowie die aktuelle Situation dar. Er zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass im Laufe des Jahres endlich ein weiterern Kinderarzt in den Landkreis  kommen werde, so dass dann von 8,5 möglichen Arztsitzen acht Sitze besetzt seien. Das würde viel Druck wegnehmen, auch vom kinderärztlichen Bereitschaftsdienst im Klinikum Aschaffenburg. Um ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen, verwies Scherf zudem auf das Famulaturprogramm für Studierende im Landkreis, welches in 2022 zum dritten Mal stattfinde.