Donnerstag, 2. Juni 2022

Sichere Stromversorgung: Bayernwerk verkabelt Freileitungen im südlichen Landkreis bis Ende 2024

                                                        Bild: Matthias Ullmer


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der starke Schneefall Anfang April hat im Landkreis Miltenberg gezeigt, dass vor allem die Stromversorgung durch die noch vorhandenen Freileitungen eine Achillesferse ist. Unmittelbar nach dem teilweise 24stündigen Stromausfall habe ich mich deshalb bezüglich des seit mehreren Jahren laufenden Prozesses der Erdverkabelung mit dem Bayernwerk in Verbindung gesetzt.

Erdverkabelung der Stromversorgung bis Ende 2024

Das Bayernwerk hat in der Vergangenheit bereits viel Geld in die Erdverkabelung investiert; bis Ende 2024 will der Versorger rund 2 Millionen Euro in die Hand nehmen, um seine Ringleitungen im südlichen Landkreis Miltenberg komplett zu verkabeln. Damit können alle Gemeinden im südlichen Landkreis entlang dieses Rings künftig und spätestens bis Ende 2024 auch bei Unwetterlagen zuverlässig mit Strom versorgt werden. Dies ist angesichts zunehmender Extremwetterlagen von höchster Bedeutung für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung.

Stromausfall wegen Nass-Schnee

Dass der Klimawandel mit verstärkten Starkniederschlägen auch in Form von extremen Nassschnee vor der Region nicht Halt, mussten zahlreiche Gemeinden am 8. und 9. April erfahren: Starker Schneefall mit extrem dicken und nassen Flocken bedeckte die bereits belaubten Bäume und übte so starken Druck aus, dass viele umfielen und zum Teil auch Freileitungen beschädigten. Manche Gemeinden waren viele, teilweise bis zu 24 Stunden, ohne Strom. Der Einsatz zur Widerherstellung der Stromversorgung war ein „herausragender Einsatz“ der Techniker des Bayernwerks, unterstützt von den ehrenamtlichen Kräften im Brand- und Katastrophenschutz. Rund um die Uhr sei gearbeitet worden, auch wenn es mitunter Rückschläge durch weitere fallende Bäume auf Leitungen gegeben habe. Auch über die sozialen Medien sowie über eine offensive Medienarbeit haben wir versucht, die Öffentlichkeit schnell zu informieren. Aus persönlichen Rückmeldungen habe ich den Eindruck gehabt, dass die Menschen dankbar gewesen sind über die zeitnahen und aktuellen Informationen.

Gemeinsamer Einsatz am 8./9. April

Auch von Seiten des Bayernwerks kam ein Lob zurück in den Landkreis Miltenberg – vor allem für die sehr gute Zusammenarbeit der Techniker mit den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden Weilbach, Kirchzell, Amorbach und Eichenbühl. Wie stark der Schneefall gewesen war, habe man daran sehen können, dass selbst mit Satellitenhandys keine Kommunikation möglich gewesen sei, erinnerte sich Servicetechniker Joachim Stark. Die positive Berichterstattung in den Medien und den sozialen Netzwerken habe „der Mannschaft sehr gutgetan“, die im Dauereinsatz die Schäden beseitigt habe.

Erdverkabelung der Ringleitungen wird abgeschlossen

Mit den Freileitungen im Odenwald sei man in der Tat nicht gut aufgestellt für solche extremen Wetterereignisse, bekannte Jürgen Schönherr, Leiter des Kundenzentrums des Bayernwerks. Rund zwei Millionen Euro habe man in den vergangenen Jahren bereits für die Erdverkabelung in die Hand genommen, blickte er zurück. Nun werde man die Planung anpassen und die Kräfte massiv bündeln, um die Erdverkabelung weiter schnell voranzutreiben, erklärte er im Gespräch. Dazu brauche es auch eine gute Kooperation mit den Gemeinden, so Schönherr. Auf der Karte zeigte er die Planungen seines Unternehmens in den nächsten Jahren So werden derzeit beispielsweise Erdleitungen zwischen Watterbach über den Campingplatz nach Kirchzell verlegt und zwei neue digitale Stationen gebaut. In Planung befinde sich laut Schönherr die Erdverkabelung von Amorbach über Buch bis Kirchzell (2023), in Richtung Ottorfszell (2022) wie auch ein neues 20-kV-Kabel als Ringschluss von Weckbach aus in Richtung Gönz (2023).

In drei Abschnitten werde zudem im Erftal und den angrenzenden Höhen bis Ende Ende 2024 gearbeitet: im ersten Abschnitt zwischen Riedern und der Tierkörperbeseitigungsanstalt vor Hardheim (geplant 2022), im zweiten Abschnitt zwischen Riedern, Pfohlbach und Heppdiel (geplant für 2023) sowie im dritten Abschnitt zwischen Heppdiel, Windischbuchen und in Richtung Reichartshausen bis etwa zum Geisenhof (geplant für 2024). Die Freileitungen auf der Odenwaldhöhe bei Richelbach bereiteten laut Auffassung des Bayernwerks keine Probleme, da hier keine Bäume in die Freileitung fallen können. Sollte die Leitung zwischen Umpfenbach und Eichenbühl einmal gestört werden, könne Eichenbühl problemlos über die Ringleitung versorgt werden.


„Die Verkabelung ist dank neuer Verfahren mittlerweile wirtschaftlicher geworden“, verwies Jürgen Schönherr auf das Kabelpflugverfahren und das Bohrspülverfahren. Mit diesen Verfahren wird das Kabel in der Regel in einer Tiefe zwischen 80 und 100 Zentimetern verlegt, erklärte er. Dabei würden grundsätzlich auch Leerrohre verlegt, damit man für etwaige künftige Leitungen (Glasfaser, Stromeinspeisung) gerüstet sei. Die neuen Leitungen böten prinzipiell mehr Möglichkeiten, Strom einzuspeisen, verwies Schönherr beispielsweise auf neue Windkraft- oder Photovoltaikanlagen. Sollten diesbezüglich Planungen vorliegen, empfahl Schönherr möglichst frühe Kontaktaufnahme mit dem Bayernwerk – was beispielsweise für den Regionalen Planungsverband interessant sein könnte.


Mittwoch, 1. Juni 2022

Kino Passage Erlenbach: Filmgespräch "Walter Kaufmann - ein bewegtes Leben"


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein besonderes Filmerlebnis gab es Ende Mai in der Kino Passage Erlenbach am Main. Unter meiner Schirmherrschaft  wurde der Dokumentarfilm „Walter Kaufmann - ein bewegtes Leben“ präsentiert. Im Rahmen des 105. Filmgesprächs besuchte bereits zum dritten Mal die Filmemacherin und Regisseurin Karin Kaper mit der Kino Passage den Landkreis Miltenberg. 

Der Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies wurde im Rahmen der 1700jährigen Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland unter anderem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, der Filmförderungsanstalt sowie der Kurt und Hildegard Löwenstein/Losten Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz Komitee e.V gefördert.

Im Leben des am 15.4.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken.

Der Film verfolgt die abenteuerlichen Reisen und Erfahrungen des jüdischen, deutsch-australischen Schriftstellers in aller Welt: Deutschland, USA, Israel, Kuba, Japan, Australien.

Seit seiner Jugend schlägt sich Walter Kaufmann auf die Seite der Verfolgten, Entrechteten, Gedemütigten dieser Erde. Seine Abenteuerlust ist Ausdruck eines kosmopolitischen Geistes.

In seiner Eigenschaft als Schirmherr bedankte ich mich bei der Filmemacherin für dieses besondere Projekt: Die Zeitzeugen der Verbrechen an der Menschlichkeit im Holocaust haben uns in den vergangenen Jahrzehnten einen wichtigen Dienst erwiesen in der Erinnerungsarbeit. Dank des Filmdokuments über die eindrucksvolle Jahrhundertpersönlichkeit Walter Kaufmann bleibt dieses unmittelbare Zeitzeugnis der Nachwelt und den Menschen erhalten, um die Arbeit für Menschlichkeit und Menschenwürde, für Freiheit und Demokratie erhalten.

Ein besonderer Ort des Kulturlandkreises: Unsere Kino Passage

Der Landkreis Miltenberg und sein kulturelles Leben sind ohne die Kino Passage nicht denkbar und ich freue mich über die Menschen, die dieses besondere Angebot der Filmkultur und des Austausches nutzen.

Die Zuschauer:innen am Abend in der Kino Passage waren beeindruckt und bewegt, wie gut es Karin Kaper gelungen ist, nicht nur durch den Verzicht auf Kommentare und Erläuterungen einen unmittelbaren Eindruck vom Leben des Walter Kaufmann zu vermitteln - quasi durch ihn uns selbst persönlich erzählt. 

Grundlage des Films war das Lesen all seiner Bücher und zahlreichen Aufsätze durch Karin Kaper, wie diese im Anschluss an den Film im Gespräch mit dem Publikum erzählte: Walter Kaufmann selbst hatte ihr dies aufgetragen als Grundlage für die Gespräche und Interviews für den Film. 

Publikumsfragen: Warum Walter Kaufmann?

Eine der Fragen aus dem Publikum: Warum ausgerechnet Walter Kaufmann? Er war trotz der furchtbaren Ereignisse ein lebensfroher Mensch, wie Karin Kaper berichtete. Diese positive Lebenseinstellung drückte sich trotz der furchtbaren Erlebnisse im Holocaust in seinen vielen, journalistischen Unternehmungen und Begegnungen mit Menschen aus. Äußerst bewegend sind die Erinnerungen an seine Eltern, unter anderem auf Grundlage der Briefe der Eltern, welche diese an ihren Sohn aus Deutschland zunächst nach England und später nach Australien schickten. Bis nach Kriegsende hatte Walter Kaufmann gehofft, dass seine Eltern Theresienstadt und Auschwitz überlebt haben - vergebens.

Sie müsse doch nicht traurig sein, er sei ja nicht ihr leiblicher Sohn. Die Liebe der Mutter und des Vaters in den Briefen erinnert an Lessings Drama "Nathan der Weise" und die auch für mich bedeutsame Erläuterung, dass nicht das Blut, sondern das Herz einen Vater zum Vater macht.


Weitere Informationen zum Film finden Sie unter www.walterkaufmannfilm.de 


Mittwoch, 25. Mai 2022

Metropolregion FRM: Das 7. Treffen des Strategieforums im Zeichen der Mobilität

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Strategieforums, Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der hessischen Staatskanzlei.


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Mai 2022 tagte in Ingelheim im Landkreis Mainz-Bingen zum 7. Mal das Strategieforum der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Wie beim Start im Frühjahr 2018 konnte ich auch bei diesem Treffen die Region Bayerischer Untermain vertreten. Das Strategieforum ist sehr wertvoll, da wir hier die vier Landesebenen, die kommunale Ebene und die Wirtschaftskammern aus vier Bundesländern miteinander vernetzen. Themenschwerpunkte sind die Mobilität, die Planungsbeschleunigung, die Digitalisierung und das Thema Gründung & Start up.

Hier veröffentliche ich die offizielle Pressemitteilung zur Tagung des länderübergreifenden Strategieforums:


Mobilität der Zukunft in der Metropolregion


Strategieforum FrankfurtRheinMain gibt


länderübergreifendes Mobilitätskonzept in Auftrag:


Staatsminister Axel Wintermeyer: „Wir wollen Mobilität aus


einem Guss – im Interesse der Menschen und der Wirtschaft“


Wiesbaden. Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main pulsiert. In der nationalen und internationalen Verkehrsdrehscheibe im Herzen Europas kreuzen sich täglich die Wege von hunderttausenden Pendlerinnen, Pendlern und Wirtschaftsunternehmen. Um die Mobilität der Zukunft in der prosperierenden Region klug zu gestalten, haben die Mitglieder des Strategieforums FrankfurtRheinMain heute einen wichtigen Beschluss gefasst: Das hochrangig besetzte Gremium mit Vertreterinnen und Vertretern aus Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wird ein länderübergreifendes Mobilitätskonzept in Auftrag geben.

„Für die dynamische Entwicklung der Metropolregion ist es wichtig, dass Menschen, Unternehmen und Betriebe in der Region mobil sein können – überall, zu jeder Zeit, auf Dauer und intelligent vernetzt. Wir wollen Mobilität aus einem Guss, die nicht an Landesgrenzen aufhört – im Interesse der Menschen und der Wirtschaft“, sagte der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzende des Strategieforums, Staatsminister Axel Wintermeyer, und erklärte: „Um auch weiterhin als internationaler Wirtschaftsstandort Bedeutung zu haben, brauchen wir eine gut geplante, länderübergreifend verzahnte Verkehrsinfrastruktur. Die Mobilitätskonzepte enden jedoch meist an den Schnittstellen von Kommunen, Landkreisen, Regionen oder Ländern. Um die vorhandenen Angebote besser aufeinander abzustimmen, möchten wir auf Basis vorhandener Mobilitätsstrategien erstmalig ein länderübergreifendes Konzept erarbeiten lassen, das unterschiedliche Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen, Autos, Fahrräder und natürlich auch Fußgänger miteinbezieht. Dies ist ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende.“

Die Kosten werden anteilig gemäß eines so genannten „Mobilitätsfaktors“ von den vier Ländern getragen. Dieser ermöglicht eine Darstellung der anteiligen prozentualen finanziellen Beteiligung der vier Länder an dem geplanten Mobilitätskonzept, die so nachvollziehbar und entsprechend mobilitätsbezogener Anteile dieser Länder gleichmäßig berechnet werden können. Der Faktor schlüsselt sich für die Länder wie folgt auf: Hessen 66 Prozent, Rheinland-Pfalz 17 Prozent, Bayern 11 Prozent und Baden-Württemberg 6 Prozent.

Berücksichtigt werden soll dabei auch, welche mittel- und langfristigen Effekte die Corona-Pandemie möglicherweise auf den Mobilitätssektor haben wird. Von den rund 2,5 Millionen Beschäftigten in der Metropolregion pendelten nach einer Erhebung der Bundesagentur für Arbeit vom Sommer 2020 in der Vor-Corona-Zeit rund 1,3 Millionen Menschen täglich auf dem Weg zur Arbeit in die Region hinein oder von einem in einen anderen Landkreis. Durch die zunehmende Verlagerung von Tätigkeiten ins Home-Office waren diese Zahlen spürbar um fast 50 Prozent zurückgegangen. Sollte der Trend zum Homeoffice in Zukunft anhalten, könnten Verkehrswege in der Region weniger belastet sein als vor der Pandemie, Busse und Bahnen deutlich leerer als zuvor. Dafür fahren mehr Menschen mit dem Rad oder sind zu Fuß unterwegs. „Auch diese Veränderungen müssen wir einbeziehen, um länderübergreifende Mobilität zukunftsfähig zu gestalten“, sagte Wintermeyer.

Der Erfolg des gemeinsamen Vorhabens hängt auch davon ab, dass sich die kommunalen und regionalen Akteure, die Landesregierungen sowie die Verkehrsverbünde aller vier Länder aktiv an der Mobilitätsstudie beteiligen. Die hessische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hessen Trade & Invest GmbH soll als Projektträger die europaweite Ausschreibung betreuen. Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises und Leiter der Fachgruppe Mobilität des Strategieforums betonte: „Ob es um Tickets im Nahverkehr, digitale Verkehrssteuerung oder durchgängige Routen für den Güterverkehr geht – eine gemeinsame Planung erlaubt es uns, die Projekte aufeinander abzustimmen, länderübergreifende Prioritäten festzulegen und Synergien zu heben.“ Das länderübergreifende Mobilitätskonzept solle vor allem dazu beitragen, die Metropolregion in drei zentralen Strategiefeldern weiter voranzubringen:

  • öffentliche Verkehrsangebote stärken und ihre Attraktivität steigern
  • Straßeninfrastruktur effizient ausbauen und Verkehr intelligent steuern
  • Güter- und Wirtschaftsverkehre innovativ und zukunftsfähig entwickeln.

Der Frankfurter IHK-Präsident, Ulrich Caspar, sagte: „Ich freue mich außerordentlich, dass wir uns mit der heutigen Entscheidung gemeinsam über Landesgrenzen hinweg auf den Weg machen, Frankfurt/Rhein-Main in einer der Kernkompetenzen der Region, nämlich einer optimalen Verkehrsanbindung und Verkehrsinfrastruktur, weiter zu stärken. Damit verbunden sind optimierte Voraussetzungen für Logistik und andere Wirtschaftsverkehre, aber auch eine verbesserte Erreichbarkeit der Unternehmen für Kunden und Mitarbeiter. Jetzt gilt es, die Mobilitätsbedürfnisse zu erfassen und nach Lösungen zu suchen, um gemeinsam Vorstellungen für die Mobilität der Zukunft zu erarbeiten.

Staatsminister Axel Wintermeyer machte deutlich, dass bei der Arbeit des Strategieforums die Verantwortung für die Gemeinschaft im Vordergrund steht. „Wir sehen nicht nur unser eigenes Land, sondern die Herausforderungen im Ganzen, länderübergreifend und parteiübergreifend. Die Zusammenarbeit funktioniert und davon profitieren alle“, sagte Wintermeyer.


Hintergrundinformation:


Zum Mobilitätsfaktor:

Zur Berechnung des Mobilitätsfaktors wurden folgende vier Faktoren zueinander ins Verhältnis gesetzt: Bevölkerung anteilig Metropolregion (Bevölkerung in den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten), Pendlersaldo (statistischer Mittelwert zwischen Ein- und Auspendlern), Anzahl Wege, die pro Tag zurückgelegt werden und gefahrene Tageskilometer pro Person.


Zum Strategieforum:

Im Strategieforum arbeiten die Landesregierungen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg, die Wirtschaftskammern der Region sowie Landräte und Oberbürgermeister an der Zukunft der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Strategieforums unter:

www.strategieforum-frankfurtrheinmain.de


Mitglieder des länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain

  • Hessische Landesregierung: Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei
  • Bayerische Landesregierung: Staatsrätin Karolina Gernbauer, Amtschefin der Bayerischen Staatskanzlei
  • Landesregierung Rheinland-Pfalz: Staatssekretär Fabian Kirsch, Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz
  • Landesregierung Baden-Württemberg: Staatsminister Dr. Florian Stegmann, Chef der Staatskanzlei Baden-Württemberg
  • Kommunalvertreter Hessen – Kreisfreie Stadt: Oberbürgermeister Peter Feldmann, Stadt Frankfurt am Main
  • Kommunalvertreter Hessen – Landkreis: Landrat Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises
  • Kommunalvertreter Bayern, Region Bayerischer Untermain: Landrat Jens Marco Scherf, Kreis Miltenberg
  • Kommunalvertreter Rheinland-Pfalz: Oberbürgermeister Michael Ebling, Stadt Mainz
  • Kommunalvertreter Baden-Württemberg: Landrat Stefan Dallinger, Kreis Rhein-Neckar
  • Regionalverband FrankfurtRheinMain: Thomas Horn, Verbandsdirektor
  • Handwerkskammer FrankfurtRheinMain: Susanne Haus, Präsidentin
  • IHK Darmstadt:  Matthias Martiné, Präsident
  • IHK Frankfurt am Main: Ulrich Caspar, Präsident
  • IHK Aschaffenburg: Dr. Heike Wenzel, Präsidentin
  • IHK Rheinhessen: Peter Hähner, Präsident
  • IHK Rhein-Neckar: Manfred Schnabel, Präsident



Dienstag, 24. Mai 2022

Wirtschaft am bayerischen Untermain: Aktive Gestaltung der Transformation



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

eines der Schlagworte unserer Zeit ist die „Transformation der Wirtschaft“. Gerade der Bayerische Untermain als stark auf Produktion ausgerichteter Wirtschaftsstandort ist besonders von der digitalen Transformation und von den Fragen der Energieversorgung und dem Fachkräftemangel betroffen.


Wir gestalten gemeinsam aktiv den Veränderungsprozess


Aufgrund der Vehemenz der Veränderungen sind sich Wirtschaft und Wirtschaftsvereinigungen, Hochschule, Gewerkschaften, Arbeitsagentur und Gebietskörperschaften einig – wir agieren gemeinsam und bündeln unsere Kräfte. Aus diesen Bemühungen heraus ist unter dem Dach der Zentec, unserem Zentrum für Kooperation und Innovation am Bayerischen Untermain, ein Kompetenznetzwerk Transformation entstanden. Neben einer gemeinsamen Leitvision für den Veränderungsprozess am Bayerischen Untermain wollen wir mit einem Weiterbildungsverbund wollen wir zudem Wirtschaft und Beschäftigte fit machen für die Herausforderungen der Zukunft.


Klares Signal: Wir verharren vor den prägnanten Veränderungen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange, wir packen die Veränderungsprozesse offensiv an und gestalten diese aktiv. Dafür stehen erfolgreiche Projekte wie die Fachkräfteinitiative zur Sicherung der Versorgung mit Fachkräften oder die Energieagentur am bayerischen Untermain, welche an einem Konzept für eine erfolgreiche Energiewende arbeitet.


Im Gebäude des ZENTEC in Großwallstadt hatten sich im Frühjahr 2022 Vertreter*innen der genannten Partner zusammengefunden, um klarzustellen, dass es nur mit der Kooperation am Bayerischen Untermain möglich ist, auf Dauer erfolgreich zu sein. In der Leitvision haben wir die Herausforderungen des digitalen Strukturwandels herausgestellt, welche ich als Vorsitzender der ZENTEC-Gesellschafterversammlung präsentieren durfte. Für eine aktive Gestaltung des Prozesses mit zunehmender Dynamik und Komplexität brauchen wir den bewährten Schulterschluss, um mit geeigneten Maßnahmen den Prozess der Digitalisierung aktiv zu gestalten. Damit stärken wir die Wirtschafts- und Innovationskraft, steigern die Lebensqualität, sichern Arbeitsplätze und entwickeln diese weiter. Förderung des fachlichen Austauschs und gegenseitiger Lernprozesse sowie die Förderung von Maßnahmen und Aktivitäten, um Menschen zu helfen, diese Veränderungen aktiv anzunehmen und Kompetenzen zu erwerben – alle diese Maßnahmen gelte es umzusetzen. Bestehende Beratungs- und Bildungsangebote sowie Fördermöglichkeiten müssen vernetzt werden, denn nur so lasse sich der Prozess der digitalen Transformation gestalten. Der Landkreis Miltenberg fördert diese Maßnahmen mit voller Überzeugung und steht zur regionalen Zusammenarbeit, die schon bei der engeren Vernetzung in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main Grundlage des bayerischen Erfolgs war und ist. Man darf jedoch über Ziele nicht nur sprechen, sondern muss diese auch aktiv leben, weshalb alle Akteure gefordert sind, sich zu vernetzen und bei den Aktivitäten abzustimmen. In der Leitvision habe man vier Aktionsfelder definiert, denen man sich widmen müsse: Vernetzung, Digitalisierung, Mensch und Qualifizierung sowie Arbeit.


Vielzahl vernetzter Akteure

 

Alle Gäste nahmen kurz zu diesen Feldern Stellung. Dabei stellte Beatrice Brenner (Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) Bayerischer Untermain) fest, dass viele Unternehmen mit der Digitalisierung massiv überfordert sind. Das Gelingen des Strukturwandels sei laut Karl-Heinz Burkhardt (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) Unterfranken) existenziell wichtig, zudem wandele sich die Arbeitswelt rasant. Längst gehe es beispielsweise einer Stadt wie Aschaffenburg laut Oberbürgermeister Jürgen Herzing (ab 1. Mai Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Zentec) nicht mehr darum, mehr Unternehmen anzusiedeln, sondern den Bestand zu erhalten und diese beim klimafreundlichen Agieren zu unterstützen. Die Region könne sich dabei auf die Unterstützung der Technischen Hochschule und des Digitalen Gründerzentrums verlassen, versicherten Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth (Präsidentin der Technischen Hochschule, TH) und Dr. Marianne Hock-Döpgen (Geschäftsführerin Digitales Gründerzentrum). Percy Scheidler (Industriegewerkschaft (IG) Metall) mahnte, die Beschäftigten auf dem Weg mitzunehmen und sie mitgestalten zu lassen. Für Ludwig Paul (Handwerkskammer (HWK) Unterfranken) brauchen die Menschen Begleitung auf dem Weg der Transformation, sie müssten den Wandel aber auch annehmen. „Permanente Weiterqualifizierung“ sei auf dem Weg notwendig, stellte Dr. Maria Bausback (Industrie- und Handelskammer (IHK) Aschaffenburg) fest, für Dr. Alexander Legler (Landrat Aschaffenburg) geht es darum, dass man die digitalen Prozesse gestalten und beherrschen muss. Menschen müsse man auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten, sagte Mathilde Schulze-Middig (Arbeitsagentur Aschaffenburg) und Björn Wortmann (Deutscher Gewerkschaftsbund, DGB) ist der Erhalt von guten und tariflich bezahlten Arbeitsplätzen wichtig, denn nur die Menschen könnten Innovationen auf den Weg bringen.


Weiterbildungsverbund am Bayerischen Untermain

 

Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Transformation wird der Weiterbildungsverbund (Automotive) Bayerischer Untermain sein, für den die ZENTEC als Koordinator tätig sein wird. Das Projekt hat bis Ende 2024 ein Volumen von 912.000 Euro, wovon das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 456.000 Euro beiträgt. Regionale Arbeitsmarkt- und Weiterbildungsakteure sowie Vertreter der freien Wirtschaft haben sich dazu entschlossen, dieses Projekt aktiv zu begleiten. Dabei sind: die Agenturen für Arbeit Aschaffenburg und Darmstadt, Bayern Innovativ, BVMW Bayerischer Untermain, Continental AG, DGB Unterfranken, Digitales Gründerzentrum Alte Schlosserei, HWK Unterfranken, IGBCE Mainfranken, IG Metall Aschaffenburg, IHK Aschaffenburg, Linde Material Handling, Mainsite, SQG Strukturwandel und Qualifizierung gGmbH, TH Aschaffenburg und vbw Unterfranken. Zunächst sollen die Weiterbildungsbedarfe der Unternehmen im Bereich Automotive identifiziert werden, auch soll ein regionales Weiterbildungsportal mit Darstellung konkreter Weiterbildungsmaßnahmen entstehen. Dazu soll eine interaktive Lernmanagementplattform bereitgestellt werden, ebenso Beratungsleistungen zum Erstellen eigener Weiterbildungskurse. Geplant sind unter anderem auch innovative Veranstaltungsformate, individuelle Beratungsangebote und die Vernetzung mit den wichtigsten Arbeitsmarktakteuren und regionalen Unternehmen.


Mitwirkung der TH Aschaffenburg

 

Neben der ZENTEC als Konsortialführer wirken auch die TH Aschaffenburg mit ihrer langjährigen Expertise im Bereich Wissenstransfer mit, das Continental Institut für Technologie und Transformation mit dem Einbringen von Erfahrungen in der Transformation sowie die SQG Strukturwandel und Qualifizierung gGmbH, die seit vielen Jahren im Bereich der Aus- und Weiterbildung tätig ist. Die besondere Stärke der SQG liegt darin, dass sie niedrigschwellig die Bereitschaft zur Weiterbildung und Weiterqualifizierung in Unternehmen angehen kann.

Montag, 23. Mai 2022

Erlebnisweg und Ausstellung: Buntsandsteinprojekt im Südspessart gestartet!




Liebe Bürgerinnen und Bürger,

einen besonders schönen Termin hatte ich an einem Freitag Mitte Mai in Collenberg. Nach vielen Jahren der Vorarbeit und der Unterstützung durch unsere Lokale Aktionsgruppe Main4Eck e.V. startet endlich das herausragende Buntsandsteinprojekt im Südspessart!

Die jahrelange Arbeit vieler Menschen hat ein beeindruckendes Resultat erbracht: Mit einem 40 Kilometer langen Buntsandstein-Erlebnisweg von Miltenberg bis Faulbach und einer Buntsandstein-Ausstellung in der ehemaligen Reistenhausener Kirche wird die lange Geschichte des Buntsandsteins in der Region greifbar gemacht. Am 20. Mai wurden Weg und Ausstellung offiziell eröffnet in der Hoffnung, dass sie viele Menschen an den Untermain locken und dass dieser wichtige Teil der lokalen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.


Mit mir wohnten über 150 geladene Gäste der Eröffnung in der Festhalle in Reistenhausen bei: Vertreter*innen der Kommunalpolitik, der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, der beteiligten Gemeinden, Vereine, der Firmen, des Landratsamts, der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck, der touristischen Organisationen, der Sponsoren und Gönner und vor allem viele freiwillige Helfer*innen, die das Projekt tatkräftig unterstützt hatten.


Ohne Peter Mayer freilich, Initiator und Koordinator von Erlebnisweg und Ausstellung, wäre das Projekt nicht in Gang gekommen, stellte Bürgermeister Andreas Freiburg fest. Die Geschichte des Buntsandsteins in der Region wäre ohne Mayer in Vergessenheit geraten, erinnerte auch der Bürgermeister an Mayers erste Anläufe im Jahr 2010. Zwischen 2013 und 2018 habe die Feinplanung begonnen, 2018 sei begonnen worden mit dem Ziel einer Fertigstellung im Jahr 2021. Dann aber sei Corona gekommen, blickte Freiburg zurück, jetzt sei der perfekte Zeitpunkt gekommen. Mayers Wirken und das der vielen ehrenamtlichen Helfer*innen sei nicht hoch genug einzuschätzen, lobte er. Monetär könne man die Leistungen nicht darstellen, die realen Kosten schon: 385.000 Euro für die Ausstellung, 70.000 Euro für den Erlebnisweg. Rund 280.000 Euro habe man durch Förderungen und Spenden einwerben können, zeigte sich Freiburg dankbar. Und was für ein Glück, dass es die LAG Main4Eck gibt – und ich bin stolz, diesem Verein und dem Vorhaben als Vorsitzender dienen zu dürfen: Aus LEADER-Mitteln steuerte die LAG Main4Eck rund 200.000 Euro bei – Geld, ohne das Ausstellung und Erlebnisweg nicht realisierbar gewesen wären. Dazu kamen 42.000 Euro vom Bayerischem Landesamt für Denkmalpflege (Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen), 18.450 Euro von der Bayerischen Landesstiftung, 15.000 Euro von der Unterfränkischen Kulturstiftung, 5.000 Euro von der Sparkasse Miltenberg-Obernburg und 2.500 Euro vom Landkreis Miltenberg, zählte der Bürgermeister auf. „Das Werk ist bestens gelungen, sucht seinesgleichen und zieht hoffentlich viele Betrachter an“, stellte Freiburg fest.


Er sei durch eine Kollegstufenarbeit von Birgitta Helmstetter auf die Idee gekommen, erklärte Peter Mayer. Die Abiturientin hatte darin darauf hingewiesen, dass die Sandsteingeschichte des Südspessarts in Vergessenheit zu geraten drohte. Bei der Umsetzung seiner Ideen sei er glücklicherweise auf die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Person von Dr. Stefan Kley gestoßen, die eine „reich sprudelnde Quelle von Ideen“ gewesen sei, wie auch das Büro Hausgrafik mit Anke Meenenga im Hinblick auf die Ausstellungsgestaltung. Mayer hob zudem den Einsatz der Ehrenamtlichen hervor: „Keiner war sich für die Drecksarbeit zu schade“, zeigte er sich auch mit zeitlichem Abstand noch „massiv beeindruckt.“ Ab jetzt werde sich zeigen, ob das Konzept aufgeht, hoffte er darauf, dass Engagement, Herzensblut und Leidenschaft auch Früchte tragen. „Es war ein langer Weg“, sagte Mayer und er wisse nicht, ob er es heute nochmals in Angriff nehmen würde. Aber, so der Initiator, „ich hatte praktisch keine Chance, dem Projekt aus dem Weg zu gehen.“ Er habe immer den Rückhalt bei den Bürgermeistern und den Gemeinderäten gespürt, blickte er zurück, auch habe er im Lauf der Jahre viel Wissen und viele Erkenntnisse gewonnen. Das habe dazu geführt, dass er riesigen Respekt für all jene habe, die früher ihren Lebensunterhalt mit Sandstein bestritten hätten, sagte Mayer, dessen Worte mit langem Applaus quittiert wurden. Damit Mayer neben der Theorie auch praktische Kenntnisse erwirbt, überreichte Bürgermeister Freiburg dem pensionierten Architekten als Dankeschön einen Gutschein für einen Steinbildhauerkurs bei Steinmetz- und Bildhauermeister Alexander Schwarz.

Mir wird gerade bei Wanderungen oder Radtouren bewusst, wie sehr der Buntsandstein Landschaft und Menschen im Südspessart und im ganzen Landkreis Miltenberg prägt. Seit 700 Jahren ist der Abbau dieses Gesteins in Collenberg belegt. Die Umsetzung des hervorragenden Projekts mit so viel Herzblut kann nur begeistern. Was die Menschen hier tun, ist etwas Besonderes. Das haben wir auch an der Solidarität der Menschen im Südspessart bei der Aufnahme von Geflüchteten vor dem Ukraine-Krieg gespürt. Das Buntsandsteinprojekt ist für die Menschen und den ganzen Landkreis von besonderer Bedeutung – und zwar weit über die Region hinaus. Die Menschen wollen etwas über die Geschichte ihrer Heimat erfahren, so bin ich zuversichtlich, dass das Projekt sehr gut angenommen werden wird. Von 137.363 Euro Kosten für den Erlebnisweg seien 69.259 Euro LEADER-Mittel geflossen, von den Gesamtkosten von 268.022 Euro für das Dokumentationszentrum habe LEADER 132.736 Euro übernommen, rechnete er die Förderung auf den Euro genau vor. Alleine an dieser EU-Förderung könne man sehen, was Europa bedeutet, sagte er. Seit 2016 sei über 3,5 Millionen Euro europäisches Fördergeld in den Landkreis geflossen. Alle von der LAG geförderten Projekte hätten eines gemeinsam: Sie leben vom bürgerschaftlichen Engagement. Weitere Besonderheit: Die Förderung wurde aufgestockt durch Mittel des Freistaats Bayern. Gemeinsam mit dem neuen LEADER-Koordinator für Unterfranken, Daniel Pascal Klaehre, überreichte ich Bürgermeister Andreas Freiburg und Projektkoordinator Peter Mayer Plaketten, die auf die EU-Förderung sowie Gelder des Freistaats aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum 2014 bis 2020 hinweisen.

Auch der neue LEADER-Koordinator freute sich über die Umsetzung des Projekts und stellte fest, dass Unterfranken ohne den Buntsandstein nicht vorstellbar wäre. Über LEADER seien jeweils 50 Prozent der Kosten der beiden Projektbestandteile investiert worden, sagte Daniel Pascal Klaehre, die enormen Eigenleistungen seien schwer in Zahlen zu fassen. Wenn es Ideen für die Region geben sollte, die innovativ, nachhaltig und gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden, solle man sich bei der LAG Main4Eck melden; weitere Informationen finden Sie unter Main4Eck | Lokale AktionsGruppe Main4Eck Miltenberg.

Abschließend referierte Peter Arnold, Autor des Buchs „Steinbarone“, über die historische Entwicklung des Buntsandsteinabbaus am Beispiel seiner Familie, die eine lange Sandsteintradition in Collenberg hatte. Welch starker Wirtschaftsfaktor der Abbau und die Verarbeitung des Buntsandsteins war, könne man daran sehen, dass es Firmen mit bis zu 600 Mitarbeitern gegeben habe, wusste er und übergab ein Bild der Künstlerin Sela Bail mit dem Titel „Steinmetz bei der Arbeit“ an den Heimatverein. Helmut Fuchs nahm das Gemälde entgegen und kündigte an, dass es einen Platz in der Ausstellung finden werde. 

Alle weiteren Informationen über das Projekt sind im Internet unter www.buntsandstein.de einzusehen. Bis zum 31. Oktober ist die Ausstellung in der ehemaligen Kirche in Collenberg-Reistenhausen täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, vom 1. November bis 31. März samstags und sonntags jeweils von 9 bis 17 Uhr. Auch Führungen können gebucht werden; die Kontaktdaten sind auf der Internetseite hinterlegt.



Donnerstag, 19. Mai 2022

Campus Miltenberg: Enge Verzahnung von Unternehmen und Studium (nicht nur) beim CONNECTION DAY




Liebe Bürgerinnen und Bürger,

seit mehreren Jahren profitieren wir im Landkreis Miltenberg vom Campus Miltenberg der TH Aschaffenburg. Der Studiengang „Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen“ bietet sowohl den Unternehmen als auch den Studierenden beste Voraussetzungen, um verantwortliche Positionen ausfüllen zu können.


Enge Verzahnung von Wirtschaft und Studium

Die enge Verzahnung zwischen unseren Unternehmen und dem Studiengang konnte ich schon im Entstehungsprozess des Studienangebots miterleben. Die genaue Ausgestaltung entstand in Interaktion mit der IHK und unseren Unternehmen. Diese Kooperation wurde verstetigt durch einen Fachbeirat.


Connection Day ermöglicht Kontakt von Studierenden und Unternehmen

Doch auch im Studium ist eine außergewöhnlich enge Verzahnung mit den Unternehmen im Landkreis Miltenberg gegeben, wie ich Mitte Mai 22 beim Connection Day erleben durfte. In einem interaktiven Angebot kamen Studierende und Unternehmen in einen sehr guten Austausch. Mein Dank gilt neben dem Team der TH Aschaffenburg unter Leitung von Prof. Dr. Webersinke gerade den Unternehmen im Landkreis, die dieses Angebot so gut annehmen – und natürlich den Studierenden am Campus Miltenberg, die dieses Angebot am Connection Day so intensiv wahrgenommen haben! In sehr angenehmer, produktiver Atmosphäre war ein kennenlernen von Unternehmen und deren zukünftigen Führungsfachkräften möglich.

                               

Wichtiger Standortfaktor für den Landkreis Miltenberg

Im vergangenen Jahrzehnt musste ich gemeinsam mit dem Kreistag nicht lange überlegen, um die Chance zu ergreifen, welche uns TH Aschaffenburg und Freistaat Bayern boten, und wir waren bereit, über 1 Million € in den Campus im Berufsschulzentrum in Miltenberg zu investieren. Wir haben nicht nur „irgendein“ Studienangebot, sondern die Gewähr, dass exakt die benötigten und passenden Kompetenzen für die Region, hier am Wirtschaftsstandort Landkreis Miltenberg, dem industriellen Kern der Metropolregion FRM, vermittelt werden. Unter anderem hiermit leistet der Landkreis Miltenberg seinen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit, indem wir dem Fach- / Führungskräftemangel entgegenwirken.

Das praxisorientierte Studium mit Fähigkeiten und Kompetenzen, die genau die Bedarfe der Unternehmen in der Region decken, lässt dich gut mit Beruf oder Familie verbinden dank des innovativen Blended-Learning-Konzepts.

                                     


Informationen zum Studieren am Campus Miltenberg

Weitere Informationen zum Studiengang in Miltenberg finden Sie hier: Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen studieren ► jetzt informieren! (th-ab.de)


Dem Siegerteam WEIß durfte ich am Ende der Veranstaltung zum "Sieg" gratulieren:

                         

Hier der Original-Bericht der THA:

Ungezwungener Austausch beim ersten Connection Day am Campus Miltenberg


Der Connection Day, am Mittwoch erstmals in den Räumen der Technischen Hochschule (TH) Aschaffenburg am Campus Miltenberg veranstaltet, bot erstmals Studierenden und Unternehmen eine Plattform, sich in ungezwungener Atmosphäre kennenzulernen. 25 Studierende und 25 Unternehmensvertreter folgten der Einladung.


Christine Wissel, wissenschaftliche Mitarbeiterin Blended Learning, verglich die Studierenden mit einer Pflanze, die gehegt und gepflegt werden müsse und Sonne brauche, um ihr Potenzial ausschöpfen zu können. Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht, wies auf die Alleinstellungsmerkmale des Studiengangs Betriebswirtschaft für kleine und mittlerer Unternehmen (BW KMU) hin und nannte die Stichworte digital, innovativ und regional. Diese treffen sowohl auf den Studiengang zu als auch auf die anwesenden Vertreter*innen von Unternehmen, die neben Innovationen auch digitale Lösungen entwickeln und auf der Suche nach Mitarbeiter*innen in der Region sind.


Auch Bernd Kahlert, Bürgermeister der Stadt Miltenberg, stellte in seinem Grußwort die die Bedeutung von „Bildung in der Region für die Region“ in den Fokus. In einem Video-Grußwort wies Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach auf die Wichtigkeit der Netzwerkarbeit von Studierenden und Unternehmen hin und betonte die Dringlichkeit von gut ausgebildetem Fachpersonal für die Wirtschaft. Beendet wurde die Eröffnungsfeier mit der Leiterin des Studiengangs BW KMU, Prof. Dr. Victoria Bertels. Sie bedankte sich vor allem bei dem für diesen Studiengang gegründeten Fachbeirat mit sechs Unternehmensvertretern aus der Region für die Zusammenarbeit. Alle Seiten könnten von einem solchen Tag profitieren, wenn der Faktor Mensch im Fokus steht, so ihre Erkenntnis.


Danach ging es zu einer Hausbau-Challenge mit Bierdeckeln, bei der Studierende und Unternehmen (die Gruppeneinteilung erfolgte vorab nach Interessengebieten) gemeinsam ein Haus bauen sollten. Begleitet wurde diese Aufgabe durch Fragen nach dem „bislang größten Erfolg im Leben“, „Welche Stärken besitzt du?“ und „Wie gehst du mit Misserfolgen um?“  Ziel war, dass sich Studierende und Unternehmen in lockerer Atmosphäre, geeint vom Teamgedanken eines gemeinsamen Projekts, austauschen können und Hemmschwellen und Berührungsängste abgebaut werden.


Im überdachten Innenhof der Berufsschule konnten die Studierenden am „Marktplatz“ mit Plakaten oder einem digitalen Flipchart den Unternehmen bereits beendete Seminararbeiten und Projekte ihres Studiums präsentieren und Fragen beantworten. Zudem hingen Steckbriefe von Studierenden und Unternehmen aus und man konnte sich per QR-Code über die jeweilige Zielgruppe informieren.


Auch Landrat Jens Marco Scherf ließ es sich nicht nehmen, einige Begrüßungsworte an die Anwesenden zu richten, später übernahm er die Prämierung der Hausbau-Challenge. Neben einem TH-Becher durften sich die Sieger über einen Kulturgutschein der Stadt Miltenberg freuen. Als runden Abschluss dieser Veranstaltung und bezugnehmend auf Christine Wissels einleitende Worte gab es für alle Anwesenden sinnbildhaft ein Blümchen, das man zuhause pflegen soll. Aufgrund der positiven Resonanz der Veranstaltung überlegen sich die Verantwortlichen, das Format fortzuführen.


 


Dienstag, 3. Mai 2022

TANZLANDkreis Miltenberg - ein spannendes neues Kulturangebot!



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein anspruchsvolles Kulturprogramm ist ein Ziel der Kreisentwicklung. Sowohl in Sachen Lebensqualität als auch Attraktivität des Landkreises ist Kultur unverzichtbar! Dank unserer engagierten Städte und Gemeinden, herausragenden Veranstaltungsstätten von Zehntscheuer und Kochsmühle über das Beavers bis zu unserer Kino Passage in Erlenbach haben wir viele spannende Orte, an denen vielfältig Kultur zu erleben ist. Oder denken Sie an spannende Orte wie die alten Kirchen in Sulzbach und Hausen oder die alten Rathäuser in Stadtprozelten und Miltenberg – oder was ist mit der Abteikirche Amorbach vergleichbar? Ergänzt wird das Kulturangebot durch überaus engagierte Vereine!

Zu einem anspruchsvollen Kulturprogramm gehört es, dass wir mitunter auch einmal neue Wege beschreiten. Dies tun wir mit dem TANZLANDkreis Miltenberg!

Zeitgenössischer Tanz in unterschiedlichen Formaten und an vielen unterschiedlichen Orten im Landkreis Miltenberg: All dies bietet die Veranstaltungsreihe „TANZ LANDkreis Miltenberg“ über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, gestalten die Akteure der Emanuele Soavi incompany mehrere Programme, die die Bürgerinnen und Bürger mit den Tänzerinnen und Tänzern in Kontakt bringen und für den Tanz begeistern sollen.

Ich habe eine große Vorfreude gespürt, als wir Ende April am Freitagabend im Miltenberger Alten Rathaus mit einer Pressekonferenz den Start der Veranstaltungsreihe gegeben haben. Das ist der Beginn von etwas ganz Besonderem. Ich bin unheimlich gespannt auf das Format und wie es die Menschen im Landkreis Miltenberg annehmen werden, welche Interaktionen und Projekte daraus entstehen werden. Ich bin auch stolz, dass der Antrag unseres Kulturreferats von der Bundesstiftung ausgewählt worden ist. Wir haben mit dem Konzept überzeugt und so eine tolle Ergänzung des Kulturprogramms im Landkreis Miltenberg.

Kulturreferentin Juliana Fleischmann erläuterte beim Auftakt das auf den Landkreis maßgeschneiderte Konzept, in dem viele unterschiedliche Spielstätten berücksichtigt würden – etwa das Bürgerzentrum in Elsenfeld und die Frankenhalle in Erlenbach, aber auch die alten Rathäuser in Miltenberg und Stadtprozelten sowie die alte Dorfkirche in Hausen. An diesen Orten will die Emmanuele Soavi incompany ihre Stücke – bekannte, aber auch noch neue und in der Entwicklung befindliche – aufführen. Das Besondere: Hier tanzen nicht nur die Profis, auch die Bürgerinnen und Bürger werden einbezogen – sei es mit Einführungen in die Stücke und mit Publikumsgesprächen, aber auch anderen Formaten.

Darüber hinaus soll Live-Musik während der Aufführungen den Bezug zum Tanz auf eine neue Ebene heben. In einer Kooperation mit dem Kino Passage in Erlenbach wird am 1. Dezember der Film „All It Takes“ von Meritxell Aumedes gezeigt, in dem die Emanuele Soavi incompany die Hauptrolle spielt. Es basiert auf dem Stück „ANIMA“, das speziell für die Aufführung in den Zimmern eines Hotels entwickelt wurde. Anschließend werden die Künstlerinnen und Künstler mit dem Publikum sprechen.

Dem Choreographen und Gründer der Emanuele Soavi incompany, Emanuele Soavi, war die Vorfreude auf das Projekt deutlich anzumerken. Ihm ist es besonders wichtig, nicht nur auf der Bühne etwas zu zeigen, sondern auch Kontakt mit den Menschen im Landkreis zu knüpfen und sie mitzunehmen auf eine Tanzreise. Dabei solle der Spaß nicht zu kurz kommen, versicherte er und versprach Antworten auf die Frage vieler Menschen, was zeitgenössischer Tanz eigentlich ist. Er hofft zudem auf Menschen, die sich zum Tanz motivieren lassen. Soavi, der auf vielen Bühnen der Welt stand, arbeitet nicht nur mit Tänzerinnen und Tänzern zusammen, auch mit Musikern, Architekten, Designern und Digitalkünstlern.

Laut Achim Conrad, Regisseur und Produzent der Emanuele Soavi incompany, will Emanuele Soavi mit „TANZ LANDkreis Miltenberg“ seine Tanzleidenschaft weitergeben. Für jeden Aufführungsort werde man eine spezielle Herangehensweise entwickeln, versprach er. Das sei „eine tolle Herausforderung, die wir gerne annehmen.“ Das Konzept umfasst sieben Gastspiele, zum größten Teil mit Live-Musik: drei große Bühnenformate, darunter der erste Teil des Triptychons FLUT, ein Performance-Parcours, zwei performative Installationen an öffentlichen Orten und ein kreisweites Abschlussfest mit Gastspiel.

Auch die Fotografie wird eine Rolle spielen, wurde in der Pressekonferenz deutlich: Ein “Fotoprojekt” startet mit einer Ausstellung von Fotos des renommierten Fotografen Joris Jan-Bos. Diese Bilder werden in den nächsten Wochen in Schaufenstern in Miltenberg zu sehen sein. Amateur- und Profi-Fotografen aus der Region sollen im Rahmen von „TANZ LANDkreis Miltenberg“ Gelegenheit bekommen, das Ensemble über die gesamte Projektlaufzeit bei der Arbeit auf und hinter der Bühne fotografisch zu begleiten. Auch ein Schreibprojekt ist geplant, bei dem Interessierte ihre Eindrücke schriftlich festhalten können. Weiterhin widmen sich musische Schulzweige sowie Musik- und Tanzinteressierte in Projekten dem Verhältnis von Musik und Tanz und entwickeln gemeinsam choreografisch-musikalische Skizzen. Für das Bühnenbild und die Kostüme ist Heike Engelbert zuständig; sie ist auch die Beauftragte der incompany für die Gastspiele im Landkreis Miltenberg.

Was die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet, zeigten die Tänzer Lisa Kirsch und Federico Casadei, die auf der Bühne des Alten Rathauses verschiedene Paarkonstellationen darstellten – vom sich brauchen, sich verlieren bis hin zum sich abstoßen.

Folgende Veranstaltungen sind in den kommenden Wochen und Monaten geplant: 


  • Dienstag, 4. Oktober 2022: 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Elsenfeld Warm-Up mit offenem Tanztraining für alle, die mitmachen möchten (Eintritt frei)

  • Donnerstag, 6. Oktober 2022: 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Elsenfeld öffentliche Probe zum Tanzabend „GEZEITEN“ für alle, die einen Blick hinter die Kulissen werfen wollen (Eintritt frei)

  • Samstag, 8. Oktober 2022: 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Elsenfeld Tanzabend „GEZEITEN“, davor um 18:30 Uhr Einführung in das Stück, nach der Aufführung Publikumsgespräch

  • Sonntag, 9. Oktober 2022: 11:00 Uhr im Bürgerpark Elsenfeld „Cool Down“ – lockeres, tänzerisches Bewegungstraining zum Mitmachen für alle

  • Donnerstag, 1. Dezember 2022: 19:00 Uhr im Kino Passage Erlenbach Film „All It Takes“ mit anschließendem Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstler. 

    Die Termine für die weiteren Veranstaltungen, die sich bis ins Jahr 2024 hinziehen, werden rechtzeitig in der Presse, auf einer eigenen Homepage und in den sozialen Medien veröffentlicht. 

    

                                       


Dienstag, 19. April 2022

Frühjahrspodcast: Im Gespräch mit Tanja Munzinger-Rust vom Kinder- und Jugendhospizdienst



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

zu Beginn der Pandemie habe ich mit meinem Podcast begonnen. So wollte ich einen Ausgleich dazu schaffen, dass meine Veranstaltungen "Landrat vor Ort" für lange Zeit nicht mehr möglich sind. In der Regel haben meine Podcasts ein Schwerpunktthema - dieses Mal ist es die Kinder- und Jugendhospizarbeit.

Sollten Sie mal etwas Muse haben, so können Sie gerne in meinen Frühjahrs-Podcast hineinhören. Im Gespräch mit Tanja Munzinger-Rust widmen wir uns im Schwerpunkt der Aufgabe des Kinder- und Jugendhospizdienstes im Landkreis Miltenberg.

Oder auch auf Spotify:

Herzliche Grüße
Ihr
Jens Marco Scherf