Mittwoch, 20. November 2019

Fragen an den Landrat (19) - Wie wollen Sie den ÖPNV im Landkreis Miltenberg verbessern?




In der vergangenen Woche stellte ich das Ergebnis einer Studie zum ÖPNV vor - in Sachen Versorgungsqualität liegt der Landkreis Miltenberg auf Platz 12 von 71 bayerischen Landkreisen. Kein schlechtes Ergebnis, aber dennoch wollen alle Menschen, die den ÖPNV im Landkreis Miltenberg, weitere Verbesserungen. Richtig so!


Verbesserungen beim Schienenverkehr

Ab Dezember 2019 erleben wir einen Erfolg unserer politischen Initiativen für ein besseres Angebot im Schienenverkehr auf der Maintalbahn. Während zwischen Miltenberg und Wertheim sowie Miltenberg und Walldürn vor allem Taktlücken geschlossen werden, erfolgt auf der am stärksten nachgefragten Strecke zwischen Miltenberg und Aschaffenburg eine deutliche Taktverbesserung:
  • Unter der Woche wird der zweistündige Regionalexpress zu einem 1-Stunden-Takt verdichtet!
  • Am Wochenende fährt die sehr gut nachgefragte Regionalbahn endlich im 1-Stunden-Takt statt wie bisher nur alle zwei Stunden.
  • Taktlücken am Abend werden geschlossen.
Auch zur Madonnenlandbahn gibt es Neuigkeiten aus der Streckenuntersuchung, die gemeinsam von Landkreis Miltenberg und Neckar-Odenwald-Kreis veranlasst wurde. Die Gutachter haben unter anderem festgestellt, dass es auch mit kleineren Maßnahmen möglich sei, die Fahrzeiten zu verkürzen. Das kann die Standzeit in Walldürn von 20 Minuten überflüssig machen, vermutlich einen weiteren Kreuzungsbahnhof ersparen und die Strecke durch passende Anschlüsse in Miltenberg und Seckach sowie Osterburken attraktiver machen. Die Westfrankenbahn plant, zwischen dem Miltenberger Bahnhof und Miltenberg West die Schienen zu erneuern und die Strecke zu begradigen. Dies werde Geschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern statt wie bisher 60 ermöglichen. Am Südende der Madonnenlandbahn sind zudem weitere Verbindungen ab Seckach – etwa nach Osterburken – überlegenswert.
Im Dezember werden im Kreisausschuss die ersten Ergebnisse des Potentialgutachtens für die Madonnenlandbahn vorgestellt.

Zwischen Miltenberg und Wertheim prüft die Westfrankenbahn Maßnahmen zur Beschleunigung der Fahrten, um endlich einen sauberen und einheitlichen Taktverkehr in Zukunft anbieten zu können.



Verbesserungen beim Busverkehr

Nach dem Ausbau des Busangebots in den vergangenen Jahren nehmen wir 2020 drei
Projekte in Angriff wie...
  • schnelle Busverbindung von Kleinwallstadt Bahnhof über Niedernberg & Großostheim an die S-Bahn-Linie 1 - die Umsetzung kann mit der neuen Vergabe ab Dezember 2020 erfolgen!
  • neue Busverbindung von Miltenberg über Eichenbühl und das Erftal nach Hardheim mit Anschluss an den Express nach Tauberbischofsheim/Würzburg - hier arbeiten wir an einem funktionierenden Fahrplankonzept!
  • Flexibleres Busangebot in den ländlichen Räumen in den Abendstunden und am Wochenende mit einem Ruf-Bus-System - hier arbeiten wir an einem Konzept für eine Pilotphase im Jahr 2020 für den Abendverkehr ab Obernburg/Elsenfeld und Miltenberg!

Durch den neuen Fahrplan ab 16. Dezember werden wir für einige Buslinien den Übergang zum Beispiel am Bahnhof Miltenberg verbessern.

Beibehalten werden gut angenommene neue Angebote wie der Bus von Mömlingen nach Groß-Umstadt oder die Verbindung von Miltenberg mit dem Bus nach Würzburg.

Auf-Achse-Ticket - und ein Job-Ticket RMV & VAB

An den Wochenenden werben wir um Fahrgäste mit dem von der VAB angebotenen „Auf-Achse-Ticket“ für Erwachsene fünf Euro, für Kinder und Jugendliche 3,50 Euro.

Knapp ein Fünftel der Kund*innen unseres VAB pendeln Richtung Rhein-Main. Größtes Manko ist ein fehlendes gemeinsames Job-Ticket über die Verbundgrenzen hinaus. Dieses Thema steht nun ganz oben auf der To-do-Liste einer Arbeitsgruppe unseres VAB mit dem RMV. Damit werden wir hoffentlich bis Ende 2020 zählbare Ergebnisse der Bemühungen im Strategieforum der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main erleben. Ein Handy-Ticket würde auch die Ticketfrage deutlich verbessern...
 

Länderübergreifende Lösungen

Angesichts von über 13.000 Einpendler*innen in den Landkreis Miltenberg und inzwischen fast 25.000 Auspendler*innen vor allem Richtung Frankfurt-Rhein-Main brauchen wir länderübergreifende Lösungen.
 

365-Euro-Ticket, Job-Ticket, Studierenden-Ticket

Egal ob es das 365-Euro-Ticket, das Job-Ticket oder das Studi-Ticket ist - wir brauchen länderübergreifende Lösungen. Deshalb ist unser Erfolg mit der Gründung des Strategieforums der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main so wertvoll, denn hier haben wir die notwendige Gesprächsplattform. Ich arbeite aktiv in der Facharbeitsgruppe Mobilität des Strategieforums mit, aus der bereits eine Arbeitsgruppe von RMV und VAB gegründet wurde, um ein bayerische-hessisches Handy-Ticket und länderübergreifende Tickets wie das Job-Ticket zu konzipieren...
 

… unsere Unternehmen brauchen den ÖPNV!

 
Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Norbert Dörr von Alcon Ciba Vision - wer über 400 Millionen Euro in den Standort im Landkreis Miltenberg investiert und über 200 neue Arbeitsplätze schafft, der braucht auch einen leistungsfähigen ÖPNV mit einer guten Bus-Anbindung für seine Fachkräfte. Wir arbeiten daran!
 
 

 … und natürlich die Elektrifizierung!

Wer mit dem Zug nach Frankfurt am Main bzw. ins Rhein-Main-Gebiet muss, kennt die Probleme des Umsteigens in Aschaffenburg. Deshalb arbeiten wir alle in der Region mit Nachdruck an der Elektrifizierung der Maintalbahn, denn nur elektrisch kommen wir aus Miltenberg umsteigefrei nach Frankfurt (Main).
 
Überzeugungsarbeit geleistet im Sommer 2019 und das grundsätzliche OK des Bundesverkehrsministers zur Elektrifizierung...

Noch nicht die Unterschrift unter der Elektrifizierung der Maintalbahn, aber einen wichtigen Schritt gegangen gemeinsam mit meinem politischen Freund, unserem Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann!
 

 

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