Montag, 1. Juni 2020

Fragen an den Landrat (54) - Was empfiehlt das neue Seniorenpolitische Gesamtkonzept?

Ein wichtiger Schritt war es, die Empfehlungen mit dem Senioren-Netzwerk zu besprechen - deren Gewichtungen entscheiden!



Seniorennetzwerk setzt Schwerpunkte


Nach über zehn Jahren war es an der Zeit, das im Jahr 2009 verabschiedete Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Miltenberg zu evaluieren! Nach anderthalb Jahren Arbeit hat im Juli 2019 der Kreistag das neue Konzept mit seinen Handlungsempfehlungen beschlossen, doch die entscheidende Phase ist die Umsetzung.

Rund 50 Haupt- und Ehrenamtliche des Seniorennetzwerks im Landkreis Miltenberg haben sich in dieser Woche im Landratsamt getroffen, um festzulegen, welche der Maßnahme-Empfehlungen aus dem Seniorenpolitischen Gesamtkonzept (SPGK) im Landkreis vorrangig angegangen werden sollen. Christina Jung (Fachstelle Altenhilfeplanung), die die Veranstaltung organisiert hatte, führte mit Sozialamtsleiter Manfred Vill durch den Nachmittag.

Zunächst wurden die wichtigsten Eckpunkte der Bevölkerungsprognose und der Pflegebedarfsplanung kurz vorgestellt, die vom Institut MODUS aus Bamberg erstellt worden waren. Jung nannte auch Zahlen zur Entwicklung der Menschen mit Demenz in den nächsten Jahren: Von derzeit knapp über 2.000 Personen werde deren Zahl bis 2037 auf fast 3.000 steigen und damit noch viel mehr Familien sowie das existierende Hilfenetz vor große Herausforderungen stellen.

Zur Pflegebedarfsplanung stellte Manfred Vill fest, dass der Landkreis insgesamt gut dastehe, im Bereich der Tagespflege sogar sehr gut. Herausforderungen seien aber die ausreichende Versorgung mit Pflegekräften und die Bereitstellung von ausreichenden Kurzzeitpflegeplätzen.
Danach gab Jung einen Überblick über das von Professor Dr. Dieter Kulke (Würzburg) erstellte Seniorenpolitische Gesamtkonzept. Hauptaussage der Befragungen: Die älteren Menschen im Landkreis wollen möglichst lange zuhause wohnen bleiben und dafür die notwendigen Voraussetzungen geschaffen haben.
Die Netzwerkteilnehmer legten anschließend die wichtigsten der über 70 Maßnahme-empfehlungen fest, wobei der Fokus wiederum auf den fünf bedeutendsten der insgesamt elf Handlungsfelder lag.

Im Bereich „Wohnen zu Hause“, der auch aus Sicht der Bevölkerung der wichtigste ist, wird die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum als wichtigste Aufgabe gesehen. Danach folgen der Ausbau finanzierbarer hauswirtschaftlicher Versorgungsangebote und die Schaffung einer kostenfreien Bau- und Wohnberatung im Hinblick auf Barrierefreiheit.

Im Handlungsfeld „Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung“ liegt die Sicherung der Haus- und Facharztversorgung an vorderster Stelle. Als wichtig wurde auch die Schaffung von seniorenfreundlicheren Einkaufsmöglichkeiten im örtlichen Einzelhandel gesehen.
Älteren Menschen den Zugang zu den neuen Medien zu erleichtern, ist vorrangigstes Ziel im Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“. Dazu gehören auch generationsübergreifende Internet- und Handykurse für Seniorinnen und Senioren.

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