Mittwoch, 21. Oktober 2020

Mit Verantwortung und Zuversicht die Corona-Krise bewältigen!


 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der beginnende Herbst war für uns alle eigentlich davon geprägt, dass wir Schritt für Schritt unser gesellschaftliches Leben wieder zum Laufen gebracht haben. Ich erinnere mich noch sehr gut an hervorragend organisierte kleine Veranstaltungen von Vereinen, kulturelle Veranstaltungen, die Wiederaufnahme des Sportbetriebs und die Freude über wichtige Ereignisse wie Kommunionen oder Hochzeiten.

Im Laufe des Oktobers verdeutlichte sich aber zunehmend, was sich bereits im September abgezeichnet hatte. Im Landkreis Miltenberg stieg zunächst leicht, aber kontinuierlich die Anzahl der bestätigten Infektionen; zunehmend wurde es immer öfter unklar, wo oder bei welcher Gelegenheit die Infektion stattgefunden hat.

Inzwischen sind in Bayern mehr Landkreise und kreisfreie Städte über den Warnwerten von 35 oder 50 bestätigten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner*innen innerhalb von sieben Tagen berechnet. Die 7-Tage-Inzidenz für Bayern liegt über 50, die Anzahl der Neuinfektionen bundesweit hat die 10.000er Grenze überschritten, die Anzahl der Verstorbenen die 1.000er Grenze in Deutschland. Der Blick ins europäische Ausland ist noch deprimierender!

Den Landkreis Miltenberg hat am vergangenen Wochenende das Erschrecken darüber geeint, dass wir die derzeit beginnende exponentiell ansteigende Verbreitung des Corona-Virus Sars-CoV-2 nicht nur bundesweit und im restlichen Bayern erleben, sondern nun auch in unserer Heimat: Das Virus kennt keine Landkreis- und auch keine Ortsgrenzen, es ist unter uns und verbreitet sich meist unbemerkt. Besonders tückisch, weil eine Großzahl der Infektionen wegen eines Verlaufs ohne oder nur mit leichten Symptomen vollkommen unerkannt bleiben.

Deshalb gilt überall und jederzeit Vorsicht und Abstand!

Nun haben wir mit den Inzidenzstufen GELB und ROT ein STOP-Signal erhalten: Wenn wir ein unkontrolliertes Infektionsgeschehen verhindern wollen, müssen wir jetzt alle miteinander handeln! Wir haben es in den kommenden Tagen und Wochen in der Hand, das Virus im Griff zu halten. Das wird uns aber nur gelingen, wenn wir alle zusammenhalten und gemeinsam handeln.

Fünf einfache, aber wichtige Regeln:

Für uns sind es einfache Regeln, die uns auch durch den Herbst und Winter leiten müssen:

1. Kontakte reduzieren

2. Abstand halten

3. Handhygiene beachten

4. Alltagsmaske nutzen

5. Corona-Warn-App herunterladen

Die Belastungen für alle sind groß, besonders auch für Kinder und alte Menschen!


Ich weiß: Die Erschwernisse, Belastungen und Zumutungen sind groß, beruflich wie privat oder für unser gesellschaftliches und kulturelles Leben, für die Kinder und für die alten Menschen ganz besonders – aber sie werden auch wieder geringer werden, wenn wir die Kontrolle über das Corona-Virus behalten!

Regelungen für unsere Schulen bei Inzidenz 35 bzw. 50:

Viel Reaktionen hat die Maskenpflicht an unseren Schulen mit sich gebracht. Festgelegt ist die Maskenpflicht auch am Platz im Unterricht in der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung im § 25a, bei einer Inzidenz ab 35 für alle Schulen ab Jahrgangsstufe 5 sowie ab Inzidenz 50 für alle Schulen ab der Jahrgangsstufe 1.

Niemand muss mir erzählen, dass das Tragen einer Maske für unsere Kinder kein Vergnügen ist. Das weiß ich als ehemaliger Lehrer und Schulleiter, das weiß ich als Vater. Pauschale Behauptungen von Gesundheitsgefährdungen für die Kinder wegen des Tragens von Masken sind aber auch nicht belegt. Die Maske ist in einer Pandemie ein probates und bewährtes Mittel, um das Infektionsrisiko deutlich zu reduzieren, wenn die Abstände von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden können. Die Erfahrungen aus Bussen und Bahnen zur Wirkung der Masken sind positiv.


Umsetzung der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung:


In einigen Zuschriften wurde ich aufgefordert, ähnlich wie der Oberbürgermeister der Stadt München oder der Landrat des Landkreises Ebersberg die Anordnung des Freistaates Bayern außer Kraft zu setzen. Hierzu sage ich nach gewissenhafter Abwägung:

Die Regelung zum verpflichtenden Tragen einer Alltagsmaske auch am Platz im Unterricht nach § 25a in der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist die festgelegte Regel. Diese gilt für alle Gebietskörperschaften, wenn die Inzidenzwerte über 35 bzw. 50 steigen. Ausnahmen hiervon sind möglich, müssen aber stichhaltig begründet sein.

Aufgrund des aktuell sehr dynamischen Infektionsgeschehens wird das Landratsamt Miltenberg aus Verantwortung für die weitere Entwicklung des gesamten Infektionsgeschehens im Landkreis Miltenberg die Vorgabe aus der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahme nicht außer Kraft setzen. Besonders die Regelung hinsichtlich der Vorgabe zum Tragen der Alltagsmaske auch am Platz im Unterricht wird bis zu den Herbstferien vor dem Hintergrund der Entwicklung des weiteren Infektionsgeschehens beobachtet und dann neu beurteilt werden.


Welche Zahlen gelten?


Gültig sind die offiziellen Daten  von RKI und LGL, also Robert-Koch-Institut und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Wenn wir hier die 35 oder 50 (oder zukünftig die 100) überschreiten, dann gilt ab dem nächsten Tag automatisch die Rechtsverordnung durch §25a der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.


Probleme bei Datenübermittlung möglich!


Am Donnerstag, 22.10.2020, haben wir festgestellt, dass uns das RKI plötzlich "gelb" meldet, weil das LGL unsere digital übermittelten Zahlen noch nicht verarbeiten konnte oder diese vom RKI noch nicht abgerufen wurde. Das kann aus meiner Sicht nur damit zu tun haben, dass sowohl die digitalen und menschlichen Ressourcen durch den traurigen Allzeitrekord an bestätigten Infektionen am 21.10.2020 überfordert werden.


Bittere Wahrheit: Wir bewegen uns bei der 7-Tage-Inzidenz in Richtung 70!


Mit Zuversicht und Optimismus die Verantwortung übernehmen!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die derzeitige Lage ist ernst und anspruchsvoll. Ein Blick nach Tschechien oder in die Niederlande zeigt, dass bei einem exponentiellen Wachstum der Infektionen mit Sars-CoV-2 auch zu dramatischen medizinischen Folgen in den Intensivstationen führt. Deshalb ist es unsere ethische Verantwortung, das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten. Dafür wir tragen wir gemeinsam Verantwortung füreinander. Diese müssen wir jetzt besonders stark gemeinsam wahrnehmen. Wir haben es selbst in der Hand, wie wir Weihnachten feiern und das neue Jahr beginnen werden.

Deshalb meine Bitte:

Halten wir jetzt zusammen, übernehmen wir gemeinsam Verantwortung füreinander und halten damit das Corona-Virus im Griff!

Herzliche Grüße

Ihr
Jens Marco Scherf

Alle wichtigen Links sowie Informationen zum Testzentrum Miltenberg finden Sie hier:

https://www.landkreis-miltenberg.de/Landkreis/Aktuell/Coronavirus.aspx

 

P.S. Und nicht vergessen:

 

        Kontakte soweit möglich reduzieren

        Abstand zueinander wahren

        Handhygiene beachten und Hände waschen

        Mund-Nasen-Schutz bei Bedarf tragen

        die Corona-WarnApp nutzen


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