Montag, 11. Januar 2021

Metzgerei Heigel & Eck lebt Regionalität, Tierwohl und Nachhaltigkeit






Metzgerei Heigel & Eck lebt Regionalität, Tierwohl und Nachhaltigkeit

Regional erzeugte Produkte für die Region – immer mehr Betriebe setzen das um, auch die Metzgerei Heigel und Eck. Begleitet von der Leiterin des Veterinäramts, Dr. Isabel Boecker-Kessel, habe ich mir bei der Besichtigung der neuen Produktionsräume der Metzgerei in Großheubach zeigen lassen, wie die Metzgerfamilie Regionalität und Nachhaltigkeit praktisch lebt und umsetzt.

Bewusstes Einkaufsverhalten für die Qualität und das Tierwohl

Mir ist es seit langem ein Herzensanliegen, die Bürgerinnen und Bürger zu bewusstem Einkaufsverhalten zu animieren. Jeder sollte sich informieren und fragen, woher die Lebensmittel herkommen. Es gelte dabei, nicht auf den günstigsten Preis zu achten, sondern auf die Qualität. Das ist auch der Hintergrund unserer landkreisweiten Initiative fair & regional - einfach genial sowie des regionalen Einkaufsführers fair - bio - regional.

Das sieht auch Christof Eck, Seniorchef der Metzgerei Heigel und Eck, so: „Lieber weniger Fleisch essen und dafür Top-Qualität kaufen.“ Sein Unternehmen lebe die Grundsätze Regionalität und Nachhaltigkeit, versicherte er und belegte dies mit mehreren Details. Die Schlachtschweine kommen aus einem Betrieb in Richelbach, die Rinder nimmt der Betrieb Landwirten aus den Odenwaldkommunen Watterbach, Breitenbuch und Ottorfszell ab. „Damit unterstützen wir kleine Landwirte aus der Region, so Eck. „Wir brauchen Top-Qualität und bezahlen deshalb unseren Landwirten auch gute Preise“, erklärt er. Neben der artgerechten Haltung der Tiere mit der Einhaltung von hohen Standards beim Tierschutz sei ein weiterer Vorteil, dass die Schlachttiere nur einen kurzen Transportweg in die neuen Produktionsräume in Großheubach haben.

Hohe Qualität der Landwirtschaft im Landkreis Miltenberg

Die kleinteilige Landwirtschaft in unserer Region ist kostbar, sie ist die Grundlage für die Pflege unserer Landschaft und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden. Wir haben eine derart kleinteilige Landwirtschaft in unserem Landkreis, von dem viele Regionen in Deutschland nur träumen können. Unsere meist in Familienverantwortung befindliche Landwirtschaft und Tierhaltung hat nichts mit den extremen Auswüchsen einer industriell geprägten Landwirtschaft zum Beispiel in Norddeutschland zu tun! Jede*r von uns kann durch sein Einkaufsverhalten mithelfen, solche Strukturen zu bewahren!


Große Investition von Heigel & Eck

3,5 Millionen Euro hat die Familie Eck – Vater Christof Eck und seine Söhne Josef und Xaver – in die Hand genommen, um in Großheubach neue Räume zu bauen. Das Geld hätte Eck aber nie in die Hand genommen, wenn er nicht Perspektiven sehen würde: Seine Söhne Josef und Xaver sind im Betrieb tätig und sind somit die mittlerweile vierte Metzgergeneration: Josef als Betriebswirt, Xaver als Praktiker – und das gleich als Kammer-, Landes und Bundessieger im Metzgerberuf.

"In Breitendiel wurde es uns auch zu eng“, begründet Eck den Umzug der Produktion, der aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in den letzten fünf bis sieben Jahre notwendig wurde. So entstand auf 2.800 Quadratmetern im Auweg 17 in Großheubach eine Schlachterei mit großzügigen Flächen für Schlachtung, Zerlegung und Produktion sowie Aufenthalts- und Büroräumen und einem Laden. Der Verkauf soll allerdings erst gegen Ende des Jahres beginnen, so Eck.


Veterinäramt berät und unterstützt!

„Wir haben uns Betriebe in ganz Bayern angeschaut“, ehe man in Kooperation mit dem Veterinäramt die neuen Räume umgesetzt habe, erklärte der Metzgermeister. Auf das Miltenberger Veterinäramt lässt er nichts kommen: „Wir haben uns stets gut beraten gefühlt“, lobt Eck die beispielhafte Zusammenarbeit mit der Behörde. So habe man im Februar 2020 mit dem Bau begonnen und Mitte November 2020 mit der Produktion begonnen. 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, entsprechend 22 Vollzeitstellen, sind für die Metzgerei in Großheubach sowie in den Filialen tätig. Christof Eck legt Wert darauf, dass alle festangestellt sind. Man habe viele langjährige Mitarbeiter, die dem Betrieb teilweise über 40 Jahre die Treue halten. Im September erwarte man zudem einen Auszubildenden für den Metzgerberuf. Für uns im Veterinäramt ist es eine wichtige Aufgabe, heimische Schlachtbetriebe durch eine gute Beratung zu unterstützen. Ich bin stolz darauf, dass wir in der Metzgerinnung Miltenberg noch viele selbst schlachtende Betriebe haben – das bedeutet Qualität und mehr Tierwohl!

Regionaler Wirtschaftskreislauf


Ihre Waren vertreibt die Metzgerei ausschließlich in der Region: 80 Prozent über die Läden in Miltenberg, Breitendiel und Weilbach, 20 Prozent über die Gastronomie. „Wir bleiben im Landkreis“, erklärte Josef Eck und sieht das auch als einen Beitrag zur Regionalität. Die Kundschaft erkenne die hohe Fleischqualität an und bezahle deshalb auch mehr Geld als für Billigfleisch in den großen Discountern, resümierte der Seniorchef und erkennt einen deutlichen Trend weg vom Supermarkt hin zu handwerklich gefertigten Fleischwaren von hoher Qualität.


Bei einem Rundgang durch die Betriebsräume zeigte Josef Eck dem Landrat abschließend die hohen Hygienestandards, erklärte die schonende Schlachtung von Schweinen und Rindern sowie die Produktion verschiedener Wurstwaren, die etwa wie Salami teilweise wochenlang abhängen, um bestmögliche Qualität sicherzustellen. Vorbildlich ist für mich das Bemühen um Regionalität und Nachhaltigkeit, ich hoffe auf viele Nachahmer und zufriedene Kundinnen und Kunden in der Region.


 


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