Mittwoch, 10. Juli 2019

Naturschutz im Landkreis Miltenberg - großes Engagement

 


Eine artenreiche Wiese dank verantwortungsvoller Landwirtschaft

Schönheit der Natur und der Vielfalt der Arten erleben

Wer das Morretal zwischen Zittenfelden und Schneeberg besucht, wird mit einem einmaligen Naturerlebnis belohnt. Entlang der Morre können wir artenreiche Wiesen erleben, die ihren Artenreichtum und ihre Schönheit einer engagierten und verantwortungsvollen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung verdanken.
Dieses Naturerlebnis der besonderen Art zeigten wir mehr als 50 Teilnehmern am Samstag, den 6. Juli 2019, bei einer Exkursion durch das Morretal zwischen Schneeberg und Zittenfelden. Veranstaltet von der Regierung von Unterfranken mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Miltenberg, der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt sowie dem Bund Naturschutz begleitete ich die knapp 90minütige Führung durch die Artenvielfalt.
 




Landwirtschaft und Artenschutz können Hand in Hand gehen

Viele vom Aussterben bedrohte Tierarten wie der Dunkle Ameisenbläuling sind im Morretal zu finden, weil sie hier optimale Lebensbedingungen vorfinden. Zwischen 60 und 70 Pflanzenarten sind laut Michael Breunig auf seinen Wiesen zu finden, die ohne jegliche Düngung bewirtschaftet werden. Eine zeitlich auf das Pflanzenwachstum ausgerichtete Mahd mit späterer Beweidung führten dazu, dass einerseits die artenreiche Flora und Fauna erhalten bleibe und die Tiere bestes Futter serviert bekämen. Wie er ausführte, ist er der letzte von ursprünglich sieben Landwirten in Zittenfelden, bewirtschaftet mit Frau und vier Kindern insgesamt 150 Hektar im Nebenerwerb und hat 100 Mutterkühe im Bestand.
Ich bin stolz auf den von mir genannten »Miltenberger Weg«, denn uns gelingt es im Landkreis Miltenberg, Natur- und Artenschutz im Miteinander zu verwirklichen. Ohne mit dem vorwurfsvollen Finger aufeinander zu zeigen, vereinen sich wie hier im Morretal Naturschutz und Landwirtschaft miteinander. Das ist das Erfolgsgeheimnis gerade des Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Miltenberg, denn auch hier diskutieren und konzipieren alle an der Natur Interessierten miteinander, vom Landwirt über die Jäger bis hin zu den Naturschützern.

Natura-2000-Pate ausgezeichnet: Michael Breunig

Für dieses Engagement wurde Michael Breunig mit der Verleihung der Pro-Natura 2000-Urkunde ausgezeichnet. Damit ist der Landwirt nun offiziell Natura-2000-Pate im europaweit geknüpften Netzwerk zum Schutz der ökologischen Vielfalt.

Als Vertreter der Regierung von Unterfranken waren Jörg Steinhoff, verantwortlich für das Sachgebiet Naturschutz und die Diplom-Biologin Miriam Koblofsky gekommen. Koblofsky hatte auch das Programm organisiert. Die Teilnehmer kamen in den Genuss einer kostenlosen Führung durch eine wunderbare Landschaft mit einer großen Artenvielfalt. Zum krönenden Abschluss wurde auf dem Hof von Michael Breunig eine kräftige Vesper mit »Moscht« (Apfelwein) und Apfelsaft aus regionaler, ökologischer Herstellung geboten.


Mit einem kräftigen Schluck Moscht wird auf die Verleihung der Pro-Natura2000-Urkunde angestoßen: von links Jörg Steinhoff, verantwortlich fürs Sachgebiet Naturschutz bei der Regierung von Unterfranken, Landwirt Michael Breunig und Landrat Jens Marco Scherf.
Zusammen mit Jörg Steinhoff überreichte Jens Marco Scherf die Pro-Natura-2000 Urkunde an Michael Breunig, für den dies eine besondere Auszeichnung für seine ökologisch orientierte Landwirtschaft mit dem Schutz der Artenvielfalt bedeutet. Angeregt durch die Teilnehmer weitere Exkursionen anzubieten, können sich Interessenten bei der Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbands melden, Telefon 09371 501-300 oder -311 sowie E-Mail: info@lpv-miltenberg.de

Michael Breunig hat die Delegation bei der Exkursion begleitet und die Bewirtschaftung seiner Wiesen erklärt, die ihm die Auszeichnung »Natura2000-Pate« beschert hatte. Er richte sein Augenmerk auf den Umweltschutz und seine Rinder, die von dem guten Futter profitierten.

Siegmar Hartlaub, Biologe und Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands und die Biologin Carmen Weiker-Zöller führten die Teilnehmer durch die Wiesen im Morretal und erläuterten die Pflanzenvielfalt. Über das, was dort kreucht und fleucht, seltene Bienenarten, Heuschrecken, Schmetterlinge und Co., gab Dr. Steffen Scharrer, Vorsitzender des Bund Naturschutz im Kreis Miltenberg, Auskunft.

Weitere Informationen zum Pro-Natura-Projekt unter der Internetadresse www.ganz-meine-natur.bayern.deoder im direkten Kontakt bei Miriam Koblofsky, E-Mail: miriam.koblofsky@reg-ufr.bayern.de

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