Montag, 13. Januar 2020

Fragen an den Landrat (40) - Welche Möglichkeiten gibt es für die Bahnstrecken ab Miltenberg?


Im Interesse der Medien steht meist die Elektrifizierung der Strecke Miltenberg - Aschaffenburg oder der barrierefreie Umbau von Miltenberg, Kleinwallstadt und Obernburg-Elsenfeld, aber...

 
... der Landkreis Miltenberg besteht auch aus einem südlichen Teil!
 
 

Welche Möglichkeiten gibt es für die Bahnstrecken ab Miltenberg?

So wichtig die Elektrifizierung der Maintalbahn ab Miltenberg Richtung Aschaffenburg für das bequeme und umsteigefreie Fahren Richtung Frankfurt-Rhein-Main auch ist, der Kreistag und ich als Landrat behalten stets die Bahnstrecken
 
  • Miltenberg - Stadtprozelten - Wertheim (Busanschluss nach Würzburg / Bahnweiterfahrt nach Lauda)
  • Miltenberg - Amorbach - Walldürn - Seckach (S-Bahn-Anschluss nach Heidelberg bzw. RE ab Osterburken n. Stuttgart)
im Blick!
 
 

Miltenberg - Stadtprozelten - Faulbach - Wertheim

Zum Ärgernis der Bürger*innen ist hier aufgrund der Eingleisigkeit und nur einer Ausweichmöglichkeit in Stadtprozelten kein sauberer einstündiger Taktverkehr notwendig. Aktueller Stand ist: Sowohl eine Beschleunigung an Bahnübergängen ist notwendig als auch eine zweite Ausweichmöglichkeit. Hier muss eine Einigung zwischen dem Freistaat Bayern und dem Land Baden-Württemberg erfolgen.
 

Miltenberg - Amorbach - Walldürn - Seckach

Gemeinsam mit dem Neckar-Odenwald-Kreis und meinem badischen Kollegen Landrat Dr. Achim Brötel haben wir hier eine länderübergreifende Begutachtung der Madonnenlandbahn angestoßen, finanziert und fachlich begleitet. Das vorläufige Ergebnis wurde im Dezember 2019 dem Kreisausschuss vorgestellt:

Chancen für die Madonnenlandbahn

 Es gibt Möglichkeiten, die Madonnenlandbahn zu ertüchtigen und somit für die Fahrgäste attraktiver zu gestalten. Das geht aus der Potenzialanalyse hervor, die das Beratungs- und Softwareunternehmen SMA am Montag dem Kreisausschuss vorlegte.

Bezahlt vom Freistaat Bayern, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie den Landkreisen Neckar-Odenwald und Miltenberg, legt die Untersuchung dar, welche Möglichkeiten sich anbieten. Marten Maier (SMA) stellte zunächst die Ausgangslage, die Rahmenbedingungen sowie die Methodik vor, ehe er sich mit dem Potenzial der Strecke beschäftigte und das Jahr 2030 als Zielhorizont nannte. Am wichtigsten sei es, die Strecke soweit zu ertüchtigen, dass die Fahrzeit zwischen Miltenberg und Seckach von derzeit knapp einer Stunde auf eine Dreiviertelstunde sinkt. Das sei mit zwei Maßnahmen zu erreichen, so Maier: Zum einen müsse man mehrere Bahnübergänge technisch sichern, zum anderen müsse man die Strecke durchgehend oder zumindest abschnittsweise so ausbauen, dass die Züge Tempo 80 fahren können. Es müsse gelingen, die Strecke zwischen Miltenberg und Walldürn vier Minuten schneller zu fahren als zurzeit, zeigte Maier mit einer Fahrplananalyse auf.

Als Voraussetzung für die Umsetzung dieser Maßnahmen nannte Maier die Elektrifizierung der Maintalbahn zwischen Aschaffenburg und Miltenberg. Südlich von Walldürn müsse man das Verkehrsangebot ausweiten, um schnelle Verbindungen nach Mosbach und Osterburken zu gewährleisten – entweder mit einer Verlängerung der Madonnenlandbahn, der Verlängerung der S-Bahnlinie 2 oder zusätzlichen Buslinien.

„Wenn nichts getan wird, werden die Fahrgastzahlen abnehmen“, wurde Maier deutlich. Auch wenn es bis zur Elektrifizierung noch einige Jahre dauern wird, so könne man schon kurzfristig etwas tun – etwa die Bahnübergangssicherungen schnellstmöglich planen und umsetzen. Wichtig für den optimalen Anschluss der Madonnenlandbahn sei zudem, dass der Bahnhof Miltenberg als sogenannter Nullknoten fungiert – das heißt, dass die Züge aus jeder Richtung kurz vor der vollen Stunde in Miltenberg ankommen und kurz nach der vollen Stunde in jede Richtung abfahren.

Potentiale im Güterverkehr

Heimische Unternehmen aus den Räumen Miltenberg, Amorbach und Südspessart haben ein Interesse an der Reaktivierung von Gütergleisen, beispielhaft in Faulbach oder Amorbach. Diese Initiative wird sowohl von mir als auch von der Stadt Amorbach mit Bürgermeister Peter Schmitt, Faulbachs Bürgermeister Wolfgang Hörnig sowie dem Freistaat Bayern unterstützt.

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