Freitag, 22. Februar 2019

Freiheit bedeutet Verantwortung und braucht Engagement!

Die Verleihung des Ehrenpreises des Landkreises Miltenberg.
Ein freiheitlicher Staat kann ohne das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger nicht existieren. Denn Freiheit muss ebenso gelebt werden wie die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft - sie können nicht verordnet werden, sie müssen gelebt werden von den Menschen. Deshalb habe ich mir, als ich das Vertrauen der Menschen im Landkreis Miltenberg als Landrat im Jahr 2014 verliehen bekam, überlegt, wie können wir die Menschen wirklich Anerkennung und Wertschätzung spüren lassen. So kam es zur Idee eines Ehrenabends im Landkreis Miltenberg, der im Februar 2019 nun zum 5. Mal im Landkreis Miltenberg stattfand. Der gesamte Abend soll von einer Atmosphäre der Wertschätzung geprägt sein, dazu gehört das feierliche Ambiente des Bürgerzentrums in Elsenfeld, dazu gehört ein hervorragendes Essen der Metzgerei Steffen Frieß aus Leidersbach sowie ein musikalisch herausragendes Programm. Umrahmt von Klaviervorträgen von Philipp Emmanuel Klement und Evelyn Held kann ich so den für die Gesellschaft so wichtigen Einsatz der Geehrten heraus.

Dass das Ehrenamt im Landkreis einen hohen Stellenwert hat, zeigt die Zahl der Bayerischen Ehrenamtskarten. Drei Jahre nach der Einführung der Karten seien bereits 1336 blaue sowie 918 goldene Karten ausgegeben worden. Im Landratsamt kümmern sich Nadja Schillikowski (Ehrenamtskarte) und Helmut Platz (Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement) um die Ehrenamtlichen. Was wurde im Kreistag gestritten über die Einführung der Ehrenamtskarte des Freistaates Bayern - und wie groß ist die Freude der Menschen über die sichtbare Anerkennung ihres Einsatzes!

Der Staat lässt uns Bürgerinnen und Bürgern viele Freiheiten, aber es braucht eben auch Menschen, die den Wert dieser Freiheit erkennen, Verantwortung ergreifen und die Freiheit mit Sinn erfüllen. Alle Ehrenamtlichen zeigen, welche Werte ihnen wichtig sind. Sie bringen damit nicht nur die Freiheit zum Erblühen, sondern diese Menschen zeigen mit ihrem Engagement Staat, Wirtschaft und Politik, welche Werte wichtig sind. Denn Werte werden nicht in Parlamenten und schon gar nicht in Talkshows definiert, sondern durch Engagement manifestiert. Die Gesellschaft muss deshalb Danke sagen, denn ehrenamtlicher Einsatz darf für Gesellschaft und Staat nie Selbstverständlichkeit werden. Es gelte, die gelebten Werte herauszustellen und allen Menschen zu zeigen, dass die freiheitlich-demokratische Werteordnung auf Dauer nur auf Basis engagierter Bürgerinnen und Bürger existiert.

Ehrung von Wolfgang Zöller,  der seit über 40 Jahren im Kreistag Miltenberg aktiv war und sich in der Gesundheitsregion plus mit seinem großen Know How engagierte.

Ein Mensch, der Werte seit 40 Jahren lebt, ist Wolfgang Zöller. 1969 in die Junge Union eingetreten, wurde er später Gemeinderat, Kreisrat (40 Jahre) und von 1990 bis 2013 Bundestagsabgeordneter. Zöller war Patientenbeauftragter der Bundesregierung, wirkte in Berlin als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, war Beauftragter der Bundesregierung für die gesundheitspolitische Zusammenarbeit mit Griechenland, engagierte sich von 2015 an im Projekt Gesundheitsregion plus im Landkreis Miltenberg und beriet auch ihn, Scherf, in den Gremien der Gesundheitsregion plus. Der Landrat hob Zöllers stetes Engagement hervor und bedauerte außerordentlich, dass Zöller aus gesundheitlichen Gründen sein Kreistagsmandat habe niederlegen müssen. Für 40-jährige Zugehörigkeit zum Kreistag und bleibende Verdienste um den Landkreis überreichte er Zöller eine Dankesurkunde.
Ehrungen für langjähriges bürgerschaftliches Engagement.

Den Sonderpreis des Landrats für besonderes bürgerschaftliches Engagement überreichte ich an das Ehepaar Anita und Temor Yusufi. Beide setzen sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich für Kinder bei der Hilfsorganisation Friedensdorf International ein. Das Friedensdorf holt verletzte oder kranke Kinder aus Asien und Afrika, sorgt für deren Behandlung in Deutschland und bringt sie zurück zu ihren Eltern. Während der Behandlung kümmert sich Temor Yusufi ehrenamtlich als Dolmetscher und Bezugsperson um die Kinder. Unterstützt wird er von seiner Frau Anita, die die Kinder beispielsweise bekocht. Als Künstlerin sammelte sie im Oktober 2017 während einer Benefizveranstaltung, in der ihre Werke ausgestellt waren, 5.000 Euro. Die komplette Summe spendete sie dem Friedensdorf.

Im Auftrag des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann überreichte ich drei kommunale Dankurkunden als Würdigung des langjährigen verdienstvollen Wirkens im Dienst der kommunalen Selbstverwaltung. Mindestens 18 Jahre Tätigkeit in einem kommunalen Gremium sind laut Scherf Voraussetzung für eine solche Ehrung. Das zeige die Bedeutung dieser Auszeichnung, denn drei Wahlperioden seien „gleichbedeutend mit hoher Verantwortung.“ Für die Kommunalpolitik brauche es Menschen mit großem Verantwortungsgefühl, Einsatzbereitschaft und ausgeprägtem Bürgersinn. Die Geehrten hätten durch verantwortungsvolles Handeln und zielorientiertes Entscheiden die Entwicklung ihrer Gemeinden entscheidend mitgeprägt.

Ausgezeichnet wurden Cornelius Faust (Miltenberg, Stadtrat von 2000 bis 2018, Fraktionsvorsitzender von 2014 bis 2018) und Alfred Sommer (Sulzbach, Marktgemeinderat und Bauausschussmitglied von 2000 bis 2018, Seniorenbeauftragter von 2002 bis 2018, Mitglied im Verkehrsplanungsausschuss von 2000 bis 2002 und von 2014 bis 2018 sowie Abwasserverbandsrat von 2002 bis 2018). Franz Josef Weber (Klingenberg) war von 2002 bis 2018 Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft, von 2002 bis 2008 sowie von 2014 bis 2018 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und in Ausschüssen tätig.

Das Ehrenzeichen am Bande für langjährige Dienste beim THW, das ehrenamtliche Verdienste um die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Landesverband Bayern (THW) würdigt, überreichte der Landrat an Jürgen Umert. Er trat am 1. Oktober 1978 in die damalige Jugendgruppe ein. Nach der Grundausbildung wurde er in der Pontongruppe eingesetzt, die mittlerweile in Fachgruppe Wassergefahren umbenannt wurde. Dort war er Bootsführer. Seit dem 1. Januar 2019 wird er der neuen THW-Fachgruppe Räumen als Fahrzeugführer eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist seine Einsatzbereitschaft im Hilfsgüterkonvoi 1992 sowie bei der Jahrhundertkatastrophe Elbhochwasser 2014.

Die höchste Auszeichnung des Landkreises, den Ehrenpreis, verlieh ich als Würdigung langjähriger aktiver, erfolgreicher und unentgeltliche Tätigkeit in Vereinen und sonstigen Organisationen mit kulturellen, sportlichen, sozialen, kirchlichen oder anderen gemeinnützigen Zielen an fünf Personen.

Jakob Buchinger (Weilbach) war beim TSV Weckbach vier Jahre lang Jugendleiter und von 1964 bis 1995 Vorsitzender. Unter anderem war er an der Sportplatzerweiterung, der Anlage des Flutlichts, beim Einbau der Spielfelddrainage und des Sportheimneubaus beteiligt. Seit 1995 ist er Ehrenvorsitzender, 1994 bekam er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten und 2009 wurde er mit der BLSV-Verdienstnadel in Gold mit großem Kranz und Urkunde ausgezeichnet.

Luise Kluger (Miltenberg) wurde 1977 im BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg zur Übungsleiterin für die Seniorengymnastik ausgebildet und leitet bis heute eine Seniorengymnastikgruppe in Amorbach. Sie hat 1979 die Seniorengymnastik im BRK-Kreisverband auf- und ausgebaut, so dass heute 20 Übungsleiterinnen und Übungsleiter Übungsstunden mit insgesamt 600 Seniorinnen und Senioren anbieten. Sie ist auch auf Landesverbandsebene als Instruktorin in der Seniorengymnastik tätig.

Leo Markert (Großwallstadt) war im Heimat- und Geschichtsverein über 25 Jahre zweiter Vorsitzender, baute das Heimatmuseum mit auf, betreute Führungen und organisierte über 50 Ausstellungen. Er erfasste fast alle heimischen Familien Großwallstadts und verfasste das Buch „Großwallstadts alte Hausnummern“. Seit 1949 ist er im Bauausschuss des TVG, kümmert sich um die Vereinsgeschichte, erledigt Tätigkeiten für die Bundesliga und war bei der Erstellung des Buches „TV Großwallstadt – Eine Handball-Geschichte“ beteiligt. Seit 2008 ist er im Ältestenrat tätig.

Doris Patzelt (Erlenbach) ist seit 1969 Mitglied des Sportvereins und seit 976 Abteilungsleiterin der Gruppe Frauenturnen. Sie hält Turnstunden in der Frauengymnastik, gibt Kurse für Wirbelsäulengymnastik und absolvierte Schulungen beim Turngau. Der BLSV ernannte sie zur Frauenvertreterin des Turnvereins Erlenbach, auch besitzt sie das Zertifikat „Pluspunkt Gesundheit“. Treues Mitglied ist sie im Ski-Club Erlenbach und leitet seit September 1984 die Skigymnastik.

Heinz Weber (Eichenbühl) war von 1968 bis 1973 Spielausschussvorsitzender beim SV Riedern, von 1972 bis 1982 war er stellvertretender Vorsitzender, seit 1973 ist er Übungsleiter. Er ist einer der Organisatoren der 800-Jahrfeier Riedern. Im Spessartbund war er von 1961 bis 1973 Jugendbeirat und von 1967 bis 1973 Hauptjugendwart. Von 1972 bis 1984 war er Landesjugendwartes, von 1975 bis 2002 stellvertretender Hauptvorsitzender und seit 2002 ist er Ehrenvorsitzender.


Die Empfänger und Empfängerinnen der Ehrenplakette.
Die Ehrenplaketten des Landkreises, Würdigung einer mindestens 25 Jahre andauernden aktiven, unentgeltlichen Tätigkeit in Vereinen und sonstigen Organisationen mit kulturellen, sportlichen, sozialen, kirchlichen oder anderen gemeinnützigen Zielen, verlieh der Landrat an Gerhard Andres, Nikolaus Arnold, Burkard Englert, Renate Eichinger, Angelika Fleckenstein, Robert Hench, Brigitte Hotz, Gerlinde Oetzel, Klaus Ottenbreit, Martin Preu, Wilhelmine Rohleder, Wendelin Schäfer, Thomas Scheurich, Renate Schlosser, Monika Schnabel, Gosbert Scholz, Albert Schüßler, Herbert Wille, Karl Zoll und Egbert Zöller.

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